
So nach ausgiebigem Hoch und Runter oder hier besser anspielungstechnisch Auf und Ab-Hören: Es ist natürlich kein neues "Anfänger", was aber auch kaum zu erwarten war, war eben jenes 2004 ja mein Album des Jahres .
Nichtsdestotrotz baut es, wenn ich es eben an diesem Album des Jahres-Nachfolgermaßstab messe wesentlich weniger ab, als die direkten Konkurrenten als da z.B. wären: Tom Liwa's "Evolution Blues" nach dem Album des Jahres "St. Armour", Teitur's "Stay Under the Stars" nach seinem Album des Jahres "Poetry And Aeroplanes", Mercury Rev's "All is Dream" nach ihrem Album des Jahres "Deserter Songs" oder auch The Magnetic Field's "I" nach deren grandiosen "69 Love Songs".
Insofern zumindest soviel Respekt an Virginia Jetzt!, dass sie es doch schaffen einen gewissen Level zu halten. Interessanterweise kommen Tief-und Höhepunkt gleich hintereinander und durchbrechen als Einzige das übliche Strophe - Refrain - Stropheschema, sind also eigentlich ähnlich aufgebaut. Während "Zonenkind" aber als Rohrkrepierer in die Bandgeschichte eingehen dürfte, weil es so flau und dünn ist, dass es von Pur sein könnte, kämen diese aus dem ehemaligen Zonenrandgebiet (und selbst die würden es wahrscheinlich überzeugender hinkriegen), macht "Die Teile deines Lebens" in punkto Arrangment Text und Dramaturgie alles richtig.
Ach und ich mag's halt auch so völlig offensichtliche Zeilen wie:
"Denn das schlimmste, was es gibt
ist nicht, dass man sich trennt,
sondern sich trennt,
obwohl man sich liebt"
in irgendwelchen Liedern gesungen zu finden, wenn man mich mit ein zwei Textstellen hat, kann in einem Song schon nicht mehr viel schief gehen. Fiel mir damals das erste mal bei den Weakerthans auf, in deren Song "Pamphleteer", wo mich die Zeilen
"How I don't know what I should do
with my hands when I talk to you
How you don't know where you should look
so you look at my hands"
so gefangen nahmen, dass der ganze Song wie von selbst zu funktionieren begann.
Und so geht es mir auch hier immer noch Gott sei Dank bei der Mehrzahl der Songs, dass mich ein paar - vielleicht sogar banale Zeilen - so in den Song ziehen, dass er dann doch funktioniert ( Bsp.
"Ich hab mich nie gefragt,
warum dich alle Menschen lieben,
und ich mir niemals sicher war,
und das ist nicht mal übertrieben"
mag banal klingen, hat für mich auf den zweiten Blick doch eine gewisse Tiefe), obwohl die Songs im Ganzen - und da geb ich den Kritikern recht - nicht mehr so mitreissend und auch nicht mehr so interessant arrangiert sind, wie noch auf "Anfänger"
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