Freitag, 14. März 2014

Kylie Minogue - Kiss Me Once




















Pet Shop Boys, Robbie Williams, Manic Street Preachers und Nick Cave - das waren bisherige Kooperationspartner von Kylie Minogue. Für ihr neues, insgesamt zwölftes Album "Kiss Me Once" hat sich die Australierin Enrique Iglesias als musikalischen Partner ausgesucht. Und genau so schmalzig ist die dazugehörige Piano-Ballade "Beautiful" auch geworden. Die Vocoder verzerrten Stimmen lassen noch dezent an James Blake denken, bei "Sexercize" schielt man ganz offensichtlich in Richtung Dubstep und das ist nicht der einzige Versuch, wie man dem Zeitgeist gerecht zu werden versucht. So könnte die Vorab-Single "Into The Blue" genau so gut von Katy Perry, Rihanna & Kolleginnen stammen, darf sich "I Was Gonna Cancel" ein wenig an Madonnas 80er Hit "Holiday" orientieren, zuzüglich einer Portion Funk, aber den haben Daft Punk ja wieder erfolgreich in die Charts gebracht. Noch mehr Disco, Funk und Daft Punk liefert dann der Song "Sexy Love", mit "Feels So Good" und "If Only" werden dann minimaler Elektro und R'n'B abgehakt, dann kommen noch ein paar 80er-Referenzen ("Kiss Me Once"), ein Lady Gaga-Soundalike ("Les Sex") und mehr Vocoder-Klänge ("Fine").

Insgesamt sorgten 15 unterschiedliche Produzenten für den richtigen Sound und mehr als 30 Komponisten für die passenden Lieder. Neben Enrique Iglesias wären hier zum Beispiel noch Pharrell Williams ("I Was Gonna Cancel") und Sia Furler ("Sexercize") zu nennen. Apropos Sex: Das scheint ein wichtiges Thema auf "Kiss Me Once" zu sein, denn gleich drei Songs ("Sexy Love", "Sexercize" und "Les Sex") tragen diese drei Buchstaben im Titel. Und passend dazu räkelt sich die 45-jährige im Video zu "Into The Blue" dann auch leicht bekleidet im Bett:


"Into The Blue" und "Beautiful" sind die ersten beiden Single-Auskopplungen aus "Kiss Me Once", "Million Miles" und "I Was Gonna Cancel" wären vielleicht die bessere Wahl gewesen.  
Fans und Sammler können zudem seit heute auf den diversen Ausgaben den Songs "Sparks", "Mr President" und "Sleeping With The Enemy" nachspüren.

Um einiges brillianter ist der Tanz-Hit „I Was Gonna Cancel“. Niemand geringerer als Pharrell Williams hat an dem Song gefrickelt. Es scheint fast so, als werde es dieses Jahr nur wenige Pop-Alben geben, bei denen der Produzenten-Superstar keine Finger im Spiel hat. Für Kylie zaubert er einen funkigen Electro-R&B-Ohrwurm, der genauso gut auf die letzte Daft-Punk-Platte gepasst hätte. „I Was Gonna Cancel“ wäre ein würdiger Nachfolger des legendären Kylie-Hits „Can't Get You Out Of My Head“.

Daneben hat das Album mit „Sexy Love“ noch einen weiteren Sommerhit-Kandidaten. Zeilen wie „You're on fire, but you play it cool (du brennst, aber machst auf cool)“ haben zwar ein bisschen was von Teenager-Romantik, passen aber perfekt zum federleicht-spaßigen Clap-Beat. Die beiden Songs „Sexercize“ und „Les Sex“ - erscheinen von der braven Kylie dann leider doch etwas zu bemüht. „Ja, es gibt einige heiße Momente“, gibt sie zu, „aber meiner Meinung nach sind sie eher heiß in Bezug auf Popmusik - wenn das irgendeinen Sinn ergibt.“

Mit „Kiss Me Once“ hat die Australierin ein wirklich ordentliches Dance-Album vorgelegt: Für die Experimentierfreudigeren gibt es schleifende Dubstep-Loops („Sexercize“) und futuristische Off-Beats („If Only“). Und die anderen bedient sie mit klassischem Kylie-Sound. Also: Auch 2014 werden die Tanzböden wohl nicht ohne Kylie Minogue auskommen.
(Stuttgarter Zeitung)



2 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Eher nicht so gut...

4,5 Punkte