Dienstag, 5. April 2016

HÆLOS - Full Circle























Die erste Vorladung (IV)

Personalien: 
Das aus London stammende Trio HÆLOS besteht aus Arthur Delaney, Dom Goldsmith und Lotti Benardout.

Tathergang:
Im Oktober 2014 veröffentlichte die damals noch Halos genannte Band in Eigenregie ihre erste Single "Dust" und BBC Radio 1 und diverse Blogs fangen an, über die Band, von der es zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal Pressefotos gibt, zu berichten und den Song zu verbreiten. Auch die Aufmerksamkeit von Matador Records zog die Band auf sich, so dass im Juni 2015 die "Earth Not Above" EP folgte und dem Bandnamen das im modernen Englisch nur noch selten verwendete und dem lateinischen Schriftsystem entnommene Æ hinzugefügt wurde. Bis zum Erscheinen des Debütalbums, das neben "Dust" und "Earth Not Above" noch 9 weitere Songs in 49 Minuten vereint und den Titel "Full Circle" trägt, vergingen noch einige Monate.     

Plädoyer:
HÆLOS nehmen sich aus den letzten Jahren den düsteren Indiepop mit R&B-Einflüssen sowie den Girl/Boy-Gesang von The xx und verbinden diesen mit dem melancholischen Trip Hop der 90er Jahre von Massive Attack, Portishead und Tricky. Das Ergebnis nennen sie selbst "Dark Euphoria", man könnte aber auch sagen: "Gut kombiniert, Watson, äh, Delaney, Goldsmith und  Benardout."

Zeugen:

Man würde Hælos nicht unbedingt mit The xx verwechseln, so fehlt bei den Newcomern etwa die prominente Gitarre. Dennoch fühlt es sich so an, als würden sie die gleichen Londoner Nächte beschreiben, vielleicht aus einem unterschiedlichen Blickwinkel, auf anderen Substanzen. R’n’B und zeitgemäß pluckernde Elektronik sind das Rückgrat des extrem atmosphärischen Sounds, der bei dunklem 1990er-Pop wie Everything But The Girl borgt und ihn lautstark aufbohrt. Aber bloß keine hektischen Bewegungen auf der Tanzfläche machen. Derart bequem ist die langsam einsetzende Kältestarre von Hælos, dass man sich fast widerwillig mitgenommen fühlt, wenn sie wie im Song »Oracle« doch mal das Tempo minimal anziehen.
(intro)


Das junge Trio Hælos aus London hat bei der Konzeption des eigenen Sounds neben Radiohead und Massive Attack auch viel The Beloved gehört. Als Dank für die Inspiration coverte die junge Generation für eine B-Seite sogar „The Sun Is Rising“, einen kleineren The-Beloved-Hit aus den späten 1980ern. Die Interpretation ist ein echtes Kunststück, zumal Soundmeister Dom Goldsmith Beats gebastelt hat, die man auf DJ Shadows ENDTRODUCING…-Meisteralbum so sehr geliebt hatte.

Das Cover ist leider nicht mit drauf auf dem Debütalbum von Hælos, aber die Platte hat auch so einiges zu bieten. Die Beats und Effekte stammen allesamt aus alten Elektronik-Kisten, in denen sich das Analoge und das Digitale an den Schnittstellen begegnen. Dazu singen Lotti Benardout und Arthur Delaney die Strophen gemeinsam, bevor im Refrain häufig eine der Stimmen ausschert.

Dann ist mehr Zug in der Sache als bei The xx, die für den beseelt-urbanen Elektro-Pop der Londoner ebenfalls Pate standen. Deren magisches Level erreichen Hælos zwar nicht, aber das wäre ja auch zu viel verlangt.
(musikexpress)


Indizien und Beweismittel:






Urteile:
Nun sind die werten Richter gefragt...


2 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Guter Trip-Pop. Solltet ihr euch noch anhören!

7 Punkte

Ingo hat gesagt…

Angehört. ;-) 6,5 Punkte "Earth not above" gefällt mir.