Samstag, 28. November 2015

Cheatahs - Mythologies
























Auf der Suche nach dem sehr guten Shoegaze-Album 2015 (I)

In den letzten 12 Monaten habe ich Slowdive und Ride (2x) live gesehen und Tickets für ein Lush-Konzert in London gekauft, jedoch ist das Jahr bisher auf dem Plattensektor nicht voll überzeugend. Vielleicht werde ich auf meiner Suche bei "Mythologies" von Cheatahs fündig...

2009 gründeten sich die Cheatahs, die 2014 über Wichita Records ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlichten. Das Ungewöhnliche an der Band ist, dass ihre vier Mitglieder aus vier unterschiedlichen Ländern stammen und sich letztendlich in London niedergelassen haben: Sänger Nathan Hewitt kommt aus Kanada, Gitarrist James Wignall aus England, Bassist Dean Reis aus den USA und Schlagzeuger Marc Raue aus Deutschland.

Auf ihrem zweiten Album "Mythologies" tragen einige der 13 Songs so ungewöhnliche Titel wie "Red Lakes (Sternstunden)" oder "紫 (Murasaki)" und bedient sich das Quartett bei den frühen Teenage Fanclub, dem Drone-Rock von Swervedriver, dem Shoegaze von Ride sowie dem monoton-düsteren Rock von The Horrors, der, deren Entwicklung folgend, häufig von verhallten Synthie-Schwand durchzogen wird.  

Metacritic listet aktuell 11 Kritiken auf, die auf einen durchschnittlichen Metascore von 72/100 Punkten kommen.

Ultimately, Cheatahs haven't just upped the ante with Mythologies, they've created one of this year's most definitive albums and probably increased their own burden of expectation tenfold. (Drowned In Sound)

Mythologies is the sound of a band who've realised their previous limitations, improved on the sounds they're most comfortable with and invited us to listen to them discovering their ability to splatter the canvas with all kinds of beautiful mess. (The Line Of Best Fit)

The increased use of synths on the album shows them edging a bit towards really carving out their own style. But right now they seem content to keep mining shoegaze and non-grunge early ‘90s guitar rock. (PopMatters)


So klingen "紫 (Murasaki)" und "Seven Sisters":






"mythologies" ist vielleicht das beste und ausgewogenste neo-shoegazeralbum des jahres. die in london ansässigen cheatahs um sänger nathan hewitt schaffen es auch ohne die ganz großen offensichtlichen ohrwürmer, das sich songs wie "in flux", "freak waves" und der würdevolle letzte song "reverie bravo" nach mehrmaligem hören zu echten meilensteinen und herzensbrecher eines jeden shoegazer-fans entwickeln. das großartige an dem album ist vor allen dingen sein abwechslungsreichtum und die schaffung eines energetischen spannungsbogens über 13 songs hinweg. von dreampop zu drone-einflüssen bis hin zu ungezügelten noise-attacken wie z.b. bei "deli rome" und "colorado". wer schafft das heute noch? 
ok, cheatahs zieren sich nicht reichlich ihre helden und vorbilder zu zitieren, was ich aber eher positiv bewerte, denn dafür haben sie doch schon zu genüge ihren ganz eigenen stil gefunden. besonders swervedriver, ride und spacemen 3 standen bei mindestens 2/3 aller songs pate. na und? einziger wermutstropfen könnte eventuell sein, dass sich keine hits wie "the swan" oder "coared" auf "mythologies" finden, dafür aber ein füllhorn von großartigen sound- und klangwelten, die einen gefangen nehmen. für mich definitiv eines der besten alben des jahres.
(revolver club)


4 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

7 Punkte

Miss Shapes hat gesagt…

Perfekt! 10 Punkte...

Jörg hat gesagt…

Keine Hits, kein billiger Aufguss - gut gemacht: 7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Gefällt mir! 7 Punkte