Donnerstag, 24. November 2016

Douglas Dare - Aforger






















Sein Vater ist Klavierlehrer, er selbst studierte Musik am Liverpool Institute for Performing Arts und war mit seinen Kumpels Ólafur Arnalds und Nils Frahm auf Tournee. Die Richtung, in die das hier gehen könnte, ist jetzt schon klar, oder?

Douglas Dare veröffentlichte 2014 sein Debütalbum „Whelm“ über Erased Tapes und lässt nun den in Zusammenarbeit mit Fabian Prynn (Produzent, Drummer, Multiinstrumentalist) entstandenen Nachfolger folgen. „Aforger“ darf im Rahmen der Aufarbeitung der übersehenen und vergessenen Alben des Jahres 2016 auf keinen Fall fehlen. 

Als „A forger“, also Fälscher, muss sich Douglas Dare aber nicht titulieren lassen, schließlich ahmt er hier weder die Musik von Arnalds und Frahm nach, noch kopiert er stilistisch sein Debüt, sondern beschreitet neue Wege:

Grazil arpeggierende Gitarren und rumpelnde Drums fügen sich da mit Dares subtilem Spiel am Piano zu etwas zusammen, das man ohne Scheu als perfekten Song bezeichnen darf. Was folgt, ist ein Album, das ungleich variabler, zerfranster in den Melodiebögen, voluminöser im Sound, dunkler im Klangbild ertönt als WHELM. Man hört Post-Dubsteppiges („Greenhouse“), pechschwarz dräuende Balladen („Oh Father“), gewaltigen Piano-Pomp („New York“), nervös mäandernde Synthie-Exzesse zu zischelnden Hi-Hats („Binary“) und ein Bläserensemble, das sich auch sehr gut auf einer Trauerfeier machen würde („Stranger“). Keine Frage, die Mission schwieriges zweites Album ist Douglas Dare bestens geglückt.
(musikexpress)




Die Bandbreite ist dabei groß. In „New York“ lässt er beispielsweise leicht soulige Elemente einfließen, ergänzt um zerfranste elektronische Einspielungen, dunklen, schwermütigen Gesang und wunderbaren orchestral angehauchten Pomp. Einer der Höhepunkte des Werks ist sicherlich auch der Vorabtrack „Oh Father“, bei dem Douglas Dare zu schweren Pianoklängen und leichten Synthies wehklagt. Schwere Geschütze fährt der Musiker bei „Binary“ auf. Ein Stück mit Einflüssen aus dem Dubstep mit wohl platzierten Dissonanzen und knackigen Beats, das in der Mitte plötzlich einen Bruch erfährt und in einer gefühlvollen Pianoballade endet. Auch am Ende hat der Londoner mit „Rex“ einen von vielen Glanzpunkten platziert. Aus der Düsternis der schweren Beats und knarzenden Elektronik strahlen Klavierklänge tritt die helle Stimme von Douglas Dare hervor, der über sieben Minuten über Verlust und Verrat singt und ein Album beendet, das sicherlich als nächster großer Meilenstein auf dem Weg des Musikers bezeichnet werden darf.
(White Tapes)