Freitag, 22. März 2013

John Grant - Pale green ghosts

cover_jg

Angeblich waren es einige Mitglieder Midlakes, die John Grant Jahre nach dem Ende seiner Band The Czars dazu brachten sein Solodebüt  anzugehen. “Queen of Danmark” erschien 2010 und war  erfolgreicher als die The Czars Alben. Während bzw. nach den Arbeiten an "Queen of Danmark” ging Grants Beziehung in die Brüche, er erfuhr von seiner HIV Infektion und er zog nach Reykjavík. Die Eindrücke der Insel prägen das Artwork und seine persönlichen Rückschläge die Stimmung des Albums. Offensichtlich verbrachter Grant einige Zeit mit Birgir Þórarinsson von Gus Gus, denn sein zweites Soloalbum “Pale green ghosts” klingt über weite Strecken erfreulich stark nach Gus Gus. Zum Albumtitel wurde Grant angeblich von kleinen hellgrünen Blättern entlang des Highways zwischen Denver und Boulder inspiriert, die im Mondlicht wie kleine Geister schimmern sollen. Ebenso schimmern die Beats in den meisten der balladesken Songs.

“Pale green ghosts” ist stringenter, leichter zu erfassen und düsterer als “Queen of Danmark”. Die Comedy-Momente entfallen komplett. Neben den prägenden Gus Gus-Beats scheint die Zusammenarbeit mit Sinéad O’Connor durch. Sie schrieb mit an einigen der Songs und steuerte Background-Vocals bei. Beide Elemente bilden einen angemessenen Rahmen für Grants Stimme.

Grundsätzlich gefallen mir auf “Pale green ghosts” die Songs mit starkem Gus Gus-Einfluss wie der Titelsong, “Black belt” und “Sensitive new guy” besonders gut. Die in Zusammenarbeit mit O’Connor entstanden Songs bilden die Brücke zu “Queen of Danmark” und vor allem “It doesn’t matter to him” und “Why don’t you love me anymore” sind interessierten Hörern hiermit ans Herz gelegt. Der Unterschied zwischen “Queen of Danmark” und dem aktuellen Werk zeigt Grants Wandlungsfähigkeit. Ich bin gespannt, wohin ihn seine musikalische Reise nun führen wird.

Die Deluxe-Edition liefert sechs Remixe (u. a. von Hercules & Love Affair) der Songs “Black belt”, “Pale green ghosts” und “Why don’t you love me” im Dance-Gewand.

Guardian.co.uk vergibt fünf von fünf Sternen und bedankt sich bei “TC”, dem Mann, der Grant der Herz gebrochen hat, weil:

[…]In fact, he's inadvertently inspired a genuinely remarkable album: self-obsessed but completely compelling, profoundly discomforting but beautiful, lost in its own fathomless personal misery, but warm, funny and wise. It shouldn't work, but it does.

Das Video zum Titelsong:

John Grant live in Deutschland:

  • 07.04. Köln
  • 08.04. Hamburg
  • 09.04. Berlin

4 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

8,5 Punkte. Mindestens.

Julia hat gesagt…

9 Punkte.

Dirk hat gesagt…

John Grant kann Rufus Wainwright ("Glacier") genau so gut wie The Magnetic Fields ("GMF"), tolle Songs ("You Don't Have To") genau so gut wie schreckliche ("Ernest Borgnine"). Und Sinead O'Connor hält sich leider sehr bedeckt. Was soll man da geben?

Vielleicht 6,5 Punkte

Andi hat gesagt…

Schliesse mich Dirk an, inklusive Album Bewertung. Für mich habe ich aber eine echte Perle entdeckt: "It Doesn't Matter To Him". Diesem Song gebe eine 9.5