Sonntag, 20. Oktober 2013

Haim - Days Are Gone


















Die erste Vorladung (IX)

Personalien:
Die drei Haim-Schwestern Este (27, Bass, Gesang), Danielle (24, Gesang, Gitarre) und Alana (21, Gitarre, Keyboards, Gesang) kommen aus  dem San Fernando Valley, wohnen derzeit in Los Angeles und werden vom Schlagzeuger Dash Hutton unterstützt.

Tathergang:
Zuerst spielten sie in einer Coverband mit ihren Eltern, dann in einer Girl-Band und 2006 fasst sie schließlich den Entschluss eine gemeinsame Band zu gründen. Nach zahlreichen Live-Auftritten veröffentlichten sie 2012 mit "Forever" eine erste EP, worauf Haim von Polydor unter Vertrag genommen wurden. Weitere Konzerte im Vorprogramm von u.a Mumford & Sons oder Florence And The Machine, drei weitere Singles ("Don't Save Me", "Falling" und "The Wire") und der von der BBC und MTV vorhergesagte Durchbruch verstärkten den Hype um die drei Schwestern und ließen die Erwartungen auf das Debütalbum steigen.
"Days Are Gone" wurde von bekannten Produzenten wie James Ford (Florence And The Machine, Birdy, Arctic Monkeys), Ludwig Göransson und Ariel Rechtshaid (Vampire Weekend, No Doubt, Usher) betreut und erreichte Platz 1 in England und Rang 6 in USA.

Plädoyer:
Die Vergleiche mit Fleetwood Mac sowie dem Soft-Rock und Folk der 70er Jahre sind verständlich, nur wird hier alles weich gespült, (noch) glatt(er) gebügelt und auf 90er R'n'B und 80er Pop getrimmt. Das Niveau von "Forever" und "Falling" (und mit Abstrichen der anderen Singles) können die restlichen 7 Songs nicht halten. Sind Haim etwa die neuen Hanson ("MMMbop")?

Zeugen:
Die Musik bewegte sich im Spannungsfeld von Fleetwood Mac und Wilson Phillips, der wohl kalifornischsten aller Popbands. Auf Albumlänge bleiben diese Bezugspunkte bestehen. Die drei Schwestern und der (nicht verwandte) Drummer spielen sich durch Radiopop, der manchmal etwas zu vokalakrobatisch wirkt und eher auf klassisch ausgefuchste Arrangements setzt als auf sofort antizipierbare Hooks. Das ist eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Schnellerhöherweiter-Popzüchtungen aus dem Klanglabor, die dieser Tage den Mainstream dominieren.

Gut funktionieren vor allem die Songs, in denen auch Platz für Pausen ist, in denen sich etwas Luft zwischen die einzelnen Spuren schmuggelt. Der wirklich tolle, von Jessie Ware mitgeschriebene Titeltrack ist so ein Lied, oder auch das bereits bekannte „Don’t Save Me“. Leider gelingt es Haim noch nicht, diese Stärken auf Albumlänge auszuspielen. Vor allem in der zweiten Hälfte von DAYS ARE GONE können sich die Stücke nicht zwischen gepflegten Midtempo-AOR und modern inszeniertem Pop entscheiden, was in „My Song 5“ gipfelt, wo plötzlich ultratiefe Wobble-Bässe auf Schweinerock-Gitarren treffen. Vielleicht eine Produzentenidee, immerhin lud man mit Ariel Rechtshaid den Mann ins Studio, der auch schon Ushers „Climax“ mitschrieb. Womöglich dauert es einfach eine Zeit, bis Haim eine stringente Klangsprache gefunden haben. Wir freuen uns jedenfalls auf das, was noch kommt.
(Musikexpress)

The thundering drums on 'Running If You Call My Name' is totally Phil Collins, while 'If I Could Change Your Mind' is adorned with the kind of glistening synths that wouldn't be out of place on a Whitney Houston record.

All those cooks in the kitchen mean Haim could have ended up making 'Tusk' before they'd finished their 'Rumours'. Their ace is their songwriting. We might have been waiting 18 months for the album, but Haim have been working towards this since they were barely strong enough to hold a guitar, and over time they've written more good tunes than most bands manage in a whole career.

Early single 'Forever' is paced a mere touch faster, lent momentum by its staccato melodies, while 'Go Slow' is still the perfect ballad, that repeated syllable in the bridge pushing forward into a belting chorus. Speaking of belters, there's 'Let Me Go', a cry for freedom that sounds like something Florence + The Machine could have recorded if she'd gone to work with Third Man Records. It captures the essence of a break-up album that is less about men and more about the search for independence. 'Days Are Gone' gives a very earnest portrait of three people learning how to shape their own destinies.

The live question will hang over Haim as they start touring. Will people who fall for them because of this album still 'get' a stripped-back set? As they grow, the gap between 'live' Haim and 'album' Haim must narrow. For now, Haim are a rock band who've made one of the best pop albums you'll hear all year.
(NME)

Indizien und Beweismittel:






Ortstermine (zusammen mit Phoenix):
18.11.13 Frankfurt, Jahrhunderthalle
19.11.13 München, Zenith
21.11.13 Berlin, Columbiahalle
22.11.13 Düsseldorf M. E. Halle
25.11.13 Hamburg Grünspan
26.11.13 Köln, Bürgerhaus Stollwerck

Urteile: 
Nun sind die werten Richter gefragt...


3 Kommentare:

Olly Golightly hat gesagt…

5 Punkte

Christoph hat gesagt…

Altes Dilemma, ich müsste es hören, um eine schlechte Note zu geben. Kann mich aber noch nicht überwinden. Live grausam!

Dirk hat gesagt…

Don't believe the hype!

4 Punkte