12. Juni 2026

Klez.e - Einmal mehr mit dir gegen die Furcht


Zwischen „Desintegration“ (2017) und „Erregung“ (2024) vergingen sieben Jahre, da muss sich keiner aufregen wenn die LP (black Vinyl, red Vinyl) von „Einmal mehr mit dir gegen die Furcht“ erst heute, also eine Woche nach dem regulären Release in den Plattenläden steht. Vermutlich hat sich Tobias Siebert und in dieser Hinsicht von Robert Smith inspirieren lassen, von dem es heißt, dass der den Nachfolger von „Songs Of A Lost World“ schon längst fertig habe. Also, nichts mehr mit langen Wartezeiten bei Siebert & Smith! Und vielleicht tauchen Klez.e und The Cure ja dieses Jahr wieder zusammen in unserer Bestenliste auf, die 2024 von „Songs Of A Lost World“ angeführt wurde, und in der „Erregung“ auf Platz 15 folgte.

Zu den angeblich bereits 13 fertigen Cure-Songs heißt es, dass sie nicht so extrem düster, monumental und von Trauer geprägt seien, wie die von „Songs Of A Lost World“ und einen anderen Vibe haben. Smith beschrieb die noch unveröffentlichten Tracks als "up-beat" (zumindest für Cure-Verhältnisse) und energetischer. Da können Tobias Siebert (Gesang, Gitarre), Daniel Moheit (Synthesizer, Bass) und Filip Pampuch (Schlagzeug, Percussion) natürlich nicht nachstehen und justieren auf ihrem sechsten Album nach: Ihr Sound wandelt weiterhin auf den atmosphärischen Spuren von Disintegration („Mailied“), atmet dabei aber eine überraschende Leichtigkeit und cineastische Weite, welche auch die poppige, energetische Seite von „The Head On The Door“ verinnerlicht („La Boum“, „Das eine Treffen im Jahr“).

Meine Front of Stage-Tickets für das Konzert für The Cure musste ich leider wegen der Urlaubsplanung wieder verkaufen, aber vielleicht klappt es ja im Herbst wieder mit mir und Klez.e:
17.09.26 Boock, Rinderstall 
18.09.26 Göttingen, Exil 
19.09.26 Essen, Grend 
20.09.26 Köln, Artheater 
22.09.26 Leipzig, Moritzbastei 
23.09.26 Hannover, Lux 
24.09.26 Hamburg, Hafenklang 
25.09.26 Bremen, Lila Eule 
26.09.26 Chemnitz, Weltecho 
27.09.26 Berlin, Frannz 
29.09.26 Dresden, Ostpol 
30.09.26 Nürnberg, Stereo 
1.10.26 Mainz, Schon Schön 
02.10.26 Jena, Trafo 
03.10.26 München, Milla 
 

 


Die Berliner Post-Punk-Band um Tobias Siebert geht ihr sechstes Album ganz direkt an: stoischer Bass, Hall auf der Stimme, dazu diese sehnsüchtigen Gitarren – und Titel wie „Hymnus“, „Call It Love“ oder „Melancholia“, die schon die Richtung vorgeben. Das ist dunkel, traurig, aber auf eine schöne Art – wie Dauerregen im April.

Alles wirkt lakonisch, ein bisschen verloren, und genau darin liegt die poetische Stärke. In „La Boum“ (ja, die Fete) wird das besonders greifbar: „Und jede Bad-News-Theorie zerbricht an unserer Hedonie/ Einmal mehr mit dir gegen die Furcht“, singen Klez.e.

 


10. Juni 2026

Rainsong - In Tatters


„In Tatters“ ist das Debütalbum von Rainsong – aufgenommen über mehrere Monate hinweg, stets bei Nacht, und häufig, während der Schlaf durch die Fenster hereinkroch.

Viel mehr Informationen als diese gibt es auf der Bandcamp-Seite zu „In Tatters“ leider nicht zu finden. Daher bringen wir heute schnell ein wenig (das ist wörtlich zu nehmen) Licht ins Dunkel: Hinter dem Projekt steckt der in London lebende Davey Bell, der seit 2023 digital Songs veröffentlicht. Aus der „Lark“ EP (2023), der „Flotsam“ EP (2024) und zahlreichen weiteren Liedern hätte gut und gerne schon früher ein Debütalbum werden können, aber so können diese auch rückblickend noch entdeckt werden. Bell scheint ein Faible für Dreampop und Shoegaze zu haben und nennt selbst My Bloody Valentine, Ride und The Cure als Refrenzen. Besonders der leiernde, verschwommene „Glide Guitar“-Sound von „Loveless“ scheint es ihm angetan zu haben. Hinsichtlich seiner weiteren musikalischen Mitstreiter möchte er uns aber nicht erhellen. „In Tatters“ bietet 12 Songs in knapp 47 Minuten und wurde am 29. Mai veröffentlicht, leider nur digital. 


From its opening moments, In Tatters establishes an atmosphere that is both immersive and emotionally resonant. The album moves effortlessly between dream pop, shoegaze and atmospheric alternative rock, creating a rich sonic landscape where layers of guitars slowly build into vast walls of sound. Yet despite the density of the arrangements, the music never loses its melodic sensitivity.

One of the album’s greatest strengths lies in its balance between power and delicacy. Waves of reverb-soaked guitars create enormous sonic spaces while subtle melodies remain at the heart of every song. The vocals often function as another texture within the mix, drifting through the haze rather than dominating it, which further enhances the album’s dreamlike quality.


 


 





9. Juni 2026

The Coral - 388


Der Albumtitel geht direkt auf das TASCAM 388 Studio 8 zurück - ein legendäres, analoges 8-Spur-Tonbandgerät aus den 1980er-Jahren. Dieses nutzten The Coral für ihre Vintage-Produktion und ihren gewohnten Retro-Sound. Dabei stellte aber Frontmann James Skelly für die Sessions in den Kempston Street Studios in Liverpool feste Regeln auf: Alle Songs mussten komplett live im selben Raum eingespielt werden. Zudem waren maximal zwei bis drei Takes pro Song erlaubt, die Abmischungen erfolgten noch am selben Tag. Menschliche Fehler, Spielfehler und das typische Rauschen des analogen Tonbands wurden absichtlich nicht herausgefiltert, sondern als Teil des Charmes beibehalten.


 


Neben dem extrem rohe Aufnahmeprozess gibt es auch hinsichtlich ihres gewohnten Psychedelic-Indie-Pops Änderungen zu vermelden: The Coral ließen sich auch von anderen Genres inspirieren, die sie in ihrer Jugend auf alten Kassetten und Flohmärkten gehört hatten, beispielsweise jamaikanischer Rocksteady & Ska oder äthiopischem Jazz, der in die Rhythmen einfloss. Daher klingt „388“ so, wie ein nostalgischer Bummel über den Camden Market.

Das dreizehnte Studioalbum des Quintetts wurde überraschend am 21. Mai als CD, Kassette und LP (Black Vinyl, Yellow/Green Vinyl) veröffentlicht. Bei Metacritic ist ein Metascore von 86/100 Punkten verzeichnet.


Each song feels simple and uncluttered while simultaneously full of small details that twinkle and shine. The ever-sublime backing vocals of Powers and bassist Paul Duffy elevate the already wonderful songs, especially on the beautiful You & Me, which encapsulates the simplicity that the band have put to great effect. There are moments more plaintive on songs like Sad Girl and Here Come The Tears, but the overall feeling of the album is one of being quietly uplifted.
What comes across is the joy of a band shorn of any shackles of expectation, taking the reins back for themselves. There are no multiple format signed versions aimed at maximising sales for a higher chart entry, no drip drip video single roll out to build the hype. Until today, very few people knew this was coming, only those lucky 388. The band spent just two weeks, alone in the studio, crafting songs that recaptured their early joy for simply being, a joy that is beautifully put to tape.


8. Juni 2026

Death Cab For Cutie - I Built You A Tower


10 Fakten zum neuen Album von Death Cab For Cutie:

1. Die ersten vier Studioalben von Death Cab For Cutie wurden über Barsuk Records veröffentlicht. Für „Plans“ (2005) wechselte die Band zu Atlantic Records und bleib dem Major Label für 20 Jahre und sechs Alben treu. „I Built You A Tower“, das elfte Album von Ben Gibbard & Co., stellt nun die Rückkehr zu einem Indie-Label dar. Es wurde am 5. Juni  über Ant- veröffentlicht.

2. Logisch, dass die über ein Major Label veröffentlichten Alben auch die in den Charts erfolgreichsten waren, allen voran „Narrow Stairs“ (2008), das sowohl in den USA (#1) als auch in Deutschland (#40) und Großbritannien (#24) die höchsten Platzierungen für Death Cab For Cutie einfuhr. Kurios, dass der 24. Platz im Vereinigten Königreich so etwas wie ein Stammplatz ist, denn auf diesen kamen später auch noch „Codes And Keys“ und „Thank You For Today“. Von den „Indie-Alben“ kam lediglich „Transatlanticism“ (2003) zu Chart-Ehren (#97 in den USA).

3. Beim letzten Mal mussten die Fans von Death Cab For Cutie nach „Thank You For Today“ (2018) 4 Jahre und 30 Tage auf ein neues Album warten, diesmal ging es etwas schneller: 3 Jahre, 6 Monate und 19 Tage vergingen zwischen der Veröffentlichung von „Asphalt Meadows“ (2022) und nun „I Built You A Tower“.

4. 4 Sekündchen sorgen dafür, dass „I Built You A Tower“ mit seinen 11 Songs in 38:34 Minuten nicht das kürzeste Album von Death Cab For Cutie geworden ist. Dieses bleibt weiterhin „Thank You for Today“ (38:30 Minuten).

5. Wie schon beim Vorgänger „Asphalt Meadows“ saß erneut der renommierte Produzent John Congleton (Sigur Rós, Phoebe Bridgers, Goldfrapp, Mogwai, St. Vincent, David Byrne) an den Reglern, der das Album auch abgemischt hat.
Das Fundament wurde in einer sehr kurzen, dreiwöchigen Session im Studio Animal Rites von John Congleton in Los Angeles eingespielt. Zusätzliche Spuren nahmen die Bandmitglieder eigenständig in ihren jeweiligen Home-Studios in Seattle, Bellingham, Los Angeles und Portland auf.

6. „I Built You A Tower“ entstand, während Death Cab For Cutie zu den Jubiläen von „Plans“ sowie „Transatlanticism“ tourten und Ben Gibbard einerseits mit seinem Nebenprojekt The Postal Service unterwegs war und andererseits das Ende seiner Ehe verarbeitete. Er beschreibt diese Zeit als eine Art emotionaler Verdrängung und verglich die emotionalen Erfahrungen wie Trauer, Trauma oder Verlust mit einem „Turm“ in der eigenen inneren Landschaft – sichtbar und anerkannt, aber innerhalb einer Struktur eingeschlossen. Das Album erforscht, wie diese Emotionen trotz aller Bemühungen, sie zu ordnen und zu kontrollieren, gelegentlich unerwartet wieder auftauchen können, und reflektiert die Spannung zwischen persönlicher Verletzlichkeit und den Anforderungen des Alltags.


Aus diesem Trauma speist sich nun „I Built You A Tower“, eine wütende Platte, auf der die Band ihren alten Charme reaktiviert. Zuletzt hatten sie sich in gemächlichem Synth-Pop verloren.

Jetzt greifen sie auf aufgeraute Gitarren zurück, auf zuckende Rhythmen und Melodien wie Seufzer. Da gibt es etwa den Titeltrack, den sie in zwei schizophrenen Varianten anbieten, einmal als melancholischen Rocker mit Riffs, die sich um Gibbards jungenhafte Stimme ranken – und dann krachend und verbittert als Gleichnis für die zwiespältige Gefühlswelt, wenn eine Liebe erkaltet. Anderswo pest das Quintett durch Dissonanzen, im wirbelwindigen, krummtaktigen „Envy The Birds“ etwa. Oder in „Punching The Flowers“, mit metronomhaftem Beat und verschnörkeltem Bass, eine Zeitschleife des Schmerzes. Eine Erlösung bleibt aus. Aber Death Cabs wohl größte Kunst ist es, all den Gram in etwas Tröstliches zu transformieren. Die Schwermut ist wieder einmal gezähmt.


7. „I Built You A Tower“ ist als CD und Kassette käuflich zu erwerben. Zudem gibt es die folgenden zwölf (!) Vinyl-Varianten: Black Vinyl, Aquamarine Vinyl, Sunset Boulevard Vinyl, Clear Green Vinyl, Solid White Vinyl, Radio Wave Vinyl, Chocolate Covered Vinyl, Clear Orange Wave Vinyl, Frosted Teal Vinyl, Sky Blue Vinyl, Tie-Dye Orange And White Vinyl und Cotton Candy Splash Vinyl.


 


8. Dem Album gingen seit Mitte März mit „Riptides“, „Punching The Flowers“ und „Stone Over Water“ drei Singles voraus. „Riptides“ kletterte in den USA direkt auf Platz 1 der Billboard Adult Alternative Airplay-Charts. Es ist bereits der neunte Nummer-eins-Erfolg der Band in diesen Charts: „Soul Meets Body“, „I Will Possess Your Heart“, „You Are a Tourist“, „Black Sun“, „Gold Rush“, „Northern Lights“, „Here to Forever“, „Pepper“ und „Riptides“.


 


9. Zum Release-Tag steht das Album bei Metacritic bei starken 82/100 Punkten (basierend auf den ersten 8 Kritiken). Auf den gleichen Wert kam zuletzt „Asphalt Meadows“, nur „Transatlanticism“ (84/100) kommt auf einen höheren Metascore.

10. Gute Nachricht: Death Cab For Cutie werden am 1. Oktober 2026 in der Columbiahalle in Berlin gastieren. Schlechte Nachricht: Das ist der einzige Auftritt in Deutschland.



5. Juni 2026

The Blue Herons - Demon Slayer


Auf den Schweizer Designer und Musiker Andy Jossi wurde ich erstmals mit der Compilation „Heart & Soul“ (2020) seines Projektes The Churchhill Garden aufmerksam. Das großartige Octopoden-Artwork war ein stilistischer Rückgriff auf das Album „Shady Ways Anticlockwise“ der tschechischen Shoegaze-Band The Naked Souls, das er Jahre zuvor gestaltet hatte. Mehr als eine weitere EP sollte es von den Tschechen leider nicht geben. Aber letztes Jahr wurden beide Veröffentlichungen auf der Vinyl-Zusammenstellung „Reverb From The Depths“ vereint, das Cover gestaltete natürlich wieder Jossi und dieser ließ  passend zum Titel einen Wal aus den Tiefen empor steigen. 
Für „Matamorphosis“ (2023, Platz 3 bei Platten vor Gericht) von The Churchhill Garden wählte er prächtige, fast schon wissenschaftlich skizzierte, aber surreal verfremdete Käfer-Motive aus. Sein zweites Bandprojekt trägt den Namen The Blue Herons und selbstverständlich gehörte ein Reiher auf das Plattencover des Debüts „Go On“ (2024, #85).

Nun gibt es eine weitere Veröffentlichung von The Blue Herons. Andy Jossi bleibt seinem Tier-Faible treu und wählt für „Demon Slayer“ eine durch die Verfremdung dämonisch wirkende Sphynx-Katze aus. Passend zum dfarbenfrohen Artwork gibt es eine limitierte Auflage auf Citrine Marble Vinyl, die nur einen Malus hat, nämlich, dass „Turned To Stone“ und „Empty Spaces“ als Song #10 und #11 nur auf der CD enthalten sind.

„Janglepop-Herz, was willst du mehr?“, fragte ich bei der Vorstellung von „Go On“ und vielleicht dachte sich Jossi, dass die Trennschärfen zwischen Dreampop/Shoegaze und C86/Janglepop bzw. zwischen seinen Projekten The Churchhill Garden und Blue Herons noch etwas verschwommener sein könnten, wofür hier beispielsweise „Decay“ oder „My Way“ sorgen. Bester (von vielen tollen) Moment(en) auf „Demon Slayer“: Das Glockenspiel-Intermezzo im Titelsong. 
Das Album entstand als inspirierter transatlantischer Austausch zwischen Andy Jossi (Schweiz) und Gretchen DeVault (USA), die über verschiedene Zeitzonen hinweg Skizzen, Melodien und Ideen miteinander teilten. 


 


 




3. Juni 2026

William Hut - Eternal Pieces


Vor einigen Tagen habe ich ein wenig Poor Rich Ones gehört und mich gefragt, ob nach dem von mir sehr geschätzten Album „Happy Happy Happy“ (2000) und der folgenden Compilation „Joe Maynard’s Favourites“ (2001) noch unbemerkt von mir ein Album veröffentlicht wurde. Leider nicht, auch von einer Reunion war nirgendwo die Rede. Zumindest habe ich bei meiner Recherche eine schöne Coverversion von „A Question Of Lust (Depeche Mode) entdeckt.

Jedoch stellte sich heraus, dass William Hut, Jahrgang 1973, nach der Trennung der norwegischen Band nicht aufgehört hat, Soloalben zu veröffentlichen. Sein Solodebüt „Road Star Doolittle“ (2001) hatte ich mir damals noch angehört, es war aber größtenteils akustisch gehalten und im Vergleich zum Indierock der Poor Rich Ones etwas langweilig ausgefallen.

Dabei habe ich aber gesehen, dass Hut jüngst mit „Eternal Pieces“ ein neues Album veröffentlicht hat. Der typische Falsettgesang ist noch da, auch feine Melodien und eine leicht melancholische Grundstimmung, aber die akustischen Gitarren sind größtenteils elektronischen Gerätschaften gewischen. So bewegen sich die 12 Songs - darunter mit „Where Love Takes Shape Of Democracy“ ein kurzes, an O.M.D. erinnerndes Instrumental und mit „MLK“ ein zartes Cover von U2 - zwischen indiepop und Electronica. 

Eternal Pieces“ ist digital und als LP (Black Vinyl, limitiert auf 150 Exemplare) erhältlich.


This is a wonderful album, ideal for when you simply want to unwind and let the day settle around you. Its blend of uplifting moments and softer reflections creates a comforting balance, making it just as suited to quiet evenings as it is to lazy afternoons. It’s the kind of record you return to not for drama, but for reassurance and calm.


Throughout the album, Hut balances intimate storytelling with production choices that serve the lyric, low-end heft without muddiness, tasteful string or synth swells that lift, and vocal mixes that keep the words front and center.

If you want indie pop with a cinematic spine and a human heart, Eternal Pieces rewards repeat listens. These are songs built for late-night windows, long drives, and reckoning. Play it softly at first, then give it space to breathe, as William Hut reveals himself direct, melodic, and unmistakably real.


 


 


 


 




2. Juni 2026

Die Toten Hosen - Trink aus, wir müssen gehen!


10 Fakten zum neuen Album von Die Toten Hosen:

1. Irgendwann ist auch das letzte Alt ausgetrunken und daher ist „Trink aus, wir müssen gehen!“ das 17. und letzte Studioalbum von Campino & Kollegen.
Das Album erschien am 29. Mai 2026. Seit dem letzten regulären Studioalbum „Laune der Natur“ (2017) sind damit stolze 9 Jahre und 24 Tage vergangen, wenn man das Coveralbum „Learning English Lesson Three: Mersey Beat!“ (2020) außen vor lässt (sonst würde die Wartezeit bei fünfeinhalb Jahren liegen). Das ist die längste Pause, die sich die Band in ihrer fast 45-jährigen Karriere je zwischen zwei regulären Studioalben gegönnt hat, zuvor lag der Rekord bei 4 Jahren, 1 Monat und 3 Tagen zwischen „Zurück zum Glück“ (2004) und „In aller Stille“ (2008).

2. Das Cover-Artwork stammt von keinem Geringeren als dem weltberühmten Düsseldorfer Fotokünstler Andreas Gursky, der schon in die Entstehung des Covers für „Reich & Sexy II“ involviert war und ein Freund der Band ist.

3. Das Cover strotzt vor Nostalgie: Der Opel Rekord ist eine direkte, liebevolle Hommage an das Debütalbum der Band aus dem Jahr 1983 – „Opel-Gang“. Gursky verbindet diesen mit seinem Werk „Rhein II“ aus dem Jahr 1999, das einen Preis von 3,1 Millionen Euro erzielte und damit zeitweise zur teuersten Fotografie der Welt wurde. 




4. Der langjährigen Stammproduzenten der Band heißt Vincent Sorg. Er war bereits in die Entstehung von „In aller Stille“ (2008), „Ballast der Republik“ (2012) und „Laune der Natur“ (2017) involviert. Bevor er mit den Toten Hosen die Stadien beschallte, hat er sich vor allem in der härteren Metal- und Rockszene einen Namen gemacht. Er produzierte unter anderem Alben für Bands wie In Extremo, Donots oder die Metal-Band Grave Digger. Tobias Kuhn (Miles, Monta), der sich bei den beiden Vorgängern den Job mit Sorg teilte, war als Produzent nicht mehr gefragt.  

5. In der ARD Mediathek gibt es eine aktuelle, sehr persönliche Dokumentation über die Band unter dem Titel „Was bleibt: Die Toten Hosen – Das letzte Album“ vom preisgekrönten Dokumentarfilmer Eric Friedler, der bereits 2012 zum 30-jährigen Jubiläum die Doku „Nichts als die Wahrheit“ gedreht hat. Dazu heißt es: „Der Film begleitet Campino, Andi, Breiti, Kuddel und Vom Ritchie über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg hautnah im Studio und beim Songwriting. Der Fokus liegt auf der Entstehung ihres allerletzten regulären Studioalbums „Trink aus, wir müssen gehen!“. Die Band hat sich dafür unter anderem über Monate in eine Art Jugendherberge im münsterländischen Senden einquartiert. Zum ersten Mal überhaupt haben Die Toten Hosen einem Kamerateam so intime Einblicke in ihren oft quälenden, kreativen und hochemotionalen Arbeitsprozess im Studio erlaubt. Neben der Studioarbeit bietet der 90-minütige Film auch eine emotionale Zeitreise durch die über 40-jährige Bandgeschichte.“





6. Als Singles wurden vorab „Die Show muss weitergehen“ und „Schlechte Nachbarn“ ausgekoppelt. In die regulären deutschen Charts schaffte es keine der beiden Singles. Somit bleibt es bei zwei Nummer Eins-Singles („Zehn kleine Jägermeister“ und „Tage wie diese“) sowie zwölf weitere Top Ten-Singles. 
Mitte Juni folgt noch die Auskopplung „Nur nach vorn“ als 7“-Vinyl, limitiert auf 4.000 Exemplare.


 


7. Sollten Die Toten Hosen mit „Trink aus, wir müssen gehen!“ Platz 1 der Album-Charts erreichen, dann würden sie zum 13. Mal die Spitze erreichen und damit an The Beatles (12) vorbeiziehen und Die Ärzte (11) weiter distanzieren. Bisher schafften dies 9 ihrer regulären Studioalben (von „Auf dem Kreuzzug ins Glück“ 1990 bis „Laune der Natur“ 2017) sowie die Compilations „Der Krach der Republik“ (2013), „Alles ohne Strom“ (2019) und „Alles aus Liebe: 40 Jahre Die Toten Hosen“ (2022).

8. Die Toten Hosen tragen zum Abschluss wohl die Spendierhosen: Dem Hauptwerk liegt ein massives Bonusalbum mit dem Titel „Alles muss raus!“ bei. Es enthält 25 Coverversionenvon Songs, welche die Toten Hosen in ihrer Jugend und Karriere geprägt haben. Die Band versteht dieses Mammutprojekt als ein musikalisches Geschenk und ein finales Dankeschön an ihre Wegbegleiter.

9. Campino steht bei den 25 Songs nicht alleine am Mikrofon. Die Liste der befreundeten Künstler und Vorbilder, die mitgesungen haben, liest sich wie das Who-is-Who der Musikgeschichte: Vicky Leandros („Ich liebe das Leben“), Marteria („Welt der Wunder“), Thees Uhlmann („Junkies und Scientologen“), Wolfgang Niedecken von BAP („Kristallnaach“), Sven Regener von Element of Crime („Immer nur geliebt“), Justin Sullivan von New Model Army („51st State“), Feine Sahne Fischfilet („Komplett im Arsch“), Koljah von der Antilopen Gang („Destroy“) oder Marian Gold von Alphaville („Forever Young“). Sowie internationale Punk-Ikonen wie Charlie Harper (UK Subs) und Neville Staple (The Specials).

10. Schließen wir mit den LP-Varianten ab: Dreifach-Vinyl (Das Hauptalbum plus das Cover-Doppelalbum auf schwarzem Vinyl im schicken Gatefold-Cover, inklusive zwei 8-seitigen Booklets), Weißes Vinyl (Das reguläre Hauptalbum gepresst auf 180g-Vinyl in Transparent-Weiß), Oranges Vinyl (Das Bonusalbum „Alles muss raus!“ als orange-transparentes 180g-Doppelvinyl). Die Die Deluxe-Edition im Schuber (Limitiert auf exakt 19.820 Stück als Hommage an das Gründungsjahr 1982) war im bandeigenen Shop rasend schnell ausverkauft.


1. Juni 2026

Neue Gerichtstermine: Juni / Juli


Juni

05.06.
Death Cab For Cutie - I Built You A Tower
Fink - The City Is Coming To Erase It All
Klez.e - Einmal mehr mit dir gegen die Furcht

12.06.
Joan As Police Woman - Real Life Evolution
Olivia Rodrigo - You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love
Sportfreunde Stiller - Happy Birthday

19.06.
Hard-Fi - Sweating Someone Else’s Fever
The Veils - Fragile World

26.06.
Fury In The Slaughterhouse - Changes
Muse - The Wow! Signal
Beth Orton - The Ground Above
The Strokes - Reality Awaits
The Telescopes - Static Charge
Temples - Bliss


Juli

03.07.
Madonna - Confessions On A Dance Floor II

10.07.
Pete Fij - Up’s The New Down
Panda Bear & Sonic Boom - A ? Of When
The Temper Trap - Sungazer
Will Sheff - Extra Mile
Finn Wolfhard - Fire From The Hip
The Xcerts - I Think I Want to go Home Now

17.07.
Kasabian - Act III
Tricky - Different When It’s Silent
Yard Act - You’re Gonna Need A Little Music

31.07.
Shearwater - The New World