Donnerstag, 16. Oktober 2014

The Wytches - Annabel dream reader






















Quer durch viele Musikstile prügeln sich The Wytches. Kristian Bell (Gesang, Gitarre) und Gianni Honey (Schlagzeug) spielten bereits gemeinsam in einer Band in Peterborough. Nach dem Split zog es die beiden nach Brighton. Neben ihrem Studium kümmerten sie sich um eine neue Band. Mit Dan Rumsey (Bass, Gesang) und einem kurzeitig involvierten weiteren Gitarristen gründeten sie schließlich 2011 “The Witches”. Erst die Motivation auch über Suchmaschinen gefunden zu werden führte zur Umbenennung in “The Wytches”. Im Sommer erschien das von Bill Ryder-Jones (The Coral) mitproduzierte Debüt “Annabel dream reader”. Aufgenommen wurde es wie auch “Elephant” der White Stripes in den Londoner Toe Rag Studios. 

Auf diesem verarbeiten die drei Musiker so ziemlich alle musikalischen Einflüsse, welche sie in den letzten Jahren auf sich einprasseln ließen. Im Kern ist das dunkler Indierock mit ein paar Hardcore-Elementen. Aus der Rolle (im positiven Sinn) fallen vor allem die Surf-Gitarren. Der Song “Fragile male” komprimiert fast umfassend die auf “Annabel dream reader” gebotene Bandbreite. Live durften The Wytches passenderweise u. a. Blood Red Shoes, Metz und  die Japandroids unterstützen. Aktuell läuft die Headliner Tour durch die Heimat und Ende des Monats geht es in die USA. 

Finanziert wurde die Tour z. T. durch ein Programm der britischen Regierung (the third Music Export Growth Scheme), welches britischen Bands die “Expansion” ins Ausland ermöglichen soll. Unter den 16 Bands dieser dritten Runde sind u. a. The Wombats, Dry The River, Fink, Hadouken und auch The Wytches erschienen offenbar förderungswürdig. Wenn mit dem Programm nachgewiesen werden soll, dass britische Musik nicht nur für weichgespülten und harmonieverliebten Pop steht, sind The Wytches sicherlich eine gute Wahl. 

“Annabel dream reader” ist erfreulich roh und energiegeladen. Nur der Gesang dürfte etwas weniger angestrengt sein. “Digsaw”, “Fragile male”, “Part time model” und “Summer again” (zur zeitweisen Entspannung) sind meine Anspieltipps.

Annabel Dream Reader is a surprising mix of quasi-grunge and throw-back surf-rock which, while it can at times seem overly angst-ridden, is a relentless tide of energy and conviction. Although this debut LP might have its weaknesses, it might also be a sign of greater things to come.
 Das Paste Magazine empfiehlt und warnt zugleich:
Play this album at full volume, with plenty of dance/thrash room, and little to no glassware nearby.

Das Video zu “Robe for Juda”:


Und das zu “Gravedweller”: