Donnerstag, 17. März 2016

Liima - ii
























Heute heißt es, tief im Vinylschrank zu graben, denn "Black Celebration" wurde am 17. März 1986 veröffentlicht und zu einem runden Geburtstag darf man sich auch mal wieder auf dem Plattenteller drehen. 
Doch wie finde ich nun den Übergang von Depeche Mode zu Liima?  

Vielleicht so: "Black Celebration" war das fünfte Album von Depeche Mode und ob Efterklang jemals auf diese Anzahl kommen werden, ist aktuell ein wenig fraglich, denn mit Liima haben Casper Clausen, Mads Brauer und Rasmus Stolberg nun eine neue Band am Start, die durch den finnischen Perkussionist Tatu Rönkkö vervollständigt wird.

Das Quartett beschränkt sich im Sound auf Synthesizer, Drum-Sampler, Stimmen, Effekte sowie Bass und entwickelte die Songs in vier je einwöchigen Aufenthalten in Finnland, Berlin, Istanbul und auf Madeira. Die Aufnahmen führten sie im Oktober 2015 zurück nach Berlin. Dort nahmen sie "ii" in nur drei Tagen, live und ohne Overdubs, gemeinsam mit dem Produzenten Jonas Verwijnen im Vox-Ton Studio auf. Das Ergebnis wird Efterklang-Fans ein wenig über die Auszeit/Trennung hinweg trösten, aber nur ein wenig. Daher zieht Spex auch folgerichtig dieses Fazit:

Trotzdem begeistert dieses dezimierte Klanggebilde nicht vollkommen. Zu häufig wiederholen sich Motive und Soundeffekte, es passiert wenig Zwingendes, das überzeugen könnte, länger zuzuhören. Auch der naturbezogene Ansatz der field recordings wird kaum hörbar genutzt. Zweifellos enthält ii einige herausragende Momente, vor allem den grandiosen Basslauf in »Trains In The Dark« oder die trippigen Electronica-Rhythmen in »Roger Waters«, doch sie können nicht darüber hinwegtäuschen, dass ii zum Ende einbricht und hinter Piramida zurückbleibt.






Dumpfe, angezerrte Bässe schieben sich beharrlich unter sphärischem Gefrickel hinweg. Monoton hämmernde Beats öffnen sich für Autotune-veredelte Choräle. Sich chaotisch bewegende Mengen höher Töne werden von coolen Basslines durchschnitten. Casper Clausens helle, einnehmende Stimme bringt Ordnung in das harmonische Durcheinander.
Mit „ii“ navigieren sich Liima durch höchste Höhen, streifen darken Techno, lässigen 80s-Pop und an manchen Ecken auch Prog-Rock-Bombast. Mit ihrer skandinavischen Nonchalance geben sie dem Album einen kühlen letzten Schliff.
(byte.fm)






Liima in Deutschland:

20.04.16 Nürnberg, Z-Bau
21.04.16 Berlin, Berghain/Panorama Bar
28.04.16 Hannover, Feinkost Lampe
03.06.16 Mannheim, Maifeld Derby

1 Kommentare:

Olly Golightly hat gesagt…

Teilweise nicht unanstrengend. Aber gut: 6,5 Punkte