Zünden Slow Pulp auf ihrem dritten Album ein Feuerwerk an Melodien, oder wie ist das Plattencover von „Melodie“ zu verstehen?
Das in Chicago ansässige Quartett besteht aus Emily Massey (Gesang, Gitarre), Henry Stoehr (Gitarre), Alexander Leeds (Bass) sowie Theodore „Teddy“ Mathews (Schlagzeug) und erstmals in der Bandgeschichte arbeiteten Slow Pulp mit einem externen Co-Produzenten zusammen: Elliott Kozel (Rosalía, Lizzo, Soccer Mommy) unterstützte Henry Stoehr und Emily Massey bei der Produktion der 11 Songs. Für das Songwriting kehrte das Duo zu seinen Wurzeln in deren Heimatstadt Madison zurück und trotz dieser leichten Veränderungen in der Herangehensweise im Vergleich zum Vorgänger „Yard“ (2023), der während der Pandemie und in Isolation entstanden war, pendeln Slow Pulp weiterhin zwischen melancholischen Folksongs wie „Spill“ oder „These Days“, die an Boygenius denken lassen, und (seltener) temporeichem 90er Jahre Indierock mit Shoegaze-Verweisen („Better Man“, Melodie“) für Freunde von Alvvays, Soccer Mommy oder Beabadoobee.
„Melodie“ ist über Anti- als CD und LP (Black Vinyl, Clear Vinyl, Clear Pink Vinyl) erschienen.
Slow Pulp in Deutschland:
21.01.27 Berlin, Columbia Theater
22.01.27 Köln, Gebäude 9
Slow Pulp beherrschen die Kunst, Melancholie in leuchtende Gitarrenmusik zu verpacken. Auf „Melodie“ führt das Quartett seinen Indie-Rock mit Dream-Pop-Schimmer und feiner Neunziger-Alternative-Kante konsequent weiter. Zwischen Euphorie und Verletzlichkeit klingt die Band zugleich vertraut und erstaunlich frisch.(…) Ein warmes, klug arrangiertes Indie-Album – vielleicht nicht ganz so überwältigend wie „Yard“ (2023), aber mit reichlich eigenem Charme.

6,5 Punkte
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