Mittwoch, 11. Mai 2016

Radiohead - A Moon Shaped Pool























10 Fakten zum neuen Album von Radiohead:

1. Erst lösten sich am 1. Mai die Internet-Präsenzen von Radiohead in Luft auf, dann folgten innerhalb weniger Tage zwei neue Videos, die Albumankündigung und am 8. Mai deren neuntes Studioalbum als digitaler Download. Erst am 17. Juni steht "A Moon Shaped Pool" als CD und LP in den Plattenläden.

2. Mit reichlich Schnickschnack ausgestattet ist die für September angekündigte Special Edition: Case bound album, 32 pages of artwork, 11 track album on two heavyweight 12" vinyl records, two compact discs (one with the album and one with two extra tracks), Recording tape belly band applied.

3. Die 11 Titel auf "A Moon Shaped Pool" laufen knapp 53 Minuten und sind alphabetisch nach ihrem Titel sortiert. Die Reise beginnt also mit den zuvor veröffentlichten Singles/Videos "Burn The Witch" sowie "Daydreamer" und endet bei "True Love Waits".

4. "True Love Waits"? Tatsächlich, der Song den Radiohead bereits auf ihrer Tour zum Album "The Bends" erstmals 1995 präsentierten und der sich dann 2001 auf dem Live-Album "I Might Be Wrong: Live Recordings" wieder fand. Aber es gibt noch mehr Songs zu hören, an denen Radiohead schon längere Zeit arbeiteten: "Burn The Witch" entstand während der Aufnahmesessions für "Kid A" (2000), zierte dann textlich das Plattencover von "Hail To The Thief" (2003), ohne es auf die Platte zu schaffen, und landete auch 2007 nicht unter den für "In Rainbows" ausgewählten Songs.

5. Konzertgänger dürften sich von der letzten Tournee noch an "Ful Stop" und "Identikit" erinnern, die 2012 schon im Programm standen. Vielleicht werden sie beim einzigen bisher geplanten Deutschland Auftritt, im September in Berlin im Rahmen des Lollapalooza Festivals, bereits andere neue / alte Songs aus den Archiven zu Tage fördern...  


Das Album „A Moon Shaped Pool“ verzichtet fast gänzlich auf Beats, es präsentiert frei schwebende Melodien und setzt bei den Arrangements des Gitarristen Jonny Greenwod, der zuletzt auch einige Soundtracks bestückt hat, verstärkt auf Streicher, mal zackig und modern wie beim Eröffnungsstück „Burn the Witch“, mal elegisch untermalend bei den träumerischen Stücken. Nach den Noise-Experimenten der vergangenen Jahre kann man fast von einer Rückkehr zu klassichen Songstrukturen sprechen - aber eben nur fast, denn Störsignale gibt es auch hier zuhauf. (...)

Die bei mehreren Songs unverfälscht aufgenommen, teils sogar etwas schrammelnden Westerngitarren evozieren hier erstmals bei Radiohead auch Verbindungen zum psychedelischen Folk der siebziger Jahre. Zusammen mit den Streichern kommt dann sogar mal ein fast schon symphonisches Werk wie „The Numbers“ dabei heraus, das mit seinem leicht souligen Gesang für Thom Yorkes Verhältnisse nahezu fröhlich gestimmt klingt.

Für etwas Fiepen und Scheppern ist dann aber auch noch Platz. „Identikit“ könnte ein Nachfolger von „Idiotèque“ sein, führt also doch wieder in die Electronica-Phase, und Stücke wie „Ful Stop“ (die seltsame Schreibweise evoziert wie eh und je den Fehler im System, von dem Yorke gern singt) mit ihren seltsamen Breakbeats sind zu dicht, um sie auf die Schnelle richtig zu erfassen: Auch dieses Radiohead-Werk wird wie die meisten noch liegen, wirken, eiern müssen, ein paar Umlaufbahnen mindestens - allein schon um herauszufinden, welche Form ein mondförmiger Pool denn eigentlich hat.
(FAZ)



6. Radiohead nahmen das Album mit ihrem Langzeit-Produzenten Nigel Godrich in den La Fabrique Studios in Frankreich auf. Die von Jonny Greenwood komponierten Streicher-Arrangements wurden vom London Contemporary Orchestra eingespielt.

7. Auch für das Artwork griffen Radiohead auf einen alten Bekannten zurück: Stanley Donwood, den Thom Yorke an der University of Exeter kennen lernte, gestaltet seit der "My Iron Lung" EP (1994) die Plattencover von Yorke, Radiohead & Co.  

8. Gleiches gilt auch für die beiden Videos: Chris Hopewell, Regisseur von "Burn The Witch", arbeitete bereits für den Clip zu "There There" mit Radiohead zusammen, und mit Paul Thomas Anderson ("Daydreaming") arbeitete Jonny Greenwood mehrfach zusammen, da er seit 2007 für dessen Filme ("There Will Be Blood", "The Master" und "Inherent Vice") die Soundtracks komponierte.

9. Der Song "Spectre", den Radiohead vergeblich ins Rennen um den Titelsong für den gleichnamigen James Bond-Film geschickt hatten und der am 25. Dezember 2015 als Download von ihnen zur Verfügung gestellt wurde, ist nicht auf "A Moon Shaped Pool" enthalten.

10. "A Moon Shaped Pool" steht aktuell bei 86/100 Punkten bei Metacritic. Nur "In Rainbows" steht bei den Radiohead-Veröffentlichungen dieses Jahrtausends mit einem Durchschnittswert von 88 besser da.  

Radiohead's most melodically accessible collection, almost meditative in its ethereal mid-tempo loveliness, yet shot through with the kind of edgy details that never quite let a listener relax. It is chill-out music to put your nerves on edge.
(The Telegraph)

Where the band's ninth studio album differs from its predecessor, The King of Limbs, is that it's entirely possible--no, recommended--to simply sit back and appreciate its sheer magisterial beauty.
(Under The Radar)

An album of eerie, elusive beauty.
(NME)


3 Kommentare:

d.teil hat gesagt…

...fange mal mit einer 8 an.
kann mir aber sehr wohl vorstellen, ich muss da nachbessern.
schönes album.

d.teil hat gesagt…

....und das tue ich auch hiermit....

tatsächlich für mich eine 9,5.
ich habe das album nun so oft gehört wie kaum ein anderes in den letzten jahren.
Das Album gewann von mal zu mal.
Ein Genuss, es auch gerade draussen zu hören.
Aus dem Fenster gelehnt: Mein Album des Jahres.
Die Vinyl Fassung ist leider leider nicht grandios. Aber immer noch gut.

Olly Golightly hat gesagt…

9,5 Punkte