Dienstag, 16. Februar 2016

Bosse - Engtanz
























Auf "Engtanz" manifestiert sich die Thees Uhlmannisierung von Axel Bosse. Als Beweismittel möchte ich die Songs "Nachttischlampe", "Mordor" und "Blicke" vorlegen. 
Und Caspar ist hier auch mit dabei ("Krumme Symphonie"). 




ENGTANZ versucht drei Jahre später nun, die Bosse-Klammer noch einmal weiter zu öffnen. Man hört vom ersten Ton an: Da steckt Arbeit drin, viel Arbeit. Bläser, Streicher, ein Chor, aber auch krumme Beats und Sequencer – das hier ist quasi Bosses Musiker-Album. Andererseits: Angst vor Größe und vor Pathos hat Bosse keine Sekunde.

In „Mordor“ hören wir Mumford-&-Sons-„Hey, Hey“-Chöre, in „Krumme Symphonie“ rappt Casper. Bosse schenkt dazu nonstop Weisheiten aus, erzählt vom Tresen, vom Quigong-Kurs, vom Käsefrühstück in der Normandie und von der Stadt, die „flach unterm halben Mond“ atmet. Davon, wie er jemandem Cola in den Wein kippt und jemand anderes Cha-Cha-Cha auf Faith No More tanzt. Manchmal eigenartig, meistens gut, immer interessant.
(musikexpress)




Der Nachfolger ist nun "Engtanz", eine Songsammlung mit genauso viel süßer Melancholie wie purer Euphorie. Der einstige Bosse-Rock ist immer noch ein Stück weit da und fein arrangiert, E-Gitarren heulen, Streicher sind sehr präsent, auch Bläser. Der Berliner Kneipenchor, und in einem Lied ("Krumme Symphonie") singt sogar Rapper Casper mit. Es gibt tief gehende Melodien, die nie aufgezwungen klingen, sondern schlichtweg passend zu den immer wieder tollen Texten.

Die handeln auf "Engtanz" vor allem vom Ende der Jugend und den Vorteilen des Erwachsenseins. 2008 träumte Bosse noch in seinem kleinen Radiohit "3 Millionen" davon, irgendwo da draußen in der Metropole Geborgenheit zu finden. Heute ist er - als Ehemann und Familienvater mit Haus am Hamburger Stadtrand - doch viel mehr mit den Dingen beschäftigt, die einen mit Mitte 30 eben so beschäftigen. Dazu gehört etwa das Bemerken der Tatsache, dass doch eigentlich alles gut ist, wie es gerade ist. Reife Textzeilen wie "ich werd' dich immer so lieben, als wärst du gestern gegangen" hätte Bosse vor einigen Jahren vielleicht noch nicht schreiben und so ehrlich und einfach echt singen können wie jetzt.
(mittelbayerische)


Bosse unterwegs:

29.02.2016, Mannheim, Capitol
03.03.2016, München, Freiheizhalle
07.03.2016, Nürnberg, Hirsch
08.03.2016, Karlsruhe, Substage
10.03.2016, Saarbrücken, Garage
11.03.2016, Mainz, Frankfurter Hof
13.03.2016, Berlin, Astra Kulturhaus
14.03.2016, Dresden, Reithalle Str. E
15.03.2016, Erfurt, Stadtgarten
17.03.2016, Dortmund, FZW
18.03.2016, Bremen , Schlachthof
19.03.2016, Hamburg, Gr. Freiheit 36

24.11.2016, Offenbach, Stadthalle
25.11.2016, Köln, E-Werk
26.11.2016, Münster, Halle Münsterland
29.11.2016, Bremen, Pier 2
01.12.2016, München, Tonhalle
02.12.2016, Stuttgart, Liederhalle Beethovensaal
03.12.2016, Hannover, Swiss Life Hall
06.12.2016, Berlin, Columbia Halle
09.12.2016, Hamburg, Sporthalle


2 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Jetzt hätten wir hier fast beide etwas zu diesem Album geschrieben, Ingo.

Ingo hat gesagt…

Das habe ich so häufig gehört, dass ich auch was schreiben wollte. Aber wir sind uns ja weitgehend einig. ;-)