Samstag, 19. März 2016

Moderat - III
























Und nach drei kommt? Klar noch einmal drei, denn die Schallplatten laufen schließlich auf 33 Umdrehungen pro Minute. Daher nach Miike Snows "iii" nun zu Moderats "III".

Und die Drei steht auch stellvertretend für die Auswahlmöglichkeiten, die sich dem Vinylsammler bei der aktuellen Veröffentlichung von Gernot Bronsert, Sebastian Szary (aka Modeselektor) und Sascha Ring (aka Apparat) bieten: Soll es die Standard-Version (ca. 17,- €) mit 8 Titeln sein, oder die Deluxe Version (ca. 20,- €}, die 9 Titel (zzgl. "Animal Trails") auf zwei LPs im Gatefold-Cover verteilt oder reicht das Geld für das Limited Deluxe Boxset (ca. 90,- €), welches auf 6 LPs und 3 CDs das reguläre Album, Instrumentalversionen sowie diverse Remixe kombiniert? Bis zum 01. April kann man noch überlegen, denn dann steht "III" in den Plattenläden.

Moderat haben sich noch mehr dem Pop, samt klassischer Songstrukturen und einprägsamer Melodien geöffnet ("Eating Hooks", "Ghostmother"), ohne den Club-Hintergrund gänzlich aus den Augen zu verlieren ("Running"). "III" ist somit eine konsequente Weiterentwicklung von "II" und steht diesem stilistisch näher als dem Debüt. Während der Aufnahmen wurde vermehrt auf analoge Sounds (Bläser, Streicher, Euro-Platten als Percussion-Instrument bei "The Fool") gesetzt, auch wenn diese letztendlich nicht immer den Weg auf die fertige Platte gefunden haben. Die vielen ausverkauften Konzerte und die ersten Plattenkritiken zeigen, dass Moderat auf dem richtigen Wege und vielleicht mehr als die Summe der einzelnen Teile (Modeselektor, Apparat) sind. Man darf bereits jetzt auf "IV" gespannt sein und hat nun bereits eine Richtmarke vorliegen, an der sich die nächste Radiohead-Veröffentlichung wird messen lassen müssen.




Im Musikexpress wurde "III" zum Album des Monats gewählt und Albert Koch schreibt:
Es geht auf "III" um dubbige Strukturen, flächige Ambient-Sounds, die Überführung von Glitch-Sounds in unglitchy, tonale Kontexte, spielerische Zitate aus dem Techno, Abstraktionen und kleine Spinnereien, die aufs erste Hören fast unmerklich in die Songs eingewoben werden und in teilweise abenteuerlichen Verschlingungen und Wendungen das Ambiente eines Tracks auf den Kopf stellen können. Zum Beispiel in "Intruder": da dringen zerfranste Techno-Beats in liebliche Melodien ein, bevor sich der Song mit einem orchestralen Sound in lichte Höhen aufschwingt und eine beinahe pastorale Anmutung bekommt - da ist alles drin, was diese Band ausmacht. Es ist die Gleichzeitigkeit von Melancholie und Euphorie, auf die man die Moderat-Musik herunterbrechen kann.