Samstag, 14. November 2015

Deerhunter - Fading frontier






















Deerhunters Geschichte scheint nachhaltig von Unfällen und Besetzungswechseln geprägt zu sein. Mit Justin Bosworth verlor die Band aus Atlanta, Georgia ihren ersten Bassisten nach einem Skateboardunfall. Gitarrist Colin Mee verließ Deerhunter sogar gleich zweimal. Viel Lob fuhr die Band für das Album “Halycon digest” im Jahr 2010 ein. Zwei Jahre später wurde Bassist Joshua Fauver nach acht Jahren abtrünnig. Statt Auflösung entschieden sich die verbliebenen Bradford Cox, Moses Archuleta und Lockett Pundt für einen musikalischen Neuanfang. Mit Frankie Broyles und Josh McKay wurde in Form von "Monomania" ein für Deerhunter-Verhältnisse ungewöhnliches garagenrockiges Album aufgenommen. 

Im letzten Jahr verließ Frankie Broyles die Band wieder und Cox wurde bei einem Autounfall ernsthaft verletzt. Wie wirkten sich diese Ereignisse auf das aktuelle Album “Fading frontier” aus?
Der Garage Rock ist weitgehend verschwunden. Statt dessen tauchten verstärkt Dreampop und Ambient Elemente wieder auf. Die ein oder andere träumerische Stimmung wird erzeugt aber wirklich mitreißen kann mich das nicht. 

Neugierigen empfehle ich “All the same”, “Breaker” und und denk rockigen Lichtblick “Shakeskin”.

So ist „Fading Frontier“ wieder ein Album ganz im Stile von Deerhunter geworden, mit Anleihen aus sonnenverwöhntem Indierock, avantgardistischen Abgründen und gemütlicher Psychedelia. Gespielt mit halbgeöffneten Augen und strahlendem Eifer.
Fading Frontier ist ein Deerhunter-Album ohne Schockeffekte. Steckte in früheren Provokationen der Band noch ein Aufbegehren gegen Eindimensionalität und Erscheinungsbild der Rockmusik, spielt sie nun nahezu radiofreundliche Songs, die sich mit den eigenen Schwächen und Schrullen arrangieren. Das ist weniger aufregend als Monomania, aber auch weniger langweilig als befürchtet. Kleinere Gemeinheiten hat Cox natürlich doch wieder in den Liedern versteckt.
Das Video zu “Snakeskin”

Deerhunter - Snakeskin on MUZU.TV.

Live auf deutschen Bühnen:
  • 16.11. Heidelberg
  • 18.11. Berlin

2 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

6 Punkte

Dirk hat gesagt…

Tut nicht weh. 5,5 Punkte