Mittwoch, 24. Juli 2013

Nadine Shah - Love Your Dum And Mad



Ende Juli – so langsam wird’s Zeit für das erste Herbst-Album des Jahres. Dem heißen Wetter überhaupt nicht entsprechend erscheint dieser Tage das doch eher düstere Debüt von Nadine Shah, einer 25jährigen Engländerin mit norwegischen und pakistanischen Wurzeln, das ihrem Ruf, "a female Nick Cave" zu sein, durchaus gerecht wird. Neben ihrer eindringlichen Stimme ist vor allem der intensive und bedrohliche Sound, für den übrigens Ben Hillier verantwortlich zeichnet, so gar nicht sommertauglich.



Shah gelingt auf "Love your dum and mad" Einzigartiges. Nicht nur ihre Stimme, jenseits und diesseits alles Bekannten, erschüttert die Ränder der Wahrnehmung, wie die Kollegen von Spex ehrfurchtsvoll registrierten, sondern jeder einzelne ihrer tiefbedrückenden elf Songs um dunkle Lüste, Verlust, Rache, Tod und zerstörte Liebe zerschmettert mit erschlagendem Ernst, eisdicker Atmosphäre und dem Verzicht auf jeglichen Witz das Gutmenschliche im Gutmenschen und lässt in vollkommener Bitterkeit jede frische Glücksknospe welken. Shah fährt als uneheliches geistiges Kind von Mrs. Harvey und Mr. Nick Cave alle Register des Ernsthaften auf und beschert einen Herbst der Gefühlswallungen, dass die Eltern nur so aus der Wäsche gucken. (plattentests.de)



Die allseits ersehnte Happiness scheint ständig greifbar in diesen Liedern, doch im nächsten Moment ist sie schon wieder verflogen. Die Musik, ob elektronisch klirrend, metallisch schabend oder akustisch wallend, treibt und rotiert in einer stetigen Vorwärtsbewegung und suggeriert ewigen Fortbestand, doch dieses Gefühl der Kontinuität wird von Shahs Texten immer wieder durchbrochen, weil in jeder hoffenden Zeile auch die Ahnung eines Abschieds mitschwingt. Aus diesem Kontrast erwächst, bei aller Kühle, die Schönheit dieses erstaunlichen und berührenden Debüts. "I was a winter child", singt Shah in "Winter Reigns", dem letzten Song. Kein Zweifel. (spiegel.de)

Das Album erscheint am 26.07. sowohl auf Vinyl als auch als CD.

Nadine Shah Live (ohne Gewähr):
05.11. Köln (Studio 672)
06.11. Berlin (Privatclub)
07.11. Hamburg (Indra)

4 Kommentare:

Volker hat gesagt…

And again: Auf dieses album werden sich wieder alle einigen können. Außer mir

5,5

Ingo hat gesagt…

Volker bettelt um Punkte... Volker bekommt Punkte... 8,5 Punkte

Olly Golightly hat gesagt…

8 Punkte

Dirk hat gesagt…

Wenn man mit Volker einer Meinung ist, hat man immer das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben.
;-)

Diesmal ich, denn hier bin ich wohl auch der Punktedrücker...

6 Punkte