Die Wege von Tom Rowlands, einer Hälfte von The Chemical Brothers, und der norwegischen Musikerin Aurora Aksnes hatten sich zuvor bereits mehrfach gekreuzt: Auf dem 2019 veröffentlichten „No Geography“ setzte Aurora die Tradition bekannter Gastsänger*innen (u.a. Beth Orton, Noel Gallagher, Hope Sandoval oder Richard Ashcroft) auf den Alben der Chemical Brothers fort, war auch als Songwriterin an drei Stücken beteiligt und trug ihren teil dazu bei, dass deren neuntes Album mit dem Grammy Award ausgezeichnet wurde. Tom Rowlands revanchierte sich als Songwriter, Produzent und Musiker auf zwei Liedern von „What Happened to the Heart?“ (2024), dem letzten Studioalbum von Aurora.
Offensichtlich passte es musikalisch zwischen den Beiden, sonst hätten sie sich nicht erneut zusammen getan und gemeinsam 12 Songs aufgenommen, die sie unter dem Namen Tomora nun veröffentlicht haben. Dabei war die Kooperation ursprünglich gar nicht darauf ausgerichtet, ein komplettes Album zu veröffentlichen. Bevor der Kofferwort-artige Projektname, der sich auf den Vornamen der Protagonist*innen zusammensetzt, bekannt wurde, streute Rowlands Songs wie „Ring The Alarm“ oder „Somewhere Else“ bereits in seine DJ Sets ein, wodurch bereits klar sein sollte, in welche musikalische Richtung (Elektro, Big Beat und Electronica mit reichlich repetitiven Momenten zum Tanzen) dieser Trip geht. Wäre da nicht der Altersunterschied von über 25 Jahren, könnte man hier auch von The Chemical Siblings sprechen.
„Come Closer“ ist als CD und LP (Total Eclipse Black Vinyl, Pink Nebula Vinyl, Pink And Black Swirl Vinyl, Glow In The Dark Vinyl) erhältlich.
Stattdessen gibt es einen wilden Ritt durch verschiedene Gradationen von Techno-, Drum’n’Bass und Clubgrooves, die Rowland mit fiebriger Intensität aus seiner Maschinerie holt und auf der anderen Seite Auroras – oft brutal zerhackte – Vokal-Elemente, die zuweilen klingen, als wolle sich die Gute als Sängerin durch Nickeligkeit selbst diskreditieren. Mit dem Kerngeschäft der ansonsten gesanglich geschickt mit Harmonien und Melodien hantierenden Songwriterin hat das also nicht mehr viel zu tun. Stattdessen ist klar erkennbar, dass sowohl Rowland wie auch Aurora die Extreme suchen (und finden).



























