Mister And Mississippi - Mirage




















Anfang 2015 stand das niederländische Quartett hier bereits mit „We Only Part To Meet Again“ vor Gericht und erhielt im Durchschnitt 6,833 Punkte für sein zweites Album. Im Sommer des gleichen Jahres konnte ich die Band beim A Summer’s Tale Festival sehen und besonders gefielen mir Parallelen zu Sigur Rós und Slowdive, die ich in ihrem Auftritt zu entdecken meinte. Dem Album hätten, meiner Meinung nach, mehr Ecken und Kanten sowie eine Portion Rock gut gestanden. Der Bandname war schon immer blöd.

Und was machen Maxime Barlag, Samgar Jacobs, Tom Broshuis und Danny van Tiggele? Veröffentlichen ihre dritte Platte weiterhin als Mister And Mississippi und richten sich musikalisch neu aus, Schwerpunkt Synth-Pop und New Wave. Die Einflüsse von unterkühlten 80er Jahre Science Fiction-Soundtracks dürfen bei Songtiteln wie „HAL9000“ und „Replicants“ natürlich nicht verschwiegen werden. 
Vielleicht wären diese Entscheidungen besser anders getroffen worden, denn nichts ist mehr übrig vom folkigen Post-Rock, da „Mirage“ nun so klingt, als wollten Warpaint Blondie nacheifern oder wären Fleetwood Mac im Vangelis-Soundkosmos zu „Blade Runner“ integriert.





Dabei kann der Opener „Wolfpack“ noch nicht wirklich überzeugen. Eher uninspirierter Elektropop, den es jetzt nicht wirklich gebraucht hätte. Das darauf folgende „Lush Looms“ ist da schon beeindruckender. Ebenso das später folgende „HAL9000“. Schon bemerkenswert, wie schnell die Songs ins Ohr gehen. Bass und Schlagzeug geben in Verlauf des Albums ein starkes Grundgerüst, über das immer wieder der ein oder andere Synthie-Teppich gelegt wird. Das ist gut gemacht (hört man vor allem mit Kopfhörer), ziemlich eigenständig und macht am Ende doch bereits beim ersten Hördurchgang Spaß – allerdings ohne wirklich vom Hocker zu reißen.(Crazewire)




Zu knackigen Bassläufen und Wave-Keyboards wird jetzt weniger geschmachtet, ganz im Gegenteil trägt Barlag ihre zehn neuen Stücke mit einem neu gewonnenen Pop-Appeal in der Stimme. In den Charts-verdächtigsten Momenten erinnert das an Gwen Stefani auf Höhe der späten No Doubt. Das markiert zwar im bandinternen Oeuvre einen glatten Bruch, aber das ist auch gewollt. Gut, dass Mister & Mississippi ihre Neuordnung so stilvoll und versiert angehen. Das wird die alte Fanbase herausfordern, hierzulande aber vielleicht auch eine neue eröffnen.(intro)


Mister And Mississippi unterwegs:
17.05.17 Berlin, Musik & Frieden
18.05.17 Hamburg, Prinzenbar
19.05.17 Köln, Artheater


Kommentare:

Olly Golightly hat gesagt…

5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Der Vorgänger hat mir besser gefallen. 6 Punkte

Jörg hat gesagt…

6 Punkte

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