Mittwoch, 27. Mai 2015

Birdpen - In The Company Of Imaginary Friends
























Am Wochenende sah ich Archive noch live beim Maifeld Derby und fast zeitgleich flatterte der dritte Longplayer von Birdpen ins Haus. Den Zusammenhang muss man Fans von Archive sicherlich nicht erklären, denn sie wissen, dass Dave Pen beiden Projekten seine Stimme leiht und werden sich dieses Jahr sicherlich nicht nur "Restriction", sondern auch "In The Company Of Imaginary Friends" gönnen.

Zumindest, wenn sie sich Archive ohne weiblichen Gesang, mit weniger Tempo und nicht so dominierenden Beats vorstellen können. Auf 11 Songs mäandern Birdpen durch getragenen, düsternen Indierock, der sich gelegentlich, wie im fast 10-minütigen, epischen "No Place Like Drone" viel Zeit nimmt und sich an den cineastischen Soundlandschaften ergötzt. Auf dem letzten Album von Pink Floyd gab es so etwas leider nicht zu hören. Songs wie "Alive" oder "Equal Parts Hope And Dread" verhindern mit ihren aufbrausenden Gitarren, dass es zu somnambul wird ("Cell Song") und lassen Birdpen auch zu einer Alternative für Fans des progressiven Rocks werden.  

"In The Company Of Imaginary Friends" wurde über PledgeMusic finanziert und ist nach “On/Off/Safety/Danger” (2009) und “Global Lows” (2012) bereits das dritte Album von Birdpen, bei denen  Mike Bird die erste Hälfte des Bandnamens beisteuert. 


Der Opener „Like A Mountain“ führt uns minutenlang instrumental in die Klangwelt ein, bevor überhaupt das erste Mal Gesang zu hören ist. Geprägt wird der Klang der Briten durch viele Soundflächen, Backgroundchöre in verhallten Räumen und traurig-getragenen Vocals, gemischt mit einigen Elektro-Einflüssen. Damit bewegen sie sich vorsichtig ein wenig in der Nähe von Dave Pens Hauptband Archive und wenn das Tempo und der Beat etwas in Richtung Indie-Rock angezogen werden, geht der Blick rüber zu British Sea Power. Das finale „Equal Parts Hope And Dread“ klingt dann wie die psychedelische Mischung einer Post-Rock-Band, die einen U2 Song spielt. Insgesamt lassen Birdpen so eine Mischung aus Art-Rock und Electro-Pop, der interessante Arrangements und Ideen für den aufgeschlossenen Hörer bereithält.
(Plattenladentipps)




Zwar klingt deren drittes Album »In The Company Of Imaginary Friends« softer, harte Gitarren fehlen völlig, aber die starke, herausgestellte Atmosphäre von dunkler Gedankenverlorenheit ist durchaus vergleichbar. Aufsehenerregende Elemente besitzt das Album erwartungsgemäß nicht, stattdessen schaffen Birdpen eine Stimmung von vollumfassendem, zeitweise etwas theatralischem Shoegazing, das manchmal in Richtung eines elektrifizierten Chris Isaak, manchmal in Richtung Sigur Rós schielt: Hier gibt es keine Hits, dafür aber Musik, die versucht, Emotionen mit abstrakter Wahrheit auszumalen.
(intro)

2 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Hat mindestens genau so viele Punkte verdient wie das letzte Album von Archive. Daher: 7 Punkte