3. April 2026


10 Fakten zum neuen Album von Robyn:

1. „Sexistential“ ist, wenn man die drei 2010 veröffentlichten (Mini-)Alben aus der „Body Talk“-Reihe mitzählt, das neunte Studioalbum von Robyn. Der Titel „Sexistential“ ist eine Kombination der Wörter „Sex“ und „existenziell“, war ursprünglich als Insiderwitz gedacht, jedoch stellte Robyn irgendwann fest, dass der Titel das Album und seine musikalische Ausrichtung treffend beschreibt.

2. „Sexistential“ liefert 9 Songs in 29:27 Minuten. Damit ist es das kürzeste Album in der Discographie von Robyn und bleibt sogar hinter dem halbstündigen Mini-Album „Body Talk Pt. 1“ zurück.

3. Um so erstaunlicher, da sich Robyn seit der Veröffentlichung ihres letzten Albums „Honey“ (2018) reichlich Zeit ließ. In der Zwischenzeit vergingen 7 Jahre, 5 Monate und 1 Tag.


 


4. In ihrer schwedischen Heimat kamen bisher alle ihre Alben in die Top 10, wobei „Robyn“ (2005), „Body Talk Pt. 1“ (2010), „Body Talk Pt. 2“ (2010) und „Honey“ (2018) jeweils die Spitze der Charts erreichten. In Deutschland dauerte es bis zum Jahr 2010, das Robyn in die deutschen Hitlisten kam, für „Honey“ (#38) ist die höchste Platzierung verzeichnet.

5. Seit 2005 veröffentlicht Robyn ihre Musik auf dem eigenen Label: Konichiwa Records. Die Standard Versionen des Albums gibt es auf CD, Kassette und LP (black Vinyl).

6. Natürlich ist „Sexistential“ auch in anderen LP-Varianten erhältlich: white Vinyl, magenta Vinyl und deluxe clear Vinyl mit alternativem Artwork (extra clear PVC sleeve, gatefold jacket, and 28-page insert).


  


7. Als erste Single des Albums wurde „Dopamine“ im November 2025 veröffentlicht. Der Song erreichte Platz 9 in Schweden und ist damit dort ihre neunte Top 10 Single. Auf Platz 1 schaffte es lediglich „Dancing On My Own“ (2010). In Deutschland ist dies „With Every Heartbeat“ (mit Kleerup) auf Rang 38.
Anfang des Jahres folgte noch die Doppel-A-Seiten-Single „Sexistential“ / „Talk To Me“ und vor einigen Tagen später „Blow My Mind“.


 


8. „Sexistential“ sollte im Sound der „Body Talk“-Trilogie folgen, warum Robyn erneut mit dem schedischen Produzenten und Songwriter Klas Åhlund zusammenarbeitete. Weitere Protagonisten sind u.a. Joseph Mount von Metronomy, Jonathan Bates von Mellowdrone, Taio Cruz, Svein Berge von Röyksopp oder Max Martin (Britney Spears, Backstreet Boys, NSYNC, Pink, Katy Perry, Coldplay, The weekend).

9. Bei Metacritic steht „Sexistential“ aktuell mit einem glänzenden Metacrore von 82/100 Punkten da, auch wenn die Werte von „Robyn“ (86/100), „Body Talk“ (86/100) und „Honey“ (89/100) nicht ganz erreicht werden können.


Schon im Eröffnungsstück, „Really Real“, kristallregnet es wonnevoll die mit den allerfeinsten Raffinessen der modernen Audiodesign-Zauberei überzuckerten Beats und Synthesizer-Sounds. „Dopamine“ erinnert an „Dancing On My Own“: Auch hier explodiert ein Arpeggiator, nur diesmal vor Freude statt vor Liebeskummer. Robyn feiert ihren zweiten Frühling. Wer dazu nicht mittanzt, ist selber schuld. Oder hat Rheuma.

„Sucker For Love“ schlägt völlig mühelos die Brücke von Kraftwerk über The Knife zu Charli XCX. „Talk To Me“ klingt wie von Skrillex produzierte Ace Of Base, gesungen von Taylor Swift, abzüglich Hochglanz-Erotik. Robyns Sehnen und Sinnlichkeit haben nichts mit spießiger, keimfreier Soft-Porn-Ästhetik zu tun. Die neun Stücke von „Sexistential“ zelebrieren vielmehr den weiblichen Körper, der sich keinem männlichen Blick unterwirft und – öderweise noch immer auf junge Frauen fixierte – Schönheitsideale unterläuft, mit Zeilen wie: „My body’s a spaceship with the ovaries on hyperdrive.“

Es ist erstaunlich, wie eine wenig divenhafte, frei von Kapriolen und zwischen ihren Auftritten zurückgezogen lebende Schwedin jedes Mal die Konkurrenz alt aussehen lässt, wenn eines ihrer Alben erscheint. (…) Robyn erfindet auf „Sexistential“ das Electropop-Rad nicht jedes Mal, aber schon verblüffend oft neu – und macht sich ihre Dancefloor-Welt, wie sie ihr gefällt.


10. 25 Konzerte hat Robyn bisher weltweit zwischen Juni und November 2026 angekündigt. In Deutschland wird sie am 8. Juli in der Berliner Uber Arena gastieren.




2. April 2026

Deadletter - Existence Is Bliss


„Wenn sie das Saxophon streichen, werden die groß“, sagte ich letztes Jahr zu meiner Freundin, als Deadletter am frühen Nachmittag bei brütender Hitze das Palastzelt des Maifeld Derbys abrissen. Energetischer Post-Punk und mit Sänger Zac Lawrence eine Frontmann, der sich den Begriff Rampensau redlich verdiente, sorgten für meine Aussage. Das Londoner Sextett - Zac Lawrence (Gesang), Alfie Husband (Schlagzeug), George Ullyott (Bass), Will King (Gitarre), Sam Jones (Gitarre) und Poppy Richler (Saxophon) - hatte 2022 eine erste Ep und 2024 das Debütalbum („Hysterical Strength“) folgen lassen, dem zwei Jahres-Rhythmus treu bleibend steht nun „Existence Is Bliss“ in den Plattenläden. Und ja, das Saxophon ist doch dabei und macht das, was ein Saxophon wohl leider machen muss.

Deadletter zeigen auf ihrem zweiten Album eine klangliche Weiterentwicklung – weg vom reinen, rohen Post-Punk hin zu einem atmosphärischeren, fast schon cineastischen Sound mit luftigen Synthesizern und elektronischen Akzenten zu soziopolitischen Texten. 
„Existence Is Bliss“ ist als CD und LP (Transparent Pearl White Vinyl, Transparent Edge Glow Blue Vinyl, Transparent Sparkle Vinyl) erhältlich und Menschen zu empfehlen, die gern Fontaines D.C., Shame, Gang Of Four und LCD Soundsystem hören. Und sich nicht am Saxophon stören. 


 


„Existence Is Bliss“ zeigt nun: Hier nascht jemand nicht nur die trockenen Dropse des Post-Punk, sondern plündert nach Lust und Laune den Süßwarenladen der Pop-Historie. „Purity I“ zitiert gleich mal Pink Floyds „On The Run“, bevor es sich mit treibendem Beat und schnittigen Riffs vor Franz Ferdinand verbeugt.
„To The Brim“ hat ein herrlich versponnenes Folk-Intro, Saxofone aus der Hölle und eine in die Dunkelheit hinabkletternde Hookline. Immer wieder trötet es hier, als hätten sich Madness in einen Song von Pere Ubu verirrt. Unheilvoll? Euphorisch? Alles eins! Wie im windschiefen „What The World Missed“, das eine Ballade von Beck sein könnte. Oder in „Focal Point“, in dessen Unterbewusstsein The Cures „A Forest“ schlummert. Anderswo geistern Schatten von The Blue Nile, Wire und Can. Die Rasierklinge, auf der Deadletter reiten, ritzt einen Spalt in dicke Häute. 




1. April 2026

Neue Gerichtstermine: April / Mai


April

03.04.
Deary - Birding
Maria Taylor - Story’s End

10.04.
They Might Be Giants - The World Is To Dig
Wu Lyf - A Wave That Will Never Break

17.04.
Bosse - Stabile Poesie
T’Pau - Be Wonderful
Tomora - Come Closer

24.04.
Crocodiles - Greetings From Hell
Julia Cummings - Julia
Foo Fighters - Your Favorite Toy
Metric - Romanticize The Dive
Christin Nichols - Christin Nichols
The Reds, Pinks And Purples - Acknowlege Kindness
Tempers - Delusion


Mai

01.05.
Tori Amos - In Times Of Dragons
The Boo Radleys - In Spite Of Everything 
Maya Hawke - Maitreya Corso 

08.05.
Broken Social Scene - Remember The Humans 
Aldous Harding - Train On The Island 
The Haunted Youth - Boys Cry Too 
Lambert - I Am Not Lambert
Lykke Li - The Afterparty
Midge Ure - A Man Of Two Worlds

15.05.
Kevin Morby - Little Wide Open
Rostam - American Stories

22.05.
Bleachers - Everyone For Ten Minutes
Future Islands - From A Hole In The Floor To A Fountain Of Youth
Get Well Soon - Minus The Magic 
Ed O’Brien - Blue Morpho

29.05.
Die Toten Hosen - Trink aus, wir müssen gehen! 
Madsen - Smile
Paul McCartney - The Boys Of Dungeon Lane