Dutch Dynamite (1)
Neulich beim Traumzeit Festival erlebten wir einen kurzen, aber lauten und energiegeladenen Auftritt der Rotterdamer-Band Tramhaus. Das Quintett besteht aus Lukas Jansen (Gesang), Nadya van Osnabrugge (Gitarre), Micha Zaat (Gitarre), Julia Vroegh (Bass) und Jim Luijten (Schlagzeug), die seit 2020 gemeinsam zusammen musizieren und 2024 ihr Debütalbum „The First Exit“ veröffentlicht haben. Im Programmheft des Festivals wurden Tramhaus als "Rotterdamer Postpunk-Sensation“ angekündigt und diesen Ruf gilt es nun mit „Blister“ zu bestätigen. Vom Sänger/Schreier Lukas Jansen erfuhren wir einerseits, dass sie mit der Band Personal Trainer befreundet seien und dass seine Liebe zu Straßenbahnen so weit geht, dass sie nicht nur zum Bandnamen inspirierte sondern auch zu einem Tattoo auf seinem linken Oberschenkel führte. Ob sich an anderen Stellen oder auf den Körpern seiner Mitstreiter*innen auch noch Schriftzüge anderer Post-Punk-Bands oder weitere Vertreter der Laut/Leise-Alternative Rock-Dynamik versteckt haben? Pixies, Sonic Youth, Nirvana, Idles, Shame könnte ich mir gut vorstellen…
Tramhaus in Deutschland:
20.11.2026 Schorndorf, Club Manufaktur
10.02.2027 Oberhausen, Gdanska
18.02.2027 Münster, Gleis 22
05.04.2027 Düsseldorf, Ratinger Hof
06.04.2027 München, Kranhalle
25.04.2027 Hamburg, Betty
„Plovdiv“ und „The Answer“ sind Musik gewordene Dämonen, die als Vertonung dessen gelten können, was wohl am treffendsten mit dem Begriff ‚Urgewalt‘ umschrieben werden kann. Das Konzept, während der Strophen Spannung aufzubauen, die sich im Refrain dann mit voller Wucht entlädt, kommt hier zwar wiederholt zum Einsatz, verliert aber trotzdem nie seinen Reiz, weil die Band zwischendurch immer wieder mit diesem Muster bricht: So versprüht etwa „Cluster“ eine schnodderige Lässigkeit, die man sonst vielleicht bei Fontaines D.C. oder Kasabian erwarten würde, das schleppende „Solace“ sowie das Instrumental „Recoil“ sorgen hingegen für willkommene Ruhepole in der Albummitte, bevor „Rat Race“ mit einem solchen Elan loswirbelt, dass man nicht mehr weiß, wo hinten und wo vorne ist (…).(Westzeit)

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