Samstag, 8. Oktober 2016

Wovenhand - Star treatment
























Da habe ich Wovenhands Album "The laughing stalk" hier 2012 noch ausdrücklich gelobt und anschließend geht der Nachfolger "Refractory obdurate" 2014 ungehört an mit vorüber. Dann nutzt ich doch Wovenhands achtes Album "Star treatment" um abzuschätzen, ob ich etwas verpasst habe. Vielleicht habe ich unbewusst eine Tradition befolgt: Nach "Ten stones" im Jahr 2008 ignorierte ich unbewusst mit "Threshingfloor" auch das Bindeglied zu "The laughing stalk". Ich sollte mir mal merken, dass Wovenhand seit dem Debüt im Jahr 2002 zuverlässig im Zweijahresrhythmus Alben veröffentlicht. 

"Star treatment" beginnt ähnlich brachial, wie ich ich "The laughing stalk" in Erinnerung habe. Seine weiterhin meist religiös geprägten Texte (mit wniger Predigt-Charakter als in der Vergangenheit) treffen auf mächtige Gitarren. Da kratzt der ehemalige 16 Horsepower-Mann David Eugene Edwards schon an der Metal-Genregrenze. Im Gegenzug höre ich auf "Star treatment" aber auch bei zwei Titeln heraus, warum die Band dem Genre "Alternative Country" zugeordnet wird. Die aktuelle Platte erscheint mir nicht so wuchtig wie "The laughing stalk", aber vielleicht war damals auch einfach der Überraschungsfaktor größer. 

"The hired hand", "Crook and fail", "All your waves" und "Five by five" sind meine Lieblingssongs auf "Star treatment". Ein "missing link" zwischen "The laughing stalk" und "Star treatment" kann ich nicht erkennen, daher wird sich zeigen, ob ich irgendwann zu "Refractory obdurate" greife. Auf jeden Fall merke ich mir, dass 2018 wieder mit einem Wovenhand-Album zu rechnen sein wird. Gerne würde ich die Band mal live erleben, leider stehen aktuell keine Termine in Deutschland an. 

"The hired hand":


"Crystal palace":


Intro.de:
Diese tonale Schwere und Hoffnungslosigkeit begründet sich vor allem in der Produktion, die David Eugene Edwards Stimme ein wenig in den Hintergrund rückt und stattdessen dem hämmernden Schlagzeug und den stechenden Gitarrenriffs mehr Platz einräumt. Und so klingt »Star Treatment« weitaus weniger nach dem bekannten Alternative-Country, den alteingesessene Fans erwarten würden, sondern eher nach Noise und Post-Rock-Künstlern wie Swans, Sunn O))) und Nick Cave und seinen Bad Seeds.