4. März 2026

Archive - Glass Minds


10 Fakten zum neuen Album von Archive:

1. Beginnen wir mit dem Artwork: Dieses stammt von Alaric Hammond, einem britischen Mixed-Media-Künstler, der bereits in der berühmten Londoner Saatchi Gallery ausgestellt hat und vor allem für seine Werke aus korrodierten Metallplatten bekannt ist. Diese Technik erzeugt Texturen, die an verwitterte urbane Oberflächen erinnern und die melancholische, raue Atmosphäre der Musik widerspiegeln sollen. 

2. Das vom Künstler signierte und nummerierte Kunstwerk kann man für £130.00 als Unikat in einer Auflage von 10 Exemplaren (Archival pigment print on 315gsm fine art paper / Hand finished with 8ct silver leaf) in zwei unterschiedlichen Auflagen käuflich erwerben.

3. Das surreale Video zur ersten Single „Look At Us“ wurde im Stil der Dokumentarfotografie (Black & White Southern Gothic) gedreht, um ein Gefühl von Authentizität und Täuschung zu vermitteln – ein Thema, das Hammond auch in seiner Kunst durch die Manipulation von Materialien erforscht. Vom Londoner Regisseur Maxim Kelly stammt auch die Videos zu „Wake Up Strange“ und „City Walls“.


 


4. Archive feiern dieses Jahr den 30. Geburtstag ihres Debütalbums „Londinium“ und daher ist das elektronische, melancholische und cineastische „Glass Minds“ als eine Rückkehr zu der „minimalistischen Kraft“ und der spezifischen Herangehensweise an das Songwriting, die das Kollektiv in seinen Anfangstagen auszeichnete, zu sehen. 

5. Der vor vier Jahren veröffentlichte Vorgänger „Call To Arms & Angels“ kam mit 17 Songs und einer Laufzeit von rund 104 Minuten daher. Im Vergleich dazu sind 12 Lieder in 77:47 Minuten wirklich etwas knapp bemessen.


 


6. Archive fungierten selbst zusammen mit ihrem langjährigen Weggefährten Jérôme Devoise als Produzenten. Die Aufnahmen des 13. Albums des Londoner Kollektivs fanden in den Metway Studios (Brighton) und den legendären Angel Studios (London) statt. Gemischt wurde das Werk im Studio DES in Paris.

7. Die Archive Gründer Darius Keeler & Danny Griffiths haben ein gewohnt loses, aber eng verzahntes Kollektiv um sich herum aufgestellt, zu diesem gehören aktuell die auf dem neuen Album sehr präsente Lisa Mottram (Gesang), Dave Pen & Pollard Berrier (Gesang und Gitarre), Jonathan Noyce (Bass), Steve Barnard (Schlagzeug) und auf „Heads Are Gonna Roll“ der Rapper Jimmy Collins.

8. Man kann sich sicher sein, dass zahlreiche Musiker bei ihren beiden geplanten Konzerten in Deutschland auf der Bühne stehen werden. Das sind die Termine:
06.04.2026 München, Muffathalle
09.04.2026 Hamburg, Docks


  


9. „Glass Minds“ wurde am 27. Februar - wie seine fünf Vorgänger - über Dangervisit Records, das eigene Label der Band veröffentlicht.

10. Aufgrund der Laufzeit ist es eine Doppel-LP geworden, die auf black Vinyl, transparent orange Vinyl, transparent Vinyl oder Coke Bottle green Vinyl erhältlich ist.

Ernst und schwer klingen Archive noch immer. Wie Pink Floyd als Indie-Band. Die Musik dröhnt und raunt, Synthies türmen sich auf, die Beats sind langsam, aber gewaltig, ein E-Piano spielt eine traurige Melodie. Kein Wunder, dass Archive in einem schweren und ernsten Land wie Deutschland einen zweiten Hauptmarkt für ihre Musik gefunden haben.
Beeindruckend ist, dass Projektleiter Darius Keeler auch im Jahr 2026 nicht von der Album-Idee abrückt: Kein Stück unter fünf Minuten, die Spannungsbögen sind lang, die Produktion bis ins letzte Outro hinein extrem aufwendig. Und mit „Look At Us“ gibt’s zwischendrin sogar eine Art Pophit.


3. März 2026

Mitski - Nothing's About To Happen To Me


Die weiße Katze auf dem Plattencover der bekennenden Katzenliebhaberin Mitski könnte stellvertretend für deren Liebe zu Americana, Folk und Country stehen, die sie uns erstmals auf dem Vorgänger „The Land Is Inhospitable And So Are We“ (2023) vollumfänglich zeigte und die auch hier in vielen Songs zu hören ist („Cats“). Klappt man die Plattenhülle von „Nothing's About To Happen To Me“ auf, so wird die sich im Sprung befindliche orangefarbene Katze wesentlich präsenter und möglicherweise symbolisiert diese Mitskis Attacken auf die eigenen Songs, denn diese werden häufig durch raueren Rock-Sound mit Fuzz-Gitarren („If I Leave“, „Lightning“) oder orchestralen Einschüben - teils Streicher („Dead Women“), teils Bläser („Rules“) - überwältigt. 


Das Artwork stammt übrigens vom Künstler Marc Burckhardt, der bekannt für seinen historisierenden Stil ist, der oft an die flämische Malerei der Renaissance oder viktorianische Porträts erinnert. Er nutzt traditionelle Techniken (wie Tempera und Öl auf Holzpaneelen), was dem Cover diese besondere, fast antike Textur verleiht.

Nothing's About To Happen To Me“ ist die konsequente Fortführung von „The Land Is Inhospitable And So Are We“ und wurde dementsprechend mit ihrer siebenköpfigen The Land Band eingespielt und erneut von Patrick Hyland produziert. Auch hinsichtlich der Begeisterung bei den Kritikern kann das achte Album von Mitski an den Vorgänger heranreichen (87/100 Punkten im Vergleich zu einem Metascore von 90/100). 

„Nothing's About To Happen To Me“ ist als CD, Kassette und LP (Black Vinyl, Lilac Vinyl, Transy Yellow Vinyl, Orange Tabby Vinyl, Gold Cat Eye Vinyl, Blue Cat Eye Vinyl) erhältlich. 


  


Doch bevor Mitski von Selbstmordversuchen singt und ihren Tod durch die Hand des Liebsten imaginiert, erleben wir ein (trügerisches) Idyll: Zu Banjos und Akkordeon gesteht die Sängerin, sie könne niemals in einer kleinen Stadt leben, weil ihr da ihre Fehler ständig wiederbegegnen würden, in der Metropole dagegen könne man die alten Wege meiden und sich neu erfinden. Und dann sind wir zu schreienden Gitarren schon mitten im Albtraum des Städtebewohners – Mitski kann ihr Telefon nicht finden.

Das bleibt der einzige Ausbruch urbaner Aufgekratztheit, wenngleich das treibende „That White Cat“ immer kurz davorsteht, dann aber in einen jenseitigen Chor zurückfällt und ebenso wie „If I Leave“ und „Lightning“ Spuren von Grunge trägt. Meist geht es wieder countryesk zu, der zum Sterben schöne Torch Song „I’ll Change For You“ verlässt die ästhetische Scheune kurz für eine poshe Bar, „Charon’s Obol“, das hymnische Glanzstück (und der einzige Song mit dog content), spielt in einem verwunschenen Haus.




2. März 2026

Lucid Express - Instant Comfort


Schnell einmal unsere Akten gecheckt: Zwischen Hip Hop und House existiert noch kein Label namens Hongkong, also gab es hier noch keine Plattenvorstellung einer Band aus der Sonderverwaltungszone an der Südküste der Volksrepublik China. Dort trafen in jungen Jahren Kim Ho (Gesang, Synthesizer), die Gitarristen Andy und Sky Kung sowie an Bass und Schlagzeug die Brüder Samuel und Wai Cheuk-wang aufeinander und gründeten 2014 die Band Thud, aus der später Lucid Express werden sollte. 2021 veröffentlichte das Quintett sein selbst betiteltes Debütalbum, dem nun „Instant Comfort“ folgt.

Das Album entstand in Zusammenarbeit mit dem Musiker, Tontechniker und Produzenten Kurt Feldman, der Mitglied bei The Pains Of Being Pure At Heart ist und bereits für seine eigene Band, DIIV oder Chairlift am Sound tüftelte. Nun lässt sich auch schon erahnen, dass sich Lucid Express dem 90er Jahre Shoegaze und Dreampop verschrieben haben. Slowdive („Promise Me“) und vor allem My Bloody Valentine („Faux Sweetness“, „Instant Comfort“) sind sicherlich als Einflüsse zu nennen. 

„Instant Comfort“ ist über Kanine Records als LP auf yellow swirl Vinyl oder ultra clear Vinyl erschienen.


Opener ‘Promise Me’s hypnotic reverb bookends a middle section that combines an aura of dream pop and alternative rock. Jangly guitars are often used on this record to provide a melodic equilibrium to the discordant moments. On ‘Aster’, after laser gun sounds, clunky fog and glide guitar strumming fill up the music space for the first minute before Kim Ho’s vocals enter in. The track has few lyrics, so essentially the song becomes a platform for Samuel, Sky and Andy to showcase their talents at creating hectic movements of spinning (also heard on ‘Dark Glass’) and giddiness. On ‘Faux Sweetness’ the subtle distortion is paired nicely with Kim Ho’s cooing – her vocals later are given a stuttering effect that makes them blend into surrounding indistinguishably.

‘Setback’ and the titular ‘Instant Comfort’ are the opposite end of the shoegaze scale to ‘Take Heart’ and ‘Stars in the Car’.  While the latter two have a clean spacious sound with ‘Take Heart’ having The Cure vibes and ‘Stars in the Car’ having the atmosphere of a late-night drive in a vast desert. The former two are for lovers of the shoegaze genre. The guitars on ‘Setback’ are dense and suffocating with erratic feedback and the droning on the title track is ever present and after tension is built from Wai’s drums, the drone becomes like television static.


 


 






1. März 2026

Neue Gerichtstermine: März / April


März

06.03.
Hater - Mosquito
Morrissey - Make-Up Is A Lie
Christin Nichols - Christin Nichols
Harry Styles - Kiss All The Time. Disco, Occasionally

13.03.
Brigitte Calls Me Baby - Irreversible
Kim Gordon - Not Today
The Notwist - News From Planet Zombie
Alexis Taylor - Paris In The Spring

20.03.
The Dandy Warhols - Pin Ups
Ladytron - Paradieses

27.03.
Butler, Blake & Grant - Murmurs
Courtney Barnett - Creature Of Habit
Flea - Honora
José González - Against The Dying Of The Light
Memorials - All Clouds Bring Not Rain
The New Pornographers - The Former Site Of
Robyn - Sexistential
Snail Mail - Ricochet
The Twilight Sad - It’s The Long Goodbye


April

03.04.
Deary - Birding
Maria Taylor - Story’s End

10.04.
They Might Be Giants - The World Is To Dig
Wu Lyf - A Wave That Will Never Break

17.04.
T’Pau - Be Wonderful
Tomora - Come Closer

24.04.
Julia Cummings - Julia
Foo Fighters - Your Favorite Toy
Metric - Romanticize The Dive
The Reds, Pinks And Purples - Acknowlege Kindness