29. Februar 2024

Kaiser Chiefs - Kaiser Chiefs' Easy Eighth Album

 

Acht Fakten zu „Kaiser Chiefs' Easy Eighth Album“:

1. Mit dem Blick auf das Albumcover, den Albumtitel und die Anzahl der vorherigen Alben hätten die Kaiser Chiefs eigentlich auch bei der Trackliste konsequent sein müssen. Jedoch liefert „Kaiser Chiefs' Easy Eighth Album“ zwei Songs zu viel, nämlich 10. 

2. Vielleicht wollten Ricky Wilson & Co. ihre Fans auch ein wenig besänftigen, denn so lang mussten diese seit der ersten Veröffentlichung 2002 - noch unter dem Bandnamen Parka - noch nie auf ein Album warten: seit „Duck“ (2019) vergingen nämlich 4 Jahre, 7 Monate und 6 Tage.


 


3. Das längste Album der Kaiser Chiefs war bisher „The Future Is Medieval“ (2011) mit einer Spielzeit von 53:42 Minuten. Dieser Rekord bleibt bestehen. 
Das kürzeste Album der Kaiser Chiefs war bisher „Off With Their Heads “ (2008) mit einer Spielzeit von 35:34 Minuten. Dieser Rekord wird nun unterboten. „Kaiser Chiefs' Easy Eighth Album“ läuft nur 30:03 Minuten.

4. Wer sich beim Hören von „Kaiser Chiefs' Easy Eighth Album“ fragt, seit wann die Kaiser Chiefs eine Pop-Band sein wollten und danach strebten wie Duran Duran zu klingen, sollte vielleicht bei den beteiligten Studiotüftlern Amir Amor (Sam Smith, Ed Sheeran, Charli XCX) und Nile Rodgers (Duran Duran, David Bowie, Madonna, INXS) nachfragen.


 

 
5. Bereits im November 2022 erschien mit „How 2 Dance“ die erste von insgesamt fünf Vorab-Singles. Letztes Jahr folgten „Jealousy“ und „Feeling Alright“, 2024 wurden „Burning In Flames“ und „Beautiful Girl“ veröffentlicht.

6. In den UK Charts konnte keine der Singles reüssieren. Zuletzt gelang dies „Coming Home“ (2014; #31). Der größte Single-Hit der Kaiser Chiefs bleibt „Ruby“ (2007), das Platz 1 im Vereinigten Königreich erreichen konnte. In Deutschland konnten fünf ihrer Singles in die Top 100 einziehen, auch hier sticht „Ruby“ (#11) positiv hervor. 


 


7. Aber zumindest in den UK Album Charts läuft es noch rund: Alle bisherigen Alben schafften es in die Top 10, „Duck“ (2019) zuletzt auf Rang 3, „Yours Truly, Angry Mob“ (2007) und „Education, Education, Education & War“ (2014) sogar bis auf Platz 1. In Deutschland kamen ihre letzten beiden Veröffentlichung nicht in die Top 100. 
„Kaiser Chiefs' Easy Eighth Album“ steht ab dem 1. März in den Plattenläden und eine Woche später wissen wir, welche Plätze das Album erreicht hat…

8. Vielleicht, mag sich ihr Label Polydor gedacht haben, helfen viele unterschiedliche Tonträger bei hohen Chartpositionen: „Kaiser Chiefs' Easy Eighth Album“ ist als CD, Kassette (transparent blue) und LP in mehreren Varianten erhältlich: black Vinyl, white Vinyl, transparent blue Vinyl, transparent yellow Vinyl, marbled splatter Vinyl und die Blood Records Auflage auf "figure-of-eight red, white and turquoise Vinyl".




28. Februar 2024

Middle Kids - Faith Crisis Pt 1


Das Album selbstbewusst „Today We’re The Greatest“ (2021) nennen, Platz 5 in den heimatlichen Charts erreichen und dann bei den australischen ARIA Music Awards noch den Preis für „Best Rock Album“ abgreifen. Eigentlich müsste Hannah Joy (Gesang, Gitarre), Tim Fitz (Bass) und Harry Day (Schlagzeug) vor Selbstbewusstsein strotzen…

…jedoch begab sich die Sängerin nach einer persönlichen Krise auf die Suche nach Sinn und Identität und die Band spürte einem neuen Klang und poppigeren Sound hinterher: Synthesizer? Super! Streicher? Her damit! Hat jemand die Telefonnummer von David Le’aupepe für ein Duett? Der Sänger von Gang Of Youths - klar! Blechblasinstrumente? Okay, warum nicht! Eine Pedal Steel Guitar? … ach, ist jetzt auch schon egal!

Zusammen mit dem Produzenten Jonathan Gilmore (The 1975, Pale Waves, Beabadoobee) und dem Mixer Lars Stalfors (Samia, Foster The People, Matt and Kim) entstanden 13 Songs (inklusive dem ein oder anderen Zwischenspiel), die als „Faith Crisis Pt 1“ Mitte Februar veröffentlicht wurden (transparent yellow Vinyl, „clouds“ blue & yellow Vinyl) und mit Blick auf die Charts zwar keine Krise aber doch Enttäuschung ausgelöst haben dürften: Platz 20 in ihrer australischen Heimat. 
Ausgehend von den guten Plattenkritiken sollten die Middle Kids jedoch nicht den Glauben an sich selbst verlieren: 


All of the five singles so far released, those mentioned separately, represent the entirety of the stand-out tracks amongst the thirteen collected here, and even some of the remainder are fairly spartan musical interludes with very little fleshing out. So there are no further unearthed gems despite each one foraging in their own way for validation on the scale of sadness, for example on “Petition”, “Philosophy “ or “All In My Head”.


(...) the album showcases Middle Kids’ blend of propulsive rhythms, ecstatic melodies, and gorgeous instrumentation. Through 13 tracks, the band masterfully expresses the sensation of being overwhelmed and dragged down, while also uplifting listeners with exalting anthems.
Standout tracks like “All In My Head,” featuring Gang of Youths frontman Dave Le’aupepe, capture the essence of the album’s exploration of faith and doubt. Hannah’s tender, open-hearted lyrics paired with Le’aupepe’s soul-stirring vocals create a poignant ballad that traces the origins of Joy’s faith crisis, inviting listeners to ponder their own existential questions. “I actually wrote that song many years ago, and it’s always felt very special, but I’ve never really known what to do with it,” Hannah sats about the song. “It used to be a big full-band song, but when we stripped it back to just me and the piano, I could see it for what it was.”


 


   


   


   


 



27. Februar 2024

Mildfire - Kids In Traffic


Neulich beim musikalischen Topfschlagen mit „Kids In Traffic“:
Vielleicht Efterklang? - Nein, aber schon warm. Einar Stray Orchestra? - Jein, sehr viel wärmer, fast schon heiß.

Mildfire sind ein in Berlin und Oslo ansässiges Kollektiv, das sich aus vier Musikern zusammensetzt, die eigentlich in anderen Bands spielen: Da wären die Sängerin und Cellistin Ofelia Ossum (Team Me), der Bassist Steinar Glas (Astrosaur), der Schlagzeuger Lars Fremmerlid (MesaVerde/Synne Sanden) und der bereits angesprochene Sänger, PIanist und Gitarrist Einar Stray, der hier weniger im Mittelpunkt steht als bei dem nach ihm benannten Orchestra. Zusammen spielen sie vertrackten Indiepop, experimentierfreudigen Folkpop und elektronischen Artpop, der auch schon einmal in einer mehrteiligen Suite ineinander fließen und dabei an Jazz sowie Prog-Rock kratzen darf. 

Beim  Berliner Label Sinnbus hat man eine Heimat gefunden und im Verlauf des letzten Jahres digital drei EPs veröffentlicht, die nun auf ihrem Debütalbum zusammengefasst wurden. „Kids In Traffic“ ist als LP (dark green transparent Vinyl) am 23. Februar veröffentlicht worden.


 


Hier gibt es also mehr als alten Wein in neuen Schläuchen. Auch wenn es sich nur um kleine Veränderungen handelt, lassen sie alles in neuem Glanz erstrahlen. Die Musik wirkt weniger klassisch oder folklorig, dafür aber noch stimmiger, geht als Ganzes auf. Wo früher auch mal gestampft wurde, wird jetzt viel getrieben. Auch wenn Stray weiterhin der (größtenteils) alleinige Songwriter ist, ist die Entwicklung zur Band, zum Kollektiv, das wie ein Uhrwerk zusammenarbeitet, einen guten Schritt vorangekommen.


 


Mal folkig, dann wieder orchestral und ausladend und schließlich irgendwie in den unterschiedlichsten Ausprägungen des Pop verwurzelt, verkörpern Mildfire den Geist des 21. Jahrhunderts. Die Welt ist – trotz aller Konflikte und düsterer Zukunftsvisionen – ein Stück näher zusammengerückt. Viele von uns können problemlos reisen und Eindrücke aus anderen Teilen dieser Erde in sich aufsaugen. Dadurch tragen wir mehr als nur die DNA unserer Heimat in uns. Mildfire machen dies erfahrbar, indem sie die Songs auf „Kids In Traffic“ mit Impulsen anreichern, die ihren Ursprung in den unterschiedlichsten physischen, aber auch mentalen Ecken und Enden unseres Planeten haben. Ein buntes Potpourri aus Klang und Rhythmus!


26. Februar 2024

Grandaddy - Blu Wav


Warum habe ich mir die Frage, wie ein Country-Album von Grandaddy (oder hier bitte den Namen jeder anderen Band /jedes Künstlers / jeder Künstlerin einsetzen) klingen würde, eigentlich nie gestellt? Vielleicht, weil ich die Antwort gar nicht hören wollte?

Blu Wav“ ist ein Kofferwort (Portmanteau), das sich aus den Genres Bluegrass und New Wave gebildet wurde. Mit etwas überspitzten Worten: Es ist das sich häufig sanft im Walzertakt wiegende Country-Album von Grandaddy. Was könnte als Entschuldigung für Jason Lytle dienen? Trennung und Scheidung von seiner Frau, der Tod seines Bassisten Kevin Garcia oder die Tatsache, dass er die Ü50-Grenze überschritten hat? Vielleicht hat er auch einfach nur eine Wette mit Max Hart verloren, der deshalb hier auf nahezu jedem Song die Pedal Steel Guitar beisteuern darf? 

„Blu Wav“ wurde ansonsten von Jason Lytle nahezu im Alleingang komponiert, eingespielt sowie produziert  und ist als CD und LP (Cul-de-sac Black Vinyl, Opaque Baby Blue Vinyl, Hot Mars Red Vinyl, Nebula Vinyl) erhältlich.


 


Nein, eine amtliche Countryplatte hat Grandaddy Jason Lytle hier doch nicht aufgenommen, aber die Pedal-Steel-Gitarre nimmt auf BLU WAV eine überragende Rolle ein. Sie färbt den Himmel über diesen Liedern in den schönsten Grau- und Blautönen, sie funkt zwischen die Stimme und schafft jede Menge Raum. Auf dass wir uns zwischen den Tönen verlieren, zwischen den Orten, die es nur in den großen Soundoasen der Americana gibt.


 


Im Grunde würde jeder Song für sich einem Grandaddy-Album der bewährten Machart gut zu Gesicht stehen. In dieser Aneinanderreihung von Ruhepolen indes fehlt das, was diese Musik eigentlich immer ausmachte: die Abwechslung. Das ist schade, denn wirklich schlecht ist hier tatsächlich nichts. Nur lenkt das Nachdenken über das Abwesende doch oft vom uneingeschränkten Genuss ab. Ein Album mit einer durchgängigen Atmosphäre habe er schaffen wollen, so Lytle. Und so ist "Blu wav" wohl auch davon abhängig, in welcher Stimmung man sich beim Hören selbst befindet. Es passt durchaus ordentlich zu nachdenklich-verträumten Tagen, allerdings auch nur zu solchen. 





25. Februar 2024

The BV’s - Taking Pictures of Taking Pictures


Indiepop, Krautrock, Dreampop, Twee, Shoegaze, Post-Punk, Janglepop. 

The Cure, Sarah Records, The Pains Of Being Pure At Heart, Ride, Galaxie 500, The Radio Dept., The Velvet Underground. 

Egal, ob man nun das dritte Album von The BV’s über das Heranziehen von Genres zu umschreiben versucht oder andere Bands/Labels als Referenzen benennt - das Ganze gestaltet sich sehr mannigfaltig und man wird im Verlauf der 10 Songs / 44 Minuten immer wieder überrascht. So zum Beispiel auf „Anything“, wenn plötzlich ein deutscher Text erklingt. So ungewöhnlich ist diese Tatsache aber vielleicht auch nur für Menschen, denen The BV’s bisher nicht untergekommen sind, denn das Quartett ist nach dem Umzug ihres einzigen englischen Mitglieds nun komplett in Augsburg angesiedelt.

Josh (Gesang/Gitarre), Fred (Gesang/Gitarre), Matt (Bass) und Hannes (Schlagzeug) kümmern sich von der Musik übers Artwork bis zum Booking selbst um die Belange ihrer kleinen Band und haben in ihrer Heimat mit dem geschmackssicheren Label Kleine Untergrund Schallplatten auch ein passendes Zuhause gefunden. Aber auch international haben sich The BV’s bereits einen namen gemacht, so dass „Taking Pictures of Taking Pictures“ (transparent orange vinyl in a gatefold sleeve) auch über Shelflife Records in den USA vertrieben wird.

The BV’s unterwegs:
14.03.24 München, Sunny Red
16.03.24 Hersbruck, Kulturbahnhof Hersbruck
04.04.24 Hamburg, Frau Hedis Tanzkaffee
05.04.24 Lüneburg, Samowar Tea & Records
06.04.24 Holzminden, U-Rock
11.05.24 Berlin, Kulturmarkthalle


Despite tracks such as Warp and Blue/Golden Sunshine still offering similarities to the juxtaposition of subtle gaze and fluttering The Field Mice-style incidental jangle that was core of much of their previous back catalogue, Taking Pictures of Taking Pictures feels somewhat more dank, gloriously impersonal, and altogether ‘massive’.
As such, the sheer brilliance of lead single Clipping, I Can’t Stand the Rain, Kleber, and the simply immense standout of Sundays marry the indie chic of droning vocal disinterest to chunky post-punk basslines as isolated jangled riffs pierce the gaze-laden atmosphere with sheer melodic dominance. It feels all manner of Luxembourg Signal in aural texture, but with every sense of ‘dreamy fluffy’ withdrawn as a matter of obstinate principle.
Beyond the above melodic, things get even darker and uncompromising with Anything and the title track offering crushing cinematic, droning atmospheres that assume a sense of stunning foreboding, whereas Breakdown and its echoed call into the dark vocal isolation feels like The Stone Roses finding their inner post-punk.
Still brilliant, still perfectly jangle-gaze, but now with perfect ‘dank’ additions, The BVs continue to assume the mantle of the most important jangle-gaze act around.


 



 







24. Februar 2024

Omni - Souvenir


Gestern sprachen wir über die gute Platzierung von „Loss Of Life“ bei Metacritic und dann sollten Omni auf jeden Fall erwähnt werden, denn deren aktuelles Album liegt mit einem Metascore von 85/100 auf Rang 7 der Jahresbestenliste.

„Souvenir“ ist das vierte Album der 2011 gegründeten Band aus Atlanta. Ursprünglich bestand das Duo aus Frankie Broyles (Gitarre) und Philip Frobos (Gesang, Bass), aktuell werden sie von Chris Yonker (Schlagzeuger) unterstützt. Omni haben 2019 einen Vertrag bei Sub Pop unterschrieben und dort bereits den Vorgänger „Networker“ (2019) veröffentlicht. Das neue Album erscheint auf silver souvenir swirl Vinyl.

„Souvenir“ bietet 11 treibende, schroffe Post-Punk Songs, die direkt ins Ohr gehen und die Füße zappeln lassen, mit schneidenden Riffs, holpernden Rhythmen und schrägem Gesang. Man stelle sich Devo trifft Interpol oder Wire meets Franz Ferdinand oder Talking Heads vs. Television vor.

Hier einige der zahlreichen lobenden Worte:

These tracks and others are clearly the work of a band harnessing a mid-career burst of creative genius, and the result is indie rock, and Omni, at their 100 percent best and most exhilarating.

We find Omni changing the formula only slightly and having incredible success with it. Highly recommended. Underrate them at your peril.

With the subdued evolution on their new record and a treasured female feature, Omni continue to carve out a distinct identity (with an exacto knife) and shine among the glut of post-punk revivalist bands. That’s a Souvenir worth savoring, for sure.


 









23. Februar 2024

MGMT - Loss Of Life


10 Fakten zum neuen Album von MGMT

1. Heute legen Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser ihr fünftes Studioalbum vor und die Zeitabstände werden von Platte zu Platte länger: Waren es zwischen „MGMT“ (2013) und „Little Dark Age“ (2018) bereits rund viereinhalb Jahre, erscheint „Loss Of Life“ genau 6 Jahre und 2 Wochen nach seinem Vorgänger.

2. Die Alben von MGMT werden länger und länger und länger. Naja, alles in einem überschaubaren Rahmen: Lief das Debütalbum „Oracular Spectacular“ (2007) nur 40:30 Minuten so steigerte sich das Duo peu a peu bis zu „Loss Of Life“ auf 45:09 Minuten.

3. Offensichtlich haben sie bei ihrem kommerziell erfolgreichsten Album „Congratulations“ (Us #2; UK #4) einen Song vergessen, denn alle anderen Alben bieten 10 Lieder. So übrigens auch „Loss Of Life“.


 


4. Erstmals gibt es auf einem Song von MGMT einen Gastauftritt: die französiche Künstlerin Héloïse Adélaïde Letissier (Christine and the Queens) singt auf „Dancing In Babylon“ mit.  Der Song stellt die aktuelle (und vierte) Singleauskopplung aus dem Album dar.


 


5. Dieser gingen seit Ende Oktober 2023 „Mother Nature“, „Bubblegum Dog“ und „Nothing To Declare“ voraus. Charterfolge waren keiner der vier Singles vergönnt.

6. MGMT sind jetzt eine Indie-Band! Nachdem ihre ersten vier Alben bei Columbia Records veröffentlicht wurden, erscheint „Loss Of Life“ beim New Yorker Independent Record Label Mom + Pop Music, das 2008 gegründet wurde und aktuell Sleater-Kinney, Sunflower Bean, Courtney Barnett oder Tegan and Sara unter Vertrag hat.


 


7. Das Album ist als CD und LP (black Vinyl) erhältlich. Zudem gibt es in Deutschland limitierte Auflagen auf Grey Opaque Vinyl sowie Blue Jay Opaque Vinyl. Im Ausland sind zudem Canary Yellow Opaque Vinyl und Opaque Tangerine Vinyl erhältlich. 

8. Die schönste Vinyl-Variante muss über den offiziellen Shop der Band bestellt werden: 140g Prismatic Splatter Vinyl (Includes a printed inner sleeve and exclusive artwork on the inside of gatefold jacket). Aufgrund der großen Nachfrage wird noch eine zweite Auflage gepresst und am Anfang März versendet.


 


9. Mit Patrick Wimberly (Ellie Goulding, , Soko, Solange, Chairlift) und Dave Fridmann (Interpol, Mogwai, The Flaming Lips, Mercury Rev) sorgten die gleichen Personen für die Produktion und den Mix wie beim Vorgänger „Little Dark Age“. Im Studio waren aber auch Daniel Lopatin aka Oneohtrix Point Never sowie Brian Joseph Burton aka Danger Mouse mit helfenden Händen (und Ohren) am Werk.

10. Bei Metacritic steht „Loss Of Life“ aktuell bei einem Metascore von 84/100 Punkten und damit in den Top 10 der Alben des Jahrgangs 2024. Von den bereits hier vorgestellten Platten sind die von Bill Ryder-Jones, Sprints, Gruff Rhys und The Last Dinner Party höher bewertet.


Viel mehr fühlt sich das fünfte Album des US-amerikanischen Duos nach einer sprunghaften Zeitreise an. Die Single "Mother nature" zum Beispiel arbeitet sich am Britpop der Neunziger ab und vermittelt trotz klaren Musters keineswegs die Enttäuschung, die der von seinem Alltag frustrierte Protagonist fühlt, während er den Kontostand knapp über Null hält. "Dancing in Babylon" könnte mit seinem Mix aus Klavier, hallenden Drums und kitschigen Synthies auch eine Ballade frisch aus den Achtzigern sein, ist in allererster Line aber ein tolles Duett mit Christine And The Queens. "Nothing changes" erinnert in der zweiten Albumhälfte als geduldige, langsame Angelegenheit an Becks "Sea change" und wiegt sich in der Mitte seiner sechseinhalb Minuten zu Bläsern. Und das ebenfalls sehr gemächliche "I wish I was joking" hat in seinem Leben nicht nur einmal am Joint gezogen und wird mit seinem subtilen Witz genial: “Here’s the thing about drugs / they’ll sink your mind and steal your friends." Wesentlich aufgewühlter zeigt sich da das Gitarrenvehikel "Bubblegum dog", das immer wütender zu werden scheint und auch Modest Mouse gut stehen würde.

22. Februar 2024

Klez.e - Erregung


Selten waren die Urteile für ein Album so zwiegespalten wie bei „Desintegration“ von Klez.e: 2017 fiel zunächst gleich drei Mal die Note 9,5 Punkte, bis es in die entgegen gesetzte Richtung ging (3 Punkte, 5 Punkte…) und statt dem Titel „Platte des Jahres“ gab es letztendlich Platz 84

Und wer hätte vor 7 Jahren gedacht, dass sich Tobias Siebert früher wieder die Haare kunstvoll zerzausen und uns den Robert Smith geben würde als dass dieser ein neues Album von The Cure veröffentlichen würde? Seit nunmehr 26 Jahren warten wir auf den Nachfolger von „4:13 Dream“!

Aber Tobias Siebert und seine beiden Mitstreiter Daniel Moheit und Filip Pampuch orientieren sich an den guten Alben von The Cure und man kann beim Hören des Albums überlegen, welchem The Cure-Album man die (erneut) 8 Songs am ehesten zuordnen würden: Wäre beispielsweise der erste Song „Erregung“, ein fast achtminütiger Moloch, nicht passend für „Pornography“ oder deuten gewisse Ähnlichkeiten zum Opener von „Kiss Me, Kiss Me, Kiss Me“ eher auf diese Platte hin? „Faith“ und „Disintegration“ würden bei einem solchen Zuordnungsspiel sicherlich ebenfalls häufig genannt werden. Bei all der trüben, monotonen Düsternis (musikalisch wie textlich) gibt es mit „Mr. Dead & Mrs. Free“ dann doch noch einen Keyboard lastigen, mit gezupften Streichinstrumenten verzierten Pop-Song, welcher als einziger unter der 4-Minuten-Marke bleibt und wie er von Robert Smith in den 80er und 90er Jahren sicherlich als Single ausgewählt worden wäre.  

Dass Siebert selbst 7 Jahre für ein neues Album von Klez.e benötigte lag daran, dass man vor der Pandemie zwar rund 50 Demos aufgenommen hatte, diese aber nicht zu Ende bringen konnte. Dann erwarb er zusammen mit seiner Partnerin einen alten renovierungsbedürftigen Hof mit mehreren Gebäuden in Mecklenburg- Vorpommern und zog von Berlin mitsamt seinem Studio aufs Land. Im örtlichen Verein hat er dann auch, wie man im Video zum Titelsong sehen kann, seine Tischtennis-Skills verbessert:


 


„Erregung“ ist als CD und LP (black Vinyl, magenta transparent Vinyl) erhältlich.

Schön, der Tour-Auftakt von Klez.e in Köln ist mein diesjähriges Geburtstags-Konzert:
14.03.24 Köln, Club Subway
15.03.24 Göttingen, Exil

17.03.24 Frankfurt, Ponyhof
19.03.24 Berlin, Berghain Kantine 
20.03.24 Dresden, Ostpol 
21.03.24 Nürnberg, Club Stereo 
22.03.24 Ulm, Gold

23.03.24 München, Milla

26.03.24 Jena, Trafo 
27.03.24 Hamburg, Hafenklang 
28.03.24 Bremen, Lila Eule 


 




21. Februar 2024

Cast - Love Is The Call


Nach ihren drei erfolgreichen Top Ten-Alben im Zuge des Britpop-Hypes im letzten Jahrtausend („All Change“, „Mother Nature Calls“ und „Magic Hour“), wurden die Abstände zwischen den Alben von Cast größer und der Erfolg in den Charts kleiner: Nach „Beetroot“ (#78) dauerte es 10 Jahre bis „Troubled Times“ (#117) und dann weitere sechs Jahre bis „Kicking Up The Dust“ (#49).

Seitdem sind erneut sieben Jahre vergangen und nun haben die zu einem Trio geschrumpften Cast ihr siebtes Album veröffentlicht. Durch den Ausstieg von Jay Lewis musste John Power (Gesang, Gitarre) erstmals seit den Zeiten bei The La’s - wann kommt noch eigentlich deren zweites Album heraus? - wieder zum Bass greifen. Gemeinsam mit Liam Tyson (Gitarre), Keith O’Neill (Schlagzeug) und Produzent Youth (The Verve, Shed Seven, James, Embrace, The Charlatans) wurden 2023 11 Songs aufgenommen, die John Power selbst „to the space I sat in between The La’s and Cast“ verortet. 

Tatsächlich klingt die Band beispielsweise auf „The Rain That Falls“, „I Have Been Waiting“ oder „Love Is The Call“ rauer als gewohnt und mehr nach The La’s als je zuvor. „First Smile Ever“ und „Far Away“ hätten auch die Qualität für die ersten beiden Alben von Cast gehabt, „Tomorrow Call My Name“ wird durch Streicher aufgehübscht und „Time Is Like A River“ überrascht zwischendurch mit Western- und Mariachi-Bläser-Klängen.

„Love Is The Call“ ist als CD und LP (pink Vinyl, green Vinyl) erhältlich. 


John Power and co. return with an album that has the same energy and optimism that propelled their debut, All Change, nearly three decades ago. Britpop may be described by some as a passing marketing fad but there is still a place for carefully crafted upbeat songs that are quintessentially British. Certainly this album has a big ‘arm-waving at a festival’ feel. 
The album features a series of anthemic indie pop guitar-driven songs. Whilst not groundbreaking, they sit well with the classic singles back in their heyday. The energetic rhythms and singalong harmonies are recognisably Cast, although the one change is that John recorded the bass parts on the album – a throwback to his time as the bass player in The La’s. 


 






20. Februar 2024

EMF - The Beauty And The Chaos


Unbelievable, was ich entdeckt habe! EMF existieren noch. Oder wieder. Außerdem hat die Band, die das Wörtchen „Believe“ so schätzt - der Debütsingle „Unbelievable“ folgte „I Believe“ und später noch „I’m A Believer“ -  ob ihr es glaubt oder nicht, ein neues Album veröffentlicht.

Dabei ist „The Beauty And The Chaos“ noch nicht einmal das richtige Comeback-Album, denn bereits 2022 war mit „Go Go Sapiens“ ein Nachfolger zum 27 Jahre zuvor veröffentlichten „Cha Cha Cha“ erschienen. Ohne von der breiten Öffentlichkeit groß zur Kenntnis genommen worden zu sein. Nach ihrer Trennung 1997 kam es zu insgesamt drei Wiedervereinigungen, wobei die Fans auf Konzerten vermutlich am liebsten Lieder aus „Schubert Dip“ (1991) und „Stigma“ (1992) hören wollten.  

Mit James Atkin, Derry Brownson und Mark Decloedt sind noch 60% der Originalbesetzung der Band, die sich die Abkürzung für Epsom Mad Funkers von einem New Order Fan Club entliehen hat, an Bord. Mit Ralph Jezzard (Chapterhouse, Senseless Things) konnte auch der Produzent ihres Debütalbums erneut verpflichtet werden, so dass man direkt weiß, wohin dieser Retro-Trip führen wird, nämlich zurück zum Anfang der 90er Jahre, als Alternative Rock und Dance fusionierten. Diese Kombination könnte auch als Glam Rock-Electronica („I’ve Been Down“), Techno-Punk („Reach For The Lasers“) oder New Wave-Rock („Stardust“) bezeichnet werden. Zwischendurch gibt es dann auch ab und zu Balladeskes zum Verschnaufen („Lookout Mountain“). Thematisch (Immigration, Protest, Klimawandel) sind EMF jedoch im Jahr 2024 angekommen. 

„The Beauty And The Chaos“ ist als CD und LP (black Vinyl) erschienen.


 


"Hello People" legt ohne einen Umweg vertraut und dennoch frisch los, führt mit einigen Links zu "Children" - inklusive Sirene – zurück zu "Schubert Dip". (…) Das von Synthesizern angetriebene "The Day The Music Died" überrascht mit einem Big Band-Twist. (…) "I've Been Down“" führt zurück zum stampfenden Glam-Electro-Rock aus Marilyn Mansons "Mechanical Animals"-Phase. Das stark gitarrenlastige "Read The Room" lässt Dench Raum, sich wild auszutoben, inklusive eines garstigen Solos. "Reach For The Lasers" hingegen setzt auf aggressiv stampfendes Electro-Tohuwabohu. (…)

Mit ihrem erst fünften Album "The Beauty And The Chaos" gelingt es EMF, ebenso an alte Zeiten anzuschließen wie einen vielseitigen Longplayer abzuliefern. Ein neues "Unbelievable" findet sich hier nicht und wird den Briten auch nie mehr gelingen. Ebenso dürfte das Album weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Gerade deswegen macht es aber auch Spaß zu hören, wie viel Freude EMF hier an ihrer Musik haben und wie viel Kraft noch in diesen bunten Herren steckt.




19. Februar 2024

Idles - Tangk


10 Fakten zum neuen Album von Idles:

1. Starten wir mit dem Wörtchen Onomatopoetikum, der sprachlichen Nachahmung von außersprachlichen Schallereignissen. Ein Beispiel aus der deutschen Sprache wäre „Kuckuck“, eins aus der englischen „Tangk“. Denn damit wollten Idles „die peitschende Art, wie sich die Band den Klang der Gitarren vorstellte, der zu einem Siegel für das Leben in Liebe geworden ist“ nachahmen.

2. Apropos Liebe: Sänger Joe Talbot sagt, dass dies alles Liebeslieder seien. Insgesamt 11, die nacheinander abgespielt 40:06 Minuten dauern. Damit ist das fünfte Album der Band auch ihr kürzestes. 
Dass das Wörtchen „Love“ auf einem Album 29-mal vorkommt, ist eigentlich keine Besonderheit - und vermutlich taucht es auf dem letzten Album von Maximilian Hecker in jedem Song so oft auf - aber bei den hartrockenden Post-Punk-Jungs von Idles ist es dennoch erwähnenswert. 

3. Erwähnenswert ist auch, dass diesmal auf dem Produzentensessel - neben Gitarrist Mark Bowen und Kenny Beats (Vince Staples, Slowthai), die bereits beim Vorgänger „Crawler“ (2021) diesen Job inne hatten - Nigel Godrich (Radiohead, Travis, U2, R.E.M., Arcade Fire) Platz nahm.

4. Liegt die Veröffentlichung von „Crawler“ wirklich schon 2 Jahre 3 Monate und 4 Tage zurück? Tatsächlich, so lang mussten Fans von Idles bisher noch nie auf ein neues Album warten.

5. „Tangk“ erschien am 16. Februar 2024 als CD und LP (black Vinyl und die limitierten Auflagen translucent orange Vinyl und translucent yellow Vinyl).  Darüber hinaus gibt es noch „Tangk“ pressed on limited edition, translucent "smoke" vinyl, housed in a matching clear "smoke" PVC sleeve. Available exclusively via IDLES and Partisan D2C stores. Third in the collector's series.




6. Nicht mehr (oder nur noch auf dem „Zweitmarkt“) erhältlich ist die limitierte Auflage (2000 Exemplare) von Blood Records: IDLES’ new album TANGK comes pressed exclusively to double LP, splatter 12" and heart-shaped 10", and housed in a gatefold sleeve, limited to 2,000 copies and hand-numbered.


 


7. Als erste Single wurde „Dancer“ im Oktober 2023 veröffentlicht. Auf dem Song singen James Murphy und Nancy Whang von LCD Soundsystem mit.

8. Im Dezember ’23 und im Januar ’24 folgten „Grace“ und „Gift Horse“ als weitere Singles. Das Video zu „Grace“ rekonstruiert mit Hilfe von KI den Clip von Coldplay zu „Yellow“. Joe Talbot hatte einen Traum, dieses Video für seinen Song zu nutzen und holte sich von Chris Martin die Erlaubnis dafür. Der Coldplay-Sänhger half auch dabei, die verwendete Software zu trainieren, um seine Performance realistisch aussehen zu lassen.


 


9. Bei Metacritic sind aktuell 20 Plattenkritiken zu „Tangk“ zusammengefasst. Das Album kommt dort auf einen Durchschnitt von 80/100 Punkten.


In ihrem Selbstverständnis schon immer eigen, schaffen die Idles hier ihren größten Sprung raus aus der Schublade: Postpunk? Wollten sie eh nie sein. Indie-Rock? Nicht nach konventionellen Maßstäben. Arty? Dann aber bitte schön auf unartige Weise. TANGK ist all das, aber die Summe seiner Teile auch deshalb so viel größer, weil sie sich nur noch stärker in kein bestimmtes Erwartungsschema pressen lassen. (…)
Dass hier dennoch nichts nach Mainstream-Ausverkauf schreit, sondern vermeintliche Pop Zugeständnisse die sympathische Schrulligkeit der genialischen Ausnahme- und Außenseiter-Truppe nur weiter untermalen, ist vielleicht das größte Geschenk von TANGK – und damit der ultimative Liebesbeweis an die Fans und die eigene Integrität.


10. Idles werden im März fünf Konzerte in Deutschland spielen. Das sind die Termine und Orte:
15.03.24 Berlin, Max-Schmeling-Halle
16.03.24 Hamburg, Sporthalle
21.03.24 Köln, Palladium
22.03.24 München, Zenith
23.03.24 Frankfurt, Jahrhunderthalle



18. Februar 2024

Sivert Høyem - On an island


Bis auf Volker hatten alle Richter Sivert Høyems Vorgängeralbum "Lioness" mit mindestens 8 Punkten bedacht. "Chimes at midnight" seiner Band Madrugada landete gar auf Platz drei meiner Bestenliste 2022 und bei Oliver auf Platz fünf. Daher waren meine Erwartungen an "On an island" hoch und ich fieberte der Veröffentlichung am 26.01. entgegen. Am gleichen Tag erschienen dann die neuen Alben von The Smile, Monta, Torres, Future Islands und New Model Army sowie Anna Calvis "Peaky Blinders" Soundtrack. Damit könnte der 26.01. offiziell zu meinem "8 Punkte und mehr"-Tag werden. Zumindest einige der Alben konnte ich bereits mit entsprechend guten Bewertungen auszeichnen. 

Der Titel des Albums "On an island" macht kein Geheimnis daraus: Es entstand auf einer Insel im Norden von Høyems norwegischer Heimat. Ein altes Gemeindegebäude in einem wirklich kleinen Fischerdorf am Rande des Atlantiks bot den Raum und Hall, den sich Høyem für sein siebtes Album vorstellte, welches nun acht Jahre nach "Lioness" erschien.  

Natürlich setzt Høyem auf die Wirkung seiner Stimme (vor ziemlich genau zwei Jahren verstarb Mark Lanegan und Høyem spielt zweifellos in dessen Liga) und er zelebriert die Melancholie. Aber ist ja leider auch nicht immer Karneval. ;-)  

Meine Empfehlungen auf diesem weiteren "8 Punkte und mehr" Kandidaten sind "In the beginning", "The rust" und "Now you see me/now you don't". Meine Herzensempfehlung ist jedoch, die Atmosphäre des Albums in seiner Gänze aufzusaugen und sich vorzustellen, dass man dort den drei Musikern zuhört, während es draußen regnet und stürmt. Eine kurze Bildersuche nach dem Gebäude "Zoar" und "Nyksund" unterstützt bei Bedarf die eigene Vorstellungskraft. 

Unbeeindruckt von seiner nun schon 25-jährigen Karriere fügt Høyem seiner Vita einfach immer wieder neue Kapitel an dynamisch-dunkler Rockmusik hinzu. Er kann es getragen ("In The Beginning"), schwermütig ("On An Island"), akustisch ("Keepsake") und stürmisch ("The Rust"). Und er kann Hits: Der karge Folksong "When Your True Love Is Gone" oder das in sich ruhende "Two Green Feathers" hätten problemlos auch auf der letzten Madrugada-Platte Platz gefunden. Was alle Kompositionen zusammen hält, ist wie immer seine Ausnahmestimme, da braucht es keinerlei Experimente, auch wenn er etwa in "Not Enough Light" eine interessante Irish Folk-Note unterbringt. (Laut.de)


"Two green feathers":


"The rust":


Sivert Høyem auf Tour in Deutschland:

  • 09.04. Berlin
  • 10.04. Hamburg
  • 11.04. Dresden
  • 12.04. Köln

17. Februar 2024

Olli Schulz - Vom Rand der Zeit


Ui, was war denn da mit mir los? Dass ein Album bereits vor der Urteilsverkündung in der Plattenvorstellung verrissen wird, ist eigentlich gar nicht meine Art. 

Aber vielleicht lag es auch gar nicht an mir, sondern an „Scheiß Leben, gut erzählt“, denn schließlich landete das siebte Album von Olli Schulz 2018 tatsächlich mit einem Durchschnitt von 4,000 Punkten auf dem letzten Platz bei Platten vor Gericht.

Vielleicht war 2018 auch einfach ein Scheißjahr für Olli Schulz, denn zu dieser Scheißplatte kam auch noch die Scheißentscheidung, das Scheißhausboot von Gunter Gabriel zu kaufen. Dieses stellte sich als ein finanzielles Loch ohne Scheißboden heraus, dann lief es wegen der Scheißpandemie schwierig mit der Vermietung und letztendlich wollten es danach auch nicht viele buchen, da gegen Schulz’ Partner/Freund Fynn Kliemann nach einem Beitrag von Schulz’ Freund Jan Böhmermann im ZDF Magazin Royale wegen Scheißbetrugs ermittelt wurde. 

Jetzt lassen wir aber den ganzen Scheiß hinter uns, springen über sechs Jahre hinweg und kommen zu seinem neuen, oftmals melancholischen und wehmütigen Album. Es folgen nach meinem Hinweis, dass „Vom Rand der Zeit“ zwar nur als CD und LP (black Vinyl) käuflich zu erwerben ist, aber es zudem eine Olli Schulz Action Figur gibt, lauter Lobhudeleien:


Zu melancholisch gezupfter Klampfe und lakonisch kommentierendem Klavier erzählt er im Titeltrack von einem Schicksalsgebeutelten am Katzentisch der Gesellschaft. „Stadtfest in Bonn“, im Duett mit Ina Müller, ist ein bittersüßer Gassenhauer über den am Notstromaggregat hängenden Hoffnungsschimmer. In Komplizenschaft mit Produzent Moses Schneider (Husten, Tocotronic) ist Schulz seine beste Platte gelungen, auf der er sich mehr denn je traut, das Visier hochzuklappen und genau hinzusehen. Ohne Humorhintertürchen, aber mit Optimismusluke, musikalischem Rückenwind (Seventies-AOR-Referenzen!) und sich auf Herzhöhe eingravierenden Refrains. Ein Album wie die feste, wärmende Umarmung eines Freundes am kältesten Tag des Jahres.


 


Diese optimistischen Töne bilden aber eher die Ausnahme auf Schulz’ neuem Werk. Der Wahlberliner lässt seine Hörerinnen und Hörer teilhaben an den Fragen des Lebens, die auch er sich stellt. „Doch wer ich heute bin, mein Gott, wer weiß das schon“, heißt es etwa in „Bessere Version“.  Er suche noch immer nach dem Bild von sich und der Welt in einer besseren Version und spiele eine Rolle, die er selbst kaum ertrage.

Immer wieder blickt der Musiker auf „Vom Rand der Zeit“ zurück in die Vergangenheit, schlägt nachdenkliche Klänge an und begibt sich tief in seine Nostalgie. Exemplarisch dafür steht „Silvester“, in dem Schulz das Gefühl besingt, das wohl jeder zum Jahresende kennt: Auf dem Balkon stehen, draußen fliegen die Raketen und da sind Gedanken an die Menschen, die einem fehlen. In dem emotionalen Song lässt Schulz auch die Geburt seines zweiten Kindes einfließen und verbindet das mit dem Neuanfang, den ein neues Jahr und eine Geburt gemeinsam haben.


 


Musikalische Ecken und Kanten sucht man vergeblich, interessantes Gerumpel auch, aber ihm gelingen berührende Momentaufnahmen seines eigenen Lebens, zarte Beobachtungen und Beschreibungen vom Scheitern und Sichsehnen. Mitunter lustig („Stadtfest in Bonn“) oder auch interessant arrangiert in Klarheit und Einfachheit („Hoch geflogen“), zelebriert er Songwriting auf Olli-Art.
Die scharfe Zunge so anders zu erleben, ist schön. Manchmal würde man sich wünschen, er umgäbe sich nicht mit allzu professionellen Musiker:innen. Fehler wäre hier und da King, wie Knarf Rellöm zu sagen pflegt. Aber erzählen und endreimen kann er. Das Album hat etwas Versöhnliches, abends vor dem Badezimmerspiegel, beim Abschminken nach einem anstrengenden Tag.


16. Februar 2024

Vera Sola - Peacemaker


Vor etwas mehr als fünf Jahren erschien „Shades“, das Debütalbum der US-amerikanisch-kanadischen Singer/Songwriterin Vera Sola, und fast hätte es mit einem Konzert in unserem Wohnzimmer hingehauen…

Jetzt präsentiert die aus einer Schauspieler-Familie stammende Künstlerin, die mit bürgerlichem Namen Danielle Aykroyd heißt, ihr zweites Album. Anders als auf ihrem nahezu im Alleingang aufgenommenen Erstlingswerk, öffnet sie sich auf „Peacemaker“ auch für weitläufigere und reichhaltigere Arrangements (Bläser, Streicher usw.), zahlreiche Gastmusiker und einen Co-Produzenten (Kenneth Pattengale). Das Ergebnis ist ein atmosphärisch düsterer, cineastischer Mix, der sich aus Folk, Americana, Sixties Pop, Bluesrock, Country und Tex Mex speist und Vergleiche zu PJ Harvey, Nick Cave, Anna Calvi, Calexico, Lana del Rey und Lee Hazelwood & Nancy Sinatra evoziert. Ein gewisser Hang zur Theatralik ist bei ihrem familiären Backround vermutlich unvermeidbar.

Peacemaker“ ist als CD und LP (blood red Vinyl) erschienen und nach den Konzerten in Berlin (16.04.24) und Hamburg (18.04.24) geht es erst drei Tage später in Amsterdam weiter. Da liegt unser Wohnzimmer doch auf dem Weg - ob ich noch einmal anfrage? Die Aussage der Künstlerin (I did want to! We couldn’t make it work this time around. I’m sorry.) nach der letztendlich gescheiterten Planung 2018 ließe ja hoffen…


 


In ihrem Stammbaum kann Danielle Aykroyd etwa auch auf den berühmten Revolverhelden und Wyatt-Earp-Haberer Bat Masterson und dessen gern gebrauchten Colt "Peacemaker" sowie um drei Ecken auch auf Dolly Parton verweisen. Klapperten auf ihrem Debüt Shades tatsächlich noch diverse Knochen den Rhythmus in den Songs, klirrte Glas und quietschten die Saloontüren, während Vera Sola mit dunklem Vibrato ihre Balladen von Sehnsucht, glückloser Liebe, Betrug und Rache sang, geht es nun opulenter zu. Die Songs von Peacemaker machen auf Cinemascope. Eine mexikanische Trompete spielt den Andachtsjodler von Calexico, eine Gitarre geistert durch die amerikanische Nacht, eine Orgel wimmert leise vor sich hin, die Geigen greinen. So schön niedergeschmettert war man heuer noch selten. 


 


Die künstlerische Visionen ihrerseits sind nun mal so prägnant und präzise, dass eigentlich nur sie selbst diese entsprechend realisieren kann. Das Ergebnis ist ein monumentales, von vornherein filmisch konzipiertes, orchestral anmutendes und dezidiert mit einer gewissen Körperlichkeit organisch angelegtes Sound-Design, das dann als dramatische Basis für ihre fiebrigen Noir-Phantasien dient. Stilistisch agiert sie hierbei fließend zwischen Chamber-Folk, Kaputnik- und Polter-Blues, orchestraler Psychedelia, Retro-Pop, Alt-Country und Wüstenrock-Elementen. Eine große Rolle spielen solche Kategorisierungsversuche aber nicht, denn VERA SOLA hat ihre Findungsphase mit Gewinn absolviert und präsentiert sich heutzutage als betont eigenständige Künstlerin mit einem letztlich ureigenen Stil, die sich mit traumwandlerischer Sicherheit durch die verschiedenen musikalischen Ebenen zu bewegen versteht.





15. Februar 2024

Meltway - Nothing Is Real


Ein dänisches Quintett mit gleich drei Gitarristen, das sich dem Shoegaze verschrieben. Das sind Meltway, die aus Kristoffer Nørager Møller (Gitarre), Magnus Bjørnsen Rullestad (Schlagzeug), Mathias Hammerstrøm (Gesang, Gitarre), Mikkel Schmidt (Bass, Gesang) und Thomas Brunbjerg (Gitarre) bestehen und sich 2018, damals noch als Quartett, zusammen fanden. 2020 veröffentlichten sie die „Everytime“ EP, nun folgt das Debütalbum.

Ob das verwischte Coverfoto ein wenig an „Loveless“ von My Bloody Valentine erinnern soll und ob die Wahl von Simon Scott (Slowdive), der das Album masterte, bewusste erfolgte? Songs wie „No Tomorrow“ und „Stargazer“ lassen dies vermuten. „Nothing Is Real“ bietet 10 Songs zwischen Dreampop, Shoegaze und Alternative Rock (beispielsweise „Dream Punk“) mit reichlich Gitarren, Hall und ätherischem Gesang, bei dem man teilweise auch eine Sängerin vermuten könnte. 

Ganz großartig sieht die auf 100 Exemplare limitierte LP auf Clear Vinyl with Rainbow Splatters aus, die es bei Through Love Records gibt (alternativ sind sind jeweils in der gleichen Anzahl Violet with Black & White Splatter Vinyl und Transparent Vinyl erhältlich):



Bei Shoegaze-Fragen immer Frau Dr. shg. drp. Kerstin Kratochwill zu Rate ziehen: 

Dänisches Dynamit in Form von noisigen und nebligen Soundwänden – auf ihrem Debütalbum „Nothing Is Real“ klingen die von Hall und Reverb getragenen Shoegaze-Songs von Meltway in der Tat surreal und schwebend schön.


 


 



14. Februar 2024

Chelsea Wolfe - She Reaches Out To She Reaches Out To She


Vor Weihnachten wurden vom Maifeld Derby in einer Art Adventskalender die ersten Bands für das Festival 2024 bestätigt. Nach dem ersten Türchen war klar, dass ich dort hin muss. Neben Slowdive wurden dann auch noch andere für mich interessante Künstler, wie Hania Rani, Edwin Rosen oder Hannes Wittmer, bekannt gegeben. Im ein oder anderen Fall muss ich mich erst einmal einarbeiten, wie bei Chelsea Wolfe.

Die US-Amerikanerin hat bisher einige Alben heraus gebracht, die mich musikalisch in dieser Kombination (von Doom Metal, Experimental, Gothic Rock, Neofolk bis Noise ist die Rede) nicht direkt ansprechen. Nach 5-jähriger Veröffentlichungspause gibt es nun „She Reaches Out To She Reaches Out To She“ käuflich als CD, Kassette und LP (black Vinyl, Ink in Water coloured Vinyl, transparent green Vinyl, pink in purple Vinyl) zu erwerben.

Für ihr insgesamt siebtes Studioalbum unterzeichnete Chelsea Wolfe einen Vertrag bei Loma Vista Recordings und verpflichtete Dave Sitek (TV On The Radio, Yeah Yeah Yeahs, Foals, Beady Eye) als Produzenten, der die Soundlandschaft von Chelsea Wolfe oiffensichtlich einmal auf links drehen durfte. Den oben genannten Genres kann man zwar noch nachspüren, etwa im Doom Metal-artigen Ausbruch am Ende des noisigen Openers „Whispers In The Echo Chamber“, danach spielen aber schleppender Trip Hop, zerhackter Industrial und elektronischer Indierock eine gewichtigere Rolle in der weiterhin düsteren Welt der Chelsea Wolfe. 

Würde ich jemanden kennen, der gern Fever Ray, Björk, Zola Jesus, Portishead und Nine Inch Nails hört, ich würde ihm „She Reaches Out To She Reaches Out To She“ empfehlen.

Chelsea Wolfe spielt neben dem Maifeld Derby vier weitere Konzerte in Deutschland:
06.06.24 Köln, Die Kantine
07.06.24 Berlin, Astra Kulturhaus
22.06.24 Hamburg, Gruenspan
26.06.24 München, Technikum


Zumal die zehn Songs die Reduktion des Vorgängers keineswegs fortführen, sondern sich dicht mit einer Vielzahl von Produktions- und Arrangementdetails behängen. Wenn "Everything turns blue" seinen von Gitarrenschleiern und kaputten Strobolichtern begleiteten Höhenflug plötzlich abdreht, klingt das, als würde jeder Ton von der Erde verschwinden. Es ist nicht der einzige Track mit einer erschütternden Laut-Leise-Dynamik: Der derangierte TripHop von "Tunnel lights" bricht zu Piano-Stottern zusammen, nur um den Puls mit erhöhter Magnitude wieder aufzunehmen, ehe das um die eingängigste Hook des Albums gebaute "The liminal" am Ende die Feedback-Maschine anschmeißt. Im Kontrast dazu bezieht "Eyes like nightshade" seine Genialität aus einem von Anfang an komplett lichtundurchlässigen Percussion-Dschungel. Zerhackte Beats, Schellenkränze und Blasinstrumente verschlingen sich gegenseitig, als hätte Wolfe Björks Pilznetzwerk gehackt. (…)
"Place in the sun" täuscht eine Pianoballade an, bevor Synth-Streicher und Hyperpop-Glitches an den Rändern zerren und eine geometrisch nicht messbare Wohlklangsskulptur daraus formen. Das abschließende "Dusk" drückt mit zunehmender Laufzeit immer tiefer ins Fleisch, um im transzendentalen Finale nicht nur den Griff zu lockern, sondern gleich alle Körpergrenzen aufzulösen. Dass Musik so eigenständig, so bewusstseinserweiternd, so auf jeder Ebene phänomenal sein kann, ist genau wie Chelsea Wolfe selbst: mehr als nur ein Mythos.


 


   


 



13. Februar 2024

My Life Story - Loving You Is Killing Me


In diesem Jahrtausend haben My Life Story noch kein Konzert in Deutschland gespielt - gut, dass es im April das Cologne Popfest geben wird, welches uns freitags die Shout Out Louds und samstags die Band von Jake Shillingford als Headliner präsentieren wird.

My Life Story werden auch ihr neues Album „Loving You Is Killing Me“ im Gepäck haben, das den ein oder anderen Fan überraschen wird: Gleich der Opener „Running Out Of Heartbeats“ startet mit einem Gitarren-Riff, welches an das rohe und harsche letzte Album von Suede erinnert. Neben einem verstärkten Einsatz von Gitarren („Numb Numb Numb“, „B-Side Girl“) warten die 10 Songs auch mit mehr elektronischen Klängen und Beats auf („Bubblewrap“, „I’m A God“), die Erinnerungen an ExileInside, ein früheres Nebenprojekt Shilligfords mit Schwerpunkt auf 80ies Synthpop, wecken. Wenn wir über Gitarren sprechen, dann darf auf keinen Fall „Naked“ unerwähnt bleiben, ein kurzer, am Punk kratzender Rocker, wie ihn Blur früher gelegentlich auf ihren Alben eingestreut haben. Aber von My Life Story hat man so etwas in dreißig Jahren noch nicht gehört!

Apropos nicht gehört, und jetzt müssen frühe Fans ganz tapfer sein: leider sind diesmal die tollen orchestralen Arrangements außen vor geblieben. Gute Kandidaten dafür wären „The Urban Mountaineer“, das stilistisch auch gut auf Noel Gallaghers mit reichlich Streichern aufgehübschtes Album „Council Skies“ gepasst hätte, sowie das abschließende, sich langsam steigernde „Wasted“ gewesen.   

Das Album wurde von Ben Hillier (Depeche Mode, Editors, Blur, Suede, U2) abgemischt und bietet eine erste, unfassbar gute Hälfte, bei der die zweite qualitativ nicht ganz mithalten kann.    
„Loving You Is Killing Me“ ist als CD und LP (pink Vinyl) erschienen.


(…) and their fifth studio album is a cracker with choruses which stealthily lodge themselves in your brain (Tits And Attitude; Urban Mountaineer).
The “and-and-and”s on Running Out of Heartbeats, which demonstrate Shillingford stumbling over his words, make for a wonderfully catchy hook, and the dancier Bubblewrap’s sparkly instrumentation has echoes of previous LP World Citizen. 


 


 





12. Februar 2024

Courting - New Last Name


Besser wird es dieses Jahr nicht mehr. 

Also nicht die Musik oder das Plattencover betreffend, sondern das Merchandise. Denn Courting bieten, passen zur Hülle ihres Albums ein stählernes englisches Langschwert auf ihrer Homepage an. Ein paar Zahlen gefällig? Die volle Länge beträgt 135 cm bei einer Klingenlänge von 102 cm und einer -breite von 5 cm. Das Ding ist 1,2 kg schwer, kostet schlappe 17 500 € und darf nur an Erwachsene, die in England oder Wales leben, verkauft werden. Diese müssen das Schwert bei einem Konzert von Courting allerdings abholen, da ein Versand nicht möglich ist. 

Wer sein Geld lieber in Schallplatten statt in Stichwaffen investieren möchte, dem sein noch die colour-in-colour black and red LP von Blood Records empfohlen. Von den 300 Exemplaren sind aktuell erst 243 verkauft. Digital ist das Album bereits erschienen, eine physische Veröffentlichung erfolgt jedoch erst Ende März.

Courting, sind ein aus Liverpool stammendes Quartett, das aus Sean Murphy-O'Neill, Sean Thomas, Joshua Cope und Connor McCann besteht. Nach „Guitar Music“ (2022) ist „New Last Name“ ihr zweites Album. Die darauf befindlichen 9 Songs klingen ziemlich nach The Wombats, wagen aber auch den ein oder anderen Ausflug in gitarrenrockige, elektronische oder funky Gefilde und überflüssige Experimente, beispielsweise mit Saxofon oder Stimmverzerrern. 

Courting spielen auch einige Konzerte in Deutschland, das Schwert haben sie vermutlich nicht mit dabei:
15.04.24 Berlin, Schokoladen
16.04.24 Hamburg, Molotow
17.04.24 Köln, Bumann & Sohn
19. 04.24 Osnabrück, Haus der Jugend
 

Rabatz und eine verlachte Rock-Attitüde bilden nur den Schmierstoff für eine mit kratzbürstigen Garagensounds geglättete Erzählung von der großen Liebe in Zeiten von Tinder. Will denn die Teenage Angst niemals versiegen?
Gary und Ryan Jarman von The Cribs räumten im Studio ein paar Späne weg, die beim ziellosen Klanghobeln entstanden. Manchmal wird’s richtig funky – wundern kann es hingegen nicht, dass „Happy Endings“ hier mit Gitarren geradezu zersägt werden. Zum Schluss schippern die Liverpooler ohne Beatles-Ruck, aber mit Noiserock-­Rückenwind nach „America“.