Samstag, 4. Januar 2014

Tilbury - Northern Comfort



















Wenn man bedenkt, dass Island mit seinen rund 320.000 Einwohnern ungefähr so viele zu bieten hat wie Bielefeld, dann ist es um so beachtlicher, dass sich Künstler von dieser Insel im letzten Jahr bei Platten vor Gericht auf den Rängen 2, 14, 15, 42, 46, 60, 94 und 100 platzieren konnten.

Bielefeld hatte - wenn man dies großzügig betrachtet - im Vergleich dazu Casper auf Platz 194 zu bieten.

Schicken wir also zu Beginn des Jahres gleich drei isländische Künstler ins Rennen, deren Alben bisher nur in ihrer Heimat veröffentlicht wurden.

Tilbury wurde im Sommer 2010 vom Schlagzeuger Thormodur Dagsson gegründet, der im damals noch Formadur Dagsbrunar benannten Soloprojekt auch den Gesang übernahm. Auf der Suche nach Musikern, die ihn bei den Aufnahmen unterstützen sollten, traf er auf Kristinn Evertsson (Keyboards, Synthesizer), Örn Eldjárn (Gitarre), Magnús Trygvason Eliassen (Schlagzeug) und Guðmundur Óskar Guðmundsson (Bass), die auch schon mit Sin Fang, Amiina oder Hjaltalin musizierten. Aus dem Soloprojekt wurde ein Band, die sich Tilbury nannte und 2012 mit "Exorcise" ihr Debütalbum veröffentlichte.


Ende 2013 erschien mit "Northern Comfort" das zweite Album (CD, LP, Digital) über Record Records (Of Monsters And Men, Lockerbie), das von Aron Thór Arnarsson betreut wurde, der auch "Enter 4" von Hjaltalin den musikalischen Feinschliff verpasst hatte. Für das Cover war Hugleikur Dagsson, der Bruder des Sängers, verantwortlich, der auch bereits das Artwork des Debütalbums gezeichnet hatte. Da sich das Album thematisch ums (isländische) Wetter dreht, stapft der Astronaut passend dazu durch Schnee. Musikalisch haben Tilbury melancholischen, leicht düsteren, gelegentlich dramatischen Indierock zu bieten, der gitarrige Klänge mit elektronischen Sounds zu verbinden versucht.   



3 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Nicht "typisch isländisch", dennoch bekommen Tilbury von mir 7 Punkte.

Ingo hat gesagt…

6,5 Punkte

Jörg hat gesagt…

Joo, netter, ruhiger Indierock. Inklusive meines persönlichen Island-Bonus gibt das 6 Punkte.