Dienstag, 17. September 2013

Wingenfelder - Selbstauslöser

cover

Es ist schwer der Musik der Wingenfelder-Brüder unvorbelastet zu begegnen. Die Fury In The Slaughterhouse-Vergangenheit lässt sich nicht leugnen, zumal es dieses Jahr ein “Klassentreffen” in Form eines Konzerts gab. Und sobald die Herren in ihrer Muttersprache singen stehen sie natürlich unter Deutschrock-Verdacht. Mit “Selbstauslöser” stellen sie sich nun als Wingenfelder  offensiv diesen Tatsachen. Mit dem Produzenten Wolfgang Stach (u. a. Guano Apes, Karpartenhund, BAP, Jupiter Jones, Such A Surge) versuchten sie sich an einem Popalbum. Ich tat mich aus den o. a. Gründen anfangs mit diesem schwer. Doch dann las ich bei laut.de einen Kommentar, der mir den Zugang erleichterte:

Zwischen den herausragenden Songs finden sich einige wenige Durchschnitts-Nummern, die die Güte des Gesamtwerks nur marginal beeinträchtigen. Die Wingenfelders gehen handwerklich immer solide ans Werk und lassen so deutschem Schlockrock keine Chance. Kais mit lebenserfahrener Patina überzogene Stimme sorgt immer für Credibility.

Der Geist von Fury streift herum, trifft sich zum freundschaftlichen Handshake mit Kettcar, während für Augenblicke im Hintergrund sogar Thees Uhlmann herüber winkt. Nicht schlecht für eine 'Altherrenplatte', die durchweg einfach Spaß macht.

Und in der Tat finden die Wingenfelders zwischen Grönemeyer und Thees Uhlmann eine musikalische Nische. Fury In The Slaughterhouse und Deutschrock klingen wirklich selten durch und darin begründet sich die Eigenständigkeit von “Selbtauslöser”. Natürlich prägt Kai Wingenfelders Stimme Songs nachhaltig. Ob das Fluch oder Segen ist muss der Hörer entscheiden. Thorsten Wingenfelders Vocals sorgen auf jeden Fall für Auflockerung. Seit Fury In The Slaughterhouses Ende versuchten sich die Brüder erst jeweils mit Soloalben. Über diese und seit 2010 gemeinsam mit zwei Platten als Wingenfelder:Wingenfelder fanden sie offensichtlich wieder eine musikalische Basis und inzwischen auch einen nicht verkopften Bandnamen.

Der starke Titelsong, das rockige “Petra Pan”, “Klassenfahrt” und “Die Wand” (Duett mit Klee-Sängerin Suzie Kerstgens) zeigen die “Spannweite” des Albums. Wer deutschem Pop offen gegenübersteht sollte sich mit “Selbstauslöser” befassen.

Das Video zu “Klassenfahrt”:

“Petra Pan”:

Es bieten sich zahlreiche Gelegenheiten die Songs und sicherlich auch den einen oder anderen Fury-Klassiker live zu erleben:

  • 14.11.2013 Bremen
  • 15.11.2013 Stralsund
  • 16.11.2013 Reußenkööge/Bredstedt
  • 17.11.2013 Hamburg
  • 20.11.2013 Lübeck
  • 21.11.2013 Braunschweig
  • 22.11.2013 Magdeburg
  • 23.11.2013 Leipzig
  • 26.11.2013 Kassel
  • 27.11.2013 Wilhelmshaven
  • 29.11.2013 Osnabrück
  • 30.11.2013 Erfurt
  • 01.12.2013 Berlin
  • 03.12.2013 Stuttgart
  • 04.12.2013 München
  • 06.12.2013 Finnentrop
  • 07.12.2013 Bocholt
  • 08.12.2013 Bielefeld
  • 10.12.2013 Frankfurt
  • 11.12.2013 Saarbrücken
  • 12.12.2013 Bochum
  • 13.12.2013 Köln
  • 14.03.2014 Hannover

4 Kommentare:

Volker hat gesagt…

Mit den 3 letzten Songs holen sie bei mir noch mal kräftig Punkte raus

6,5

Ingo hat gesagt…

7 Punkte, die mich wundern.

aXel hat gesagt…

6

Dirk hat gesagt…

Nicht so schlimm wie befürchtet...

6,5 Punkte