Mittwoch, 30. April 2014

Orcas - Yearling




















Was macht das Morr Music Label eigentlich so? (III)

Nach dem März-Release von "The Pink Caves" wurde am 15. April das zweite Album von Orcas veröffentlicht, das den Namen "Yearling" trägt. Orcas bestehen eigentlich aus Benoît Pioulard und Rafael Anton Irisarri, doch für die Aufnahmen zum Nachfolger von "Orcas" (2012) arbeiteten sie auch mit Martyn Heyne von Efterklang (Gitarre, Piano) und Michael Lerner von Telekinesis (Schlagzeug) zusammen, wodurch der beim Debüt noch oft unterkühlte Ambient-Sound eine analoge, warme Klangfarbe erhält.

Auf "Yearling" gibt es weiterhin meditativen Ambient-Pop, jedoch driften die Songs nicht mehr so schnell ins Beliebige ab, sind fokussierter geworden und man würde diesmal eher vom Mäandern als vom Plätschern sprechen. "Infinite Sadness" treibt sogar etwas in Shoegaze-Gewässern, jedoch ohne in Untiefen zu geraten.   

Was sagt Morr Music über "Yearling"?
Whereas many songs on ORCAS' first album were built from guitar improvisations and impromptu vocal sessions, most of "Yearling" was constructed from short pieces Pioulard wrote and developed while staying in Germany during the summer of 2012. Working together at Heyne's Lichte Studio in Berlin and Irisarri's own Black Knoll Studio back in Seattle, they brought the album into full form over the course of the following year.
Whether it's the soaring guitars of “Infinite Stillness”, the Lynchian otherworldliness of “Filament”, the echoes of Spirit of Eden-era Talk Talk on “Capillaries” or the slow-building tape loops of “Tell”, Yearling subsists on variation while holding a lyrical center. Pioulard muses on absence, presence, dedication and distance; there's an ode to geography (“Selah”) and a lamentation of discord (“An Absolute”).

Wie hat die Fachpresse "Yearling" aufgenommen?
Plötzlich sind die Songs ausgereift, greifbar, erinnerbar. Sie schweben nicht so haltlos umher wie auf dem Debüt. Zwar wabern auch hier einige Passagen oder einzelne Stücke sehr ambientig umher, aber sie machen doch einen geerdeteren Eindruck. Alles wirkt durchdachter, konstruierter. Da macht es auch nichts, dass man hier oder da mal denkt, dass ein Intro auch von Boards Of Canada stammen könnte, weil das Quartett anschließend noch die Kurve hin zu etwas Eigenem bekommen. Das kann zum anderen aber auch daran liegen, dass dem Songwriting diesmal wohl ein anderer Prozess zugrunde gelegen hat. Sei es durch die Abstimmung mit anderen Musikern, sei es durch eine andere Herangehensweise. Alles, aber wirklich alles wirkt wesentlich organischer, natürlicher in den Harmonien und Abstimmungen untereinander. Selbst wenn manche Stücke zuerst klingen, als hätte Pioulard sie für seine eigenen Veröffentlichungen geschrieben, merkt man doch nach kurzer Zeit die Abweichungen davon, merkt man, welchen Anteil die anderen Musiker daran hatten. Die Elemente der Soloplatten kommen nach wie vor auch auf „Yearling“ deutlich vor, sind aber eingebunden in ein großes Ganzes, was sie erst zu richtigen, schönen Songs macht.
(byte.fm)

Ähnlichkeiten zum Sound der dänischen Band sind trotz des ähnlichen Umfelds und Album-Artworks aber marginal. Klar, das Ganze klingt irgendwie sphärisch. Das war’s aber auch. Indie-Ambient-Nerds mögen sich an den Klangflächen erfreuen. So simpel es klingen mag: Für alle anderen eignen sich diese einschläfernden Walgesänge maximal für eine entspannende Hintergrundbeschallung bei der nächsten Fangopackung im Kur-Hotel.
(intro)

Wie klingt "Yearling"?



1 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Hat seine besten Momente, wenn die Orcas die relaxten Ambient-Welten verlassen. Viel mehr davon bitte!

5,5 Punkte