Echobelly - Anarchy And Alchemy




















Ach und ach so. 

Ach: Es gibt ein neues Album von Echobelly. Ach so: Es ist gar nicht das Comeback-Album nach „Lustra“ (1997), denn zwischen diesem und „Anarchy And Alchemy“ erschienen noch zwei weitere Platten, von denen ich gar nichts mitbekommen hatte.

Aber der Reihe nach: Echobelly debütierten 1994 mit „Everyone’s Got One“ auf Platz 8 der Albumchaurts im Vereinigten Königreich, bildeten gemeinsam mit Elastica und Sleeper die Speespitze der Britpop-Bands mit weiblichen Stimmen, wurden von Morrissey geschätzt und in den höchsten Tönen gelobt, von Madonna für ihr eigenes Maverick Label umgarnt, von R.E.M. mit auf Tour genommen, landeten mit ihrem zweiten Album „On“ (1995) sogar auf Rang 4 der Hitlisten und Sängerin Sonya Madan fiel optisch nicht nur aufgrund ihrer indischen Wurzeln auf und zierte viele Titelblätter von NME über Melody Maker bis Select Magazine. 
Danach ging es bergab: Krankheiten, Wechsel im Bandgefüge, Streitigkeiten mit dem Label und ein schwaches drittes Album, „Lustra“ (1997) kam nur auf Platz 47, ließen die Karriere von Echobelly versanden. Von den beiden folgenden Alben „People Are Expensive“ (2001) und „Gravity Pulls“ (2004) wurde kaum Notiz genommen und eine mehrjährige Auszeit folgte.

Sonya Aurora Madan und Glenn Johansson, die beiden einzigen verbliebenen Gründungsmitglieder, musizierten 2009 unter dem Namen Calm Of Zero wieder zusammen, veröffentlichten zwei EPs, jedoch nicht das angekündigte Debütalbum. Nach einer Deluxe-Wiederveröffentlichung der ersten beiden Echobelly-Alben wollten plötzlich 2015 wieder über 1500 Leute ein Konzert der Band in London besuchen - also der richtige Zeitpunkt für ein neues  Album von Echobelly.

„Anarchy And Alchemy“ kommt im gediegenen, meist getragenen bis balladesken Britpop-Outfit daher. Was das Wolfs-Geheul auf „Hey Hey Hey“ soll, versteht sicherlich nur die Band, die von Ash Hall und Oliver Kiernan komplettiert wird. Vielleicht von den offensichtlich bei „How Soon Is Now“ entliehenen Gitarrenklängen ablenken, obwohl, das folgende „Firefly“ ebenfalls ein wenig mit dem Smiths-Song kokettiert. Das schnelle „Molotov“ kommt einer Hit-Single am nächsten, jedoch habe ich dabei ständig „Mad World“ von Tears For Fears im Ohr. „If The Dogs Don’t Get You My Sisters Will“ hat eine deutliche Blues Rock-Note, „Dead Again“ schielt ein wenig in Richtung Jazz, „Faces In The Mirror“ ist entspannter 60s Pop und „Reign On“ mein persönlicher Lieblingstitel.  
„Anarchy And Alchemy“ bringt mir Echobelly zum einen wieder ins Gedächtnis, lässt sie in besserer Erinnerung zurück als „Lustra“ und weckt sogar den Wunsch die beiden verpassten Alben irgendwann noch zu hören.




Guarding the entrance to Echobelly’s new collection of tracks is a fearsome opener and stomping single ‘Hey, Hey, Hey’. This song clearly marks their return with Johansson's hypnotic blues rock riffs and Madan’s distinctive sultry vocals (with an added primal edge). On this track, this band is at times reminiscent of early PJ Harvey whilst capturing the glimmering light display of Echobelly’s core. (…)

‘Firefly’ continues the album at a similar pace, with a crunchy chugging bass riff that gives way to a more contrasting ethereal section that nudges previous Echobelly song structures like ‘Kali Yuga’ and ‘A Map Is Not The Territory’ found on 2001's People Are Expensive. What starts to become clear from the second track onwards is this album showcases Madan's vocal skills, which have developed one stage further, displaying more variation and showing off finesse like on ‘Firefly’ with its Arabian flirtations and ‘If The Dogs Don’t Get You’ with its rocketing "oohs" and somersaulting vocal attacks. Johansson’s guitar repertoire on the other hand has crystallised and continues to diversify with new tunings found on ‘Dead Again’ and ‘Faces In the Mirror’.

A lot of effort and final thought has gone into this album. Production surprises continue throughout like the springy vocal effect on ‘Molotov’ and variation in structure with ‘Autumn Angel’ being purely instrumental for the first segment, with delicate guitar rising from a hypnotic drone that turns into a distantly dulcet song. This paves the way for the concluding reflective post death track ‘Dead Again’. This is an album from a band that have been there and done it a few times, got bored, changed it up, run away, come back, swapped it up then become sophisticated and accomplished on their own terms with flair.(Drowned In Sound)





Kommentare:

Ingo hat gesagt…

8 Punkte

Olly Golightly hat gesagt…

Sehr gutes Album: 7,5 Punkte.

Dirk hat gesagt…

Besser als das letzte Album, das ich von Echobelly gehört habe ("Lustra", 1997).

7 Punkte

Jörg hat gesagt…

Habe Echobelly mit ihren ersten beiden Alben geliebt, sie dann aber nach dem nicht mehr so überzeugenden "Lustra" aus den Augen verloren.
Aber das neue Werk ist doch enttäuschend, nur weil ich die Band mag, gibts 6 Punkte.

aXel hat gesagt…

8

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