10 Fakten zum neuen Album von Die Toten Hosen:
1. Irgendwann ist auch das letzte Alt ausgetrunken und daher ist „Trink aus, wir müssen gehen!“ das 17. und letzte Studioalbum von Campino & Kollegen.
Das Album erschien am 29. Mai 2026. Seit dem letzten regulären Studioalbum „Laune der Natur“ (2017) sind damit stolze 9 Jahre und 24 Tage vergangen, wenn man das Coveralbum „Learning English Lesson Three: Mersey Beat!“ (2020) außen vor lässt (sonst würde die Wartezeit bei fünfeinhalb Jahren liegen). Das ist die längste Pause, die sich die Band in ihrer fast 45-jährigen Karriere je zwischen zwei regulären Studioalben gegönnt hat, zuvor lag der Rekord bei 4 Jahren, 1 Monat und 3 Tagen zwischen „Zurück zum Glück“ (2004) und „In aller Stille“ (2008).
2. Das Cover-Artwork stammt von keinem Geringeren als dem weltberühmten Düsseldorfer Fotokünstler Andreas Gursky, der schon in die Entstehung des Covers für „Reich & Sexy II“ involviert war und ein Freund der Band ist.
3. Das Cover strotzt vor Nostalgie: Der Opel Rekord ist eine direkte, liebevolle Hommage an das Debütalbum der Band aus dem Jahr 1983 – „Opel-Gang“. Gursky verbindet diesen mit seinem Werk „Rhein II“ aus dem Jahr 1999, das einen Preis von 3,1 Millionen Euro erzielte und damit zeitweise zur teuersten Fotografie der Welt wurde.
4. Der langjährigen Stammproduzenten der Band heißt Vincent Sorg. Er war bereits in die Entstehung von „In aller Stille“ (2008), „Ballast der Republik“ (2012) und „Laune der Natur“ (2017) involviert. Bevor er mit den Toten Hosen die Stadien beschallte, hat er sich vor allem in der härteren Metal- und Rockszene einen Namen gemacht. Er produzierte unter anderem Alben für Bands wie In Extremo, Donots oder die Metal-Band Grave Digger. Tobias Kuhn (Miles, Monta), der sich bei den beiden Vorgängern den Job mit Sorg teilte, war als Produzent nicht mehr gefragt.
5. In der ARD Mediathek gibt es eine aktuelle, sehr persönliche Dokumentation über die Band unter dem Titel „Was bleibt: Die Toten Hosen – Das letzte Album“ vom preisgekrönten Dokumentarfilmer Eric Friedler, der bereits 2012 zum 30-jährigen Jubiläum die Doku „Nichts als die Wahrheit“ gedreht hat. Dazu heißt es: „Der Film begleitet Campino, Andi, Breiti, Kuddel und Vom Ritchie über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg hautnah im Studio und beim Songwriting. Der Fokus liegt auf der Entstehung ihres allerletzten regulären Studioalbums „Trink aus, wir müssen gehen!“. Die Band hat sich dafür unter anderem über Monate in eine Art Jugendherberge im münsterländischen Senden einquartiert. Zum ersten Mal überhaupt haben Die Toten Hosen einem Kamerateam so intime Einblicke in ihren oft quälenden, kreativen und hochemotionalen Arbeitsprozess im Studio erlaubt. Neben der Studioarbeit bietet der 90-minütige Film auch eine emotionale Zeitreise durch die über 40-jährige Bandgeschichte.“
6. Als Singles wurden vorab „Die Show muss weitergehen“ und „Schlechte Nachbarn“ ausgekoppelt. In die regulären deutschen Charts schaffte es keine der beiden Singles. Somit bleibt es bei zwei Nummer Eins-Singles („Zehn kleine Jägermeister“ und „Tage wie diese“) sowie zwölf weitere Top Ten-Singles.
Mitte Juni folgt noch die Auskopplung „Nur nach vorn“ als 7“-Vinyl, limitiert auf 4.000 Exemplare.
7. Sollten Die Toten Hosen mit „Trink aus, wir müssen gehen!“ Platz 1 der Album-Charts erreichen, dann würden sie zum 13. Mal die Spitze erreichen und damit an The Beatles (12) vorbeiziehen und Die Ärzte (11) weiter distanzieren. Bisher schafften dies 9 ihrer regulären Studioalben (von „Auf dem Kreuzzug ins Glück“ 1990 bis „Laune der Natur“ 2017) sowie die Compilations „Der Krach der Republik“ (2013), „Alles ohne Strom“ (2019) und „Alles aus Liebe: 40 Jahre Die Toten Hosen“ (2022).
8. Die Toten Hosen tragen zum Abschluss wohl die Spendierhosen: Dem Hauptwerk liegt ein massives Bonusalbum mit dem Titel „Alles muss raus!“ bei. Es enthält 25 Coverversionenvon Songs, welche die Toten Hosen in ihrer Jugend und Karriere geprägt haben. Die Band versteht dieses Mammutprojekt als ein musikalisches Geschenk und ein finales Dankeschön an ihre Wegbegleiter.
9. Campino steht bei den 25 Songs nicht alleine am Mikrofon. Die Liste der befreundeten Künstler und Vorbilder, die mitgesungen haben, liest sich wie das Who-is-Who der Musikgeschichte: Vicky Leandros („Ich liebe das Leben“), Marteria („Welt der Wunder“), Thees Uhlmann („Junkies und Scientologen“), Wolfgang Niedecken von BAP („Kristallnaach“), Sven Regener von Element of Crime („Immer nur geliebt“), Justin Sullivan von New Model Army („51st State“), Feine Sahne Fischfilet („Komplett im Arsch“), Koljah von der Antilopen Gang („Destroy“) oder Marian Gold von Alphaville („Forever Young“). Sowie internationale Punk-Ikonen wie Charlie Harper (UK Subs) und Neville Staple (The Specials).
10. Schließen wir mit den LP-Varianten ab: Dreifach-Vinyl (Das Hauptalbum plus das Cover-Doppelalbum auf schwarzem Vinyl im schicken Gatefold-Cover, inklusive zwei 8-seitigen Booklets), Weißes Vinyl (Das reguläre Hauptalbum gepresst auf 180g-Vinyl in Transparent-Weiß), Oranges Vinyl (Das Bonusalbum „Alles muss raus!“ als orange-transparentes 180g-Doppelvinyl). Die Die Deluxe-Edition im Schuber (Limitiert auf exakt 19.820 Stück als Hommage an das Gründungsjahr 1982) war im bandeigenen Shop rasend schnell ausverkauft.



Unwahrscheinlich, dass ich dieses Album gehört hätte, wenn Dirk es hier nicht vorgestellt hätte. Vor einigen Jahren fand ich Die Toten Hosen durchaus gut. Der Erstkontakt war vermutlich irgendein Song, in dem es um Alkoholgenuss geht. Anfang der 1990er habe ich sogar Konzerte besucht. Der Aufforderung „Kauf mich!“ habe ich 1993 dann zwar noch Folge geleistet, aber danach war Schluss mit Fun-Punk.
AntwortenLöschen3 positive Dinge über „die Hosen“:
• In einem Radio-Interview (irgendwann in den 1980ern) haben Die Toten Hosen von einer Band erzählt, die sie sehr beeinflusst hat – meine erste Begegnung mit The Clash. Bis heute für mich eine sehr wichtige Band.
• Ihre politische Haltung. Schon immer. (Auch wenn Joerg Recht hat, wenn er (woanders) sagt: „Wobei man sich ja doch fragen muss, in was für Zeiten man eigentlich rumeiert, in denen man sich genötigt fühlt, explizit hervorzuheben, dass jemand […] undumme Dinge sagt und Nazis scheiße findet.“)
• Keine Ahnung – vielleicht, dass ich mal wieder in den Genuss eines Thees Uhlmann Buches kommen könnte. Sein Buch über Die Toten Hosen habe ich nämlich noch nicht gelesen.
Das neue Album: Irgendwo zwischen Fremdschämen und „Hey! Dieser Song ist gar nicht mal so schlecht!“ Punkte folgen.
Die erste Info mit Tobias Kuhn ist aber nicht richtig - auch hat hier Vincent Sorg alleine produziert.
AntwortenLöschenOh, vielen Dank! Ich habe es korrigiert.
LöschenDen Kommentar zu Jörgs Beitrag an anderer Stelle habe ich mir geflissentlich erspart, weil ich es Immer etwas seltsam finde, wenn Leuten Musik so egal ist, dass sie erst mal 100.000 Zeilen Rant übers neue Album verfassen müssen. (OK, ich gestehe zu, für einen richtigen Rant war das Ganze doch zu differenziert, dennoch ist mir dieses Abarbeiten an etwas, dass man nicht mag ein wenig suspekt).
AntwortenLöschenDas Album hier ist durchaus ok, und natürlich berühren mich die Songs, ob deren Gefühligkeit und Pathos sich bei anderen die Zehennägel kräuseln, am meisten. Sollten die Cover Alben mit in die Bewertung mit eingehen, muss diese noch etwas warten, ansonsten bin ich bei 7,5
Wir sehen uns dann zum Konzert in Köln im Stadion.