Mittwoch, 7. Mai 2014

The Pearlfishers - Open Up Your Colouring Book




















Dass weniger manchmal mehr ist, zeigen uns derzeit The Pearlfishers mit ihrem aktuellen Album. Denn zu "Open Up Your Colouring Book" passt der Begriff Longplayer tatsächlich einmal, schließlich laufen die 16 Titel 67 Minuten. 

Die Glasgower Band war also in der Auszeit nach ihrem letzten Album "Up With The Lacks" (2007) nicht unproduktiv, tatsächlich musizierte David Scott in diesen Jahren mit BMX Bandits, Isobel Campbell, Norman Blake und Bill Wells. Nur ein neues Album der Pearlfishers kam eben nicht zustande, so dass wir nun etwas übersättigt werden und auf einen Schlag das erhalten, was auch zwei Platten hätten werden können.
David Scott und seine Mitstreiter gelten als "one of Scotland's best-kept musical secrets", bieten sanften, aber üppig orchestrierten Sixties-/Seventies-Pop und folgen damit ihren Vorbildern, die Paul McCartney, Brian Wilson, Van Dyke Parks, Burt Bacharach, Todd Rundgren oder Prefab Sprout heißen dürften.

The Pearlfishers und Marina Records sind nicht nur bezüglich der Songanzahl und Spiellänge großzügig: "Open Up Your Colouring Book" kommt als CD im Digipack mit 16-seitigem Booklet und die limitierte Doppel-LP kommt samt CD in schwerem Aufklapp-Cover mit drei Postkarten. 

(…) geht es bei den Pearlfishers seit den 90er-Jahren um unbedingten Wohlklang. OPEN UP YOUR COLOURING BOOK schließt nun an Großtaten wie das 1997 erschienene Meisterwerk THE STRANGE UNDERWORLD OF THE TALL POPPIES an und verbindet weit ausholende Pop-Melodien mit dem, was man vor zehn Jahren noch Easy Listening nannte, was aber, hebt man ein paar Töne an und schlupft darunter, wunderbar vielschichtig und oft genug angemessen feierlich ist.

Was der beste Song des Albums ist? Vermutlich die öltankergroße Ballade „Her Heart Moves Like The Sea Moves“, vielleicht aber auch ein ganz anderer, je nachdem, wie die Sonne gerade steht. Superdanke, David Scott.
(Musikexpress)


„ Open Up Your Colouring Book“ ist eben das Malbuch des Künstlers, der seine Lieder mit vielschichtigen und feinfühligen Arrangements zum Leben erweckt wie ein geübter Pinselstrich eine schwarz-weiße Strichzeichnung. Schon im Opener, „Diamanda“, der glücklich machend zwischen Supertramp, 10cc und Prefab Spout changiert, sind die Chöre kunstvoll arrangiert und kolorieren die Streicher, bevor das Lied im Chorus zu einer wundervollen Melodie aufbricht.

„To The Northland“, „Chasing All The Good Days Down“ und „The Way My Father Talked About Vincent“ sind berührend melancholische Betrachtungen der Vergänglichkeit – insgesamt ist „Open Up …“ inwendiger und privater als seine Vorgänger. Doch die große Geschichte dieses Albums besteht in der stillen Kunstfertigkeit dieser Lieder und ihrer Arrangements, der brillanten Kompositionskunst, dem Seufzen, dem Fingerschnippen, den schwelgenden Streichern, dem Pfeifen, dem hemmungslosen Bekenntnis zum Schönen, der poetischen Lyrik, dem fabelhaften Sound. Bleiben wir beim Bild der Malerei: Das hier ist ein Meisterwerk.
(Rolling Stone)

3 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Die Pearlfishers fischen in zu seichten Gewässern.

6 Punkte

Olly Golightly hat gesagt…

5,5 Punkte

Volker hat gesagt…

Seid ihr des Wahnsinns fette Beute? Allein "The Way My Father Talked About Vincent" strahlt heller als das meiste Andre aus 2014.
Vielleicht einen Tacken zu lang.

8