Montag, 17. Oktober 2016

Kings Of Leon - Walls























Mit ihrem siebten Album ist der Band aus Nashville etwas gelungen, was ich nicht mehr für möglich gehalten habe: Sie steht für mich nicht mehr für platten "dicke Hose"-Rock. Der "Sex on fire"- und "Use somebody"-Hype sowie ein in meinen Ohren sehr bescheidenes Konzerterlebnis haben die Kings Of Leon für mich weitgehend uninteressant gemacht. Jeder ihrer Songs den ich seitdem gehört hatte bestätigte mich in meinem (Vor-)Urteil zur Eindimensionalität der Band.

Erst die Veröffentlichungsattacke im Vorfeld zu "Walls" machte mich tatsächlich ein wenig neugierig. Da war kein Titel dabei, der so wirklich meiner Erwartung entsprach. Nun erscheint das Album und bestätigt meinen ersten Eindruck: Die Kings Of Leon sind ein Stück weit mutig geworden: Das klingt mehr nach "Indie" als nach Southern Rock und erbaulicher als viele der bedeutungsschweren Titel der Vergangenheit. Für die Aufnahmen wagte sich die Band mal wieder nach Los Angeles. Die Luftveränderung tat ihnen gut. Beim Produzenten ging man mit Markus Dravs allerdings auf Nummer sicher. Er hat bereits mit Arcade Fire, Coldplay, Mumford & Sons, Björk und Florence & The Machine gearbeitet.

"Around the world", "Find me" und "Eyes on you" sind meine Highlights auf "Walls".

Es gibt einige positive Kritiken, wie z. B. die von Entertainment weekly:
Since their 2003 debut, Youth & Young Manhood, Kings of Leon have veered between two styles. There’s the Lynyrd Skynyrd-biting good ol’ boys who love hot rock & roll, cold beer, and fast girls. Then there are the Grammy-winning artists with stadium-size ambitions to be the South’s answer to Radiohead or U2. They split the difference on their seventh album, and the result is their richest, most textured effort yet.
Aber auch richtig negative Rückmeldungen, hier am Beispiel des Slant Magazine:
Kings of Leon's transformation from the Southern Strokes to the Southern Maroon 5 is all but complete with their seventh album, WALLS—an acronym for We Are Like Love Songs, thus continuing the band's curious streak of five-syllable album titles. And even by the standards of the arena-pop hit-chasers they've become, and not the down-and-dirty guitar band they once were, WALLS is a grating, overly slick disappointment.
Da müssen wohl unsere Richter ran.

Das Video zu "Around the world":


Und "Walls":