10 Fakten zum neuen Album von Robbie Williams:
1. Was für ein Hin und Her: Ursprünglich sollte „Britpop“ am 10. Oktober 2025 veröffentlicht werden, doch dann kündigte Taylor Swift die Veröffentlichung ihres Albums „The Life Of A Showgirl“ für den gleichen Tag an. Als Reaktion darauf und um einen wenig Erfolg versprechenden Wettstreit um Platz 1 der Charts aus dem Weg zu gehen, verschob Robbie Williams seinen eigenen Veröffentlichungstermin und stand auch dazu: „I could pretend it's not, but it is. It's selfish. I want a 16th No 1 album.“ Das dreizehnte Studioalbum von Robbie Williams wurde somit für den 6. Februar 2026 angekündigt. Plötzlich und überraschend war „Britpop“ dann aber bereits gestern, am 16. Januar, erhältlich.
2. Wie kann Robbie Williams mit bisher zwölf veröffentlichten Studioalben von seinem sechzehnten Nummer 1 Album sprechen? Bis auf „REality Killed the Video Star“ (2009, #2) errecihten alle anderen Soloalben Platz 1 der UK Charts. Dies gelang auch „Better Man“ (2024), dem Soundtrack zu seiner gleichnamigen Filmbiografie, sowie gleich drei Best of-Compilations: „Greatest Hits“ (2004), „In And Out Of Consciousness: Greatest Hits 1990–2010“ (2010) und „XXV“ (2022).
3. Zuletzt lagen 3 Jahre und 18 Tage zwischen der Veröffentlichung von „The Heavy Entertainment Show“ (2016) und „The Christmas Present“ (2019), damit übertraf Robbie Williams seinen bisherigen persönlichen Negativrekord um einige Tage. Seitdem mussten seine Fans aber 6 Jahre, 1 Monat und 25 Tage auf ein neues Album von ihm warten. Die Netflix-Serie, das Biopick und zwei Compilations halfen ihnen aber durch diese lange Zeit.
Natürlich ist es herrlich, wie beim Auftakt „Rocket“ Black-Sabbath-Gitarrist Tony Iommi rumgniedelt und Robbie emphatisch „What a time to be alive!“ behauptet. Doch Teile von „Britpop“ klingen eher nach käsigen 80erJahren als nach Cool Britannia – und leider versucht sich Robbie zwischendurch als Rapper („Bite Your Tongue“, „You“). So wird es keine konsequente Zeitreise in die eigene Jugend, sondern ein durchwachsener Mischmasch an Möchtegern-Hits. Wenn er im banalen „Pretty Face“ immer wieder „Hello, hello“ singt, möchte man zurückrufen: Hallo, wo ist denn dein Pop-Gespür hin? „Human“, mit dem mexikanischen Duo Jesse & Joy gesungen, plätschert mit Standard-Erbauungslyrik („None of the strongest will survive/ Just make the most of being alive“) vor sich hin. „Morrissey“ funktioniert nicht, obwohl die Idee, Robbie würde den fehlgeleiteten Kollegen für den Rest seines Lebens festhalten, putzig ist – leider verdirbt ein billiger Dance-Beat alles.
4. Jetzt können beim Shoppen kräftig zuschlagen: CD, Deluxe CD und CD Zine mit 40-seitigem Magazin. Zwei unterschiedliche Kassetten und mehrere Schallplatten-Varianten: black Vinyl, solid white Vinyl, pink Vinyl und „blue Plaque“ Vinyl. Das ungewöhnlichste Format: die VHS Edition!
5. Die reguläre Version von „Britpop“ liefert 11 Songs in 38:13 Minuten. Die erwähnte Deluxe Edition packt noch einmal 6 Songs dazu: „Selfish Disco“, „G.E.M.B“, „Comment Section“, „Fucking Amazing“, „100% Beau“ und „Desire“.
6. Auf dem zuletzt genannten Song sind Robbie Williams und Laura Pausini zu hören, es ist die neue offizielle FIFA-Hymne, die man schon bei der Club WM zu hören bekam und die auch bei der Fußball WM 2026 vor jedem Spiel laufen wird.
7. Neben Laura Pausini sind auf dem Album Tony Iommi von Black Sabbath an der Gitarre („Rocket“) und das mexikanische Pop-Duo Jesse & Joy („Human“) zu hören. Den Song „Morrissey“ komponierte Williams zusammen mit seinem Take That-Kollegen Gary Barlow.
8. Bereits am 21. Mai 2025 wurde mit „Rocket“ die erste Single veröffentlicht. Es folgten im Sommer noch „Spies“ und „Human“. Wenige Tage nach dem ursprünglichen Veröffentlichungstermin kam statt des Albums die Single „Pretty Face“, mit „Britpop“ erschien dann „All My Life“ als Single. In den offiziellen UK Charts spielte keine dieser Singles eine Rolle, dort kam zuletzt 2016 „Love My Life“ auf Platz 22. In Deutschland platzierte sich zuletzt 2020 „Can’t Stop Christmas“ in den Charts (#59).
9. Das zentrale Bild des Plattencovers zeigt Robbie Williams in seinem berühmten roten Adidas-Trainingsanzug, den er 1995 beim Glastonbury Festival trug. Dies war kurz nach seinem Ausstieg bei Take That und markierte seinen symbolischen Wechsel vom Boygroup-Mitglied zum „Britpop-Bad-Boy“. Das Artwork ist eine Mischung aus Fotografie und Malerei. Das ursprüngliche Foto stammt von Mick Hutson, während das Gemälde auf dem Cover von der Künstlerin Kate Oleska geschaffen wurde. Die Porträtfotografie für das Projekt übernahm Julian Broad. Die zwei Demonstranten tragen Shirts mit der Aufschrift „Just Stop Pop“, eine ironische Anspielung auf die Klimaschutzgruppe „ust Stop Oil“, gleichzeitig persifliert Robbies eigenen Status als Pop-Ikone.
10. Am 5. und 6. Juni 2026 kann man Robbie Williams live in der Düsseldorfer Merkur-Spiel Arena sehen. Eine ungewöhnlichere Setliste liefert seine „Long 90’s" Club-Tour, denn bei dieser wir er im Februar in kleineren Konzertorten sein Debütalbum „Life Thru A Lens“ (1997) und das neue Album „Britpop“ jeweils in voller Länge spielen.

1 Comments
Cleverer Albumtitel, einige Songs, welche den Titel verdienen und Füllmaterial. Da hilft auch Gary Barlow nicht wirklich, oder er rächte sich mit einem mittelmäßigen Song. 6,5 Punkte
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