Donnerstag, 5. Februar 2015

The Notwist - The Messier Objects























Mittlerweile gibt es "The Messier Objects" nicht nur als limitiertes Vinyl (Double Vinyl with etching in a screenprinted cover. With download code. Limited!) über die Labelseite von The Notwist zu beziehen, sondern in jedem gut sortierten Plattenladen als CD oder 2x LP.

"The Messier Objects" ist eine Zusammenstellung von instrumentalen Songs zwischen Electronica, Space-/Krautrock, Retro-Soundtracks und Klanginstallationen, die die Band für Theaterstücke, Radiospiele oder Filme komponiert hat. Besonders spannend würde dies zunächst nicht klingen, schließlich tragen die oftmals fragmentarisch und skizzenhaft anmutenden Tracks nur nur die Titel "Object 1" bis "Object 16" und liegen größtenteils im ein- bis zwei-minütigem Rahmen, wäre das Album nicht von The Notwist. Und so gibt es tatsächlich zwischendurch immer wieder Tolles zu entdecken (etwa "Object 6" oder "Object 9"), das auch das herausragende "Close To The Glass" noch aufgewertet hätte. Gegen Ende fällt nur "Das Spiel ist aus" mit einer Länge von 13 Minuten und Gesang aus diesem Schema heraus. Für Fans und Sammler sicherlich ein Muss, alle anderen sollten sich an anderer Stelle im Notwist-Katalog bedienen.  


Für all diejenigen, die gerne auf Entdeckungstour gehen, müsste die vorliegende Sound-Expedition hingegen interessant sein. In den ersten Tracks surren die Beats unheilvoll im Hintergrund und wirken wie surrealistische Träume mit extraterrestrischen Bezügen: Man wähnt sich fast in einer Kurzgeschichte des großen Philip K. Dick, dem Altmeister bewusstseinserweiternder Science-Fiction-Prosa. Wer mit solchen Songs in Ohr und Hirn den Alltag bestreitet, empfindet jede hundsgewöhnliche Tram-Fahrt als riskante Mondmission und jeden Familienbesuch als Erstkontakt mit einer fremden Spezies.

Nur selten nehmen The Notwist innerhalb der 17 Stücke Fahrt auf, meistens bauen sich die Songs behutsam auf und fransen letztendlich in unendliche Stille aus. Übrig bleiben Leerstellen und offene Enden. Folglich sollte man "The Messier objects" vielmehr als das Dokument reiner Klangkunst betrachten, die nicht dem Diktat popkultureller Konventionen unterliegt. Als verwöhnter Pop-Hörer ist man trotzdem froh um jeden Strohhalm, den man hier zu greifen bekommt, um jede Melodie, die länger als nur kurze Augenblicke im Gedächtnis haftet, um eine Nummer wie "Object 6", die einem fertig ausformulierten Song schon fast nahe kommt. Ähnlich wie schon 2009 auf "Sturm" wandeln die Oberbayern hier also auf einem schmalen Grat, der sie an den verwegenen Ort führen soll, wo die hier versammelten Skizzen geboren werden: In das weitverzweigte Schaltzentrum der eigenen Kreativität, fernab von Sternhaufen und Emissionsnebel. Dorthin wird ihnen wohl nicht jeder folgen können. Sie vielleicht, Charles Messier?
(Plattentests)




These "Objects" seem to transcend space and time as their moods and tones swing between various time periods and regional influence. Objects 4, 11, 13 and 15, for instance, all have a distinctly Middle Eastern/North African feel to them. And while the majority of these compositions serve more as lofty atmospherics than attention-grabbing conceits, Messier Objects is not without melody, with Objects 3, 5, 6, 11, 15, and 16 all shifting between various degrees of melodic focus.

Note the inclusion of "Object 11" in both of those shortlists — that piece in particular seems to boil the whole of Messier Objects down to one 3:45 composition with its distinctly Eastern feel, shifting rhythms and constant caustic blend of attention-grabbing melody and static ambiance. The following "Object 12" — with its odd union of jazzy melody and the industrial chaos of tinny tom and bass tets — seems to make "11" stand out all the more for its shift away from the ominous background dirges that comprise the bulk of Messier Objects.

Albeit somewhat of an esoteric release in a longstanding band's ever expanding back- and side-catalogue, Messier Objects pays solemn homage to The Notwist's lavish electro-pop output. Though it would take a rather strange mood on one beguilingly off-kilter evening to choose a spin of Messier Objects over the band's 2002 masterpiece Neon Golden, these compositions give an insightful look into what has always lingered beneath the pop element of The Notwist. The absence of emphasis on melody and choral bliss further highlights the technical synergy that lay scenically in the background of their prior albums. If nothing else, Messier Objects is a proper reminder of the beneath-the-surface merits of The Notwist's compositional talents.
(The Line Of Best Fit)