31. August 2026

Paul Heaton - Jenius

 

Weniger als zwei Jahre nach „The Mighty Several“ präsentiert uns Paul Heaton mit „Jenius“ den Nachfolger, für den er erneut mit Ian Broudie (Echo & The Bunnymen, The Coral, The Frank And Walters, Dodgy) von den Lightning Seeds als Produzent zusammenarbeitet und Rianne Downey als Sängerin gewinnen konnte. Bei 7 der 15 Songs ist sie als Feature-Gast genannt, also als gleichberechtigte Duett-Partnerin. Bei weiteren Songs steuert sie Harmoniegesang, Refrain-Verstärkung oder Backing Vocals bei, so dass sie getrost als Nachfolgerin von Jacqui Abbott gesehen werden kann, die zusammen mit Heaton fünf Alben veröffentlichte und auch bei den späten The Beautiful South sang. 

Mit den Verweisen auf The Beautiful South sowie die Zusammenarbeit zwischen Paul Heaton & Jacqui Abbott dürfte auch schon klar sein, wohin musikalisch die Reise auf „Jenius“ geht. Nicht verschwiegen werden soll, dass Heaton (mal mehr, mal weniger gut gelungen) unterschiedliche Spielarten des Rock erkundet: Der Opener „Can’t Get Next To You“ ist leicht krachiger Indierock und Heatons Stimme anfangs gar nicht direkt zuzuordnen. Mutig. Später gibt es noch klassischen Rock ’n‘ Roll mit hämmerndem Piano, („One Eye Open“), der auch vor über 60 Jahren so schon von Chuck Berry oder Little Richard hätte veröffentlicht werden können. Wenig später folgt mit „A Son A Father“ auch noch ein Ausflug in den Glam Rock. Leider schenkt uns Heaton auch wieder Pub Rock ein („The Whisky Did“), den man vielleicht nach einigen Hochprozentigen gut finden sowie mitgrölen und -klatschen kann.   

„Jenius“ ist als CD, Kassette und Doppel-LP (Black Vinyl, White Vinyl, Gold Vinyl) erhältlich. Bei Blood Records gab es die zwei Platten als black with white yolk Vinyl and black and white splatter Vinyl. Erstmals erreichte Paul Heaton solo mit „Jenius“ Platz 1 der UK Charts. Die Plattenkritiken sind sehr wohlwollend, so dass auch die Plattenrichter hoffentlich mehr Punkte springen lassen als zuletzt (5,833).
   

  


Paul Heaton’s latest starts with a curveball, Can’t Get Next To You, all crunching guitars and fuel-injected drums, as if he’s taken on Durham DIY punks Martha as his backing band, while he sneers about big business vying for scraps of our attention (“Men on bikes are begging you, Just Eat, Just Eat”).
It’s swiftly followed by the hoe-down-knees-up of My Favourite Kind Of Idiot, the showstopping, Walker Brothers ballad I Want The Job and the skanking Sad Songs And Lawsuits. Musically then, all bets are off.
But Heaton’s lyrics are as consistent as ever. On the one hand, he’s our Smokey, such is his determination to find new ways to write about love (Good For The Bees, She Ain’t Pretty).
On the other, he’s barbed and uncompromising on the state of the nation, the brilliant Send In The Clowns, and the ills of instant gratification, Before Before, while glam rocker A Son A Father is a hilarious pen portrait of a misanthrope.
Vocally too, his power is undiminished, see the hair-raising coda to Good For The Bees.
Jenius? Maybe.



28. August 2026

10 Schallplatten, die uns gut durch den September bringen


10. Mine - Killer (Red & Black Marble Vinyl) 4.9.2026






9. Soft Cell - Danceteria (Indie Edition) (Transparent Red Vinyl) 25.9.2026






8. Kasabian - ACT III (White Vinyl) 4.9.2026






7. M83 - I Wrote You A Letter (Indie Exclusive Edition) (Black/White Swirl Vinyl) 25.9.2026






6. Arab Strap - Half-Told Tales (Indie Exclusive Edition) (Chick Yellow Vinyl) (2LPs) 4.9.2026






5. Paris Paloma - The Fatal Flaw (Indie Edition) (Bloodshot Vinyl) 4.9.2026






4. Bloc Party - Anatomy Of A Brief Romance (Indie Edition) (Recycled Red Vinyl) 11.9.2026






3. Farin Urlaub - Ein Lächeln im Gesicht (180g) (BioVinyl) 4.9.2026






2. Echo & The Bunnymen - Apples For Isaac (140g) (Specialist Edition) (Green Splatter Vinyl) 18.9.2026






1. The Boo Radleys - Everything's Alright Forever (Black Vinyl) 11.9.2026







27. August 2026

Interpol - This Mirror Weighs A Ton


10 Fakten zum neuen Album von Interpol:

1. Bisher haben Interpol alle ihre Alben - mit Ausnahme von „Our Love To Admire“ (2007), das bei Capitol Records erschienen ist - beim Indie-Label Matador Records veröffentlicht. Mit „This Mirror Weighs A Ton“ sind sie beim New Yorker Indie-Label Partisan Records gelandet, das 2007 gegründet wurde und damit ein Jahrzehnt jünger als die Band ist.

2. Apropos New York und Jahrzehnt: Zuletzt fanden sich Interpol für die Aufnahmen zu „El Pintor“ in ihrer Heimat New York City ein. Dazu fanden sie sich im privaten Studio ihres Produzenten Andrew Wyatt (Liam Gallagher, Miley Cyrus, Miike Snow) in der Lower East Side in Manhattan ein. Auch Dave Fridman (The Flaming Lips, MGMT, Mercury Rev), ihr Produzent bei „Marauder“ (2018), war wieder mit an Bord und mischte das Album ab.

3. Das achte Studioalbum von Interpol bietet 12 Songs in 53:27 Minuten. Damit löst es „Turn On The Bright Lights“ (2002; 49:02 Minuten) als längstes Album in der Historie der Band ab.


 


4. 4 Jahre und 2 Tage mussten Interpol-Fans zwischen der Veröffentlichung von „Interpol“ und „El Pintor“ warten und wurden dann mit lediglich 39:50 Minuten (Negativrekord) abgespeist. Auf das längste Album von Interpol musste nun aber auch am längsten gewartet werden: Seit „The Other Side Of Make-Believe“ (2022) vergingen 4 Jahre, 1 Monat und 13 Tage.

5. Der Vorgänger wurde noch als Trio, bestehend aus Paul Banks (Gesang, Gitarre), Sam Fogarino (Schlagzeug) und Daniel Kessler (Gitarre), aufgenommen. Seitdem sind Brad Truax (Bass, als Ersatz für Sam Fogarino) und Brandon Curtis (Keyboards) als neue Bandmitglieder nachgerückt, auch wenn im Studio noch Andrew Wyatt Keyboards und Synthesizer betätigte.


  


6. Das Albumcover ist ein Werk der amerikanischen Künstlerin Addie Wagenknecht, das sich derzeit in der ständigen Sammlung des Whitney Museum of American Art befindet. Interpol kontaktierte die in Liechtenstein lebende Künstlerin direkt, um „Asymmetric Love“ (2013), für das Überwachungskameras wiederverwendet und zu einem „barocken“ Kronleuchter arrangiert wurden, für ihr Album nutzen zu können.

7. Die ersten drei Songs des Albums wurden in dieser Reihenfolge im Juni („This Mirror Weighs A Ton“ und zeitgleich „See Out Loud“) und Juli („Iron City“) vorab als Singles veröffentlicht. 


 


8. „This Mirror Weighs A Ton“ ist als CD und Doppel-LP ab dem 28. August 2026 erhältlich, die Schallplatten natürlich in den klassischen Interpol-Farben: black Vinyl, white Vinyl, transparent red Vinyl und red and black marble Vinyl. Zudem gibt es eine Spanish Version (Edición Española), auf der Banks jedoch nicht spanisch singt! Das gesamte Album-Artwork, das Gatefold-Cover sowie das Textheft/die Beilage enthalten alle Infos, Songtitel und Songtexte ins Spanische übersetzt. Diese Version wurde als Doppel-LP auf speziellem farbigem Vinyl (Rojo Perlado) gepresst.

9. Bei Blood Records gab es die auf 1000 Exemplare limitierte ‘CCTV’ effect double LP, für die ich mit Port, Zollgebühren und DHL-Fantasiegebühr viel zu viel Geld ausgegeben habe:



10. Drei Konzerte werden Interpol in Deutschland spielen und „This Mirror Weighs A Ton“ live präsentieren. Das sind die Termine:
11.11.26 Berlin, Uber Arena
12.11.26 Hamburg, Barclays Arena
14.11.26 Düsseldorf, PSD Bank Dome


26. August 2026

Fury In The Slaughterhouse - Changes


PVG: „9 Lives“ hieß die erste Single aus dem neuen Album von Fury In The Slaughterhouse - die Band ist wohl nicht tot zu kriegen, oder?

Ingo: Also zumindest erlebt die Band ihren 2. bis 3. Frühling. Ich gönne es ihnen von Herzen, wenn auch mein Höhepunkt als Fan doch schon eine Weile zurückliegt. In einem Interview sagten sie kürzlich so etwas wie "Die Toten Hosen hören auf, die Scorpions,... einer muss ja weitermachen." In ihrer langen Pause vor dem Comeback hat die Band offensichtlich Kraft gesammelt für einen langen Endspurt. 

PVG: Mit „Viva La Revolución“, „When We Were Young“ und „Fix This Crack“ folgten noch drei weitere Singles - was wären für dich denn die Singles-Kandidaten gewesen?

Ingo: "9 Lives" fand ich schon ganz schön stark. Und das trashige Video bringt viele Erinnerungen an meine Zeit in Hannover zurück. Die im Verlauf des Albums direkt folgenden Titel "Youth is wasted on the young" und "Lost and found" ließen mich beim ersten Hördurchlauf auf ein durchgehend starkes Album hoffen und wären meine weiteren Kandidaten gewesen. Ab der Mitte des Albums mit "Believe" fällt das Niveau in meiner Warnehmung leider ab. 


 


PVG: Heute spielen Fury In The Slaughterhouse in Bonn beim Kunst!Rasen - bist du vor Ort und, falls ja, was erhoffst du dir? Und noch wichtiger: Wirst du dein wirklich sehr grelles Fury-T-Shirt tragen?

Ingo: Ich habe noch kein Ticket und halte mir die Option offen. Beim diesjährigen Kunst!Rasen war bislang glaube ich nur Roland Kaisers Konzert ausverkauft. Daher könnte ich mich noch kurzfristig entscheiden. Aber am Tag zuvor war ich (wie ihr) bei Nick Cave. Ich bezweifele, dass ich am Tag danach in "Fury-Stimmung" sein werde. Zumal ich sie letztes Jahr an gleicher Stelle gesehen habe. Aber wenn, könnte das gelbe Shirt oder ein anderes farbenfrohes T-Shirt meiner inzwischen "Vintage Sammlung" an Fury-Shirts stolz darauf hinweisen, dass ich schon ein paar Konzerte der Band seit 1991 besucht habe. 

PVG: Ich weiß nicht, ob du die deutschen Charts verfolgst, aber dort waren die drei Comeback-Alben („Now“ #2, „Hope“ #1 und „Changes“ #2) die erfolgreichsten in der fast 40-jährigen Bandgeschichte. Zu Recht?

Ingo: Ich nenne es "Ernte einfahren". Gegen Alben der 90er Jahre wie "Jau!" und "Mono" können die Alben seit dem Comeback nicht anstinken (um das Bild von Pferd und Schlachthof aufzugreifen). Aber sie scheinen "alten" und neuen Fans genug zu geben, so dass sowohl die Albenverkäufe als auch die Touren sehr gut laufen. Und wer weiß, falls Fury In The Slaughterhouse auch noch Roland Kaiser überleben, verkaufen sie vielleicht irgendwann auch den Kunstrasen in Bonn aus. Man muss auch anerkennen, dass in Form von Singles, Ankündigungen, Interviews,... viel Werbung für das neue Album gemacht wurde. Ich hatte sogar # 1 erwartet. 


 


PVG: Apropos „Changes“ - gibt es denn auf dem 15. Studioalbum von Fury In The Slaughterhouse noch Veränderungen festzustellen?

Ingo: Die drei Comeback-Alben hat Vincent Sorg produziert. Dieser ist auch für viele Alben der Toten Hosen verantwortlich. Ich glaube, ich bin kein Fan seiner Arbeit. Musikalisch und produktionstechnisch bin ich nicht sonderlich beeindruck oder überrascht. Aber ich meine herauszuhören, dass die Bandmitglieder besser miteinander klarkommen als in der schwierige Zeit seit "The Hearing and the Sense of Balance" (1995).

PVG: Jetzt kommt - da es vermutlich nie zu einer Fury In The Slaughterhouse Revision bei Platten vor Gericht kommen wird - deine einmalige Gelegenheit auf ein Ranking der Alben!

Ingo:
1. Jau!
2. Mono 
3. The Hearing and the Sense of Balance
4. Hook-A-Hey
5. Fury In The Slaughterhouse
6. - 15. Die anderen Alben. 




25. August 2026

Brandon Flowers - Thrasher


Brandon Flowers testet aus, was er dem Plattenrichter Volker noch vorsetzen kann, um weiterhin 8 Punkte für seine Solo-Machwerke zu erhalten. Sowohl bei „Flamingo“ (2010) als auch bei „The Desired Effect“ (2015) rettete Folk-er dem Sänger von The Killers den Punkteschnitt. Als so halbwegs (5,000 bzw. 5,875 Punkte).

Jetzt kommt Brandon Flowers mit einem lupenreinen Country-Album daher, das noch einen Schritt weiter geht als „Pressure Machine“ (2021) und nur noch in wenigen (guten) Momenten (wie „Angel“) an Bruce Springsteen denken lässt. Im historischen RCA Studio A in Nashville entstanden die 10 Songs, die von Shawn Everett (Kacey Musgraves, the War On Drugs, Weezer, Beck) und Jonathan Rado von Foxygen (Weyes Blood, Father John Misty) produziert wurden. Zudem wurden echte Country- und Folk-Größen ins Studio geholt: Gitarrist David Rawlings, Pedal-Steel-Gitarrist Bruce Bouton, Mundharmonika-Legende Charlie McCoy (Bob Dylan) und Sängerin Margo Price. 

Das Album reflektiert Flowers’ Kindheit und Jugend im ländlichen Nephi, Utah, Themen sind Erinnerungen, Glaube, Familie und Nostalgie. Zwischen Country & Western, Americana und Roots Rock wünscht man sich, dass sein Vater in Brandons Kindheit in den 80er Jahren bei langen Autofahrten etwas anderes als Country-Tapes ins Kassettenfach des Wagens geschoben hätte.  


 


Aber dann bricht er doch immer wieder die Klischees, die er so lustvoll heraufbeschwört. In „Tigers Blood“ will die Cheerleaderin bloß noch raus aus dem Kaff, und die Jungs kriegen einen Harten, weil sie Mortal Combat spielen. Dieses Spiel geht so weit, dass Flowers manche Metapher zur Karikatur verrutscht: „The things that we can’t explain / Roll on like a runaway train.“

Aber vielleicht ist das auch Absicht, schließlich dürfte Flowers in den Genre-Konventionen geübt sein, haben doch auch seine Killers die Synthies zuletzt zusehends mit Americana ersetzt. Aber dermaßen innig hat Brandon Flowers noch nie seinen inneren Willie Nelson umarmt.


24. August 2026

Weezer - Weezer (Gold Album)


10 Fakten zum neuen Album von Weezer:

1. Solange Rivers Cuomo Lust hat, Alben nach Farben zu benennen, gehen Weezer die Namen realistisch gesehen niemals aus – selbst wenn sie sich nur auf die gängigsten Alltagsfarben beschränken, reicht der Vorrat problemlos für noch ein Dutzend weitere Alben. Aktuell stehen wir bei sieben selbstbetitelten Weezer Album mit coverbedingtem Farbzusatz: Blue Album (1994), Green Album (2001), Red Album (2008), White Album (2016), Teal Album (2019), Black Album (2019) und nun Gold Album (2026).
 
2. Etwas komplizierter stellt sich die Zählweise der Studioalben dar: Seit dem letzten Studioalbum „Van Weezer“ (2021) brachten Weezer im Jahr 2022 mit dem Projekt „SZNZ“ (Spring, Summer, Autumn, Winter) gleich vier Veröffentlichungen innerhalb eines Jahres heraus. Es handelte sich um vier Mini-Alben mit jeweils 7 Songs, die zwischen 20:51 und 24:16 Minuten dauerten. Häufig werden diese Werke als vollständige Alben mitgezählt, so dass Weezer mit ihrer neuesten Veröffentlichung bei ihrer 20. Platte angekommen wären.  

3. Die 10 Songs von „Weezer (Gold Album)“ laufen auch nicht viel länger als diese Mini-Alben: Nach 32:48 Minuten ist der Spaß vorbei. Aber „Pinkerton“, „OK Human“ und „Van Weezer“ waren ja noch ein weniger schneller durchgelaufen.


 


4. Überraschung bei der Plattenhülle: Das Cover des Gold Albums zeigt keine Fotos der Bandmitglieder. Stattdessen ist die Hülle als minimalistisches, metallisch glänzendes / strukturiertes Gold-Cover gestaltet, in das fünf Symbole eingeprägt (embossed) sind. Neben dem offiziellen =w= Band-Logo von Weezer sind vier individuelle Symbole, die jeweils eines der vier Bandmitglieder (Rivers Cuomo, Patrick Wilson, Brian Bell, Scott Shriner) repräsentieren, zu sehen.

5. Obwohl das =w= Logo seit über 30 Jahren das Markenzeichen der Band auf Live-Konzerten ist, hat Weezer es bis jetzt nie auf der Vorderseite eines ihrer regulären Alben verwendet. Unterhalb des Logos sind auf dem Cover noch zwei Hände, bei denen die Daumen ineinander verhakt oder gegeneinander gelegt werden, während die Zeigefinger und Mittelfinger schräg nach oben gestreckt sind, um die Form eines „W“ zu bilden, zu sehen, da diese von Fans auf Konzerten traditionell der Bühne entgegengehalten werden.

6. In seinen Händen kann man „Weezer (Gold Album)“ auch, und zwar als CD, Kassette und LP (yellow gold Vinyl, black gold Vinyl, rose gold Vinyl, white gold Vinyl, gold vinyl, black Vinyl). Bei Blood Records gab es die auf 1000 Exemplare limitierte iridescent horizon pearl flip LP. 

7. In der Historie von Weezer gab es - abgesehen vom Cover-Album „Weezer (Teal Album)“ - bisher erst drei Songs, bei denen Rivers Cuomo nicht als (Mit-)Komponist gelistet war. Nun kommen gleich drei weitere hinzu: „Shine Again und „Nowhere“ stammen von Patrick Wilson, „The LA Sound“ wurde von Brian Bell und Luther Russell komponiert.


  


8. Mit „Shine Again“, „We Might As Well Be Strangers“ und „C.E.O.“ (eine Sequel zu „Undone - The Sweater Song“ vom Debütalbum und im dazugehörigen Video großartig umgesetzt) wurden aber andere Titel als Singles ausgewählt. Auf „We Might As Well Be Strangers“ ist Karly Hartzman, Sängerin der Band Wenesday, zu hören.


 


9. Das Album wurde von Kenny Beats (Vince Staples, IDLES, Thundercat, Geese) und Klas Åhlund (Robyn, Britney Spears, Kesha, Charli XCX, Ghost) produziert.

10. Irland, England, Schottland, Frankreich, Niederlande, Norwegen, Schweden und Finnland - für die angekündigte Europa-Tournee zum „Gold Album“ ist Deutschland leider komplett außen vor.


21. August 2026

The Veils - Fragile World


Dem im letzten Jahr veröffentlichten „Asphodels“ ließ Finn Andrews bereits in diesem Jahr mit diesen Worten ein weiteres Album folgen: „Asphodels war so leise und introspektiv, dass ich einfach etwas Kraftvolles und voller Leben machen wollte.“

Wer jetzt erwartete, dass „Fragile World“ (black Vinyl, ultra clear Vinyl, blue translucent Vinyl) ein ähnliches Höllengebräu wie das aus Post-Punk, Blues und Gothic Rock gemischte „Total Depravity“, das stilistisch ziemlich aus der Discographie von The Veils ziemlich heraus sticht, sah sich getäuscht. 

Statt dessen schlugen Andrews, sein Produzent Tom Healy (Tiny Ruins, The Chills) und Schlagzeuger Joe McCallum zusammen in Neuseeland einen nur leicht dynamischeren, aber deutlich poppigeren und direkteren Weg bei den live to tape Aufnahmen ein. 

Der Rolling Stone hört U2 und Coldplay durchscheinen, der musikexpress fühlt sich an „die tolle, gerne ins Pathos driftende Pop-Rock-Band Deacon Blue“ erinnert. Dem kann man durchaus zustimmen, muss aber ergänzen, dass die 10 Songs von „Fragile World“ keine Stadien füllen werden. Zwar könnten „Lungs“, „New Day“ oder „My Foolish Heart“durchaus im Radio gespielt werden, aber weniger Piano und Schlichtheit, mehr Gitarren, Tempo und Dramatik wären schön gewesen. Wem das abschließende „In This Heart“ begekannt vor kommt, der hat es a capella auf Sinéad O’Connors „Universal Mother“ (1994) gehört.      

The Veils in Deutschland:
24.11.26 Berlin, Gretchen
25.11.26 Hamburg, Molotow


 


Dank Andrews unaufgeregt stoischem und nur gelegentlich larmoyantem Vortrag und der offenen Struktur des Materials klingen da oft spirituell anmutende Untertöne mit, wie man sie etwa von Van Morrison oder ähnlich getakteten Zeitgenossen kennt. Auf der musikalischen Seite kommt das dem nahe, was The Slow Show oder The National – mit teils anderen Mitteln – auch machen. Andrews nutzt dabei lyrische Beschreibungen der zerfallenden Gewissheiten in der zunehmend instabileren Welt als Metapher für den kreativen Prozess, nachdem das Album in einem offenen kreativen Dialog zustande kam. (…) 
Dass auch Andrews keine Antworten auf die drängenden Fragen der Gegenwart hat, wird dabei oft durch den vorsichtig tastenden Charakter der neuen Musik deutlich. Andrews beschränkt sich darauf, in Songs wie dem Titeltrack „Little White Bird (Fragile World)“ oder „The Widening Dark“ kommentierend seinen Gospel according to feilzubieten und findet dabei nur gelegentlich einen Silberstreif am Horizont, dem es entgegenzustreben gilt. Dabei entstehen dann Tracks wie „New Day“ oder „These Are The Days“, die auch musikalisch etwas mehr bieten, als verklärte Kontemplation und mit einer kämpferischer bzw. versöhnlicher Note aufwarten. 


20. August 2026

Grandmas House - Baby You’re A Winner


Bei der nächsten Aktualisierung der Encyclopædia Britannica wird hinter dem Begriff „Reibeisenstimme“ ein Foto von Yasmin Berndt zu sehen sein, samt Link zu ihrer Band Grandmas House.

Das aus Bristol stammende Quartett wurde von Yasmin Berndt (Gesang, Gitarre) und Poppy Dodgson (Gesang, Schlagzeug) gegründet und später von Zoë Zinsmeister (Bass, Gesang) und Polly Jessett (Gitarre) vervollständigt. Seit 2021 haben sie im Zwei-Jahres-Rhythmus drei EPs veröffentlicht, nun folgt das Debütalbum.

„Baby You’re A Winner“ wurde von Ali Chant (PJ Harvey, Perfume Genius, Yard Act) produziert und in dessen The Playpen Studio aufgenommen. Auf den 12 dynamischen Songs rocken sich die Damen durch Alternative Rock, Post-Punk und Grunge, bauen stellenweise Bläser- („Dog“) sowie ruhigere Folk-Texturen („Soaked“, „Spring“) ein und stellen den stimmlichen Gegensatz zwischen Yasmin Berndt und Poppy Dodgson besonders heraus („Taxidermy“). 

Wenn Pixies, Nirvana und Idles häufiger auf deinem Plattenteller landen, dann könnte auch Grandmas House etwas für dich sein. „Baby You’re A Winner“ ist als CD und LP (White Vinyl, Yellow Vinyl with a Red Marble Effect, White with Smoke Marble Vinyl) erhältlich.

Grandmas House kommen im Herbst auch nach Deutschland:
07.10.26 Köln, Bumann & Sohn
11.10.26 Hamburg, Hafenklang
18.10.26 Berlin, Neue Zukunft
19.10.26 München, Substanz


 


 


 




19. August 2026

Elanor Moss - The Knife, The Needle


Klar, wenn man in Lincolnshire (England) in einer katholischen, kreativen Familie aufwuchs, Musik primär bei Kirchenveranstaltungen kennenlernte, englische und mittelalterliche Literatur in York studierte und dort eigene Songs auf Open-Mic-Abenden vortrug, dann will das mit Aufnahmen in New York City nicht richtig funktionieren. Kein Wunder, dass die Singer/Songwriterin Elanor Moss ihr Debütalbum in einer Hütte in den schottischen Highlands einfach neu aufnahm und den rockigeren New York-Ansatz einfach verwarf. Zu hören sind die neun Songs von „The Knife, The Needle“ nun in sanften, intimen Folk-Fassungen, so dass man Moss zwischendurch tief durchatmen und „Secrets, Take Two“ ankündigen hört oder auch Vogelgezwitscher lauschen kann. Es dominieren die Akustikgitarre und Moss’ Stimme, dazu gesellen sich Bläser- und Streicherarrangements, so dass Freunde von Joni Mitchell bis Nick Drake gefallen an dem Album finden werden. „The Knife, The Needle“ ist als CD und LP (Clear Purple Wave Vinyl) über Merge Records erhältlich.


 


 




18. August 2026

The Anchoress - As We Once Were


Dass auf „Versions“ (2023), dem zuletzt veröffentlichten Cover-Album von The Anchoress, kein Song von Mansun sein würde, war absehbar. Denn Catherine Anne Davies wurde im November 2022 eine sechsmonatige Stalking-Schutzanordnung gegen ihren langjährigen musikalischen Partner Paul Draper zugesprochen. Dem ehemaligen Frontmann von Mansun wurde vorgeworfen, Davies gestalkt und „beleidigende sowie sexuell geprägte“ Nachrichten verschickt zu haben.

Zumindest ihr Verhältnis zu James Dean Bradfield scheint ungetrübt zu sein. Er war auf ihrem Album „The Art Of Losing“ (2021) zu hören, nachdem Catherine Anne Davies 2018 auf der Manic Street Preachers Single „Dylan & Caitlin“ (2018) als Duettpartnerin fungierte. Seitdem trat sie mehrmals mit der walisischen Band auf und selbstverständlich fand auch einer ihrer Songs („This Is Yesterday“) auf das Coveralbum von The Anchoress. 


   


Selbstverständlich ist Bradfield auch auf „As We Once Were“, dem dritten Studioalbum von The Anchoress, als Sänger und Gitarrist auf dem Song „Throw Over Your Man“, der von den Liebesbriefen zwischen den Literaturlegenden Virginia Woolf und Vita Sackville-West inspiriert wurde, vertreten. Mit Hannah Peel („All Fall Down“) und Gwenno („I Had A Baby Not A Lobotomy“) gibt es zwei weitere bekannte Mitstreiterinnen. Die junge Londoner Singer/Songwriterin Eaves Wilder, die auf dem Track „Damsels“ zu hören ist,  war mir vorher noch nicht bekannt.


 


„As We Once Were“ entstand über einen Zeitraum von zwei Jahren, in denen Davies nach der Geburt ihrer Tochter musikalische Ideen sammelte. Sie produzierte das Werk selbst in ihrem Studio „Black Lodge“, für den Mix zeichneten Dave Eringa (Manic Street Preachers, Idlewild) und Mikko Gordon (The Smile, Idles) verantwortlich, das Mastering übernahm Jon Astley (The Who, Tori Amos). Davies beschreibt das Album als „ein Gespräch über vier Generationen von Frauen hinweg“, da es einerseits die Töne ihres eigenen Nachwuchs gab und sie andererseits die Stimme ihrer Großmutter auf einer Kassette auf dem Dachboden ihrer Mutter entdeckte. Sie erforscht auf den 14 Titel (inklusive kurzen instrumentalen Episoden) Themen wie Verlust, Trauma und Elternschaft sowie die Wiedergeburt. 

„As We Once Were“ ist als CD (Gatefold CD Album, Deluxe 2CD Hardback Media Book), Kassette und Doppel-LP (Linen Vinyl, Coral Vinyl, Blue Vinyl) erhältlich.


The cleverly-titled "I Had a Baby Not a Lobotomy" finds Davies dealing with perceptions of women after they have children. It's a little Annie Lennox-y, and sleek and supple too. Elsewhere, "Damsels" benefits from guest vocals from Eaves Wilder, with the track clearly showing its inspiration from stuff like Cocteau Twins and early Slowdive. An appearance from Dominic Chad from Mansun on guitar on "What You Did" gives that number a suitably windswept sheen.
Even without significant guests, stuff like the title track is smart synth-rock that blends Davies' own highly personal POV with a style that has broader appeal, even as the intimate and Lennon-y "All I Really Want is Peace" hits a lush note in the right way. That Davies is able to maintain her vision equally well on tracks that are just her as well as on others with such distinctive guest musicians makes As We Once Were all the more impressive.
(…) This is big, bold music with lyrics that go a little deeper, thankfully, and tracks which both soar and ruminate. This new effort from The Anchoress is highly recommended.


17. August 2026

Man/Woman/Chainsaw - Cannonball


Bitte auf jeden Fall einen Platz in euren diesjährigen Singles Charts für „Nosedive“ von Man/Woman/Chainsaw reservieren!


 


Das Londoner Sextett besteht aus Billy Ward (Gesang, Gitarren), Emmie-Mae Avery (Gesang, Keyboards), Vera Leppänen (Gesang, Bass), Clio Starwood (Geige), Billy Doyle (Gitarre) und Lola Cherry (Schlagzeug). Bereits mit 14 Jahren musizierten Ward und Leppänen gemeinsam, drei weitere Bandmitglieder wurden an ihrer Schule gefunden und 2019 stand das komplette Lineup des Sextetts. Bis zu den ersten Singles, „Any Given Sunday“ (2022) und „What Lucy Found There“ (2023), sollte noch etwas Zeit verstreichen, für ihre erste EP („Eazy Peazy“, 2024) mit sechs Songs nahm sie Fat Possum Records unter Vertrag. Bei einem weiteren Label (So Young Records) erschien 2025 die Doppel-A-Seiten-Single „Adam & Steve“ / „Only Girl“ und dann schlug Fiction Records für das Debütalbum zu und nahm Man/Woman/Chainsaw unter Vertrag. Für die 11 Lieder auf „Cannonball“ verzichtete die Band mit Ausnahme von „Only Girl“ auf alle zuvor veröffentlichten Songs. 

„Cannonball“ bietet stürmischen Indiepop mit Streichern, rumpelnd-sperrigen Noiserock und unkonventionellen Artrock mit vielstimmigem Gesang, irgendwo zwischen Arcade Fire und Black Country, New Road. Das Album ist als CD und LP (Black Vinyl, Red Vinyl, Blue and Clear Marble Splatter Vinyl, Berry Vinyl, Black with Orange, Yellow & Cream Splatter Vinyl) erhältlich.


 


Elf Tracks zeigen die Bandbreite und Spielfreude der fröhlichen Schar. Vier Frauen, zwei Männer. Gleich der erste Track „Only Girl“ hat das Zeug zum Indie-Hit. Hymnisch nimmt man Bezug auf eine Endsiebziger-Singer/Songwriter-Tradition der Wärme und Kraft, setzt die Violine als gleichberechtigtes Instrument ein, bespielt Überschwang und Lebenslust.

Der Jetzt-schon-Hit „Nosedive“ bezieht sich klar auf die frühe, noch gute Phase von Arcade Fire, die die Band ja auch nur vom späteren Nachhören kennen kann, denn da war noch keines ihrer Mitglieder geboren. Tja. Hier muss und darf jede:r der begabten Sechs ran. Mal besingt einer der schmalen Boys in Nick-Cave-Manier den „Goddamn Lizard Man“, mal wird Lola-Young-Qualität erreicht („Still Angry“). Zwischen „Poison“ und Prog-Rock verführen die elf Tracks. Aus ihren verwaschenen, schlecht sitzenden 2000er-Outfits heraus verblüffen die Musiker:innen aufs Schönste. 





14. August 2026

Phoebe Bridgers - Lost Weekend


10 Fakten zum neuen Album von Phoebe Bridgers:

1. Als erste und bisher einzige Single wurde am 25. Juni 2026 „Lost Boys“ veröffentlicht. Es ist ihr erster Song, der in die UK Singles Charts einziehen konnte (#50) sowie ihre höchste Platzierung in den US Adult Alternative Airplay Charts (#3).  

2. Das Video zu „Lost Boys“ entstand unter der Regie von Lance Oppenheim und Pablo Rochat. In diesem ist auch der Schauspieler Skyler Gisondo („Santa Clarita Diet“, „Licorice Pizza“) zu sehen, mit dem Bridgers für den Film „Primetime“, der im Herbst in die Kinos kommen wird, zu sehen. Regie führte der bereits erwähnte Lance Oppenheim. Im Videoclip ist Bridgers als Elfe in einem LARP-Spiel auf einem Renaissance-Markt sowie abschließend im Videospiel „RuneScape“ zu sehen.  


 


3. Nachdem Phoebe Bridgers 2017 („Stranger in The Alps“), 2018 („Boygenius“, als ein Drittel von Boygenius), 2019 („Better Oblivion Community Center“, als die andere Hälfte von Conor Oberst bei Better Oblivion Community Center ) und 2020 („Punisher“) ein Album nach dem anderen veröffentlichte, trat sie danach etwas auf die Bremse: erst 2023 folgte, erneut mit Boygenius, „The Record“ und 2025 eine selbst gewählte Auszeit. Blickt man nur auf ihre Soloalben, so sind seit „Punisher“ stolze 6 Jahre, 1 Monat und 28 Tage (insgesamt 2.249 Tage) vergangen.

4. „Lost Weekend“ erscheint, wie die beiden Vorgänger, über Dead Oceans. Das Album bietet 16 Songs (darunter u.a. eine Reprise des Titelsongs) und dauert 52:26 Minuten. Es steht am 14. August 2026 als CD, Doppel-LP und Kassette in den Plattenläden.

5. Die besonderen Vinyl-Varianten sind: „Rogue Planet“ Edition (Green Vinyl with Glow-in-the-Dark Splatter), „Far Side of the Moon“ Dinked Edition (Custom Colored 2xLP im Spezial-Gatefold), „Pluto Glaciers“ Edition (Clear with Ice Blue & White Splatter), „Pale Blue Dot“ Edition (Pale Blue Opaque Vinyl), „Neptune Winds“ Edition (Dark Blue with Silver Glitter Vinyl), „Regolith“ Edition (Clear Vinyl with Silver Glitter Vinyl), „Europa Ice“ Edition (Blue 2-Color Galaxy Effect with Glitter Vinyl) und „Zodiacal Light“ Edition Iridescent White with Blue and Glitter Streaks Vinyl).

6. Es wurde, erneut wie die beiden Vorgänger, von Phoebe Bridgers, Ethan Gruska von The Belle Brigade und Tony Berg (Boygenius, Taylor Swift) produziert. Hinzu stieß diesmal noch der Produzent Jack Antonoff (Lana del Rey, Taylor Swift, Lorde, St. Vincent, Florence + the Machine).

7. Die Liste der Gastmusiker und Co-Songwriter ist lang, prominent besetzt und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit: Alex G, Blake Mills, Jack Antonoff, Bo Burnham, Maya Hawke, Meg Duffy, Damien Jurado, der Kern von Bright Eyes (Conor Oberst, Mike Mogis und Nate Walcott) und die restlichen zwei Drittel von Boygenius (Julien Baker, Lucy Dacus). 

8. Das Album ist ihrem im Dezember 2022 verstorbenen Vater Tony Bridgers gewidmet. Auf dem kurzen Track „Never Going Back!“ ist eine echte Voicemail von ihm zu hören, unterlegt mit Banjo-Klängen. Inhaltlich behandelt „Lost Weekend“, neben dem Verlust und der Trauer um ihren Vater, die Verarbeitung vergangener Beziehungen (u. a. Anspielungen auf die gelöste Verlobung mit Paul Mescal im Titelsong) und die Auseinandersetzung mit Entfremdung durch Ruhm.

9. Bei Metacritic scheint für Phoebe Bridgers keine Grenze zu existieren: „Stranger in The Alps“ kommt auf einen Metascore von 82/100, „Punisher“ steht bei 90/100 und „Lost Weekend“ aktuelle bei 92/100. Damit steht sie dort aktuell auf Platz 1 der Charts des Jahres 2026, da bisher noch kein anderes Album mehr als 89 Punkte aufweisen konnte.

Genau darin liegt die Kunst von "Lost weekend". Die Songs antworten einander, Erinnerungen tauchen anderswo wieder auf, alte Liebe steht neben neuer. "The past is looking brighter all the time", heißt es in "Liberty tree". Trotz Tony Berg, Ethan Gruska, Jack Antonoff, Alex G und Bridgers selbst an den Reglern klingt auch die Produktion wie aus einem Guss. Intimität, Entfremdung und Euphorie bekommen ihre eigene Form, Ausbrüche und abrupte Abbrüche wirken nie wie Gimmicks. Auch "Lost weekend (reprise)" ist mehr als ein obligatorischer Nachsatz. Über Orgel und ätherischen Stimmen bringt Bridgers dort die verschiedenen Fäden zusammen: "He's not coming back", heißt es über den Vater, aber "I still live by the things he taught me". Die alte und die neue Liebe, der Tod des Vaters und die eigene Abwesenheit aus der Öffentlichkeit finden in diesem letzten Song zusammen.


10. Auf der „The Lost Tour“ wird Phoebe Bridgers 2026 auch für zwei Auftritte in Deutschland gastieren:
08.12.26 Düsseldorf, PSD Bank Dome
09.12.26 Berlin, Velodrome


13. August 2026

Shearwater - The New World


Ob Jonathan Meiburg zu seinem 10. Geburtstag bereits das damals frisch gepresste „The Colour Of Spring“ (1986) geschenkt bekommen hat? Oder ob er als junger Teenager die weitere Wandlung von Talk Talk auf „Spirit Of Eden“ (1988) und „Laughing Stock“ (1991) mit verfolgt hat?

Vermutlich nicht. Das hindert ihn aber nicht daran, zusammen mit seinen festen musikalischen Mitstreitern Emily Lee und Dan Duszynski sowie zahlreichen Gastmusiker*innen in die großen Fußstapfen von Mark Hollis & Co. zu treten und diese so gut auszufüllen, wie nur wenige zuvor. 

Laurie Anderson spricht auf dem 7-minütigem „You and Your Dog“, Streicher spielen groß auf („Daydream Unbeliever“), Saxophon, Klarinette oder Flöte geben sich dem jazzigen Gedudel hin und Kalebasse, Tamma sowie Yabara scheinen ebenfalls Musikinstrumente zu sein. Zwischendurch hören wir in diesem atmosphärischen, rätselhaften Art Rock noch Feldaufnahmen von deutschen Kirchenglocken und Amseln, tasmanischen Flüsse und Waldraben oder Kojoten in den kalifornischen Bergen.

Vier Jahre arbeiteten Shearwater an „The New World“, das in London, Berlin, New York und dem Hauptquartier der Band in Texas aufgenommen wurde und sich für die Bezeichnung „Kopfhörerplatte“ qualifiziert. Vielfach wird vom besten Album in der mittlerweile auch schon 25-jährigen Karriere der Band gesprochen.


 


Atmosphäre ist alles, Klang schwillt langsam an und wieder ab, im Hintergrund schabt irgendetwas, weiter vorne wird eine Gitarre wie aus Versehen angeschlagen, ein Baby schreit, eine Kirchenglocke ist zu hören oder ein Kojote, ein Blasinstrument meldet sich schüchtern, Songstrukturen verlieren sich immer mal wieder im Ungefähren, und Meiburg singt davon, dass dieses Leben irgendwie gar nicht so einfach, sondern ziemlich kompliziert ist.

„Forget all that you knew before“, singt er in „More And More“, und in dem Song kommen auch Karakaras vor. Diesen Vögeln, den kleinsten Raubvögeln der Welt, zu Hause in Mittel- und Südamerika, ist Meiburg jahrelang hinterher gereist, um sie zu erforschen. Er hat darüber ein Buch geschrieben. Soll auch toll sein, müsste man vielleicht mal lesen.


 


The New World erfordert (und belohnt), dass man sich Zeit nimmt für die neun teils langen Tracks – vorzugsweise unter guten Kopfhörern, denn dies ist auch eine brillant produzierte Headphones-Platte voller feiner Details und immer neuer Entdeckungen (Anspieltipps für HiFi-Fetischisten: A Mink In The Dusk, The High Ranges). Wenn im siebenminütigen Closer You And Your Dog zu Wieselmans virtuosen Klarinetten-Sounds und hauchzarten Piano-Tupfern die Avantgarde-Pop-Poetin Laurie Anderson (79) mit einer berührenden Spoken-Word-Performance zu hören ist, kehrt die von der US-Band angestrebte innere Ruhe, ein friedvoller Zustand tatsächlich ein – so wie man das von den besten Talk Talk-Alben kennt. Man taucht quasi ein in den Spirit of Shearwater.


12. August 2026

Finn Wolfhard - Fire From The Hip


2024 erreichte Maya Hawke für ihr Album „Chaos Angel“ 6,250 Punkte und damit Platz 231 bei Platten vor Gericht. 
2025 waren es für „Happy Birthday“ von Finn Wolfhard am Ende 6,500 Punkte und Rang 202.
Ein knapper Sieg also für den männlichen „Stranger Things“-Star, man könnte also sagen, Robin Buckley - Mike Wheeler 0:1.

Dieses Jahr gehen sie mit ihren neuen Alben ins direkte Duell: Maya Hawke legte im Mai mit „Maitreya Corso“ vor, im Juli zog Finn Wolfhard mit „Fire From The Hip“ nach.

Anders als seine Schauspiel-Kollegin komponiert Wolfhard seine Songs allein und fungierte hier auch als alleiniger Produzent. Aufgenommen wurde die 12 Songs im Februar 2026 in den Pachyderm Studios in Cannon Falls, Minnesota. Der rohe LoFi-Charme seines Debütalbums, das auf Vier- und Acht-Spur-Kassettenrekordern aufgenommen wurde, ist einer professionelleren 24-Spur-Aufnahme samt größerer Arrangements gewichen. So hören wir vereinzelt Streicher („Crater“), Bläser („I’ll Let You Finish“), Geige („The Climb (Not That One)“), Mandoline („Maggie“) und mehrfach Piano. Man kann es schon erahnen: Schlenker in Richtung Folk und Country sind dabei inkludiert.

Das Album entstand weitgehend live mit seiner Studioband bzw. Gastbeträgen von u.a. Mitgliedern der Band Twin Peaks, um die ungezwungene Live-Energie einzufangen, für die Wolfhard klassische Rockalben der Rolling Stones wie „Exile on Main St.“ und „Beggars Banquet“ als Inspiration nennt. Der Slacker Rock von Pavemet oder den Alternative Rock von Eels sollten ebenfalls als Referenzen genannt werden.

„Fire From The Hip“ ist als CD und LP (black Vinyl, half moon baby blue + white Vinyl, blue /orange split Vinyl) erhältlich.


 


Fun, light, and melodic, the album opens with the Kanye-referencing ‘I’ll Let You Finish’, before segueing into the breezy ‘Common Side Effects’, with melodies worthy of cult Stateside power pop group The Apple in Stereo.
‘Lights Go Down’ is a sultry, slowed-down groover that puts you in mind of Mac DeMarco – “riddle me this: how long was I out and how much did I miss” – while ‘Follow’ is a perfectly formed new wave pop song.
‘Tunnels’ puts you in mind of Guided By Voices – no bad thing! – with its torn and tattered indie pop aspects, while the acoustic driven ‘Trail’ is Finn at his most exposed and honest. ‘Crater’ is a curious 70s-leaning stomper, while the coy ‘Oscilloscope’ is all sharp angles and lyrical barbs worthy of Mark E Smith.
If ‘Maggie’ aims for Americana directness – a recurring theme on the album – then ‘Nice To Meet You Again’ doubles down on this, a blast of melodic purity with its stop-start rhythms. The downcast ‘Good Morning’ is a hushed 5am jewel, before closer ‘The Climb (Not That One)’ – “is it alright if I do another take?” – revels in creativity.




10. August 2026

Trashcan Sinatras - Ever The Optimist


1986 gründete sich die schottische Band Trashcan Sinatras, die 2016 zum 30. Bandjubiläum ihr sechstes Studioalbum „Wild Pendulum“ veröffentlichte. In den Charts war die Band nie besonders erfolgreich: 1993 war das diesbezüglich das beste Jahr der Trashcan Sinatras, denn das Album „I’ve Seen Everything“ erreichte Platz 50 der Charts und die erste Single daraus, „Hayfever“, Platz 61. Bei Freunden von The Smiths, Prefab Sprout oder Aztec Camera machten sie sich dennoch einen Namen für ihren feinsinnigen, melodischen Indie-Pop mit ausgefeilten Gitarrenarrangements und Wortwitz.  

Möglicherweise dachten sich Francis „Frank“ Reader (Gesang, Gitarre), John Douglas (Gitarre, Gesang), Paul Livingston (Gitarre), Stephen Douglas (Schlagzeug, Gesang) und Davy Hughes (Bass), dass auch zum nächsten runden Geburtstag ein neues Album eine feine Sache wäre und so begannen sie aufgrund der geografischen Distanzen per Fernarbeit via digitalem Datenaustausch mit den Arbeiten an ihrem siebten Studioalbum.

„Ever Thge Optimist“ erschien am 31. Juli 2026 über ihr eigenes Label TCS Recordings (Raven Black Vinyl, Goldfinch Gold Vinyl, Cardinal Red Vinyl, Kingfisher Blue Vinyl) und bietet 11 Songs zwischen Sophisticated Indie-Pop, Jangle-Pop und Folk-Pop in 40 Minuten. Paul Savage (Mogwai, The Delgados) zeichnete für Produktion, Engineering, Mix und Mastering verantwortlich, Green Gartside von Scritti Politti steuerte Gesangsharmonien zur Ballade „Hold On To Today“ bei und Tacyanne Campbell, Sängerin von Camera Obscura, ist im Duett „Bad Husband“ zu hören.

Im Juni 2026 trafen sich alle fünf Mitglieder erstmals seit fast sieben Jahren wieder persönlich zu einem geheimen Auftritt im Harbour Arts Centre in Irvine, um ein Musikvideo zum Album zu drehen und das 40-jährige Jubiläum der Bandgründung zu feiern. 
Möglicherweise war dies das letzte fröhliche Beisammensein des Quintetts, denn heute vor einer Woche, am Montag, den 3. August 2026, verstarb Gründungsmitglied John Douglas im Alter von 63 Jahren nach kurzer Krankheit. Verheiratet war er mit der Sängerin Sadenia „Eddie“ Reader (Fairground Attraction), der Schwester des Trashcan Sinatras-Sänger Frank Reader. John Douglas’ Tod trat nur drei Tage nach dem Erscheinen des Albums „Ever The Optimist“ ein.


 


 


This is not wistful nostalgia, however. This is clearly a record made by men in their 60s who have been through label issues (the dissolution of their ’90s old label Go! Discs), the loss of their Shabby Road studio, and longtime label limbo, before re-emerging as a self-financed unit starting with 2009’s In the Music. They were pioneers in selling their music directly to fans (including live shows recorded directly onto flash drives) and playing a plethora of D.I.Y. house shows to long-time fans willing to travel to see them in intimate environments. On top of all that, guitarist John Douglas also beat cancer and made a terrific solo album in 2023. In other words, they are consummate survivors, and it shows in the grooves here.
Elsewhere, “Bad Husband” is a duet with none other than Scottish compatriot Tracyanne Campbell of the recently reunited Camera Obscura (another veteran band well familiar with adversity and tragedy) and “Hold On To Today” features Green Gartside of Scritti Politti. And furthermore, to drive the point home further, the chorus of the closing track “Learning to Love Your Ghost” features the band’s lead singer Francis Reader fittingly singing “I will float” as some of the last lyrics on the entire album.


 




7. August 2026

The Darling Buds - Same Sun / Same Sky


Und weiter geht es mit der Reihe „Comebacks, auf die die Welt gewartet hat, oder?“ und der walisischen Band The Darling Buds, welche ihre Fans 34 Jahre auf ein neues Studioalbum haben warten lassen. Aber der Reihe nach…

Der Name der Band stammt aus H. E. Bates’ Roman „The Darling Buds of May“, dessen Titel auf die dritte Zeile von William Shakespeares Sonett 18 zurückgeht. Gegründet wurde die Band 1986 von der damals 19-jährigen Sängerin Andrea Lewis und dem Gitarristen Geraint Farr. 1989 darf mit Fug und Recht als DAS Jahr in der Historie der Darling Buds bezeichnet werden: Nachdem die Single „Hit The Ground“ bis auf Platz 27 der UK Charts geklettert war, durften sie bei Top Of The Pops auftreten, das Debütalbum „Pop Said…“ erschien und erreichte Platz 23 der Charts, zudem zierte die Band in diesem Jahr die Cover des Melody Maker sowie des NME.
In den folgenden vier Jahren gab es Wechsel im Lineup, zwei wenig bis gar nicht erfolgreiche Alben („Crawdaddy“, 1990, und „Erotica“, 1992) und schließlich die Auflösung der nach Los Angeles umgesiedelten Band.

Erst 2010 trat Andrea Lewis (ohne Geraint Farr) erstmals wieder unter dem Namen The Darling Buds auf, ab 2013 folgten weitere Konzerte. 2017 erschienen vier neue Lieder in Form der „Evergreen“ EP, 2023 veröffentlichte Cherry Red Records eine große Werkschau mit 85 Songs auf 5 CDs, deren Titel („Killing For Love: Albums, Singles, Rarities, Unreleased 1987-2017“) eigentlich alles aussagt. 

Über das gleiche Label kam nun „Same Sun / Same Sky“ als CD und LP heraus. Es bietet 12 neue Gitarrenpop-Songs, die in der Besetzung mit Andrea Lewis (Gesang), Paul Chaz Watkins (Gitarre, Keyboards), Erik Stams (Schlagzeug, Percussion), Dave Corten (Bass) und Matt Gray (Gitarre) gemeinsam komponiert und aufgenommen wurden.


 


Die einzige personelle Konstante ist Sängerin Andrea Lewis, kein Wunder, dass sie nun auch auf dem Cover des Comeback-Albums zu sehen ist. Die Musik hat sich im Vergleich zu den Neunzigern kaum verändert: The Darling Buds spielen Gitarrenpop zwischen guter Laune und bittersüßer Melancholie, integrieren Elemente aus Soul, Dream Pop und 60ies-Beat.

Neu ist die folkige Nostalgie von „Giddy In A Good Way“. Die große Stärke von SAME SUN/SAME SKY: Diese Musik klingt zwar wie früher, dabei aber nicht alt. Was wohl daran liegt, dass sich die Darling Buds nie über Testosteron definiert haben.


6. August 2026

Art School Girlfriend - Lean In


Vor zwei Jahren erreichte Marika Hackman für „Big Sigh“ 7,500 Punkte und landete auf Platz 50 bei Platten vor Gericht. Warum das bei der Vorstellung von „Lean In“ erwähnt wird? Weil Art School Girlfriend das musikalische Projekt von Polly Louise Mackey ist, welche mit Marika Hackman verheiratet ist.

Die walisische Musikerin, Songwriterin und Produzentin spielte früher in einer Shoegaze-Band namens Deaf Club, fokussierte sich aber nach deren Auflösung auf Art School Girlfriend und andere Musikrichtungen. Das erste Album „Is It Light Where You Are“ (2021) erschien über Wolf Tone, das Label des Produzenten Paul Epworth. Der Nachfolger, „Soft Landing“ (2023), sowie das neue Album kamen über Fiction Records heraus.

„Lean In“ wurde in Polly Mackeys eigenem Studio in East London von ihr selbst produziert. Sie kombiniert auf den 10 Songs Indie Rock, Elektropop, Dreampop und Electronica, so dass ich beim Hören an The xx und Beach House denken musste. Marika Hackman ist am Piano und bei den Backing Vocals zu hören, beim Golden Leaves Festival wird sie vermutlich auch mit auf der Bühne stehen.


But she comes bursting out of that cocoon with the giddy house pulse of the album’s second track, “L.Y.A.T.T.” (Love You All The Time). The danceable positivity of the track hymns the security of love in unstable times. “On the days that we don't speak that much at all,” Mackey sings. “When your mind is moving somewherе I can't go/ It's a kick inside that's deep enough to know/ I know that I love you all the time.”
Similar assurances, anchored by a gothic sludge of electric guitar, underpin the “The Peaks”, with its simple chorus assurances of, “I won’t leave”. Mackey’s relationship with indie folk singer/songwriter Marika Hackman (who she married in 2024) has been described as “the stuff of gay indie pop legend”; fans will surely rejoice at this possible insight into their life together.



 


 




5. August 2026

Ellur - At Home In My Head


Gerade höre ich mich ein wenig in die unbekannteren Acts des Golden Leaves Festivals ein. Bei Agnes Obel, Mine, Kat Frankies BODIES, Hundreds, Austra, Pale Waves oder Poliça kann ich mir recht gut vorstellen, was mich Ende August in Darmstadt erwarten wird, aber bei Luvcat, Girl In The Year Above oder Soft Loft? 
Meine liebste Entdeckung bisher: die schottische Band Swim School, die ihr Debütalbum aber bereits im Oktober 2025 veröffentlicht hat, so dass ich mir hier den Sturm der Entrüstung bei einer Vorstellung im Sommer ’26 lieber ersparen möchte. Kommen wir statt dessen heute und morgen zu zwei Alben, die zweifelsfrei im richtigen Zeitraum veröffentlicht wurden.

Bei Ellur handelt es sich um die aus Halifax stammende Sängerin und Songwriterin Ella Megan McNamara, die sich auf der Suche nach einem Künstlernamen von der lokalen Yorkshire-Aussprache ihres Vornamens inspirieren ließ. Geprägt wurde sie musikalisch von der 90er-Indie-Rock-Plattensammlung ihrer Eltern und damit kommen wir zu einem Punkt, der hier auf jeden Fall erwähnt werden muss: Wen jemand beim Nachnamen gestutzt hat, dann war dies berechtigt, denn Ella ist die Tochter von Richard McNamara, dem Gitarristen von  Embrace, welcher deren Songs zusammen mit seinem Bruder / Ellas Onkel Danny schreibt. Beim Hören von „At Home In My Head“ darf man also neben Sharon van Etten, Sam Fender oder Wolf Alice auch an Embrace denken. Wäre „God Help Me Now“ nicht auch eine großartige Single von Embrace gewesen?


 


Das Album ist ein lyrisches Tagebuch über das Heranwachsen, Selbstzweifel und das Verlangen nach Sicherheit in den eigenen Gedanken. Die Trennung ihrer Eltern und das Aufwachsen in zwei unterschiedlichen Welten hat sie beispielsweise im Song „The World Is Not An Oyster“ (Coldplay dürften gern wieder solche Musik machen) thematisiert.

„At Home In My Head“ ist als CD und LP (glass clear Vinyl, black and white colour in colour Vinyl, black and white splatter Vinyl, black Vinyl (linen scented Sleeve)) erhältlich. 
    

  


 


Gold Help Me Now contrasts heavy drums and a sleek guitar riff with some bleak, cynical lyrics that will be very relatable to many: “I think too much / I’m all out of fucks.” Soon after, though, there is something almost poetic in the way McNamara’s delivery shifts, reflected in the line: “The love / We make / Repeat / Replace.”
The superb Missing Kid changes the mood, with its upbeat, jangly sound recalling Sam Fender.
The narrative suggests the idea of being at a loss, with no direction, reflected in its refrain: “And every road road leads me back to this / Every aisle I look down I’m looking like a missing kid.”
The Wheel is explosive and powerful, while Yellow Light addresses her Yorkshire roots. Lonelier In Heaven is much more stripped back instrumentally, leaving her vocals centre stage. Versatile and cohesive, its emotional intelligence and depth balanced with storytelling skill, ‘At Home In My Mind’ is a superb bow from an exciting talent.