Samstag, 21. September 2013

Volcano Choir - Repave

















Die erste Vorladung (III)

Personalien:
Volcano Choir begannen als Kooperation zwischen Justin Vernon (Bon Iver) und der Postrock-Band Collections Of Colonies Of Bees. Was beim Debüt „Unmap“ (2009) als Projekt begann, hat sich mittlerweile zu einer Band entwickelt. 
An den Aufnahmen zu ihrem zweiten Album waren neben Justin Vernon und noch aktuelle (Chris Rosenau, Matt Skemp, Daniel Spack) sowie ehemalige Mitglieder von Collections Of Colonies Of Bees (Jon Mueller, Thomas Wincek) beteiligt. 

Tathergang:
Mit den Arbeiten an „Repave“ begann das Sextett bereits im November 2010. Doch aufgrund der zahlreichen anderen musikalischen Verpflichtungen der Bandmitglieder zogen sich die periodischen Aufnahmen der acht, jeweils nur mit einem Wort betitelten Songs bis März 2013 hin. Im Vergleich zum Vorgänger „Unmap“, als man sich noch Song-Fragmente zuschickte, erarbeiteten sich Volcano Choir die Songs nun gemeinsam.

Plädoyer:
Es soll Menschen geben, die sogar dem Soft-Rock vom letzten Bon Iver Album etwas abgewinnen konnten. Das kann eigentlich nur an der Stimme von Justin Vernon gelegen haben. Und diese Menschen werden frohlocken über „Repave“, da Vernon sich voll auf den Gesang konzentrierte, sein Falsett meistens im Mittelpunkt steht und die Kollegen darunter eine experimentelle Mischung aus Ambient, Folk und Prog-Rock drapierten und mit orchestraler Opulenz überschütteten sowie feiner Elektronik verzierten.

Zeugen:
Metacritic weist derzeit einen Schnitt von 78/100 Punkten bei 20 berücksichtigten Reviews aus. Die besten Kritiken lesen sich dann so:

The album remains surprisingly cohesive, effectively splitting the difference between the fussed-over refinement of Bon Iver and the sometimes unfocused experimentation of Volcano Choir’s first album, 2009’s Unmap. It’s a balancing act that pays off.
(A.V.Club)
What makes Repave different is that it’s the result of multiple creative minds at work, and that synergy is what makes the record so invigorating.
(Sputnikmusic)

Und auch im deutschsprachigen Raum gibt es viele lobende Worte:

Das Warme und Weiche sind noch immer Kennzeichen der einladenden Soundwelt, die aus dieser Herangehensweise entsteht: Schon in den Orgel-Drone, der das Album eröffnet, möchte man sich reinlegen. Anschließend wird deutlich, dass Repave auf ähnliche Weise von Bon Iver, Bon Iver beeinflusst wurde wie Bon Iver, Bon Iver von Unmap. Vernon überträgt diesmal das Hymnenhändchen seiner Hauptband auf Volcano Choir – plötzlich steht das vermeintliche Experimentalprojekt mit vergleichsweise geraden Songs da. Sanfte Trommelwirbel kündigen die Breitwandmomente an, Chöre bestehen nicht mehr zwangsläufig aus mehreren übereinandergelegten Vernon-Versionen. Die Entstehungsgeschichte von Unmap war ein jahrelanger Mail- und Ideenverkehr. Aus der Griffigkeit von Repave hört man Menschen heraus, die zusammen am selben Ort musiziert haben.
   Was es dabei zu greifen gibt, sollte man dennoch nicht mit allzu belastbaren Popsongs verwechseln. Akustikgitarren signalisieren Selbstvergessenheit, geloopte Keyboards und Drums können jederzeit aus der Bahn geworfen werden. Vernons Mitmusiker unterhalten auch das Projekt Collection Of Colonies Of Bees, eine Post-Rock-Band, die das Genre eher aus dem kontemplativen Blickwinkel von The Books betrachtet, als sich an Gipfelstürmern wie Godspeed You! Black Emperor und deren Verfolgerfeld zu orientieren. Für Repave ist ihr Umgang mit akustischen Instrumenten und elektronischer Überarbeitung ebenso wegweisend wie Vernons Verhältnis zur Sprache. Seine sprunghaft assoziierten, grammatikalisch unsauberen Texte hebeln die eigene Bedeutungsschwere immer wieder dadurch aus, dass sie Schlagworte so unbehaglich nebeneinanderstellen, als wären sie vom Google Translator ins Englische übertragen worden.
(SPEX)

Indizien und Beweismittel:




Ortstermine:
Gibt es bisher nur in den USA.

Urteile:
Nun sind die werten Richter gefragt...


3 Kommentare:

Volker hat gesagt…

6

Ingo hat gesagt…

8 Punkte

Dirk hat gesagt…

Brauche ich genau so wenig wie den Softrock der letzten Bon Iver-Platte!

4,5 Punkte