31. Dezember 2025
Endstand 2025
30. Dezember 2025
Urteilsverkündung durch Volker (2025)
Was sich in den beiden Vorjahren abzeichnete setzt sich auch dieses Jahr (leider) fort. Immer weniger Zeit, immer weniger Platten gehört, was dazu führte, dass ich dieses Jahr tatsächlich Probleme hatte eine Top30 zusammen zu bekommen, da man in so einer Liste ja nicht mit Alben um die Ecke kommen möchte, die man nur so lala findet.
Und ebenfalls wie in den Vorjahren liste ich dann Musik, die hier sonst eher nicht so gehört wird. Americana/Country/Singer-Songwriter und auch dem ein oder anderen Künstler, der wahrscheinlich durchaus mal im Radio läuft. Und was aus Österreich ist sogar auch dabei und eineinhalb mal Prog-Rock.
Jason Isbell – Foxes In The Snow
Lukas Nelson – American Romance
Noah Cyrus – I Want My Loved Ones To Go With Me
Herrenmagazin – Du Hast Hier Nichts Verloren
Counting Crows – Butter Miracle, The Complete Sweets
Provinz – Pazifik
Joris – Zu Viel Retro
Amanda Shires – Nobody's Girl
Conan Gray - Wishbone
Rosalia - Lux
Comet Gain – Letters To Ordinary Outsiders
Car Seat Headrest – The Scholars
Ruston Kelly – Pale, Through The Window
Samia – Bloodless
Pippa – Träume auf Zement
The Mountain Goats – Through This Fire Across From Peter Balkan
Tristan Brusch – Am Anfang
Sasami – Blood On The Silver Screen
Philosophobia – The Constant Void
Flock Of Dimes – The Life You Save
Pulp – More
Christopher Anne & Francesco Wilking – Alles Was Ich Je Werden Wollte
Miya Folick – Erotica Veronica
Kassi Valazza – From Newman Street
Deacon Blue – The Great Western Road
Van Morrison – Remembering Now
Ghost – Skeleta
Brown Horse – All The Right Weaknesses
Molly Tuttle – So Long Little Miss Sunshine
Matt Berninger – Get Sunk
28. Dezember 2025
Urteilsverkündung durch Oliver (2025)
26. Dezember 2025
Urteilsverkündung durch Ingo (2025)
Einige alte Bekannte, überraschende Comebacks, Neuentdeckungen und ein tolles Album von The Reds, Pinks and Purples. Ein recht "normales" Jahr, zumindest musikalisch.
24. Dezember 2025
Urteilsverkündung durch Dirk (2025)
23. Dezember 2025
Momma - Welcome to My Blue Sky
Wer Momma sagt, muss auch 90er sagen. Das Duo aus Brooklyn hat sich mit dem letzten Album Household Name in die Herzen all derer gespielt, die bei den Breeders, Veruca Salt oder Liz Phair sofort feuchte Augen bekommen. Mit „Welcome to My Blue Sky“ gehen Etta Friedman und Allegra Weingarten den eingeschlagenen Weg konsequent weiter, polieren aber die Produktion ordentlich auf.
Der Schrammel-Faktor ist auf dem vierten Album einer gewissen Grandezza gewichen. Das klingt alles sehr kontrolliert, sehr bewusst und stellenweise verdammt eingängig. Momma haben das Talent, Riffs zu schreiben, die so vertraut klingen, als hätte man sie schon 1994 auf MTV in der Heavy Rotation gesehen, ohne dabei wie eine reine Coverband zu wirken. Die Dual Vocals sitzen perfekt, die Melodien bohren sich tief ins Ohr.
Kritisch könnte man anmerken, dass die Ecken und Kanten, die den Slacker-Charme der Vorgänger ausmachten, hier ein wenig glattgeschliffen wurden. „Welcome to My Blue Sky“ ist eher ein entspannter Sommertag als ein verschwitzter Kellerclub. Aber am Ende gewinnt das Songwriting: Die Platte macht einfach gute Laune, ohne banal zu sein. Ein starkes Stück Indie-Pop-Rock, das zeigt, dass das 90er-Revival noch lange nicht am Ende ist, solange die Songs diese Qualität haben. Hier und da klingt das Album sogar so ein wenig Shoegaze-mäßig verwaschen. Daher würde es mich wundern, wenn dieses Album Dirk und / oder Olli nicht bereits untergekommen ist.
"I want you (fever)":
Im November wurde noch eine Deluxe-Edition veröffentlicht, u. a. mit "Cross your heart":
Eines meiner Lieblingsalben des Jahres werde ich hier nicht vor Gericht stellen, aber Pitchfork stellt die Verbindung zwischen einem Song aus "Welcome to My Blue Sky" und der fü
Netterweise stellt Pitchfork eine Verbindung zwischen einem Song aus "Welcome to My Blue Sky" und den Deftones her, die eines meiner liebsten Alben des Jahres verbrochen hat, welches ich hier nicht vor Gericht stellen werde:
The intoxicating “Last Kiss” is so indebted to the Deftones resurgence that it’s almost impressive: a tale of seduction and abandonment enhanced by massive nu-metal guitars and a hammering rhythm section, complete with an instrumental dropout where Weingarten whispers through crunchy voice distortion. Too much context would snap the song out of its sultry ambiance. Welcome to My Blue Sky isn’t concerned with filling in the whole backstory; Momma prefer to capture a snapshot with all the youthful romanticism of a faded Polaroid.
22. Dezember 2025
Biffy Clyro - Futique
Knapp zehn Jahre wurde Biffy Clyro hier vor Gericht ignoriert. Doch nach "Ellipsis" hat die Band nur drei Alben zu Stand gebracht. So viel können wir also nicht verpasst haben. Mit "Futique" lieferte sie aber dieses Jahr eine Rockplatte ab, die erwähnt gehört. Außerdem war Volker in der Vergangenheit ein Fürsprecher der Band. Vielleicht lockt ihn diese Vorstellung ja mal wieder von seiner berühmten Couch.
Seien wir ehrlich: Wer Biffy Clyro Anfang der 2000er für ihren unvorhersehbaren, vertrackten Schrammel-Prog geliebt hat, muss heute tapfer sein. Die Schotten sind im Jahr 30 ihrer Bandgeschichte endgültig die Könige des Stadionrocks. Auf ihrem zehnten Album „Futique“ versuchen sie gar nicht erst, die nackte Wut von „The Vertigo of Bliss“ zu reanimieren. Stattdessen veredeln sie ihren Breitwand-Sound in den legendären Berliner Hansa Studios mit einer Prise kühler Eleganz.
Das Ergebnis ist ein handwerklich perfekter Spagat zwischen Gestern und Übermorgen. Ja, es gibt die großen, fast schon poppigen Momente, die für die ganz weiten Räume geschrieben wurden, und ja, Simon Neil beherrscht das Pathos inzwischen im Schlaf. Aber – und das muss man ihnen lassen – sie machen diesen Stadionrock besser als fast jede andere Band ihrer Generation. Zwischen den hymnischen Melodien blitzen immer wieder experimentelle Synthesizer und druckvolle Riffs auf, die beweisen, dass unter der polierten Oberfläche noch immer ein Herz für das Unerwartete schlägt. „Futique“ ist kein nostalgischer Blick zurück, sondern die Bestandsaufnahme einer Band, die ihren Frieden mit der Größe gemacht hat, ohne dabei völlig ihre Seele zu verkaufen. Für mich als Fan der frühen Stunde fehlt zwar manchmal das kontrollierte Chaos, aber die Qualität der Songs ist schlichtweg nicht wegzudiskutieren.
"A little love":
"Goodbye":
"Hunting season":
Futique wirkt reifer, etwas reflektierter und fast schon gelassen, gerade wenn man sich die anderen Alben noch einmal anhört. Opposites hat einen klaren Konzeptcharakter und A Celebration Of Endings beschäftigt sich eher mit Krise und Bruch. Die rohere Energie der frühen Werke wie Puzzle fehlt zwar, doch das wird ganz einfach durch eine stärkere Ausprägung Richtung Atmosphäre und Persönlichkeit ersetzt.
Im neuen Jahr stehen Termine in Deutschland auf dem Plan:
- 31.01. Düsseldorf
- 12.02. München
- 13.02. Offenbach
- 16.02. Berlin
- 18.02. Hamburg
18. Dezember 2025
Revision: The Jesus And Mary Chain
19 Jahre Wartezeit zwischen zwei Alben - da dürfen sich Jim und William Reid nicht beschweren, wenn wir mit dieser Revision und unseren Glückwünschen einen Monat verspätet kommen. Denn am 18.11.1985 wurde "Psychocandy", das Debürtalbum von The Jesus And Mary Chain, veröffentlicht. Nachträglich alles Gute zum 40. Geburtstag!
"Munki"
1998, Creation Records (17 Songs, 69:28 Minuten)
Dirk:
The Jesus And Mary Chain sind zurück bei Creation Records, dem Label das ihre Debütsingle veröffentlichte. Von Erfolg war dies jedoch nicht gekrönt, denn „Munki“ erreicht als einziges Album der Reids nicht die Top 40 im Vereinigten Königreich. Aber es war wohl von Anfang an der Wurm drin, denn Jim und William waren nicht gemeinsam im Studio und nahmen ihre Songs getrennt voneinander jeweils mit den anderen beiden Musikern auf. So unzusammenhängend klingen die 17 Songs auch, da hilft auch die das Album umfassende „I Love / Hate Rock ‘n’ Roll“-Klammer wenig. „Munki“ sollte das letzte Album der Brüder für fast 19 Jahre bleiben, denn Jim berichtete später aus dieser Zeit: „After each tour we wanted to kill each other, and after the final tour we tried.“
Mit „I Hate Rock ’n‘ Roll“ (bzw. seinem Gegenpol „I Love Rock ’n‘ Roll“) und „Cracking Up“ gibt es aber zumindest zwei Lieder, die auf jede Setliste von The Jesus And Mary Chain gehören. Gaststimmen: erneut Hope Sandoval vo Mazzy Star („Perfume“) und die Reid-Schwester Linda (als Sister Vanilla) auf „Moe Tucker“.
7,5 Punkte
Ingo:
„Munki“ ist das letzte Album vor der langen Pause und nach dem Album haben sich Band und Fans selbige auch verdient. Die Band wirkt zerrissen, experimentiert viel, trifft aber nicht immer ins Schwarze. Es gibt starke Momente, aber auch einige Längen.
6,5 Punkte
Oliver:
Schwer zu bewerten – schlecht ist das Album nicht, streckenweise aber schon sehr lang(atmig) und anstrengend. Sich mit einem Song wie „I Hate Rock’n’Roll“ (in eine fast 20-jährige Band-Pause) zu verabschieden, hat aber was.
6,5 Punkte
Gesamturteil: 6,833 Punkte
17. Dezember 2025
Woods Of Birnam - Solaris
Passend zum Storytelling laden Woods Of Birnam bei dieser Reise zu immer neuen Szenerien ein: „Lucid Dream“ ist da noch ein sehr vager, mysteriöser Akt, der vor Friedels hoher, in Hall getauchter Stimme in transzendentale Ebenen steigt.Aber es geht auch anders: „Your Eyes“ etwa baut sich bedächtig auf, um schließlich einen galaktischen Clubbing-Vibe heraufzubeschwören. Die Andersartigkeit dieser erzählten Welt findet sich in den elektrischen Klängen des Quintetts immer wieder.Gleichzeitig wird die textliche Suche nach organischem Leben sehr spannend von der synthetischen Musik konterkariert, was das Sci-Fi-Genre als solches musikalisch auf den Punkt bringt.Auch emotional kann das Album schon ohne zugehörige Inszenierung begeistern: Wenn etwa die kühlen Zahlenabfolgen in „Polytheria“ von weichen Synthies und Sätzen wie „Zwei Sonnen spiegeln sich in meiner Haut“ abgelöst werden, hat das etwas Ergreifendes.Dieses Momentum findet seinen Höhepunkt in „100 Schlüssel“, das die eigene Ausweglosigkeit und Überforderung, der der Menschheit auch auf unserem Planeten sehr nah ist, in starker Bild- und Tonsprache ausdrückt. „100 Schlüssel am Bund, aber du weißt nicht wofür“ singt Friedel hier und zeigt:Dieses Album sollte für alle Sci-Fi- und Atmosphäre-Fans unbedingt auf den Wunschzettel kommen.
16. Dezember 2025
Oddfellow’s Casino - Four Supernaturals Crossing A River
15. Dezember 2025
Sparkling - We
„Two Lovers (Liebe Die Uns Vereint)“ und „Keep Running“ sind auch die tanzbarsten Tracks der Platte, bei der Sparkling ihrer Liebe zum Dancefloor im Allgemeinen und dem French Touch im Speziellen freien Lauf lassen. Ansonsten zeigt sich das Trio sehr vielseitig, rhythmisch-poppig à la Giant Rooks wie im Titelstück, post-punkig wie in „Nobody (But You)“ oder dance-punkig wie in „Every Day“, das an LCD Soundsystem oder The Rapture denken lässt. Hinten raus werden die Songs vor allem synthie-poppig, aber auch schwächer.(SoundMag)
Wo frühere Veröffentlichungen manchmal etwas zu glatt wirkten, strahlt „We“ nun eine spürbare Rohheit und Spontaneität aus. Die Band traut sich, mutiger zu sein – und genau das hebt die Platte von früheren Arbeiten ab.Trotz aller neuen Facetten bleibt SPARKLING sich treu: Die Verbindung aus treibenden Rhythmen, pulsierender Energie und einem Hang zur Melancholie ist weiterhin das Fundament. Neu hinzu kommt aber ein deutlicherer Anspruch an Vielschichtigkeit, der die Band soundtechnisch noch näher an die internationale Spitze rückt.Unterm Strich ist „We“ das bisher stärkste Werk der Band. Es bündelt die Erfahrungen der letzten Jahre, den Willen zur Veränderung und die Lust am Risiko.
13. Dezember 2025
Car Seat Headrest - The scholars
Seit Will Toledo (33 Jahre, 13 Alben!) sein Schlafzimmer-Projekt Car Seat Headrest in eine richtige Band verwandelte, steht die Frage im Raum: Wie geht es weiter mit der Teenage Angst, wenn man selbst kein Teenager mehr ist? Fünf Jahre nach dem letzten Album "Making a door less open" (COVID-19 und Folgeerkrankungen haben Toledo arg gebeutelt) liefert er nun die Antwort: "The scholars" ist eine Rock-Oper, ein konzeptuelles Epos, das sich über mehr als 70 Minuten Laufzeit ausbreitet und sich an einem fiktiven Universitäts-Campus ("Parnassus University") abspielt. Aus Teenage Angst wird also College-Leben.
Die Platte teilt sich klar in zwei Hälften: Der erste Akt präsentiert sich noch relativ zugänglich und liefert den erwarteten leicht verschrobenen Indierock mit den eingängigen Riffs und der lyrischen Dichte, für die Car Seat Headrest bekannt sind. Mit dem Ende des ersten Teils wird der Hörer allerdings in die großformatige, theatralische Odyssee des zweiten Akts katapultiert. Hier, wo die Songs wie "Gethsemane" oder das fast 19-minütige "Planet Desperation" die Elf-Minuten-Marke locker knacken, wird klar, dass Toledo den großen Wurf gewagt hat.
Der Sound ist dabei breiter und ausgereifter als je zuvor. Die Lo-Fi-Ästhetik früherer Tage weicht einer opulenten Produktion, die sich vor Classic Rock-Vorbildern nicht verstecken muss. Die Bandbreite reicht von melancholischen, fast gotischen Passagen über dissonante Keyboard-Einlagen bis hin zu feurigen, schweißtreibenden Gitarren-Soli. Die Synths sind subtiler eingesetzt als auf dem Vorgänger, eher als atmosphärische Textur im Hintergrund. Die längeren Stücke sind dabei keine bloßen Aneinanderreihungen von Songideen, sondern organisch wachsende Mini-Suiten, die ständig neue Facetten offenbaren.
"The scholars" ist kühn, selbstbewusst, stellenweise unbequem und vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle überladen. Aber für mich ist es außerdem eines der Alben des Jahres. Toledo beweist, dass er der Garage entwachsen ist. Ich bin gespannt, wohin es ihn nach dem "College" verschlägt.
Das tolle Video zu "CCF (I'm Gonna Stay With You)":
Der Song "Gethsemane" verdient das Attribut "Rock-Oper":
Klar ist: "The scholars" dient als eindrucksvoller Nachweis der zurückgewonnenen Stärke. Mehr als vielleicht jemals zuvor zeigt sich auf dem Album, dass sich Car Seat Headrest längst von einem Soloprojekt mit möglicherweise wie hinzugeladen wirkenden Musikern hin zu einer echten Band entwickelt haben. In der ein jeder seine Ideen einbringen und seine musikalischen Qualitäten ausleben darf, um am großen Ganzen mitzuwirken. Dass jeder Song für sich überzeugt und gleichzeitig alles miteinander Sinn ergibt, ist einer der vielen Vorzüge dieses, man muss es so deutlich sagen, großen Wurfs.
































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