Dienstag, 17. Februar 2015

Marika Hackman - We Slept At Last























Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Obwohl Marika Louise Hackman heute erst 23 Jahre alt geworden ist, hat sie schon einiges erlebt und geleistet:
Mit 18 hat sie sich gegen ein Studium und für das Leben als Musikerin entschieden. Ein ehemaliger Mitschüler, der Singer/Songwriter Johnny Flynn, brachte sie bei dem ihn betreuenden Label unter und produzierte vor 3 Jahren ihre Debütsingle. Die britische Fashion-Marke Burberry wurde auf die Künstlerin aufmerksam, wählte Marika Hackman als eines der Gesichter einer Werbe-Kampagne aus und setzte zwei ihrer Songs zur Promotion ein. 
Nach einer Cover-EP mit 5 Songs von Warpaint, Nirvana, Nico, The Knife und Dusty Springfield, erschien vor fast genau zwei Jahren ein erstes Mini-Album ("That Iron Taste"), das von Charlie Andrew (Alt-J) produziert wurde. Es folgten eine Tour mit Laura Marling, zwei weitere EPs ("Sugar Blind" und "Deaf Heart", die jeweils 3 neue Songs und ein Cover (Joanna Newsom bzw. Lykke Li) beinhalteten) und ein Gastauftritt im Song "Warm Foothills" auf dem zweiten Album von Alt-J.

Ihr Debütalbum "We Slept At Last" erschien in England einen Tag vor ihrem Geburtstag, wurde erneut  von Charlie Andrew produziert, lässt ihre zuvor veröffentlichten 13 eigenen Songs außen vor und verzichtet auch auf Hackmans Hang zu Cover-Versionen. Alle, die sich das neue Album von Laura Marling ("Short Movie" wird am 20. März erscheinen) zulegen werden, und entspannten, unaufgeregten Folk zu schätzen wissen, sollten auch zu "We Slept At Last" greifen.  




Der seichte Niedergang in "Drown" etwa ist von vorne bis hinten so schön in Szene gesetzt, dass der Rettungsanker an des Hörers Hand wie gebannt kleben bleibt. Die Hi-Hat erstickt sanft unter einem Kissen, und an der Seite spannungsgeladenen Zupfens schaufelt die doomige Atmosphäre ein Häufchen Erde auf verchromte Zeilen wie aus einem Moritat: "I'll drown in your mind / I know I will, I will / And suffocate in your smoke / Die stuffing my lungs with their fill." Unker einer Folk-Nebelkerze sehen diese hier bereits im Nichts abbrennen.

"We slept at last" enthält zwar viel akustisches Material, so wie etwa "Claude's girl", ist überdies aber oftmals sehr feingliedrig aufgestellt. "Ophelia" beginnt mit der Zeile "She who walks alone in life" textlich und musikalisch in der Isolation und erarbeitet sich einen herrlichen Aufbau mit unterdrückten Bläsern, die auch in "Before I sleep" nebst singulären Streichertönen auftauchen. Den nach "Bath is black" von ihrer EP "That iron taste" durchaus möglichen Weg Richtung Folk-Pop bremst dann spätestens "Open wide" aus. Das ist Acoustic-Grunge, der in der zweiten Hälfte des Albums durchaus häufiger hätte auftreten dürfen. (...)

So hören wir die 22-Jährige mit Sivu im Duett, eine Sitar spielen, in "Monday afternoon" mit Flöte auf den Spuren von Nick Drake, tropikal angehaucht in "Animal fear" und in "Undone, undress" zu schleppender Rhythmik mit Soap & Skin im Geiste eisennägelkauende Schafe zählen. Wer zuletzt schläft, schläft am besten.
(Plattentests)




Die Spannung, die ihre ersten, morbid schönen Gehversuche prägte, geht hier jedoch leider verloren. Die eine oder andere Ecke oder Kante hätte den Songs gutgetan. Dramaturgisch vielversprechende Ansätze wie »Ophelia« oder »Drown« sind zu verhalten und zu zaghaft. Einzig bei »Animal Fear« und »Monday Afternoon« geht Marika Hackman über die volle Distanz und gibt ihren Stücken den nötigen Raum zur Entfaltung. So wirkt »We Slept At Last« über weite Strecken wie ein Sonntagsausflug bei angezogener Handbremse. Angenehm, aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass hier mehr drin gewesen wäre.
(intro)


3 Kommentare:

Olly Golightly hat gesagt…

5 Punkte

Ole Pappert hat gesagt…

6 Punkte

Dirk hat gesagt…

Ein wenig zu eintönig...

6 Punkte