Donnerstag, 23. Januar 2014

Spaceman Spiff - Endlich Nichts





















Man singt Deutsch 04:

Kennt ihr "Hamburg", also nicht Hamburg, die schönste Stadt Deutschlands, sondern "Hamburg", den Song von Spaceman Spiffs letztem Album "Und Im Fenster Immer Noch Wetter"? Nein? Ok, dann können wir erst mal nicht weitermachen, bevor ihr nicht das hier angeschaut habt.




"Hamburg" gehört nämlich zu meinen vielleicht 3 liebsten deutschsprachigen Liedern der letzten Jahre, des laufenden Jahrzehnts, whatsoever. Und auch wenn ich morgen wahrscheinlich wieder 3 komplett andere Tracks nennen würde, müssen auch die anderen Beiden noch hierher. Ein bisschen Werbung für das gesungene deutsche (und bitte, bevor Moralapostel tätig werden, es geht mir nur um gute deutschsprachige Musik, um nicht anderes, und nicht anders möchte ich dieses der Rubrik geschuldete hohe Aufkommen des Wortes "deutsch" verstanden wissen. Nicht dass man noch diesen Blog unter Generalverdacht stellt, wie vor Jahr(en) und Tag(en) unsinnigerweise mit Bands wie Virginia Jetzt! oder Mia. geschehen. Aber zurück zum Thema) Wort schadet nie. Also neben "Hamburg" tummeln sich

Wolfgang Müller - Oktober (ok 2009)



und Moritz Krämer - Hinterher (beide auch hier schon vorgestellt)



Und nun also die große Hoffnung auf "Endlich Nichts" vielleicht ein, zwei weitere solche Kleinode zu finden. Und um es kurz zu machen, schon mit dem Opener "Vorwärts Ist Keine Richtung", wird einem ein so wunderbar feinsinniges, raffiniertes und vor allem treffendes Stück um die Ohren gesungen, dass die einzige Frage lautet, debiles Grinsen im Gesicht oder Taschentuch für die Freudentränen?
Und es wird nicht schlechter, natürlich wird hier (erst mal) nicht gerockt, hier wird beobachtet, aus dem Leben erzählt, hier werden Städte zum Sinnbild der Planlosigkeit ihrer Einwohner. Dann kommen ab und an ein paar Effekte als Ergänzung zum Sound dieser wunderschönen Akustik-Gitarre dazu ("Was Wir Anders Wollten") die mich kurz an Karamel denken lassen, ohne dabei jedoch dessen Bedrohlichkeit zu erreichen.
Und dann kommt im hinteren Teil der Platte mit "Der Tag An Dem Ich Nicht Verrückt Wurde" tatsächlich doch noch so etwas wie ein rockigeres Stück, und verdammt, auch das kann Hannes Wittmer aka Spaceman Spiff. Das sich mit Felix Weigt und Jonny König dabei zwei Musiker angeschlossen haben, die dem Ganzen noch einen volleren Sound verabreichen, einer davon übrigens auch bei "Die Höchste Eisenbahn" unterwegs (check it out!!!), ist nur ein weiteres kleines Mosaikteilchen, das sich in das gute Gesamtbild einfügt.

Was sagen denn die Anderen so?

"... der Songs schreibt, die so voller Lieblingssätze sind, dass man sie sofort twittern und alle Grimme Online Preise der nächsten Jahre gewinnen könnte..."

"Wie verheulte Augen am Morgen, berührend ohne Kitsch" (Intro)

"Spaceman Spiff singt Sätze, die man Neonrot an alle Fassaden sprayen will" (U-Mag)

"... Es enthält 12 sehr gute Freunde. Manchmal geht darin die Sonne auf. Manchmal geht sie auch unter... Es wird gegen Wände gelaufen, in Löcher gefallen und wieder herausgeklettert... Manchmal knallen Schlagzeug und Streicher rein, dann wird es auch mal hymnisch. Meistens bleibt es aber ganz nah bei uns, ganz nah am Ohr. Eins ist klar: Dieses Album wird uns gut durchs nächste Jahr bringen."

Und wem das noch nicht genug Anreiz ist, sich mit "Endlich Nichts" zu beschäftigen, der hört halt schnell noch den ersten Vorboten des Albums, "Teesatz".



Ja, Panik werden sich im vorerst letzten Teil der "Man singt deutsch"-Serie anstrengen müssen wenn sie hier mithalten wollen.

11 Kommentare:

Christoph W. hat gesagt…

Gutes Album und in musikalischer Hinsicht ist eine echte Weiterentwicklung zu erkennen. Trotzdem hat mir das Vorgängeralbum von Spaceman Spiff etwas besser gefallen.

7 Punkte

Olly Golightly hat gesagt…

Im Moment gibt es kein Album, das ich öfter hören würde. So so schön.

noplace hat gesagt…

schließe mich allem gesagten an, nur den sieben punkten von christoph nicht :)

darüberhinaus live sehr zu empfehlen!

Ingo hat gesagt…

Das beste Album dieser tollen Serie. Danke, Volker.

Jörg hat gesagt…

Erste Neuentdeckung des Jahres! Schöne Songs gepaart mit tiefsinnigen Texten! 7,5 Punkte !

Olly Golightly hat gesagt…

7,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

7,5 Punkte

aXel hat gesagt…

7.5

Volker hat gesagt…

8 Punkte

Dirk hat gesagt…

Das beste deutschsprachige Album 2014.

8 Punkte

U. hat gesagt…

9 Punkte.