27. Mai 2026

Rostam - American Stories


Vom einen Super-Produzenten direkt zum nächsten, von Jack Antonoff (Taylor Swift, Lana Del Rey, Lorde) zu Rostam Batmanglij (Vampire Weekend, Haim). 

Denn auch Batmanglij veröffentlicht, wie Antonoff, auch eigene Musik. Zunächst als Mitglied von Vampire Weekend, nach seinem einvernehmlichen Ausstieg aus der Band 2016, durch den er sich hauptsächlich auf seine Tätigkeit als Musikproduzent fokussieren wollte, auch solo. Unter dem Mononym Rostam brachte er bisher „Half-Light“ (2017) und „Changephobia“ (2021) heraus und lässt nun „American Stories“ folgen. 

Die Ähnlichkeiten zu Vampire Weekend sind mir auf seinen vorherigen Alben nicht so stark ins Auge (odergenauer: Ohr) gestochen, wie hier auf Songs wie „To Feel No Way“ oder „The Weight“. Dafür sorgen neben seiner Produktiuon sicherlich auch die Streicherarrangements und die perkussiven Rhythmen. Aber „American Stories“ hat auch Neierungen zu bieten, denn Rostam reagiert auf die geopolitischen Unruhen als US-Amerikaner mit iranischen Wurzeln. Und so lässt er Americana- und Country-Klänge auf mikrotonale orientalische Melodien treffen, verbindet den Sound der Pedal Steel Guitar mit dem der Saz, einer traditionellen Langhalslaute. Eingespielt wurde diese vom iranisch-amerikanischen Musiker Amir Yaghmai („Forgive Is To Know“). Auch im Studio war Clairo, für die Rostam Batmanglij bereits produzierte, um beim Song „Hardy“ mitzusingen. Ähnlich wie es Jack Antonoff bei seinen letzten Veröffentlichungen mit den Bleachers handhabte, hat auch Rostam das Album komplett selbst geschrieben, arrangiert und produziert, es jedoch mit einer mehrköpfigen Band im Studio einspielte.


 


Persische Klangelemente und Pedal Steel: Das matcht nicht nur in „Different Light“ erstaunlich gut. Eigenwillig berührend auch der Song „Hardy“, in dem der iranisch-amerikanische Musiker Amir Yaghmai an der Violine zu hören ist. Der verspielte Stil erinnert an Vampire Weekend, für die Rostam Ende der Zehnerjahre noch mal tätig war. Auch die melancholische Stimmung des Albums, das mit „The Weight“ einen tollen Abschluss findet, erinnert an seine alte Band. Es geht um Vergebung, Freiheit, Liebe und inwiefern all das etwas miteinander zu tun hat.




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