Montag, 11. März 2013

Hurts - Exile

















10 Fakten zum neuen Album von Hurts:

1. "Exile" ist nach "Happiness", das 2010 mit einem Punktedurchschnitt von 7,300 ganz knapp die Top 50 (Rang 49) von Platten vor Gericht erreichte, zweite Album der aus Manchester stammenden Theo Hutchcraft und Adam Anderson.

2. Erneut wurde die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Jonas Quant in den Pellerin Studios in Göteborg, Schweden, gesucht. Dieser wird auch gemeinsam mit Hurts bei 5 Titeln ("Exile", "Sandman", "Blind", "Cupid", "The Rope") als Komponist aufgeführt. 

3. Als weiterer Produzent saß Dan Grech-Marguerat (Keane, The Vaccines, The Kooks, Spector) mit im Boot. Für den finalen Mix sorgten Hurts sowie Spike Stent (Coldplay, Take That, Muse, Lady Gaga).

4. Ein erstes, kurzes musikalisches Lebenszeichen war der von Regisseur Nez Khammal gestaltete Clip zu "The Road", der den Zuschauer mit auf eine Reise  durchs Leben von Hurts nimmt:   



5. Als erste Single wurde der Song "Miracle" ausgewählt, der digital bereits im Januar, physisch erst einen Tag vor dem Album veröffentlicht wurde. In Deutschland war über iTunes der "Robots Don't Sleep Remix" käuflich zu erwerben.

6. Zu "Miracle" existieren zwei unterschiedliche Video-Clips: Im ersten stehen Hutchcraft und Anderson (mit Gitarre!) in dunklen Anzügen in einem dunklen Raum und die Kamera kreist mit zahlreichen Lens Flare-Effekten (Linsenlichtreflexionen) um Hurts und einige leicht bekleidete, sich verrenkende Damen:



7. Im zweiten, zuerst veröffentlichten, dann aber wohl zurückgezogenen Video tragen Hutchcraft und Anderson (mit Gitarre!) vermutlich die gleichen dunklen Anzügen, werden von einigen leicht bekleideten, sich verrenkenden Damen beim Gang durch eine post-apokalyptische Shopping-Mall begleitet. Hinzu kommen einige symbolträchtige Bilder (Raben, brennende Symbole, Engel-artige Wesen), deren Bedeutung sich mir entzieht.



8. Der letzte Song des Albums (12 Titel, 50:49 Minuten), "Help", bedient sich der Hilfe Elton Johns am Piano. Die Deluxe Edition von "Exile" bietet zudem die Songs "Heaven" und "Guilt" an. 

9. "Exile" liefert natürlich wieder melodramatisch-melancholischen 80er Synthie-Pop, ist jedoch weniger schmalzig, dafür düsterer und gitarriger (teilweise mit einem Hauch von Industrial) geraten als das Debüt.  

Schade, wie schon der Opener einerseits nach so viel, andererseits doch nach so wenig klingt. Vielleicht ist das schon das große Problem dieser Platte. Erst mal weiterskippen. Huch, bei »Sandman« kommt plötzlich so ein druckvolles Drumset mit Fanfaren reingerauscht. Die ungeschönten HipHop-Anleihen werden aber sogleich von einem süßlichen Gemisch aus »Ahaaa«-Überkitsch und Kinderchören verklebt. »Blind« ist dann feinste Coldplay-James Blunt-Gedächtnismusik und klingt an dieser Stelle gar nicht so falsch. Endlich geht’s los! »Lights will guide you home«, denkt man. »Cut out my eyes and leave me blind«, singt Theo. In Gedanken Hände in den Taschen zusammenballen, den Mantelkragen hochschlagen: Dieses Lied, man ist sich sicher, begleitet einen sanft durch die kälteste Winternacht. Aber das war’s auch schon wieder. 
Was noch folgt: ein bisschen Depeche Mode, ein bisschen Kopfstimmenschmalz, erneut U2 und zu guter Letzt Chris Isaac. Bis, ja bis man mit »Help« ganz wunderbar epochal rausgeschmissen wird. Pauken und Trompeten, unsterbliche Gitarrenriffs und, weil das vorhin ja schon so gut funktioniert hat, eine chorale Kitschverkittung, die herrlich-naiv »I just need some help« skandiert. Wir nutzen diese Steilvorlage natürlich nicht, um mit der Aussage, diese Hilfe könnten Hurts wirklich gut gebrauchen, abzuschließen. Vielmehr muss man den Hut ziehen vor dieser pathetischen Standortbestimmung. So sehr das an manchen Stellen auch trieft und zusammengeklaut ist – schlecht finden mag man es doch irgendwie nicht. Exile ist voll von stark-süßlichen Popmomenten. Und die hat, wenn man ehrlich ist, doch jeder von uns dann und wann nötig.
(Spex)

Der glatte Synthie-Pop der Achtziger passte perfekt zur Hurts-Ästhetik, die die Jungs aus Manchester mit hochpolierten Anzügen und strengen Gel-Frisuren zelebrieren. Die großen Vorbilder heißen Depeche Mode oder Pet Shop Boys - allerdings hatte ihr gehyptes Erstlingswerk "Happiness" auch Strecken, die eher an Backstreet Boys oder Take That erinnerten.

Die Schmalz-Überdosis haben Hurts auf "Exile" größtenteils abgelegt. Den immer noch ausladenden Keyboardflächen stellen sie auf ihrem zweiten Werk sogar Hip-Hop-Beats und Kinderchöre zur Seite ("Sandmann"). Nur der neue Industrial-Chic in manchen Songs dürfte den gemeinen Chart-Hörer kurz erschrecken. Der findet aber auch genügend Songs auf "Exile", bei denen er sich an Pathos und "Ohohoooo"-Hymnen erlaben kann.
(Welt)

10. Hurts kommen für 3 Konzerte nach Deutschland:
     14.03.13 Köln, Essigfabrik
     15.03.13 München, Theaterfabrik / Optimolwerke
     16.03.13 Hamburg, Übel & Gefährlich

4 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Schöngehört.

7,5 Punkte

Olly Golightly hat gesagt…

4 Punkte

Volker hat gesagt…

Mir ist gar nicht klar, was es an dem Album groß zu meckern gibt. Aber ich liebe ja auch weiterhin mit jeder Faser meines Körpers die 80ies

7,5