Freitag, 8. März 2013

Sans Parade - Sans Parade



Zugegeben: Draußen ist gerade Frühling, da möchte man eigentlich keine schwermütigen Platten von drei melancholischen Finnen hören. Aber erstens wird’s spätestens am Sonntag sowieso wieder Winter und zweitens stecken hinter der augen- respektive ohrenscheinlichen Wehmut…

[…] Wanderungen durch die Gefühlswelten, ein dichtes Netz voll geheimnisvoller Entdeckungen, ein Tautropfen der im Frühlingssonnenlicht ein Blatt entlangkullert, gleißend hell, leuchtend, frisch und voll Intensität. (gutes hören ist wichtig)



Zugegeben: Ich bin ja gelegentlich leicht zu kriegen. Bei der Platte von Sans Parade hat es keine Minute gedauert, bis mich das wunderbare Zusammenspiel von Streichern und Glockenspiel des Openers The Last Song Is A Love Song in seinen Bann gezogen hatte. Aber zu Recht, denn nach mehrmaligem Hören ist es tatsächlich immer noch so:

Sans Parade: The Last Song Is a Love Song (official video) from Sans Parade on Vimeo.


Zugegeben: Drei melancholische Finnen stimmt nur so ungefähr: Markus Perttula, Jani Lehto und Pekka Tuppurainen sind quasi der Kern der Band und spielen neben Gitarre und Bass so schön klingende Instrumente wie Mandoline, Flügelhorn, Harmonika und das schon erwähnte Glockenspiel. Unterstützt werden sie von Ville Pynssi an den Drums und einem Streichquartett bestehend aus Tommi Asplund, Inkeri Pulkkinen, Laura Turpeinen und Magdalena Valkeus. Sans Parade selbst beschreiben ihre Musik gerne als Baroque Pop. Die Kollegen von Gutes hören ist wichtig nennen Puressence und Eskobar als Referenzbands. Passt. Ich hatte Strangelove und Doves, stimmlich unterstützt von Mark Cullen, dem Sänger von Bawl im Kopf. Wenn man diesen Bands eine kleine Portion Postrock beimischt, kommt man der Musik von Sans Parade schon ziemlich nahe.



Bei den zwölf Tracks der Finnen ist jeder einzelne ein Glanzstück. So stellt sich einem die Frage: Wieso findet so qualitativ hochwertige Musik, wie sie von Sans Parade produziert wird, nur so ein geringes Publikum? […] Wahre Hymnen oder besser gesagt - Oden! an den Pop sind hierbei beispielsweise "Dead Trees" oder "A Liking Song". Ein wirklich typisches Songschema besitzen nur wenige Tracks. Sie wirken dadurch intensiv und authentisch, gefühlsecht wie ein Sonnenbad oder wie wenn die kalte Winterluft unser Gesicht in Wallung bringt, sobald man ins Warme kommt. Die Schattenseite ist ihr hoher Anspruch, ihre Unzugänglichkeit. (Valve-Magazine)

Weitere Oden an den Pop sind übrigens Swept Away und From Leytonstone to Canary Wharf.

Every Song Is A Love Song.

3 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

8,5 Punkte

Olly Golightly hat gesagt…

8 Punkte

Dirk hat gesagt…

Nicht so der Knaller...

6,5 Punkte