30. Juni 2026

Francis Of Delirium - Run, Run Pure Beauty


Die erste Vorladung (VIII-MMXXVI)

Personalien:
Aus Luxemburg stammt Jana Bahrich, die ihre Musik unter dem Namen Francis Of Delirium veröffentlicht.

Tathergang:
Seit 2020 veröffentlichte Bahrich, damals noch keine 20 Jahre alt, jeweils jährlich digital eine EP („All Change“, „Wading“ und „The Funhose“). 2024 sollte ihr Debütalbum „Lighthouse“ folgen, das über Dalliance Recordings auch als CD und LP heraus kam. Gleiches gilt nun auch für den Nachfolger „Run, Run Pure Beauty“, für den sie erneut  mit dem Produzenten Chris Hewett zusammen arbeitete. Besonders hübsch geraten ist das limitierte Cornetto Red Vinyl (Dinked Edition) mit alternativem Artwork.



Plädoyer:
Wikipedia weiß zu berichten, dass Jana Bahrich musikalisch von der Instrumentierung von Sufjan Stevens sowie vom Gesang und der Energie von Pearl Jam beeinflusst wurde. Und so hören wie hier einerseits tollen Chorgesang („Higher“, „Sucker Punch“) sowie von ihr selbst eingespielte Streichinstrumente („Run, Run Pure Beauty“) und andererseits knackigen Alternative Rock („Damned“). Von dem Lob, mit welchem Mitski von allen Seiten für jede ihrer Veröffentlichungen überschüttet wird, könnte ruhig auch etwas auf Francis Of Delirium tröpfeln. Verdient hättet sie es sowas von.
Run, Run Pure Beauty“ sei - neben Mitski - Freunden von Snail Mail, Japanese Breakfast, Pixies, Lucy Dacius oder The Beths ans Herz gelegt.

Zeugen:

While ‘Lighthouse’ undoubtedly showed off her prowess for melding together sonic elements to produce a sound that felt modern and classic all at once, there’s something even richer and full-bodied about her songwriting here. Take the almost regal opening horns of ‘Aliens’, or the Fleetwood Mac-imbued swagger of ‘Higher’; the woozy, grunge-flecked Americana of ‘Little Black Dress’, or the quiet, finger-picked build of ‘Requiem for a Dying Day’; there’s very little that Bahrich can’t put her mind to and pull off with aplomb. It’s the catharsis of closing track ‘It’s A Beautiful Life’ that cuts deepest, though. A vivid, liberating offering, ’Run, Run Pure Beauty’ serves as a brilliant reminder that music can be the best tonic for dark times.
(DIY)

Indizien und Beweismittel:


 


 


 


Ortstermine:
03. September 2026 München, Milla 
04. September 2026: Dresden, The Sound of Bronkow Music Festival 2026 
07. September 2026: Berlin, Neue Zukunft 
09. September 2026: Hamburg, Aalhaus 
13. September 2026: Kusel, Kinett Kusel 
14. September 2026: Köln, Bumann & Sohn

Urteile:
Nun sind die werten Richter gefragt...


29. Juni 2026

Makthaverskan - Glass And Bones


In welcher Sprache schreit diese Frau? Ihre Vorbilder dürften Björk (The Sugarcubes), Harriet Wheeler (The Sundays) oder auch Elizabeth Fraser (Cocteau Twins) sein.

Diese Frau ist Maja Milner und zusammen mit Hugo Randulv (Bass, Gitarre), Irma Pussila Krook (Bass, Gitarre), Per Svensson (Gitarre) und Andreas Palle Wettmark (Schlagzeug) bildet sie seit 2008 die schwedische Band Makthaverskan. „Glass And Bones“ ist bereits das fünfte Studioalbum der Göteborger Formation, die Post-Punk, Dreampop, Gothic Rock, Janglepop und Shoegaze zu vereinen sucht und ihre Platten immer in ähnlich geartete Hüllen steckt, die von Irma Krook gestaltet wurden. 

Als Referenzen können andere schwedische Gitarrenpop-Band wie Westkust, The Wannadies oder Popsicle herhalten, fokussiert man sich auf die eher düsteren Klänge, wären The Cure oder Siouxsie And The Banshees zu nennen, in einer Playliste mit aktuellen Bands würden Makthaverskan gut zwischen Desperate Journalist und Alvvays passen. 

Und, könnte das etwas für euch sein?


The title track, “Glass and Bones”, serves as the emotional anchor of the release, showcasing a band that has learned to utilize silence and space as effectively as their signature driving rhythms. There is a newfound maturity in the way “Poppy” and “Black Waters” balance the light of jangly dream pop with the shadow of more traditional gothic influences. These tracks do not simply exist; they pulse with a rhythmic urgency that feels deeply ingrained in the group’s collective DNA.

In the mid-section of the album, “Won’t Wait” emerges as a standout moment of liberation. (…) This momentum carries into “Gambo” and “Anytime”, where the interplay between the basslines and the swirling guitar textures creates a sense of perpetual motion.  (…)

As the record nears its conclusion, “Louie” offers a brief, melodic respite before the finality of “Öken” brings the experience to a close. The latter track, named for the desert, reflects a stark, expansive beauty that feels like a natural culmination of the themes explored throughout. With artwork by Irma Krook that visually mirrors the album’s duality, ‘Glass and Bones’ stands as a significant achievement for Makthaverskan. It is an articulate statement of intent from a band that continues to find new ways to articulate the complexities of the modern psyche without ever losing their inherent, fiery spark.


 


 




26. Juni 2026

Muse - The Wow! Signal


Heute steht „The Wow! Signal“, das zehnte Studioalbum von Muse in den Plattenläden. Daher hier die 10 schönsten physischen Tonträger:

1. Galaxy marble red + gray Vinyl




2. CD housed in a sleek card wallet (comes with a unique 24 page zine)




3. Off white Vinyl




4. Translucent red + black marble Vinyl




5. Opaque red Vinyl




6. First press black vinyl (housed in a red disco bag with spot gloss pattern)




7. Inkplosion Vinyl




8. Animated Zoetrope Picture Disc




9. Solid red Cassette Tape with on body printing




10. Red, black and white swirl Vinyl





 


 




24. Juni 2026

Haircut One Hundred - Boxing The Compass


Ein Comeback nach 14 Jahren, wie gestern bei Hard-Fi, ist noch gar nichts, wenn man sich die 42 Jahre anschaut, die zwischen „Paint And Paint“ (1984) und „Boxing The Compass“, dem dritten Album von Haircut One Hundred vergingen. 


 


„Haircut wieviel?“, mag sich der ein oder andere zu dieser Ausgabe der Rubrik „Comebacks, auf die die Welt gewartet hat, oder?“ fragen, aber die Band um Nick Heyward war mit ihrem luftigen, jazzigen und hochglanzpolierten Pop-Ansatz der Wegbereiter des Sophist-Pop der frühen 80er Jahre, dem beispielsweise Aztec Camera, Spandau Ballet, The Style Council oder Wham! folgen sollten. In den Jahre 1981/82 waren Haircut One Hundred die große Pop-Hoffnung im Vereinigten Königreich: Die Debütsingle „Favourite Shirts (Boy Meets Girl)“ erreichte Platz 4 der Charts, das nachfolgende „Love Plus One“ sogar Rang 3. Mit „Fantastic Day“ und der Non-Album Single „Nobody’s Fool“ gelangen 1982 zwei weitere Top Ten-Erfolge. Das Debütalbum „Pelican West“ kletterte bis auf Platz 2 der UK-Charts, außerhalb der Insel blieb der Erfolg höchst überschaubar, auch wenn sie es ins deutsche Fernsehen (WWF Club mit Maraike Amado, Frank Laufenberg, Jürgen von der Lippe und dem „Roboter Bruno“) geschafft haben:


 


Nick Heyward, der Sänger und Songwriter der Band, reagierte auf den Stress durch die Medien und das ausgiebige Touren sowie den Druck, den das Label ausübte, um neues Material zu erhalten, mit gesundheitlichen Problemen. Die Band arbeitete ohne ihn an neuen Songs und strebte stilistisch eine reine Wiederholung des Erfolg-Albums „Pelican West“ an, während sich Heyward weiterentwickeln wollte. Letztendlich verließ er Anfang 1983 die Band.   

Während Heywood 1983 sein Solodebüt („Noth Of A Miracle“) veröffentlichte, das auf Platz 10 der Charts kam und drei Top 15-Singles abwarf, verfehlten die restlichen Haircut One Hundred mit „Paint And Paint“ 1984 komplett die Hitlisten und lösten sich noch im gleichen Jahr auf. Nick Heyward hat mittlerweile neun Soloalbum veröffentlicht, auch wenn er an die kommerziellen Erfolge der frühen 80er nicht mehr anknüpfen konnte. Mir gefällt von ihm am besten sein 1998 auf Creation Records veröffentlichtes Britpop-Album „The Apple Bed“. 

20 Jahre nach der Auflösung traten Haircut One Hundred erstmals wieder zusammen (und mit Nick Heyward) auf. Weitere 20 Jahre später ging man auf Tournee und veröffentlichte 2024 mit „The Unloving Plum“ sogar erstmals einen neuen Song. Dem folgt nun, 44 Jahre nach „Pelican West“, das erste Album in der klasssichen Besetzung mit mit Nick Heyward (Gesang, Gitarre), Blair Cunningham (Schlagzeug), Graham Jones (Gitarre) und Les Nemes (Bass).   

„Boxing The Compass“ ist ein nautischer Begriff und bedeutet „einmal komplett die Richtung ändern“ bzw. alle Himmelsrichtungen auf der Kompassrose durchgehen. Nick Heyward beschreibt es so, dass die Band nach all den Jahrzehnten persönlicher Reisen nun endlich wieder im selben Hafen eingelaufen ist. In diesem Hafen scheint, wenn man dem Plattencover glauben darf, ziemlich stark die Sonne und es läuft dort leichtfüßiger Sophist-Pop, der ein deutliches Funk- und Jazz-Update erhalten hat und bei dem die Bläsersätze häufig, wie beispielsweise bei „Soulbird“, im Mittelpunkt stehen.   


Dass Haircut 100 ihr Comeback mit einem konturlosen, Formatradio-gerechten Song namens „Come Back To Me“ starten, stimmt etwas traurig. Es sind halt auch Lyrics aus dem Setzkasten, und das kann Heyward eigentlich besser. Zumal es mit „Vanishing Point“ und Graham Jones‘ von schnellen Percussions begleiteter Signature-Stakkatogitarre gleich darauf zurück zum Segelschuh-Sound der frühen Jahre geht. Sogar der Bläsersatz ist selbstreferenziell, sprich bei ihrem ’81er-Hit „Favourite Shirts“ geklaut. „Soulbird“ und „Dynamite“ funktionieren ähnlich, in „That’s A Start“ (bester Song) und „Wonderful Life“ modifizieren Haircut 100 ihren vor 43 Jahren patentierten Sound. Und so geht es fort, und schön, dass es sie noch (oder wieder) gibt. Eine Erinnerung an kurze, tolle Tage des Pop. Nicht mehr, nicht weniger.




23. Juni 2026

Hard-Fi - Sweating Someone Else’s Fever


Aus der niemals enden wollenden Rubrik „Comebacks, auf die die Welt gewartet hat, oder?“ heute: Hard-Fi.

Und tatsächlich haben wir hier erstmals eine Band, die in diesem Jahrtausend gegründet wurde (2003 in Staines-upon-Thames, Surrey) und mit drei Alben („Stars Of CCTV“, 2005, „Once Upon A Time In The West“, 2007, und „Killer Sounds“, 2011) hier bereits vor Gericht stand. Die Versprechen, die uns Hard-Fi mit ihrem Debütalbum machten, konnten sie später leider nie halten und von „Killer Sounds“ konnte wirklich nicht die Rede sein. Die Auszeit ab 2014 war einfach nur folgerichtig. 

15 Jahre nach ihrem letzten Album kehren Richard Archer (Gesang), Kai Stephens (Bass), Ross Phillips (Gitarre) und Steve Kemp (Schlagzeug) nun mit „Sweating Someone Else’s Fever“ zurück. Für ein Albumtitel und -cover, dass zu den sommerlichen Höchsttemperaturen passt haben Hard-Fi auf ihre typische schwarz-gelb Optik verzichtet, hinsichtlich ihres Sounds bleiben sie sich aber treu: Indie-Rock, der mit Pop, Dance, Ska, Reggae und Soul fusioniert. „They Ain't Your Friends“, „Looking For Fun“ und „Always And Forever“ seien hier als Anspieltipps genannt. Eher unerwartet sind die Latin-Elementen im (schon ziemlich fürchterlichen) Song „Digo Nada“ (ein Feature mit Mike Kalle und Bajo Del Sol) sowie der Gesangspart der US-Sängerin Krysten Cummings auf „A Rose Electric“ und „Ain’t Going Out Tonight“. 


 


Das Album entstand im Verlauf des letzten Jahres im Bandeigenen Cherry Lips Studio und als Produzenten fungierten wie bei den ersten beiden Alben Sänger Richard Archer sowie Wolsey White. „Sweating Someone Else’s Fever“ erscheint beim selbst gegründeten Hard-Fi 2.0 Label in Kooperation mit V2 Records, und zwar als CD und LP (Black Vinyl, Turquiose Vinyl, Transparent Red with Splattered Black and Solid White Vinyl). 




‘They Ain’t Your Friends’ is a storming introduction, before Mike Kalle and Bajo Del Sol add some spice on the unexpected, if fun, latin-fuelled burner ‘Digo Nada’.
There’s plenty for fans to feast on here, with Hard-Fi infusing their indie roots with soul, ska, and beyond. ‘Looking For Fun’ is a thrilling summer ode, while Krysten Cummings adds something different to ‘A Rose Electric’ (before returning for later highlight ‘Ain’t Going Out Tonight’).
‘Now And Then’ offers a dose of something reflective, almost introspective, before finale ‘Don’t Go Making Plans’ rounds it off.
Never the most fashionable name, Hard-Fi return by offering something crowd-pleasing, while also introducing new aspects. Who would have anticipated a latin sojourn from the band? Playing it by their own rules, ‘Sweating Someone Else’s Fever’ underlines their independence, and proves that the Class Of 2005 have dogged levels of endurance.




22. Juni 2026

10 Schallplatten, die uns gut durch den Juli bringen


10. The Strokes - Reality Awaits (Marble Vinyl) 24.7.2026






9. Chapterhouse - Whirlpool (White & Black Marbled Vinyl, Limited Edition) 29.7.2026






8. Mojave 3 - Ask Me Tomorrow (Black Vinyl) 24.7.2026





7. Keane - Under The Iron Sea (20th Anniversary) (Half Speed Master) (Limited Edition) (Zoetrope Vinyl) 24.7.2026






6. The Sultans Of Ping FC - Casual Sex In The Cineplex (Pink Vinyl) 30.7.2026






5. Massive Attack & Tom Waits - Boots On The Ground (Ecosonic Color Vinyl) (12'') 31.7.2026





4. Tricky - Different When It's Silent (Red Vinyl) 17.7.2026





3. Mansun - Attack Of The Grey Lantern (Half-Speed Master LP) 31.7.2026






2. Kasabian - Act Iii (White Vinyl) 24.7.2026






1. Luke Haines - Izzy Wizzy Let's Get Bizzy (Black Vinyl) 10.7.2026






18. Juni 2026

Olivia Rodrigo - You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love


10 Fakten zum neuen Album von Olivia Rodrigo:

1. „Drop Dead“ wurde als erste Single aus dem Album veröffentlicht und stieg direkt auf Platz 1 der US Billboard Hot 100. Nach „Drivers License“, „Good 4 U“ (beide 2021) und „Vampire“ (2023) ist dies ihre vierte #1-Single in den USA. Auch im Vereinigten Königreich und weiteren Ländern gelang der Sprung an die Spitze der Charts, in Deutschland reichte es „nur“ zu Platz 4. „Drop Dead“ ist als 7’’ chewing gum pink Vinyl erhältlich.


 


2. Als zweite Single wurde „The Cure“ (USA #5; UK #2) veröffentlicht. Den Song gab es als 7’’ red Vinyl und bei Blood Records/Bad World als red string filled 12” Single:



3. Apropos The Cure: Zum erste Mal ist ein anderer Künstler als Feature-Gast auf einem Rodrigo-Studioalbum gelistet, nämlich Robert Smith (Gesang, Gitarre, Bass, Piano) von The Cure ist auf dem Song „What’s Wrong With Me“ zu hören.

4. Mit „Stupid Song“ sollte am 12. Juni, dem Tag der Albumveröffentlichung, noch eine weitere Single folgen. Im dazugehörigen Musikvideo läuft Olivia durch die Straßen von Manhattan, während sie von Tiler Peck und weiteren echten Tänzerinnen des New York City Ballet sowie des American Ballet Theatre in klassischen rosa Tutus tanzend begleitet wird:


 


5. Insgesamt bietet „You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love“ 13 Songs in 51:02 Minuten und damit deutlich mehr Musik als die beiden Vorgänger „Sour“ (11 Songs in 34:46 Minuten) und „Guts“ (12 Songs in 39:18 Minuten) in ihren regulären Versionen. 

6. Wie bei ihren beiden ersten Alben fungiert Dan Nigro (Chappell Roan, Conan Gray) als Produzent. Ihm ist wohl auch der absichtlich Bruch ihres bisheriges Musters, Alben mit einem prägnanten, aus vier Buchstaben bestehenden Begriff in Großbuchstaben zu benennen, zu verdanken: Als Olivia ihrem Produzenten ihr Herz ausschüttete, kommentierte dieser trocken: „Oh, you seem pretty sad for a girl so in love“. Schon hatte das Album seinen Titel.


 


7. Bei „You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love“ handelt es sich um ein Konzeptalbum, das chronologisch den Aufstieg und Fall einer toxischen Liebesbeziehung sowie den schleichenden Verlust des eigenen Selbstwertgefühls nachzeichnet. Dabei ist das Album in zwei thematische Hälften unterteilt: Die ersten 7 Songs bilden die glücklichere, verknallte Seite („Girl so in love“), während die restlichen 6 Tracks das emotionale Entwirren und die Trennung beschreiben („You seem pretty sad“). 

8. Geffen Records hat folgende Schallplatten-Variationen von „You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love“ veröffentlicht: "spark in the dark" standard black Vinyl, "sticky sweet" hot pink Vinyl, "static lover" blue and white splatter, pop up gatefold Vinyl,  "pretty sad" alt cover baby pink Vinyl,  "hope like snow" white Vinyl, "melt with you" dyed blue on pink Vinyl, “carve our names" Picture Disc, "feminine intuition" lenticular cover pink marbled Vinyl, "never looked so blue" baby blue Vinyl.


All das, was Swifties an Rodrigos Haupteinfluss lieben – sentimentale Herzschmerz-Texte, ultraeingängige Mitsing-Refrains und wohlüberlegte Albumkonzepte – macht Olivia Rodrigo hier besser, als Taylor Swift es jemals konnte. Die großartige Lead-Single „drop dead“ bringt die Ästhetik der Platte – oder zumindest ihrer ersten Hälfte – auf den Punkt. (…)
Charmante 80s-Synths, brachiale Rockgitarren, opulente Streicherflächen – ganz zu schweigen von Rodrigos Gänsehaut-Gesang und der stilvollen Weise, wie sie ihre Vokalmelodien voranschreiten lässt.


9. Olivia Rodrigo bleibt auch ein Kritiker-Liebling. Hier sind die Metascores bei Metacritic ihrer drei Alben: „Sour“ 83/100, „Guts“ 91/100 und „You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love“ 90/100 Punkten. 

10. Für ihre Europa-Tournee im Frühjahr 2027 hat sich Olivia Rodrigo für eine so genannte Residenz-Konzertreihe (Residency) entschieden. Sie spielt in Stockholm (2 Abende), Amsterdam (4), London (9), Paris (2), Mailand (2), Barcelona (4) und noch einmal London (2). Aber es finden auch zwei Auftritte in der Münchener Olympiahalle am 1. und 2. April 2027 statt. Alle 27 Europa-Termine sind ausverkauft.


16. Juni 2026

Revision: The Smiths


We've come to wish you an happy 40th birthday, "The Queen is dead"!

 



"The Smiths"

1984, Rough Trade Records (10 Songs, 42:55 Minuten)

Dirk:
Als "The Smiths" veröffentlicht wurde, war ich noch 12 Jahre alt. Meine Lieblingslieder waren damals "Girls Just Want To Have Fun" (Cyndi Lauper), "Let The Music Play" (Shannon) oder "Dance Hall Days" (Wang Chung). Damals kaufte ich noch Singles, meine erste eigene LP (von Culture Club) sollte ich mir erst ein halbes Jahr später kaufen.
Daher bekam ich wohl auch nicht mit, dass The Smiths ihr erstes Album mit einem anderen Produzenten (John Porter) neu aufnehmen mussten, weil die Ergebnisse nicht überzeugten, dass sie ihren damals besten Song ("This Charming Man") gar nicht mit aufs Album nahmen und dass die Thompson Twins ("Into The Gap") das erste Nummer Eins-Album von The Smiths verhinderten. 

8 Punkte


Ingo:
Vielleicht war es erneut die Gnade der späten Geburt. Ich konnte (und musste) mir die The Smiths-Alben nicht Schönhören. Für diese Revision habe ich mir alle zum Teil mehrfach angehört und ich hasse Dirk etwas weniger als bei anderen Revisionen. Das Debüt der Band klingt immer noch frisch und ich höre weniger nervige Ausfälle als bei späteren Alben. 

7,5 Punkte


Oliver:
Ebenso wie Dirks erste eigene LP stammt auch mein erstes gekauftes Album aus dem Jahr 1984: “Teases & Dares” von Kim Wilde. Wobei ich ziemlich sicher bin, dass ich es mir erst mit etwas Verspätung 1985 zugelegt habe – das Zusammensparen hat etwas gedauert. Aus heutiger Sicht würde ich meinem damaligen Ich empfehlen, das Geld lieber in “Purple Rain” zu investieren. Oder in “The Smiths”. Mein 13jähriges Ich hätte aber vermutlich nur verständnislos den Kopf geschüttelt.

9 Punkte


Axel:
This charming album. 

9 Punkte


Torsten:
1984 - da war ich 11 und litt sicherlich noch extrem unter chronischer musikalischer Geschmacksverirrung. Es erübrigt sich, zu erwähnen, dass ich zu diesem Zeitpunkt das tolle Smiths-Debütalbum noch nicht kannte. “You‘ve got everything now” konnte ich erst etliche Jahre später sagen, als ich alle Smiths-Alben zusammengetragen hatte. Deutlich zu spät.

8,5 Punkte


Volker:
Ich weiß nicht, ob es die Plattenabteilung im Einkaufszentrum Hüter noch gab, als ich das erste Mal “The Smiths” gehört habe, aber ich denke es eher nicht, da ich lange einen Bogen um das Debüt-Album der Band gemacht habe und es auch danach nicht häufig aufgelegt habe. Das änderte sich erst vor ca. 2 Jahren als mein Sohn seine Vorliebe für dieses Album und für “Hatful of Hollow” entdeckte. Seitdem habe ich es zumindest etwas mehr schätzen gelernt.
Mein erstes im Hüter Einkaufszentrum erstandenes Album war im Übrigen (wie in einer anderen Revision schon erwähnt) “It’s My Life” von Talk Talk, auch heute noch die deutlich bessere Wahl.

7,5 Punkte


Gesamturteil: 8,250 Punkte







"Hatful Of Hollow"

1984, Rough Trade Records (16 Songs, 56:11 Minuten)

Dirk:
Als "Hatful Of Hollow" veröffentlicht wurde, war ich 13 Jahre alt. Meine Lieblingslieder waren damals "Wild Boys" (Duran Duran), "Love's Great Adventure" (Ultravox) oder "Ghostbusters" (Ray Parker Jr.). Eine Woche zuvor hatte ich mir im Hüter Einkaufszentrum in Wirges meine erste eigene LP ("Waking Up With The House On Fire" von Culture Club) gekauft. Von The Smiths wusste ich damals noch nichts, aber mein Taschengeld war ja auch schon ausgegeben.
Daher bekam ich wohl auch nicht mit, dass The Smiths auch mit den neuen Aufnahmen ihres Debütalbums nicht ganz glücklich waren und diese Compilation aus Singles, B-Seiten und Peel Sessions nachschoben. So wurden Perlen wie "William, It Was Really nothing", "This Charming Man", How Soon Is Now" oder "Please Please Please Let Me Get What I Want" verfügbar, was dafür sorgte, dass bei mir "Hatful Of Hollow" häufiger läuft als "The Smiths".

8,5 Punkte


Ingo:
“Für Fans”, nicht für mich. Aber für die Akten: “How soon is now?” ist mein Lieblingssong der Band. 

- Punkte


Oliver:
Ebenso wie Dirk und Volker habe ich 1984 im Hüter Einkaufszentrum nach Schallplatten geschaut. Meine Eltern haben mich bei den Unterhaltungsmedien geparkt, solange sie in der Lebensmittelabteilung unterwegs waren. Eine Band namens The Smiths kam mir da nicht unter. Wahrscheinlich, weil ich mich zu lange bei Nena aufhielt.

9 Punkte


Axel:
This album has opened my eyes. 

9 Punkte


Torsten:
Copy & Paste zum Debütalbum-Text… immer noch musikalische Umnachtung und kein Smiths-Song schaffte es in meinen Gehörgang. Tja, these things take time!

8,5 Punkte


Volker:
Siehe oben. Ähnlicher Weg, nur, dass mir dieses Album respektive diese Compilation von Anfang an einen Tacken besser gefallen hat.

8 Punkte


Gesamturteil: 8,600 Punkte







"Meat Is Murder"

1985, Rough Trade Records (9 Songs, 39:46 Minuten)

Dirk:
Als "Meat Is Murder" veröffentlicht wurde, war ich immer noch 13 Jahre alt. Meine Lieblingslieder waren damals "I Want To Know What Love is" (Foreigner), "Shout" (Tears For Fears) oder "You Spin Me Round (Like A Record)" (Dead Or Alive). In meinen Plattenstapel hatten es bis dahin schon "Welcome To The Pleasuredome" (Frankie Goes To Hollywood), "Like A Virgin" (Madonna) und "Arena" (Duran Duran) geschafft.
Daher bekam ich wohl auch nicht mit, dass The Smiths mit "Meat Is Murder" ihr einziges reguläres Nummer Eins-Album gelang. "Born In The USA" wurde im UK von der Spitze der Charts gestoßen. 
Obwohl “How Soon Is Now?” und “Meat Is Murder” hier herausragen, ist dies für mich das schwächste unter ausschließlich tollen Alben von The Smiths. 

8 Punkte


Ingo:
Würde ich “How soon is now?” diesem Album zurechnen, gäbe es mehr Punkte. 

7 Punkte


Oliver:
Ebenso wie für Dirk ist “Meat Is Murder” auch für mich das schwächste The Smiths-Album. Wobei das natürlich Jammern auf hohem Niveau ist.

8,5 Punkte


Axel:
Good music begins at home. 

8,5 Punkte


Torsten:
1985 bog ich musikalisch ganz langsam auf die richtige Spur. Aber dennoch: keine Smiths. Heute läuft die Platte nicht ganz so oft wie die anderen.

7,5 Punkte


Volker:
Mein zweites Album von The Smiths, mein erster Nachkauf damals und zumindest im Gegensatz zu den anderen beiden Alben zeitnah in den 80ern erstanden. Ach ja und meine erste leichte Enttäuschung. Klar, “That Joke Isn’t Funny Anymore” und “Meat Is Murder” sind toll, aber der Rest…hmm. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich die Produktion ganz ganz grottig finde. Wenn also jemand eine gut klingende Ausgabe des Albums empfehlen kann, versuche ich es vielleicht noch mal.

7 Punkte


Gesamturteil: 7,750 Punkte







"The Queen Is Dead"

1986, Rough Trade Records (10 Songs, 36:48 Minuten)

Dirk:
Als "The Queen Is Dead" veröffentlicht wurde, war ich 15 Jahre alt. Meine Lieblingslieder waren damals "Hunting High And Low" (a-ha), "Sledgehammer" (Peter Gabriel) oder "Happy Hour" (The Housemartins). In meine Plattensammlung hatte es kurz vorher "So" (Peter Gabriel) geschafft.
Damals bekam ich erstmals etwas von The Smiths mit: Auf HR3 lief früher am Donnerstagabend die Sendung "Hitparade International", die ich regelmäßig hörte und auf Kassette aufnahm. Entweder wurde dort die Single "The Boy With The Thorn In His Side" oder "Bigmouth Strikes Again" als Neueinsteiger in die UK Top 30 gespielt, die der Moderator, wohlmöglich Frank Laufenberg, lobte, aber auch fragte, warum sie eigentlich jemanden singen lassen würden, der dazu offensichtlich überhaupt keine Lust habe. Sowohl die Abmoderation als auch The Smiths hatten sich in meiner Erinnerung festgesetzt.  
Ich erinnere mich noch, dass damals das Taschengeld nicht ausreichte, um alle interessanten LPs kaufen zu können, daher sprach ich mich oft mit Volker ab, so dass sich jeder eine LP kaufte und dem anderen auf Kassette aufnahm. Was für ein großartiger Einkauf war das damals bei ELPI in Koblenz, als ich mit den beiden grünen Covern von "London 0 Hull 4" (The Housemartins für mich) und "The Queen Is Dead" (die ich für Volker kaufen sollte) zum Tresen ging. Zugegeben, Volker hatte hier den etwas noch besseren Griff getätigt.

10 Punkte


Ingo:
Ich höre schon Axel: “So, weil du diesem Album nicht 10 Punkte gegeben hast, mag dich Dirk nicht mehr und du darfst nicht mehr zu den Wohnzimmer-Konzerten kommen.” ;-) 
Axel, für 10 von 10 Punkten müssen mich mindestens die Hälfte der Songs packen und es dürfen keine Ausfälle darauf sein. “Frankly, Mr. Shankly” ist für mich ähnlich speziell wie das “Yellow submarine”-Gestampfe, “I know it’s over” ist mir zu “croonig”, “Vicar in a Tutu” ist mir zu viel Jangle Pop. “There is a light that never goes out” ist ein guter Song, “Some girls are better than others” und “Bigmouth strikes again” gefallen mir auch. Die Aura der Band, welche die älteren Richter hier offensichtlich erfasst hat, ging spurlos an mir vorüber. Seit Jahrzehnten. Morrissey muss mir heute nicht peinlich sein, etwas befremdlich fand ich seine zweifellos prägende Stimme schon immer. 
Und Oliver, da du Thomas Kischwitz und Werner Reinke erwähnst: Waren das die Vorgänger von Dieter Thomas Heck? An den kann ich mich dunkel erinnern. ;-) 

8 Punkte


Oliver:
Ebenso wie bei Dirk lief 1986 bei mir viel HR3. Wenn wir jetzt in einer gemütlichen Runde auf Volkers Sofa sitzen würden, hätte ich mein Geld auf Thomas Koschwitz als Moderator der “Hitparade International” gesetzt. Ingo hätte sich gefragt, worüber wir da sprechen und schließlich Werner Reinke ergoogelt. Aber apropos Volker: Von “The Queen Is Dead” hat er mir damals glücklicherweise eine Sicherheitskopie auf Kassette gezogen*, sodass ich auch in den Genuss des Albums kam (das “Taschengeldproblem” …).

*Und nicht nur davon …

9,5 Punkte


Axel:
There is an album that never goes out.

10 Punkte


Torsten:
Endlich: Irgendwie stolperte ich damals über “Bigmouth strikes again”, das es auf ein Mixtape geschafft hatte, ohne dass ich aber weitere Smiths-Songs mein Eigen hätte nennen können. Schade eigentlich, denn das Album hätte weitere Mixtape-Kandidaten zu bieten!

10 Punkte


Volker:
So, da sind wir wieder im Hüter Einkaufszentrum und bei einer falschen Erinnerung von Dirk. Denn es ist eine dieser hoch memorablen nostalgischen Erinnerungen, als ich damals, ebenfalls immer bei den Schallplatten landend während meine Eltern einkaufen waren, dieses unfassbar faszinierende grüne Cover in vorderster Reihe des Vinyl Regals (die Vorderseite waren Alben, die Rückseite Singles) sah. Ich kannte zwar die von Dirk erwähnte und geschätzte Radiosendung, aber ich kannte nichts von The Smiths. Ich wusste aber sofort, dass ich dieses Album haben musste. Gott sei Dank konnte ich meine Eltern in der Hinsicht immer gut rum kriegen. Zuhause sofort aufgelegt, der Titelsong beginnt und meine Musikwelt war eine andere (kein Wunder, dass das nach gekaufte Vorgängeralbum da nur abstinken konnte). Manchmal muss man halt doch nach Covern kaufen.

10 Punkte


Gesamturteil: 9,583 Punkte







"The World Won't Listen"

1987, Rough Trade Records (17 Songs, 52:24 Minuten)

Dirk:
Als "The World Won't Listen" veröffentlicht wurde, war ich immer noch 15 Jahre alt und gehörte zu dem Teil der Welt, der The Smiths hörte. Meine Lieblingslieder waren damals "Manhattan Skyline" (a-ha), "Shoplifters Of The World Unite" (The Smiths) oder "Caravan Of Love" (The Housemartins). In meine Plattensammlung hatten es kurz vorher "Infected" (The The) und "God's Own Medicine" (The Mission) geschafft.
The Smiths kamen nach ihrem dritten Studioalbum bereits mit der zweiten Compilation daher, so dass man als Nicht-Single-Käufer auch in den Genuss von "Shakespeare's Sister", "Panic", "Ask" und "Shoplifters Of The World Unite" sowie zahlreicher B-Seiten kam. Auf die wenigen Dopplungen mit "The Queen Is Dead" hätte man auch gut verzichten können. Erstaunlicherweise wurde für den US-Markt nach sehr ähnlichem Konzept ein Doppel-Album namens "Louder Than Bombs" zusammengestellt, das die gleiche Wertung verdient und sich aufgrund von "Sheila Take A Bow", "Is It Really So Strange?" oder "Please Please Please Let me Get What I Want" nicht weniger lohnt. Schon erstaunlich, welche Songs The Smiths auf ihre B-Seiten packten! 

9 Punkte


Ingo:
“Für Fans”, nicht für mich. 

- Punkte


Oliver:
Ebenso wie Dirk bin ich über das Ausmaß an tollen B-Seiten von The Smiths erstaunt. In mein Regal hat sich dann später allerdings statt der “The World Won’t Listen” die “Louder Than Bombs” gemogelt.

9 Punkte


Axel:
Golden album. 

9 Punkte


Torsten:
“Panic” war der zweite Smiths-Song, der meinem Teenager-Ich zu Ohren kam und auf einem Mixtape landete. Aber nach wie vor kannte ich kein vollständiges Album.

9,5 Punkte


Volker:
Ja, es ist “nur” eine Compilation, aber was für eine. Natürlich nicht so in sich geschlossen wie “The Queen Is Dead”, aber mit Hits Hits Hits. Mehr Pop waren The Smiths nie.

9,5 Punkte


Gesamturteil: 9,200 Punkte







"Strangeways, Here We Come"

1987, Rough Trade Records (10 Songs, 36:37 Minuten)

Dirk:
Als "Strangeways, Here We Come" veröffentlicht wurde, war ich 16 Jahre alt. Meine Lieblingslieder waren damals "This Corrosion" (The Sisters Of Mercy), "Wonderful Life" (Black), "Me And The Farmer" (The Housemartins) oder "What Have I Done To Deserve This?" (Pet Shop Boys). Meine Plattensammlung wuchs zusehends und so hatten es "Actually" (Pet Shop Boys), "The People Who Grinned Themselves To Death" (The Housemartins), "Wonderful Life" (Black) sowie "Substance" (New Order) und "Darklands" (The Jesus And Mary Chain) geschafft. Gerade die letzten beiden Alben, die ich gleichzeitig bei Steve's Musikladen in Montabaur kaufte, sorgten dafür, dass mich der Ladenbesitzer fragte: "Dirk, was ist denn mit dir los?"
Diese Frage hätte ich auch gern an The Smiths gerichtet, denn diese hatten sich einige Monate zuvor getrennt. "Strangeways, Here We Come" war im Sound experimenteller 
als seine Vorgänger und bis auf "Paint a Vulgar Picture"und "Death At One's Elbow" wieder einmal großartig geraten.

9 Punkte


Ingo:
Muss ich nicht nochmal hören. 

7 Punkte


Oliver:
Ebenso wie Volker (und ganz im Gegensatz zu Dirk) bin ich großer Fan von “Paint A Vulgar Picture”. Und dem ganzen Rest.

9 Punkte


Axel:
I won’t share it. 

8,5 Punkte


Torsten:
Endlich. 1987 landete das erste Smiths-Album als Kassettenaufnahme in meinen Händen und bohrte sich in meine Gehörgänge. Vielleicht ist es daher bis heute eins meiner liebsten Smiths-Alben. Dass die Leute um Morrissey und Marr längst getrennte Wege gingen, war mir da noch nicht bewusst.

10 Punkte


Volker:
Dirk, jetzt sind wir tatsächlich beim ELPI in Koblenz, also zumindest ich.
Das Ende der Smiths vorm letzten Album machte aus dieser Veröffentlichung ein kleines Trauerspiel. Man konnte sich noch mal an Marrs Gitarre erfreuen und dieser wunderbaren Stimme zuhören (es sollte ja zum Glück nicht allzu lange dauern bis man die Stimme Solo wiederhören sollte), wobei nicht alles zündete. Wieso Dirk allerdings da nahezu beste Stück der Platte “Paint A Vulgar Picture” auf der Nietenseite verortet hat, bleibt eins der großen Mysterien um diese Band.

Wann kommt die Alphaville Revision?  Da hätte ich auch noch ne Hüter Einkaufszentrum Geschichte…

8,5 Punkte


Gesamturteil: 8,667 Punkte


15. Juni 2026

Embrace - Avalanche


Dieses Jahr feiern Embrace ihr dreißigjähriges Jubiläum. Nicht berücksichtigt sind dabei die ersten Jahre, in denen die McNamara-Brüder noch mit wechselndem Lineup musizierten und die Auszeit, die sich die Band zwischen 2006 und 2013 nahm. 

Aber tatsächlich fanden Danny McNamara (Gesang), Richard McNamara (Gitarre), Steve Firth (Bass), Mike Heaton (Schlagzeug) und Mickey Dale (Keyboards) 1996 in dieser Besetzung zusammen, die sich auch über die Jahrzehnte hinweg nicht veränderte. Als Embrace gelang ihnen das Kunststück, acht Alben zu veröffentlichen, die es alle in die Top Ten in ihrer britischen Heimat schafften, wobei das Debütalbum „The Good Will Out“ (1998), „Out Of Nothing“ (2004) und „This New Day“ (2006) sogar Platz 1 erreichten. 

Diese Serie wird vermutlich auch mit ihrem neuen und neunten Album nicht reißen, auch wenn man hierzulande relativ wenig über „Avalanche“ lesen konnte. In Großbritannien sind aber Festivalauftritte im Sommer sowie eine große Jubiläumstour im November angekündigt, so dass das Interesse an „Avalanche“ zumindest dort geweckt sein sollte. Hilfreich für eine gute Chart-Platzierung sind ja auch immer zahlreiche physische Tonträger und so bieten Embrace über Cooking Vinyl das Album als CD, als limitierte CD (The Piece Hall Edition) mit Bonus-Tracks, Kassette und zahlreiche Schallplatten-Variationen (Clear Vinyl, Blue Vinyl, Gold Vinyl, Turquoise Vinyl, Pink Smoke Vinyl, Purple & Black Splatter Vinyl, Dark Blue Smoke Vinyl, Red & White Swirl Vinyl, White & Blue Marble Vinyl) an. 

„Avalanche“ bietet 10 Songs in knapp 44 Minuten, die wie zu erwarten orchestralen bis hymnischen Britpop zwischen Coldplay und The Verve bieten („Get Out Of My Own Way“, „Deny“, „The Power“), aber überraschender- und erfreulicherweise vor allem die gitarrige und schnörkellose Indierock-Seite von Embrace in den Vordergrund stellen („Funny“, „Pure O“, „Stop“, „Road To Nowhere“). 

Im bandinternen ranking braucht sich „Avalanche“ - mit Ausnahme von „The Good Will Out“ - vor keinem anderen Embrace-Album zu verstecken.


  


‘Stop’ opens the album with static feedback, ‘wailing ‘Ashes’-esque guitars and anthemic drums. With hints of Echo and the Bunnymen, Danny declares ‘We’re gonna live forever’ and provides a mantra we can all live by: ‘Stop what you’re doing, stop what you’re saying. You’re breaking my heart’. ‘Road to Nowhere’ is equally melodic but also with an air of sadness: ‘You said you’re too scared to leave me but it hurts too much to stay’. ‘Get Out of My Own Way’ is a quieter ballad filled with love and romantic bombast: ‘I know you’re out of my league. Todays’ the day I change’. (…)
‘Deny’ brings back memories of ‘The Good Will Out’ as Danny grieves ‘for a future that I know will never hold’ and devastatingly looks back on failed relationships: ‘You will always be the one that got away’. ‘Funny’ has a touch of ‘Until End of the World’-era U2 as Danny menacingly declares ‘Funny you address me as your highness. I am Yorkshire’s finest’ before then lamenting how ‘You’re so good at going away’. The closing ‘The Power’ is an emotive piece that touches on fragility and mortality: ‘What a life, what a ride, what a time I’ve had with you’.


 


‘Get Out Of My Own Way’ slows it right down in classic Embrace style before building up and adding deeper layers, including a choir and string section. ‘Deny’ follows a similar path.
Danny McNamara thinks the new album is some of their best work ever and believes ‘Coming Home’ is right up there with any of their best songs. It is certainly stirring stuff; Richard takes over the lead vocals in the final stretch from his brother in some style. The aforementioned four-year-old is the focus of ‘Emily.’ Danny wonders what direction her life might take, offering advice on a range of situations, expressing he will always be there if she needs him.
‘Up In Your Feelings’ and ‘Pure O’ pick up the pace again. ‘Up In Your Feelings’ shows the strength of this album as at least four other tracks could have been released as a single in its place. The keyboard does more of the heavy lifting before the drums and bass let rip on ‘Pure O.’ There is a dissonance in the music that reflects the mental turmoil Danny experienced for the best part of several years around the age of twenty. It might be the best track on the album.


 


12. Juni 2026

Klez.e - Einmal mehr mit dir gegen die Furcht


Zwischen „Desintegration“ (2017) und „Erregung“ (2024) vergingen sieben Jahre, da muss sich keiner aufregen wenn die LP (black Vinyl, red Vinyl) von „Einmal mehr mit dir gegen die Furcht“ erst heute, also eine Woche nach dem regulären Release in den Plattenläden steht. Vermutlich hat sich Tobias Siebert und in dieser Hinsicht von Robert Smith inspirieren lassen, von dem es heißt, dass der den Nachfolger von „Songs Of A Lost World“ schon längst fertig habe. Also, nichts mehr mit langen Wartezeiten bei Siebert & Smith! Und vielleicht tauchen Klez.e und The Cure ja dieses Jahr wieder zusammen in unserer Bestenliste auf, die 2024 von „Songs Of A Lost World“ angeführt wurde, und in der „Erregung“ auf Platz 15 folgte.

Zu den angeblich bereits 13 fertigen Cure-Songs heißt es, dass sie nicht so extrem düster, monumental und von Trauer geprägt seien, wie die von „Songs Of A Lost World“ und einen anderen Vibe haben. Smith beschrieb die noch unveröffentlichten Tracks als "up-beat" (zumindest für Cure-Verhältnisse) und energetischer. Da können Tobias Siebert (Gesang, Gitarre), Daniel Moheit (Synthesizer, Bass) und Filip Pampuch (Schlagzeug, Percussion) natürlich nicht nachstehen und justieren auf ihrem sechsten Album nach: Ihr Sound wandelt weiterhin auf den atmosphärischen Spuren von Disintegration („Mailied“), atmet dabei aber eine überraschende Leichtigkeit und cineastische Weite, welche auch die poppige, energetische Seite von „The Head On The Door“ verinnerlicht („La Boum“, „Das eine Treffen im Jahr“).

Meine Front of Stage-Tickets für das Konzert für The Cure musste ich leider wegen der Urlaubsplanung wieder verkaufen, aber vielleicht klappt es ja im Herbst wieder mit mir und Klez.e:
17.09.26 Boock, Rinderstall 
18.09.26 Göttingen, Exil 
19.09.26 Essen, Grend 
20.09.26 Köln, Artheater 
22.09.26 Leipzig, Moritzbastei 
23.09.26 Hannover, Lux 
24.09.26 Hamburg, Hafenklang 
25.09.26 Bremen, Lila Eule 
26.09.26 Chemnitz, Weltecho 
27.09.26 Berlin, Frannz 
29.09.26 Dresden, Ostpol 
30.09.26 Nürnberg, Stereo 
1.10.26 Mainz, Schon Schön 
02.10.26 Jena, Trafo 
03.10.26 München, Milla 
 

 


Die Berliner Post-Punk-Band um Tobias Siebert geht ihr sechstes Album ganz direkt an: stoischer Bass, Hall auf der Stimme, dazu diese sehnsüchtigen Gitarren – und Titel wie „Hymnus“, „Call It Love“ oder „Melancholia“, die schon die Richtung vorgeben. Das ist dunkel, traurig, aber auf eine schöne Art – wie Dauerregen im April.

Alles wirkt lakonisch, ein bisschen verloren, und genau darin liegt die poetische Stärke. In „La Boum“ (ja, die Fete) wird das besonders greifbar: „Und jede Bad-News-Theorie zerbricht an unserer Hedonie/ Einmal mehr mit dir gegen die Furcht“, singen Klez.e.

 


10. Juni 2026

Rainsong - In Tatters


„In Tatters“ ist das Debütalbum von Rainsong – aufgenommen über mehrere Monate hinweg, stets bei Nacht, und häufig, während der Schlaf durch die Fenster hereinkroch.

Viel mehr Informationen als diese gibt es auf der Bandcamp-Seite zu „In Tatters“ leider nicht zu finden. Daher bringen wir heute schnell ein wenig (das ist wörtlich zu nehmen) Licht ins Dunkel: Hinter dem Projekt steckt der in London lebende Davey Bell, der seit 2023 digital Songs veröffentlicht. Aus der „Lark“ EP (2023), der „Flotsam“ EP (2024) und zahlreichen weiteren Liedern hätte gut und gerne schon früher ein Debütalbum werden können, aber so können diese auch rückblickend noch entdeckt werden. Bell scheint ein Faible für Dreampop und Shoegaze zu haben und nennt selbst My Bloody Valentine, Ride und The Cure als Refrenzen. Besonders der leiernde, verschwommene „Glide Guitar“-Sound von „Loveless“ scheint es ihm angetan zu haben. Hinsichtlich seiner weiteren musikalischen Mitstreiter möchte er uns aber nicht erhellen. „In Tatters“ bietet 12 Songs in knapp 47 Minuten und wurde am 29. Mai veröffentlicht, leider nur digital. 


From its opening moments, In Tatters establishes an atmosphere that is both immersive and emotionally resonant. The album moves effortlessly between dream pop, shoegaze and atmospheric alternative rock, creating a rich sonic landscape where layers of guitars slowly build into vast walls of sound. Yet despite the density of the arrangements, the music never loses its melodic sensitivity.

One of the album’s greatest strengths lies in its balance between power and delicacy. Waves of reverb-soaked guitars create enormous sonic spaces while subtle melodies remain at the heart of every song. The vocals often function as another texture within the mix, drifting through the haze rather than dominating it, which further enhances the album’s dreamlike quality.


 


 





9. Juni 2026

The Coral - 388


Der Albumtitel geht direkt auf das TASCAM 388 Studio 8 zurück - ein legendäres, analoges 8-Spur-Tonbandgerät aus den 1980er-Jahren. Dieses nutzten The Coral für ihre Vintage-Produktion und ihren gewohnten Retro-Sound. Dabei stellte aber Frontmann James Skelly für die Sessions in den Kempston Street Studios in Liverpool feste Regeln auf: Alle Songs mussten komplett live im selben Raum eingespielt werden. Zudem waren maximal zwei bis drei Takes pro Song erlaubt, die Abmischungen erfolgten noch am selben Tag. Menschliche Fehler, Spielfehler und das typische Rauschen des analogen Tonbands wurden absichtlich nicht herausgefiltert, sondern als Teil des Charmes beibehalten.


 


Neben dem extrem rohe Aufnahmeprozess gibt es auch hinsichtlich ihres gewohnten Psychedelic-Indie-Pops Änderungen zu vermelden: The Coral ließen sich auch von anderen Genres inspirieren, die sie in ihrer Jugend auf alten Kassetten und Flohmärkten gehört hatten, beispielsweise jamaikanischer Rocksteady & Ska oder äthiopischem Jazz, der in die Rhythmen einfloss. Daher klingt „388“ so, wie ein nostalgischer Bummel über den Camden Market.

Das dreizehnte Studioalbum des Quintetts wurde überraschend am 21. Mai als CD, Kassette und LP (Black Vinyl, Yellow/Green Vinyl) veröffentlicht. Bei Metacritic ist ein Metascore von 86/100 Punkten verzeichnet.


Each song feels simple and uncluttered while simultaneously full of small details that twinkle and shine. The ever-sublime backing vocals of Powers and bassist Paul Duffy elevate the already wonderful songs, especially on the beautiful You & Me, which encapsulates the simplicity that the band have put to great effect. There are moments more plaintive on songs like Sad Girl and Here Come The Tears, but the overall feeling of the album is one of being quietly uplifted.
What comes across is the joy of a band shorn of any shackles of expectation, taking the reins back for themselves. There are no multiple format signed versions aimed at maximising sales for a higher chart entry, no drip drip video single roll out to build the hype. Until today, very few people knew this was coming, only those lucky 388. The band spent just two weeks, alone in the studio, crafting songs that recaptured their early joy for simply being, a joy that is beautifully put to tape.