27. Juli 2026

JJerome87 - The Canyon


Lang (mehr als 4 Jahre) nichts mehr gehört von unseren Siegern (Alt-J) des Jahres 2012 gehört. So gut (Platz 1 mit 8,500 Punkten) schnitt die Band aus Leeds (England) nach ihrem Debütalbum („An Awesome Wave“) nicht mehr ab, auch wenn die drei folgenden Alben („This Is All Yours“ (Platz 4 mit 8,125 Punkten), „Relaxer“ (Platz 26 mit 7,500 Punkten) und „The Dream“ (Platz 12 mit 7,875 Punkten)) sich hier (Platten vor Gericht) konstant in den oberen Gefilden des Jahresendlisten (2014, 2017 bzw. 2022) tummelten.

Nun hat Joe Newman (als JJerome87) ohne die beiden anderen Alt-J-Mitglieder (Thom Sonny Green, Gus Unger-Hamilton) ein Soloalbum („The Canyon“) veröffentlicht. Die größtenteils sanften, vielschichtigen und cineastischen Lieder (10 plus ein Interlude) entstanden in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Carlos de la Garza (Paramore, Best Coast, Bad Religion) und wurden zunächst nur über seine Webseite (www.jjerome87.com) veröffentlicht, erreichten aber mit etwas Verzögerung (sechs Monate) nun über Streaming-Dienste und als physische (CD und LP (black Vinyl, cream Vinyl, orange Vinyl)) Veröffentlichung (Mushroom Music) auch ein breiteres Publikum. Zu zwei („Brush Me Like A Horse“, „Track And Field“) der vier („Mr. Alligator“, „Green Velvet“) zuvor veröffentlichten Singles wurden Videos veröffentlicht, die man sich hier ansehen kann (unten).  

Der Autor (Josef Winkler) einer deutschen Musikzeitschrift (musikexpress) vergab an das Album eine stolze Wertung (5,5 von 6 Sternen):

Der Sound ist weich wie Zuckerwatte, die Melodien streicheln die Seele, Gitarren lauschen verliebt dem eigenen Klang hinterher, himmlische Gospelchöre kommen vorbei, der Blues schlürft ums Eck, und alles umfließt einen wie das Meer am Ende eines endlosen Sommers. Dass es mit „Quaaludes“ einen Song über das Beruhigungsmittel Methaqualon gibt, ist kein Wunder.

„Brush Me Like A Horse“ wiederum erzählt die Geschichte von dem Mann, der langsam in ein Pferd mutiert, aber es mutet weniger kafkaesk an als eher wie ein Märchen, eine Gutenachtgeschichte, alles atmet eine beruhigende Naivität. Und zum Ende von „Two Hearts“ schrauben sich schließlich die Streicher in die Höhe, als würden sie auf der Serpentinenstraße den Canyon erklimmen. Die Aussicht von dort oben ist grandios.


 




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