15. Januar 2026

Black Swan Lane - The Messenger


Auch wenn bereits die ersten neuen Platten des Jahres 2026 erschienen sind, werfen wir heute den Blick noch einmal vier Wochen zurück. Denn am 12.12. wurde das 12. Studioalbum von Black Swan Lane veröffentlicht, das selbstverständlich aus 12 Songs besteht. 

Von den drei ursprünglichen Mitgliedern der 2007 gegründeten Band ist im Verlauf der Jahre nur noch Jack Sobel verblieben, der allen Fans von Echo & The Bunnymen und The Mission über Whipping Boy und The Chameleons bis zu Madrugada und Sisters Of Mercy mit „The Messenger“ eine Freude bereiten dürfte. Die scheint es bei Platten vor Gericht zu geben, denn „Dead Souls Collide“ (2023) und „Blind“ (2022) konnten sich hoch in unseren Jahres-Charts platzieren (Platz 44  mit 7,600 Punkten bzw. Platz 10 mit 8,000 Punkten). 

The Messenger“ bewegt sich zwischen getragenem, atmosphärischen Alternative Rock („Laces“) und düsterem Gothic-Rock („The Messenger“), „Drawing In Your Heart“ ist ein Langsamtaucher in Shoegaze-Gefilde und „Shockwave“ macht seinem Namen alle Ehre und rüttelt einen anschließend wieder auf. 

Eigentlich erstaunlich, dass von Black Swan Lane so wenige Musikfans Notiz nehmen. Werfen wir einmal einen Blick auf die monatlichen Zuhörer*innen bei Spotify bei den sechs eingangs erwähnten Bands: 
Echo & The Bunnymen          2.110.000
The Mission          175.000
Whipping Boy          23.000
The Chameleons          190.000
Madrugada          425.000
The Sisters Of Mercy          1.000.000
Selbst Whipping Boy haben mehr als doppelt so viele Zuhörer*innen wie Black Swan Lane mit 10.904. Von den anderen brauchen wir gar nicht zu reden.


 


Alles ist top produziert, mit überlebensgroßen Melodien ausgestattet, Pop trifft Tiefgang und Atmosphäre. Der Opener 'Promise' klingt noch fast schroff, dafür weiß man im späteren Verlauf mit 'Laces', 'Look At Me The Same' dem kraftvollen Titelsong oder 'Waves Whisper' Hits zu schreiben, wie ich es bei all den Vorgängern ungezählte Male bereits zu schätzen wusste.  BSL gehören auf größere Bühnen, haben Format für viel mehr und kreuzen hymnischen Stadion Rock mit emotionalem, dunklen alternativen Sounds.
Viele Stile/Einflüsse finden sich im dichten, schmachtenden Klang der Amis wieder und trotzdem ist es gerade das Klare, das Strahlende, eine gewisse emotionale Unmittelbarkeit in den Songs, die direkt durch die Wolkendecke ins empfängliche Herz zu spielen weiß. Erneut sind BSL in ihrem melancholischen Element, weiß man mit "The Messenger" Trennungsschmerz, Trauer und Sehnsucht in unglaublich eingängig, treibend-driftende Kleinode von Pop-Songs zu packen und gäbe es im Musik-Biz irgendwie Gerechtigkeit, wäre diese Band mit ihrem atmosphärischen Pop-Appeal längst im Olymp angekommen.


 


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