Montag, 9. Dezember 2013

Midlake - Antiphon

cover

“Antiphon” bezeichnet:

  1. Mindestens einen griechischen Redner
  2. Eine Heuschreckengattung
  3. Eine besondere Form des Kirchengesangs, wörtlich “Gegengesang oder Wechselgesang”.

 

Man muss kein griechischer Philosoph oder Wahrsager sein um zu  vermuten, dass sich dieser Titel des vierten Albums der harmonienverliebten Band Midlake auf die letztgenannte Deutung bezieht. Tatsächlich lieh aber ein griechischer Redner seinen Namen für diese Platte. Anscheinend sehen die Mitglieder einen Zusammenhang zwischen ihm und dem Verlust ihres Weggefährten.

Midlake wurde 1999 von Jazzstudenten gegründet. Diesen Wurzeln blieb die Band in geringem Umfang treu. Inzwischen ist aber die unermüdliche Suche nach Harmonien das Markenzeichen der Band geworden. Nach dem Ausscheiden des Sängers und Songschreibers Tim Smith war einen Moment lang spannend, was aus der Band werden könnte. Und obwohl mit dem Gitarristen Eric Pulido ein neuer Mann hinter dem Mikrophon steht und sich der Prozess zur Entstehung der Songs grundlegend geändert haben muss klingt das Ergebnis nicht wesentlich anders als man es von der Gruppe im Rahmen einer behutsamen Weiterentwicklung nach “The courage of others” aus dem Jahr 2013 hätte erwarten können. Die Stimme klingt etwas sanfter, die Songs wurden musikalisch einen Tick komplexer und ab und zu klingt es gar nach Prog Rock. Neben den Referenzen Fleetwood Mac und Fleet Foxes darf man nun also auch Bands wie Marillion oder Jethro Tull anführen. Doch so gerne ich Midlake wirklich mögen würde… so richtig spannend ist das Gesamtergebnis trotz vieler toller Melodien noch immer nicht. Vielleicht sehen das die bekennenden Midlake Sympathisanten untern den Richtern anders.

Im Heimatland der Band finden sich durchaus begeisterte Stimmen. So z. B. bei Clash Music:

What remains is a new Midlake, a brilliant Midlake, full of punchy psychedelia, fuzzy synths, massive harmonies and drumming like you’ve never heard from them before. […] Antiphon is going to divide opinion, but give it a chance – it might just be the best thing they’ve ever done.

Für sich genommen ist fast jeder Song auf “Antiphon” hörenswert. Vor allem der Opener und “Provider” ziehen den geneigten Hörer durchaus in ihren Bann. Doch über die gesamte Spieldauer gelingt das “Antiphon” nicht. Da verweise ich für 2013 lieber auf John Grants “Pale green ghosts”, der sich für seine Platte “Queen of Danmark” (2010) von Midlake unterstützen ließ.

Das Video zum Titelsong: