Montag, 3. Oktober 2016

Pixies - Head Carrier























Ich habe die Pixies erstmals 1989 beim Bizarre Festival auf der Loreley live gesehen und ein Jahr später, mit der Vorband Pale Saints, in der Stadthalle Mühlheim in Köln. Demnächst, am 24.11.16, werden sie wieder in Köln auftreten, und zwar im deutlich größeren Palladium. Auch die Ticketpreise haben unglaublich angezogen. 

Aber ich gönne den Pixies jeden Euro und werde mir aus alter Verbundenheit auch deren insgesamt sechstes Album kaufen, obwohl die beiden Platten, die seit ihrer 23-jährigen Alben-Auszeit veröffentlicht wurden, dem musikalischen Werk der Pixies nichts bis wenig Bedeutendes hinzu gefügt haben. Fragt man mich nach einem Lied aus der EP-Sammlung/LP "Indie Cindy", so muss ich verlegen mit den Schultern zucken.

Für "Head Carrier" suchten sich Black Francis & Co. nach vier Alben mit Gil Norton einen neuen Produzenten (Tom Dalgety) strafften ihre Songs ein wenig (12 Lieder in 34 Minuten), und integrierten mir Paz Lenchantin eine neue, Kim Deal ersetzende Bassistin, die deren Rolle, auch stimmlich nahezu 1:1 übernimmt. Den ersten Punkt kann ich persönlich nicht heraushören, Punkt zwei ist zu begrüßen, auch wenn das punkrockige "Baal's Back" trotz seiner Laufzeit von unter 2 Minuten eher zu den Skip-Kandidaten zählt (Favorit in dieser Kategorie: der öde Hau-drauf-Rocker "Um Chagga Lagga") und Punkt drei dürfte jeden Fan spätestens nach "Indie Cindy" begeistern. 

Auf der Habenseite würde ich die eingängigen "Classic Masher" und "Oona" verbuchen, besonders herausstellen muss man "All I Think About You", eine Art Dankeslied von Paz Lenchantin an Kim Deal, das sicherlich nicht zufällig "Where Is My Mind" zitiert. "Head Carrier" ist besser geraten als "Indie Cindy" und ordnet sich knapp hinter "Trompe Le Monde" auf Rang 5 im Pixies-Alben-Ranking ein. Das erklärt auch die mittelprächtigen Reviews, die Metacritic zu durchschnittlichen 64/100 Punkten verrechnet:


Pixies have played it straight and stayed in their lane, their once vital weirdness cast into the laundry basket like a vampire costume post Halloween. Head Carrier is 80% classic Pixies. But it turns out the missing 20% is as fundamental as oxygen is to air. 
(The Quietus)


Unlike Indie Cindy, Head Carrier knows exactly what it is. Whether that’s something we’ll remember is another discussion entirely.
(The A.V. Club)


All in all, Head Carrier is a collection of lessons, experiences, sounds that exemplify the essence of fun rock ’n’ roll. 
(PopMatters)


There’s not enough adventure to make this truly feel like Pixies; it lacks the sense that the wheels might come off any minute. Lenchantin, for her part, holds her own, especially on All I Think About Now, but her new colleagues need to rediscover the urgency and ambition that defined their best work if they’re ever going to match it.
(The Skinny)