29. Dezember 2023

Urteilsverkündung durch Volker (2023)


Das Jahr 2023 war definitiv das Jahr, seit Beginn meiner persönlichen musikalischen Zeitrechnung, in dem ich am wenigsten Musik gehört (ich werde meinem Hundebild oben mal wieder gerecht, bevor ich auch nur meine Top 30 gelistet habe) und die wenigsten Platten gekauft habe (wobei man bei den horrenden Vinylpreisen mittlerweile dann ja trotzdem noch genauso viel Geld ausgibt). Und ob ich jemals eine Band in der Liste hatte, die es eigentlich gar nicht gibt?


Ich durfte aber auch feststellen, dass ich mittlerweile Plattenvorlieben mit meiner Tochter teile (Olivia und Holly), sie mich immer wieder mal mit Nick Cave und Co überrascht, und mein Sohn immer öfter in Plattenläden landet und sich zu Weihnachten "Hatful of Hollow" auf Vinyl gewünscht hat. Es besteht also noch Hoffnung, dass die Musik weiter getragen wird,



01. Foo Fighters – So Here We Are

02. The Lilac Time – Dance Till All The Stars Come Down

03. Gabe Lee – Drink The River

04. Olivia Rodrigo - Guts

05. Peter Gabriel – I/O

06. The Luka State – More Than This

07. Lisa O'Neill – All Of This Is Chance

08. Holly Humberstone – Paint My Bedroom Black

09. Niels Frevert - Pseudopoesie

10. Jason Isbell & The 400 Unit - Weathervanes


11. Blur – The Ballad Of Darren

12. Rolling Stones – Hackney Diamonds

13. Daisy Jones & The Six - Aurora

14. Dilla – Also Bin Ich

15. Herbert Grönemeyer – Das Ist Los

16. The Polyphonic Spree – Salvage Enterprise

17. Fury In The Slaughterhouse - Hope

18. Green Lung – This Heathen Land

19. Bosse – Übers Träumen

20. OMD – Bauhaus Staircase


21. The Gaslight Anthem – History Books

22. Dexys – Feminine Divine

23. Kassi Valazza – Kassi Valazza Knows Nothing

24. Depeche Mode – Memento Mori

25. Husten – Aus einem nachtlangen Jahr

26. The Steel Woods – On Your Time

27. Noel Gallagher – Council Skies

28. Emily Kinney - Swimteam

29. Charles Wesley Godwin – Family Ties

30. Chase Rice - I Hate Cowboys & All Dogs Go To Hell


28. Dezember 2023

Urteilsverkündung durch Oliver (2023)

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Dieses Jahr wurde so viel auf Schuhe geglotzt wie schon lange nicht mehr. Es lief nicht unbedingt schlecht für Freund:innen von Shoegaze- und Dreampop-Klängen - bei mir jedenfalls tummeln sich viele Vertreter:innen des Genres im vorderen Bereich.

 

1. The Churchhill Garden – Metamorphosis
2. Slowdive – Everything Is Alive
3. Drop Nineteens – Hard Light
4. Last Tourist – Last Tourist
5. Molly – Picturesque
6. Sigur Rós – ÁTTA
7. The Lost Days – In The Store
8. Ellroy – Lost Tapes (Pt 1)
9. The National – Laugh Track
10. Jonathan Bree – Pre-Code Hollywood

11. Tränen – Haare eines Hundes
12. Tristan Brusch – Am Wahn
13. Hotel Rimini – Allein unter Möbeln
14. Kraków Loves Adana – Oceanflower
15. Echo Ladies – Lilies
16. Depeche Mode – Memento Mori
17. Glüme – Main Character
18. Róisín Murphy – Hit Parade
19. Sufjan Stevens – Javelin
20. Peter Gabriel – i/o

21. Silly Boy Blue – Eternal Lover
22. Daughter – Stereo Mind Game
23. RVG – Brain Worms
24. Olivia Rodrigo – GUTS
25. Joerg Nawra – Auf einer Skala bis zehn
26. Culk – Generation Maximum
27. Flyying Colours – You Never Know
28. Seablite – Lemon Lights
29. Jody And The Jerms – Wonder
30. Black Swan Lane – Dead Souls Collide

26. Dezember 2023

Urteilsverkündung durch Ingo (2023)



Fever Ray an der Spitze, The Reds, Pinks and Purples wie 2022 auch dieses Jahr stark. The National tun alles dafür, nächstes Jahr ein Konzert in Bonn geben zu dürfen. Und Joerg vor Iggy... 

1. Fever Ray - Radical romantics

2. The Reds, Pinks and Purples - The town that cursed your name

3. The National - First two pages of Frankenstein

4. Sigur Rós - ÁTTA

5. Sleep Token - Take me back to eden

6. The Veils - ... And out of the void came love

7. Jonathan Bree - Pre-code Hollywood

8. Peter Gabriel - I/O

9. Lol Tolhurst x Budgie x Jacknife Lee - Los Angeles

10. Kishi Bashi - Omoiyari


11. Palm Ghosts - I love you, burn in hell

12. Black Swan Lane - Dead souls collide

13. Slowdive - Everything is alive

14. The National - Laugh track

15. Pascow - Sieben

16. Daughter - Stereo mind game

17. Blur - The ballad of Darren

18. Palehound - Eye on the bat

19. The Murder Capital - Gigi's recovery 

20. Ghostwoman - Hindsight it 50/50


21. Boygenius - The record

22. dEUS - How to replace it

23. Joerg Nawra - Auf einer Skala bis zehn

24. Iggy Pop - Every loser

25. Tristan Brusch - Am Wahn

26. PJ Harvey - Inside the old year dying

27. Grian Chatten - Chaos for the fly

28. Sufjan Stevens - Javelin

29. RVG - Brain worms

30. Dave Rowntree - Radio songs


24. Dezember 2023

Urteilsverkündung durch Dirk (2023)


Die guten Comebacker des Jahres (Blur, Sigur Rós, The Polyphonic Spree) werden in jeder Hinsicht von einem übertroffen (Peter Gabriel). Depeche Mode übertreffen alle ihre Alben aus den letzten beiden Dekaden, The National toppen sich irgendwie selbst und somit gibt es erstmals eine Band mit zwei neuen Alben in meines Jahrescharts. In diesen finden sich neben zahlreichen üblichen Verdächtigen (Sufjan Stevens, King Creosote, Kraków Loves Adana, Beirut) auch einige Debütanten (A.S. Fenning, Wings Of Desire, Last Tourist) und Neuentdeckungen (The Sweet Serenades, Lewsberg). Gar nicht neu und alles andere als überraschend stellt sich die Spitze meiner persönlichen Lieblingsalben 2023 auf:

1. Noel Gallagher - Council Skies
2. Slowdive - Everything Is Alive
3. Daughter - Stereo Mind Game
4. Molly - Picturesque
5. The Veils - …And Out Of The Void Came Love
6. King Creosote - I DES
7. Sufjan Stevens - Javelin
8. Peter Gabriel - i/o
9. The Churchhill Garden - Metamorphosis
10. A.S. Fanning - Mushroom Cloud

11. Depeche Mode - Memento Mori
12. Wings Of Desire - Life Is Infinite
13. The National - First Two Pages Of Frankenstein
14. The National - Laugh Track
15. Kraków Loves Adana - Oceanflower
16. Jonathan Bree - Pre-Code Hollywood
17. Beirut - Hadsel
18. Sigur Rós - ATTA
19. Last Tourist - Last Tourist
20. The Sweet Serenades - Everything Dies

21. The Boo Radleys - Eight
22. The Polyphonic Spree - Salvage Enterprise
23. We Are Scientists - Lobes
24. The Ballet - Daddy Issue
25. Boygenius - The Record
26. Blur - The Ballad Of Darren
27. RVG - Brain Worms
28. Lewsberg - Out And About 
29. Gregor McEwan - Going Solo
30. Grimson - Climbing Up The Chimney

23. Dezember 2023

Fever Ray - Radical romantics

 

Große Werke benötigen Abstand. Ich nutze diese Aussage mal als Begründung dafür, dass ich Dirk diese Vorstellung schon eine Weile "schuldig" bin. Vielleicht wird diese Album am Ende des Jahres nicht ganz oben in der Wertung der schönsten Albumcover stehen, aber die vorrangigen Themen der Platte Romantik und Liebe sind zweifellos annähernd perfekt dargestellt. 


Sowohl mit The Knife als auch mit Fever Ray hat Karin Dreijer schon äußert vielfältige Musik in die Welt gebracht. Dabei gab es mindestens zwei Konstanten: Irgendwie war das immer "Electro" und Dreijer hat über die gesamte Zeit (und seit der Gründung von The Knife sprechen wir über einen Zeitraum von fast 25 Jahren) eine geheimnisvolle Aura um sich und ihre Musik erschaffen und erhalten, die einerseits eine aus ihrer Sicht (vemutlich) gesunde Distanz zur Hörerschaft garantiert und andererseits selbige zu binden weiß. 


In diesem Sinne bleibt sich Dreijer auch mit ihrem dritten Solo-Album als Fever Ray treu. Vielseitiger als das Debüt und sortierter als das Zweitwerk "Plunge" stellt "Radical romantics" eine zeitgemäße Weiterentwicklung dar. Durch die Themen Beziehung und Liebe im Mittelpunkt des Albums wirkt es thematisch geerdeter als die Vorgänger, aber die oben beschriebene Distanz wird nicht durchbrochen. 


Mit ihrem Bruder Olof Dreijer kehrte eine Konstante der The Knife Vergangenheit in ihre Musik zurück. Die mit seiner Beteiligung entstandenen Songs zeigen wieder die Chemie, welche die beiden Geschwister offensichtlich verbindet. Das für weitere Songs Trenz Reznor und Atticus Ross von den Nine Inch Nails als Unterstützer gewonnen werden konnten zeigt den Stellenwert der Künstlerin. 


Letzten Endes bleiben zwischen Gefühl, Verschrobenheit, Unbekümmertheit und Sinnlichkeit keine weiteren Wünsche offen. "Radical Romantics" stellt wie auch "Plunge" ein buntes Potpourri verschiedenster Einflüsse und Sounds dar. Jedoch findet Fever Ray klanglich und songwriterisch wieder zu den Stärken des Debüts zurück, so dass die Musik endlich wieder Hand und Fuß besitzt, was man dem Projekt nach dem enttäuschenden Vorgänger nicht unbedingt zugetraut hätte. Chapeau! (laut.de)


Das Video zu "What they call us":


Black Swan Lane - Dead Souls Collide


„Vielleicht gelingt es Black Swan Lane auf den letzten Drücker noch, die ein oder andere Bestenliste durcheinander zu würfeln…“ hieß es Anfang Dezember 2022 in der Vorstellung von „Blind“, dem zehnten Studioalbum des Projektes von Jack Sobel. Und tatsächlich: „Blind“ erreichte Platz 11 in Olivers Jahresbestenliste und sogar die Top Ten bei Platten vor Gericht!

Jetzt probieren es Black Swan Lane aber wirklich auf den allerletzten Drücker. Das vor wenigen Tagen veröffentlichte „Dead Souls Collide“ bietet auf 11 Songs eine düstere Mischung aus Gothic Rock und Post-Punk und erinnert dabei an The Sisters Of Mercy, I Like Trains, The Chameleons und Whipping Boy. 
Ob sich das Kunststück aus dem letzten Jahr wiederholen lässt?


(…) there’s  a post-Strange Times or  Heaven Up Here Bunnymen sweep and dark (not goth) textural tension in the standout, heck-of-an opener “The Covenant,” “The Sacrifice,” and the (Irish) Whipping-Boy-esque “Thorns.” These don’t dazzle in static-y shoegaze noise. They’re punchy, burble-bassed/based, guitar rockers that hold you in their grip, with glistening guitar effects effecting rainforest-atmospheric shadings, while the rock-solid rhythm section anchors pulsing gliders such as “Push Me Under” and “Under My Wings.” Haunting and ghostly-lovely, BSL are worth following where’er they go. 
(The Big Take Over Magazine)





22. Dezember 2023

Wings Of Desire - Life Is Infinite


Verdammt! Meine Jahres-CD ist fertig, die Top 25 des Jahres stehen und ich habe dieses Album verpasst.

Vor sechs Jahren kam das Londoner Quartett Inheaven mit seinem Debütalbum direkt auf Platz 30 bei Platten vor Gericht. Mittlerweile hat sich die Band schon längst wieder aufgelöst, aber James Taylor und Chole Little haben seitdem unter dem Namen Wings Of Desire eine Vielzahl an Singles veröffentlicht und auch geheiratet.
Life Is Infite“ sammelt und ergänzt diese nun, so dass 13 Songs vorliegen, die wie eine Mischung aus frühen U2 und Whipping Boy klingen oder so als träfen sich New Order und The Jesus And Mary Chain. 

Glück gehabt! Seit Wochen bietet Blood Records „Life Is Infite“ als purple and black corona-effect Vinyl an und von den 500 Exemplaren sind erst 247 Stück verkauft. Normalerweise sind die Auflagen in wenigen Tagen oder sogar Stunden vergriffen. Da haben wohl einige andere das Album wohl ebenfalls verpasst.


In that regard, ‘Life Is Infinite’ is a bit of a mixed bag; there are moments where, for all the polish, the duo sound as if they’re going over their forebears’ outlines. When they do hit the heights, though, the results are scintillating, especially on the constantly shape-shifting anthem ‘001 [Tame The War, Feed The Fire]’, which incorporates spoken-word wit and soaring choruses. The stormy ‘Angels’, too, is spectacular, tapping into the kind of atmospherics you’d expect from a band named after a Wim Wenders film. By the end of this opening instalment, Wings of Desire have demonstrated plenty of promise. Now to go forward and build upon it.
(DIY)


 


   


   


   


   


   


   


 



21. Dezember 2023

Vince Clarke - Songs of Silence


Als es hieß, dass Vince Clarke ein Soloalbum veröffentlichen würde, fragte ich mich einerseits, ob es stilistisch in Richtung Synth-Pop (wie mit Depeche Mode, Yazoo und Erasure) oder in Richtung Techno (als VCMG mit Martin Gore) tendieren würde und andererseits, ob er erstmals selbst singen oder ehemalige Mitstreiter (wie Alison Moyet, Martin Gore oder gar Feargal Sharkey) für die Gesangsparts ins Studio einladen würde.
Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass die Antworten auf diese Fragen „weder noch“* und „nein“ lauten.

„Songs of Silence“ erschien bereits vor gut einem Monat über Mute Records, un d zwar auf CD und LP (black Vinyl). Clarke befolgte darauf zwei selbst formulierten Regeln: erstens, dass die Klänge, ausschließlich von einem Eurorack-Modularsynthesizer-System stammen sollten und zweitens, dass jeder Track auf einer einzigen Note basieren und eine einzige Tonart beibehalten sollte.

* sphärisch-düstere, (nahezu) instrumentale Soundscapes zwischen Ambient („Imminent“, „Red Planet“) und Filmmusik, die in einem Soundtrack eingesetzt Spannung erzeugen („White Rabbit“) oder bedrohliche Wirkung erzeugen könnten („Passage“). Etwas aus der Reihe schlägt das in Zusammenarbeit mit Reed Hasy (Cello) entstandene kammermusikalische „The Lamentations of Jeremiah“.


  


Dabei entstehen Soundlandschaften ähnlich klassischem Brian-Eno-Ambient und Tracks aus dunkelgrauen Drones. Das erinnert an die Berliner Schule und an elektro-akustische Werke zeitgenössischer Komponisten. Der wortlose Gesang der Opernsängerin Caroline Joy verleiht manchen der Tracks einen pastoralen Charakter. Und in „The Lamentations Of Jeremiah“, das auf „Blackleg Miner“, einem englischen Folksong aus dem 19. Jahrhundert basiert, zeigt Clarke, wie variationsreich das oft missverstandene Genre Ambient sein kann.