Sonntag, 15. November 2015

The Neighbourhood - Wiped Out!
























Obwohl die Schreibweise des Bandnamens eigentlich auf eine britische Band schließen lässt, handelt es sich bei The Neighbourhood um ein kalifornisches Quintett, das vor 3 Jahren mit seinem Debütalbum "I Love You" (#25) und der Single "Sweater Weather" (#14) hoch in die amerikanischen Charts vorstießen konnte. 

Häufig wird der Band von Sänger Jesse Rutherfood das Alternative Rock-Label verpasst - hört man die 10 Songs (die 30 sekundige Stille von "A Moment Of Silence" zu Beginn der Platte außen vor lassend) ihres zweiten Albums "Wiped Out!", so kann man dies wirklich nicht nachvollziehen. Zu glatt poliert klingt die Musik von der Band mit Hang zur schwarz-weiß Optik, zu präsent ist der Pop-Anteil und zu sehr rücken die Rock-Anteile zu Gunsten von R'n'B (die Beats) und Hip Hop (der Sprechgesang) in den Hintergrund.

Manchmal wir The Neighbourhood mit The NBHD abgekürzt, und genau so, wie hier ein Großteil der Buchstaben weggelassen wurde, fehlt es dem Album an packenden Songs sowie Ecken und Kanten.   




Wiped Out! ist den offenen Wunden von KANYE WESTs 808s & Heartbreak, dem samtenen Soul von WEEKND spürbar stärker verbunden als den für klassisch formierte Bands abgesteckten Strukturen. Das begreift man spätestens im Mittelteil des Albums, wenn  Songs wie „The Beach“, „Daddy Issues“ oder das faszinierende „Baby Come Home 2“ ihrer Emotionalität nachspüren dürfen und deren schmerzhafte Brüchigkeit aufrichtig nachzeichnen. „R.I.P. 2 my youth / and you could call this the funeral“ setzt schließlich die vorausgekoppelte Gänsehaut-Single „R.I.P. 2 My Youth“ ein, die ihrerseits Wiped Out! bedeutungsvoll zu seinem Ende bringt. 
(Popmonitor)

Hierzulande soll der Durchbruch mit dem neu erschienenen Nachfolgealbum "Wiped Out!" klappen. Der stimmige Mix aus Pop, Rock, R'n'B und Hip Hop überzeugt vor allem durch Atmosphäre und Melancholie. Die Songs sind mit einer Extra-Portion Bass ausgestattet und kribbeln schön im Bauch. Dazu sorgt der gespenstisch verhallte Gesang von Frontmann Jesse Rutherford für Gänsehaut. Insgesamt fehlt es ein wenig an Tempo und Drive, vor allem "Daddy Issues" und "Ferrari" plätschern gewaltig. Das verträumte "The Beach" und die Single "R.I.P. 2 My Youth" hinterlassen aber auch trotz angezogener Handbremse einen bleibenden Eindruck.
(Hitchecker)


The Neighbourhood in Deutschland:

16.11.15 Berlin, Postbahnhof Club
17.11.15 Köln, Gloria

2 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

6 Punkte

Dirk hat gesagt…

Och nööö. 4 Punkte