29. Februar 2024
Kaiser Chiefs - Kaiser Chiefs' Easy Eighth Album
28. Februar 2024
Middle Kids - Faith Crisis Pt 1
All of the five singles so far released, those mentioned separately, represent the entirety of the stand-out tracks amongst the thirteen collected here, and even some of the remainder are fairly spartan musical interludes with very little fleshing out. So there are no further unearthed gems despite each one foraging in their own way for validation on the scale of sadness, for example on “Petition”, “Philosophy “ or “All In My Head”.
(...) the album showcases Middle Kids’ blend of propulsive rhythms, ecstatic melodies, and gorgeous instrumentation. Through 13 tracks, the band masterfully expresses the sensation of being overwhelmed and dragged down, while also uplifting listeners with exalting anthems.Standout tracks like “All In My Head,” featuring Gang of Youths frontman Dave Le’aupepe, capture the essence of the album’s exploration of faith and doubt. Hannah’s tender, open-hearted lyrics paired with Le’aupepe’s soul-stirring vocals create a poignant ballad that traces the origins of Joy’s faith crisis, inviting listeners to ponder their own existential questions. “I actually wrote that song many years ago, and it’s always felt very special, but I’ve never really known what to do with it,” Hannah sats about the song. “It used to be a big full-band song, but when we stripped it back to just me and the piano, I could see it for what it was.”
27. Februar 2024
Mildfire - Kids In Traffic
Hier gibt es also mehr als alten Wein in neuen Schläuchen. Auch wenn es sich nur um kleine Veränderungen handelt, lassen sie alles in neuem Glanz erstrahlen. Die Musik wirkt weniger klassisch oder folklorig, dafür aber noch stimmiger, geht als Ganzes auf. Wo früher auch mal gestampft wurde, wird jetzt viel getrieben. Auch wenn Stray weiterhin der (größtenteils) alleinige Songwriter ist, ist die Entwicklung zur Band, zum Kollektiv, das wie ein Uhrwerk zusammenarbeitet, einen guten Schritt vorangekommen.(Soundmag)
Mal folkig, dann wieder orchestral und ausladend und schließlich irgendwie in den unterschiedlichsten Ausprägungen des Pop verwurzelt, verkörpern Mildfire den Geist des 21. Jahrhunderts. Die Welt ist – trotz aller Konflikte und düsterer Zukunftsvisionen – ein Stück näher zusammengerückt. Viele von uns können problemlos reisen und Eindrücke aus anderen Teilen dieser Erde in sich aufsaugen. Dadurch tragen wir mehr als nur die DNA unserer Heimat in uns. Mildfire machen dies erfahrbar, indem sie die Songs auf „Kids In Traffic“ mit Impulsen anreichern, die ihren Ursprung in den unterschiedlichsten physischen, aber auch mentalen Ecken und Enden unseres Planeten haben. Ein buntes Potpourri aus Klang und Rhythmus!
26. Februar 2024
Grandaddy - Blu Wav
Nein, eine amtliche Countryplatte hat Grandaddy Jason Lytle hier doch nicht aufgenommen, aber die Pedal-Steel-Gitarre nimmt auf BLU WAV eine überragende Rolle ein. Sie färbt den Himmel über diesen Liedern in den schönsten Grau- und Blautönen, sie funkt zwischen die Stimme und schafft jede Menge Raum. Auf dass wir uns zwischen den Tönen verlieren, zwischen den Orten, die es nur in den großen Soundoasen der Americana gibt.
Im Grunde würde jeder Song für sich einem Grandaddy-Album der bewährten Machart gut zu Gesicht stehen. In dieser Aneinanderreihung von Ruhepolen indes fehlt das, was diese Musik eigentlich immer ausmachte: die Abwechslung. Das ist schade, denn wirklich schlecht ist hier tatsächlich nichts. Nur lenkt das Nachdenken über das Abwesende doch oft vom uneingeschränkten Genuss ab. Ein Album mit einer durchgängigen Atmosphäre habe er schaffen wollen, so Lytle. Und so ist "Blu wav" wohl auch davon abhängig, in welcher Stimmung man sich beim Hören selbst befindet. Es passt durchaus ordentlich zu nachdenklich-verträumten Tagen, allerdings auch nur zu solchen.
25. Februar 2024
The BV’s - Taking Pictures of Taking Pictures
Despite tracks such as Warp and Blue/Golden Sunshine still offering similarities to the juxtaposition of subtle gaze and fluttering The Field Mice-style incidental jangle that was core of much of their previous back catalogue, Taking Pictures of Taking Pictures feels somewhat more dank, gloriously impersonal, and altogether ‘massive’.As such, the sheer brilliance of lead single Clipping, I Can’t Stand the Rain, Kleber, and the simply immense standout of Sundays marry the indie chic of droning vocal disinterest to chunky post-punk basslines as isolated jangled riffs pierce the gaze-laden atmosphere with sheer melodic dominance. It feels all manner of Luxembourg Signal in aural texture, but with every sense of ‘dreamy fluffy’ withdrawn as a matter of obstinate principle.Beyond the above melodic, things get even darker and uncompromising with Anything and the title track offering crushing cinematic, droning atmospheres that assume a sense of stunning foreboding, whereas Breakdown and its echoed call into the dark vocal isolation feels like The Stone Roses finding their inner post-punk.Still brilliant, still perfectly jangle-gaze, but now with perfect ‘dank’ additions, The BVs continue to assume the mantle of the most important jangle-gaze act around.
24. Februar 2024
Omni - Souvenir
These tracks and others are clearly the work of a band harnessing a mid-career burst of creative genius, and the result is indie rock, and Omni, at their 100 percent best and most exhilarating.
We find Omni changing the formula only slightly and having incredible success with it. Highly recommended. Underrate them at your peril.
With the subdued evolution on their new record and a treasured female feature, Omni continue to carve out a distinct identity (with an exacto knife) and shine among the glut of post-punk revivalist bands. That’s a Souvenir worth savoring, for sure.
23. Februar 2024
MGMT - Loss Of Life
Viel mehr fühlt sich das fünfte Album des US-amerikanischen Duos nach einer sprunghaften Zeitreise an. Die Single "Mother nature" zum Beispiel arbeitet sich am Britpop der Neunziger ab und vermittelt trotz klaren Musters keineswegs die Enttäuschung, die der von seinem Alltag frustrierte Protagonist fühlt, während er den Kontostand knapp über Null hält. "Dancing in Babylon" könnte mit seinem Mix aus Klavier, hallenden Drums und kitschigen Synthies auch eine Ballade frisch aus den Achtzigern sein, ist in allererster Line aber ein tolles Duett mit Christine And The Queens. "Nothing changes" erinnert in der zweiten Albumhälfte als geduldige, langsame Angelegenheit an Becks "Sea change" und wiegt sich in der Mitte seiner sechseinhalb Minuten zu Bläsern. Und das ebenfalls sehr gemächliche "I wish I was joking" hat in seinem Leben nicht nur einmal am Joint gezogen und wird mit seinem subtilen Witz genial: “Here’s the thing about drugs / they’ll sink your mind and steal your friends." Wesentlich aufgewühlter zeigt sich da das Gitarrenvehikel "Bubblegum dog", das immer wütender zu werden scheint und auch Modest Mouse gut stehen würde.
22. Februar 2024
Klez.e - Erregung
21. Februar 2024
Cast - Love Is The Call
John Power and co. return with an album that has the same energy and optimism that propelled their debut, All Change, nearly three decades ago. Britpop may be described by some as a passing marketing fad but there is still a place for carefully crafted upbeat songs that are quintessentially British. Certainly this album has a big ‘arm-waving at a festival’ feel.The album features a series of anthemic indie pop guitar-driven songs. Whilst not groundbreaking, they sit well with the classic singles back in their heyday. The energetic rhythms and singalong harmonies are recognisably Cast, although the one change is that John recorded the bass parts on the album – a throwback to his time as the bass player in The La’s.(Narc.)
20. Februar 2024
EMF - The Beauty And The Chaos
"Hello People" legt ohne einen Umweg vertraut und dennoch frisch los, führt mit einigen Links zu "Children" - inklusive Sirene – zurück zu "Schubert Dip". (…) Das von Synthesizern angetriebene "The Day The Music Died" überrascht mit einem Big Band-Twist. (…) "I've Been Down“" führt zurück zum stampfenden Glam-Electro-Rock aus Marilyn Mansons "Mechanical Animals"-Phase. Das stark gitarrenlastige "Read The Room" lässt Dench Raum, sich wild auszutoben, inklusive eines garstigen Solos. "Reach For The Lasers" hingegen setzt auf aggressiv stampfendes Electro-Tohuwabohu. (…)Mit ihrem erst fünften Album "The Beauty And The Chaos" gelingt es EMF, ebenso an alte Zeiten anzuschließen wie einen vielseitigen Longplayer abzuliefern. Ein neues "Unbelievable" findet sich hier nicht und wird den Briten auch nie mehr gelingen. Ebenso dürfte das Album weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Gerade deswegen macht es aber auch Spaß zu hören, wie viel Freude EMF hier an ihrer Musik haben und wie viel Kraft noch in diesen bunten Herren steckt.(laut)
19. Februar 2024
Idles - Tangk
In ihrem Selbstverständnis schon immer eigen, schaffen die Idles hier ihren größten Sprung raus aus der Schublade: Postpunk? Wollten sie eh nie sein. Indie-Rock? Nicht nach konventionellen Maßstäben. Arty? Dann aber bitte schön auf unartige Weise. TANGK ist all das, aber die Summe seiner Teile auch deshalb so viel größer, weil sie sich nur noch stärker in kein bestimmtes Erwartungsschema pressen lassen. (…)Dass hier dennoch nichts nach Mainstream-Ausverkauf schreit, sondern vermeintliche Pop Zugeständnisse die sympathische Schrulligkeit der genialischen Ausnahme- und Außenseiter-Truppe nur weiter untermalen, ist vielleicht das größte Geschenk von TANGK – und damit der ultimative Liebesbeweis an die Fans und die eigene Integrität.
18. Februar 2024
Sivert Høyem - On an island
Bis auf Volker hatten alle Richter Sivert Høyems Vorgängeralbum "Lioness" mit mindestens 8 Punkten bedacht. "Chimes at midnight" seiner Band Madrugada landete gar auf Platz drei meiner Bestenliste 2022 und bei Oliver auf Platz fünf. Daher waren meine Erwartungen an "On an island" hoch und ich fieberte der Veröffentlichung am 26.01. entgegen. Am gleichen Tag erschienen dann die neuen Alben von The Smile, Monta, Torres, Future Islands und New Model Army sowie Anna Calvis "Peaky Blinders" Soundtrack. Damit könnte der 26.01. offiziell zu meinem "8 Punkte und mehr"-Tag werden. Zumindest einige der Alben konnte ich bereits mit entsprechend guten Bewertungen auszeichnen.
Der Titel des Albums "On an island" macht kein Geheimnis daraus: Es entstand auf einer Insel im Norden von Høyems norwegischer Heimat. Ein altes Gemeindegebäude in einem wirklich kleinen Fischerdorf am Rande des Atlantiks bot den Raum und Hall, den sich Høyem für sein siebtes Album vorstellte, welches nun acht Jahre nach "Lioness" erschien.
Natürlich setzt Høyem auf die Wirkung seiner Stimme (vor ziemlich genau zwei Jahren verstarb Mark Lanegan und Høyem spielt zweifellos in dessen Liga) und er zelebriert die Melancholie. Aber ist ja leider auch nicht immer Karneval. ;-)
Meine Empfehlungen auf diesem weiteren "8 Punkte und mehr" Kandidaten sind "In the beginning", "The rust" und "Now you see me/now you don't". Meine Herzensempfehlung ist jedoch, die Atmosphäre des Albums in seiner Gänze aufzusaugen und sich vorzustellen, dass man dort den drei Musikern zuhört, während es draußen regnet und stürmt. Eine kurze Bildersuche nach dem Gebäude "Zoar" und "Nyksund" unterstützt bei Bedarf die eigene Vorstellungskraft.
Unbeeindruckt von seiner nun schon 25-jährigen Karriere fügt Høyem seiner Vita einfach immer wieder neue Kapitel an dynamisch-dunkler Rockmusik hinzu. Er kann es getragen ("In The Beginning"), schwermütig ("On An Island"), akustisch ("Keepsake") und stürmisch ("The Rust"). Und er kann Hits: Der karge Folksong "When Your True Love Is Gone" oder das in sich ruhende "Two Green Feathers" hätten problemlos auch auf der letzten Madrugada-Platte Platz gefunden. Was alle Kompositionen zusammen hält, ist wie immer seine Ausnahmestimme, da braucht es keinerlei Experimente, auch wenn er etwa in "Not Enough Light" eine interessante Irish Folk-Note unterbringt. (Laut.de)
"Two green feathers":
"The rust":
Sivert Høyem auf Tour in Deutschland:
- 09.04. Berlin
- 10.04. Hamburg
- 11.04. Dresden
- 12.04. Köln
17. Februar 2024
Olli Schulz - Vom Rand der Zeit
Zu melancholisch gezupfter Klampfe und lakonisch kommentierendem Klavier erzählt er im Titeltrack von einem Schicksalsgebeutelten am Katzentisch der Gesellschaft. „Stadtfest in Bonn“, im Duett mit Ina Müller, ist ein bittersüßer Gassenhauer über den am Notstromaggregat hängenden Hoffnungsschimmer. In Komplizenschaft mit Produzent Moses Schneider (Husten, Tocotronic) ist Schulz seine beste Platte gelungen, auf der er sich mehr denn je traut, das Visier hochzuklappen und genau hinzusehen. Ohne Humorhintertürchen, aber mit Optimismusluke, musikalischem Rückenwind (Seventies-AOR-Referenzen!) und sich auf Herzhöhe eingravierenden Refrains. Ein Album wie die feste, wärmende Umarmung eines Freundes am kältesten Tag des Jahres.
Diese optimistischen Töne bilden aber eher die Ausnahme auf Schulz’ neuem Werk. Der Wahlberliner lässt seine Hörerinnen und Hörer teilhaben an den Fragen des Lebens, die auch er sich stellt. „Doch wer ich heute bin, mein Gott, wer weiß das schon“, heißt es etwa in „Bessere Version“. Er suche noch immer nach dem Bild von sich und der Welt in einer besseren Version und spiele eine Rolle, die er selbst kaum ertrage.Immer wieder blickt der Musiker auf „Vom Rand der Zeit“ zurück in die Vergangenheit, schlägt nachdenkliche Klänge an und begibt sich tief in seine Nostalgie. Exemplarisch dafür steht „Silvester“, in dem Schulz das Gefühl besingt, das wohl jeder zum Jahresende kennt: Auf dem Balkon stehen, draußen fliegen die Raketen und da sind Gedanken an die Menschen, die einem fehlen. In dem emotionalen Song lässt Schulz auch die Geburt seines zweiten Kindes einfließen und verbindet das mit dem Neuanfang, den ein neues Jahr und eine Geburt gemeinsam haben.(MoPop)
Musikalische Ecken und Kanten sucht man vergeblich, interessantes Gerumpel auch, aber ihm gelingen berührende Momentaufnahmen seines eigenen Lebens, zarte Beobachtungen und Beschreibungen vom Scheitern und Sichsehnen. Mitunter lustig („Stadtfest in Bonn“) oder auch interessant arrangiert in Klarheit und Einfachheit („Hoch geflogen“), zelebriert er Songwriting auf Olli-Art.Die scharfe Zunge so anders zu erleben, ist schön. Manchmal würde man sich wünschen, er umgäbe sich nicht mit allzu professionellen Musiker:innen. Fehler wäre hier und da King, wie Knarf Rellöm zu sagen pflegt. Aber erzählen und endreimen kann er. Das Album hat etwas Versöhnliches, abends vor dem Badezimmerspiegel, beim Abschminken nach einem anstrengenden Tag.
16. Februar 2024
Vera Sola - Peacemaker
In ihrem Stammbaum kann Danielle Aykroyd etwa auch auf den berühmten Revolverhelden und Wyatt-Earp-Haberer Bat Masterson und dessen gern gebrauchten Colt "Peacemaker" sowie um drei Ecken auch auf Dolly Parton verweisen. Klapperten auf ihrem Debüt Shades tatsächlich noch diverse Knochen den Rhythmus in den Songs, klirrte Glas und quietschten die Saloontüren, während Vera Sola mit dunklem Vibrato ihre Balladen von Sehnsucht, glückloser Liebe, Betrug und Rache sang, geht es nun opulenter zu. Die Songs von Peacemaker machen auf Cinemascope. Eine mexikanische Trompete spielt den Andachtsjodler von Calexico, eine Gitarre geistert durch die amerikanische Nacht, eine Orgel wimmert leise vor sich hin, die Geigen greinen. So schön niedergeschmettert war man heuer noch selten.
Die künstlerische Visionen ihrerseits sind nun mal so prägnant und präzise, dass eigentlich nur sie selbst diese entsprechend realisieren kann. Das Ergebnis ist ein monumentales, von vornherein filmisch konzipiertes, orchestral anmutendes und dezidiert mit einer gewissen Körperlichkeit organisch angelegtes Sound-Design, das dann als dramatische Basis für ihre fiebrigen Noir-Phantasien dient. Stilistisch agiert sie hierbei fließend zwischen Chamber-Folk, Kaputnik- und Polter-Blues, orchestraler Psychedelia, Retro-Pop, Alt-Country und Wüstenrock-Elementen. Eine große Rolle spielen solche Kategorisierungsversuche aber nicht, denn VERA SOLA hat ihre Findungsphase mit Gewinn absolviert und präsentiert sich heutzutage als betont eigenständige Künstlerin mit einem letztlich ureigenen Stil, die sich mit traumwandlerischer Sicherheit durch die verschiedenen musikalischen Ebenen zu bewegen versteht.
15. Februar 2024
Meltway - Nothing Is Real
Dänisches Dynamit in Form von noisigen und nebligen Soundwänden – auf ihrem Debütalbum „Nothing Is Real“ klingen die von Hall und Reverb getragenen Shoegaze-Songs von Meltway in der Tat surreal und schwebend schön.(Visions)
14. Februar 2024
Chelsea Wolfe - She Reaches Out To She Reaches Out To She
Zumal die zehn Songs die Reduktion des Vorgängers keineswegs fortführen, sondern sich dicht mit einer Vielzahl von Produktions- und Arrangementdetails behängen. Wenn "Everything turns blue" seinen von Gitarrenschleiern und kaputten Strobolichtern begleiteten Höhenflug plötzlich abdreht, klingt das, als würde jeder Ton von der Erde verschwinden. Es ist nicht der einzige Track mit einer erschütternden Laut-Leise-Dynamik: Der derangierte TripHop von "Tunnel lights" bricht zu Piano-Stottern zusammen, nur um den Puls mit erhöhter Magnitude wieder aufzunehmen, ehe das um die eingängigste Hook des Albums gebaute "The liminal" am Ende die Feedback-Maschine anschmeißt. Im Kontrast dazu bezieht "Eyes like nightshade" seine Genialität aus einem von Anfang an komplett lichtundurchlässigen Percussion-Dschungel. Zerhackte Beats, Schellenkränze und Blasinstrumente verschlingen sich gegenseitig, als hätte Wolfe Björks Pilznetzwerk gehackt. (…)"Place in the sun" täuscht eine Pianoballade an, bevor Synth-Streicher und Hyperpop-Glitches an den Rändern zerren und eine geometrisch nicht messbare Wohlklangsskulptur daraus formen. Das abschließende "Dusk" drückt mit zunehmender Laufzeit immer tiefer ins Fleisch, um im transzendentalen Finale nicht nur den Griff zu lockern, sondern gleich alle Körpergrenzen aufzulösen. Dass Musik so eigenständig, so bewusstseinserweiternd, so auf jeder Ebene phänomenal sein kann, ist genau wie Chelsea Wolfe selbst: mehr als nur ein Mythos.
13. Februar 2024
My Life Story - Loving You Is Killing Me
(…) and their fifth studio album is a cracker with choruses which stealthily lodge themselves in your brain (Tits And Attitude; Urban Mountaineer).The “and-and-and”s on Running Out of Heartbeats, which demonstrate Shillingford stumbling over his words, make for a wonderfully catchy hook, and the dancier Bubblewrap’s sparkly instrumentation has echoes of previous LP World Citizen.(NARC.)
12. Februar 2024
Courting - New Last Name
Rabatz und eine verlachte Rock-Attitüde bilden nur den Schmierstoff für eine mit kratzbürstigen Garagensounds geglättete Erzählung von der großen Liebe in Zeiten von Tinder. Will denn die Teenage Angst niemals versiegen?Gary und Ryan Jarman von The Cribs räumten im Studio ein paar Späne weg, die beim ziellosen Klanghobeln entstanden. Manchmal wird’s richtig funky – wundern kann es hingegen nicht, dass „Happy Endings“ hier mit Gitarren geradezu zersägt werden. Zum Schluss schippern die Liverpooler ohne Beatles-Ruck, aber mit Noiserock-Rückenwind nach „America“.




















