Donnerstag, 17. November 2016

Kristin Hersh - Wyatt At The Coyote Palace























Tatsächlich nimmt Kristin Hersh weiterhin Musik auf, auch wenn ich sie gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. „Hips And Makers“, ihr erstes Soloalbum aus dem Jahr 1994, steht bei mir im CD-Regal, danach habe ich sie irgendwie aus den Augen verloren und eher den Weg von Tanya Donelly (früher ebenfalls Mitglied bei den Throwing Muses, dann bei The Breeders aktiv, Gründerin von Belly und anschließend solo unterwegs) verfolgt. 
Auch das selbst betitelte Comeback-Album der Throwing Muses habe ich 2003 nur am Rande wahrgenommen (vermutlich, weil ohne Donelly) und von der Existenz von „Purgatory / Paradise“ erst jetzt erfahren. Das 2013er Album war im Buchformat erschienen und 32 Songs stark.

Diesem Konzept bleibt Hersh auch auf ihrem aktuellen Werk, „Wyatt At The Coyote Palace“, treu und findet so einen Mittelweg zwischen ihren beiden Professionen als Musikerin und Autorin. Neben Fotos, Illustrationen, wahren Geschichten und Songtexten findet man gleich zwei CDs, die jeweils mit 12 Songs bestückt sind. Diese hat Kristin Hersh im Verlauf von vier Jahren komplett im Alleingang aufgenommen und so hören wir neben Gesang und Gitarre auch den pointierten Einsatz von Cello, Bläsern, Bass, Piano, selbst gebauten Instrumenten und Field Recordings. Besonders spannend sind die Lieder, bei denen Hersh ihre Stimme auf mehrere Spuren verteilt und übereinander schichtet, wie zum Beispiel bei „Hemmingway’s Tell“. Hersh lässt Walzer auf Folk-Song auf Rocker im Throwing-Muses-Sinne folgen und daher wenig Langeweile aufkommen, trotz der spärlichen Instrumentierung und der trockenen Produktion von Steve Rizzo. 

Kommen wir zu den drei Mankos: 24 Songs sind dann doch etwas zu viel des Guten, mir liegt aktuell nur die digitale Promo-Version ohne Buch vor und eine LP-Veröffentlichung wird es wohl nicht geben.

Kristin Hersh ist zurück auf meinem Radar und hier sind die Essenz einer 9/10-Punkte Kritik von Drowned In Sound und das Video zu "Soma Gone Slapstick": So it’s no small statement that this ninth release, Wyatt at the Coyote Palace, has the feeling of a masterpiece.




Songs like "Wonderland" and "Hemingway's Tell" have the propulsive drive of Throwing Muses and Hersh's other rock band, 50FOOTWAVE. Others, like the desolate "Guadalupe," turn as unexpectedly as an interrupted thought spiral. "Shaky Blue Can" contemplates dissolution within a stately waltz, while "Secret Codes" shows Hersh at her starkest and most evocative, singing words of both comfort and confrontation to a slipping soul who might be her ex-husband, herself or any of us.
The music on Wyatt At The Coyote Palace doesn't always feel finished, but that's not a fault: It's a testament to Hersh's willingness to share her creative and emotional life with her listeners. Her songs have always been both confessional and formally challenging; they expose her, but also evade us, throwing down clues and scurrying into dark thickets before revealing anything more. This mature work shows Hersh to be more in control of the process that results in her singular and ever-reconstituting body of work. "Work is a moment," she writes in the book's conclusion. "Its forever is in the sharing." Wyatt At The Coyote Palace generously shares Hersh's unfolding moments in ways that linger in the mind — new chances pulled from ashy circumstance.
(NPR)