Samstag, 21. Mai 2016

James Blake - The Colour In Anything























10 Fakten zum neuen Album von James Blake:

1. Für sein drittes Album hat James Blake so einige Songs zusammengetragen: "The Colour In Anything", das im Januar 2015 zunächst als "Radio Silence" angekündigt worden war,  bietet 17 Songs, die über 76 Minuten laufen. 

2. Während "The Colour In Anything" digital und als CD seit dem 6. Mai verfügbar ist, müssen sich Vinyl-Liebhaber noch ein wenig gedulden: Die LP steht erst am 5. August in den Plattenläden. Eine aufgeblähte Deluxe Edition ist nicht geplant. 

3. In den Charts konnte das Album nicht ganz an die Platzierungen des Vorgängers anknüpfen: In seiner englischen Heimat verfehlte James Blake mit Platz 13 zum Beispiel erstmals die Top Ten. "James Blake" (2011) und "Overgrown" (2013) erreichten noch die Ränge 9 und 8.

4. Dieser Trend zeichnete sich bereits mit der ersten Single-Auskopplung ab: Während "Limit To Your Love" (2010) und "Retrograde" (2013) noch auf die Plätze 39 bzw. 87 kamen, verfehlte das im Februar veröffentlichte "Modern Soul" die Charts vollkommen.

5. Selbst "Forward", der gemeinsam von Blake und Beyoncé für ihr aktuelles Album komponierte Song, der nur etwas länger als 1 Minute dauert, konnte nach der Veröffentlichung von "Lemonade" charten (UK #85, USA #63). Eine zuvor angekündigte Zusammenarbeit mit Kanye West (für den Song "Timeless" ließ sich nicht realisieren.  

6. Am gemeinsamen Komponieren hat James Blake offensichtlich Spaß gefunden: "My Willing Heart" und "Always" schrieb er gemeinsam mit Frank Ocean.  
Am gemeinsamen Komponieren hat James Blake offensichtlich wirklich Spaß gefunden: "Meet You In The Maze" und "I Need A Forest Fire" schrieb er gemeinsam mit Justin Vernon (Bon Iver), der beim letztgenannten Song auch mitsingt.

Zu hören sind auf The Colour In Anything Balladen mit dem zur Trademark erhobenen erhöhten Klangflächendruck. Die tiefen Frequenzen haben dabei mittlerweile das Nachsehen, mitunter gibt Blake, etwa im Titelstück, die Rolle des einsamen Chansonniers am Klavier. Verfremdungseffekte: wenige, nur hie und da etwas Autotune oder Hi-Hat-Hack aus dem digitalen Fleischwolf. (...)
Die Farbpalette des Albums ist durchweg Pastell, so wie das Aquarell von Quentin Blake auf dem Cover, das die zentralen Motive der Musik vorwegnimmt: die Aus-der-Welt-Gefallenheit des vor Enttäuschung komplett ergrauten Einzelgängers und vor allem das Verschämt-Versexte, das als Antriebsfeder für die Sublimierung durch die Hohe Minne respektive Scheiß-auf-die-Minne benötigt wird. Es ist symbolisiert durch eine Frauenfigur, die im dürren Geäst eines Baums verborgen und in einem cleveren Kunstgriff gleich zweifach erledigt wird: kopfüber nackt gekreuzigt und naturwüchsig im Reich der wilden Fauna und Flora verwurzelt.

Damit stellt The Colour In Anything das Prinzip der Minne auf den Kopf und wagt, wovon von Wolkenstein, von Liechtenstein und von der Vogelweide wohl nur in finsteren Momenten träumten. Das Problem mit der Selbstverbesserung ist allerdings: Die Heulermusik von James Blake war vorher schon perfekt. Man darf sich fragen, was in Zukunft noch zum Weitersublimieren übrig bleibt.
(Spex)


7. Nachdem Brian Eno bei "Overgrown" neben James Blake auf dem Produzentensessel Platz nahm, saß dort diesmal Rick Rubin. Die Aufnahmen begannen in Blakes "Schlafzimmer Studio" in London und endeten in den Shangri La Studios in Malibu, Kalifornien. 

8. Das Plattencover ziert eine Zeichnung des 83-jährigen Illustrators Sir Quentin Saxby Blake.

9. Ähnlich wie die leicht sinkenden Chart-Erfolge sind auch die gebündelten Wertungen bei Metacritic: "James Blake" kam auf 81, "Overgrown" auf 82 und "The Colour In Anything" nur auf 78/100 Punkten: 

It's an introspective, at times hesitant collection yet in the way most introverts allow themselves to relax within company, the more time you invest in The Colour In Anything the more readily you will discover its qualities. (The 405)

Features Blake's richest and most emotionally resonant work yet. (NME)

If there’s a downside to Anything, it’s the exhaustive length: 17 heart-trying wisps-of-songs that near the 80-minute mark, akin to needing a tissue and buying a Costco pallet of Kleenex. (Spin)

Blake's third album (all 76 minutes of it) reaches back to the abstract electronics and agile, brittle beats of his early EPs while pushing his songwriting towards new levels of sad urgent grandeur. Blake's bell-clear tenor has never sounded more wounded--or more ethereal. (Rolling Stone)

10. Bisher gibt es nur zwei Möglichkeiten James Blake live in Deutschland zu sehen: beim Maifeld Derby Festival in Mannheim (03.-05.06.16) und beim Lollapalooza in Berlin (10.-11.09.16).

1 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Gepflegte Langeweile. 5 Punkte