Freitag, 22. März 2013

Black Rebel Motorcycle Club - Specter At The Feast

















Eigentlich ist es recht ungewöhnlich und zumeist kein gutes Vorzeichen, wenn eine Band eine Coverversion als erste Single aus einem kommenden Album präsentiert. Im Falle vom Black Rebel Motorcycle Club und "Let The Day Begin" sieht dies jedoch anders aus, denn der Song stammt im Original von The Call, der Band von Michael Been: Dieser verstarb vor 3 Jahren, war der Vater vom Black Rebel Motorcycle Club-Mitglied Robert Levon Been, produzierte deren letztes Album "Beat The Devil's Tattoo", begleitete die Band auf Tournee und wurde häufig als deren viertes Mitglied bezeichnet.

So beginnt "Specter At The Feast" mit "Fire Walker", dem großartigen "Returning" und "Lullaby", die um die Single herum gruppiert sind, auch recht ruhig, melancholisch und melodisch. Doch der Black Rebel Motorcycle Club wäre nicht der Black Rebel Motorcycle Club, wenn im Verlauf der noch folgenden 8 Titel nicht immer wieder noisiger bis bluesiger Garagen-Rock  ("Rival", "Teenage Disease", "Funny Games", "Sell It") durchbrechen, die Oberhand gewinnen und in dem fast 9-minütigen, psychedelischen "Lose Yourself" einen krönenden Abschluss finden würden. Damit vereint das Trio auf seinem sechsten, größtenteils in Dave Grohls Studio in Los Angeles aufgenommenen Studioalbum alle Stilmerkmale, zu denen sie auf den Vorgängerplatten fähig waren. 
Wer nach knapp einer Stunde Musik immer noch nicht genug hat, kann noch zu den iTunes Bonus-Tracks "Warning Sign", "The Knife" und "Angel Baby" greifen. 

Primal garage-rock is in short supply here, but they do treat one of Michael Been's own songs, Let the Day Begin, to a Kasabianish grunge-out that's the dullest thing on the album. Much more striking are songs that show the vulnerability under the swagger: Some Kind of Ghost's gospel-voodoo prayer, which has Robert Been vowing, "Sweet Lord, I'm coming home", Been's lost-in-the-woods vocal on Fire Walker, and the funereal organ drone and layered vocals that rise and fall tidally through Sometimes the Light. The dreamy eight-minute finale, Lose Yourself, is a kind of coming-to-terms hymn – a satisfying ending to a fine record.
(Guardian)


Schönes Albumcover. Die neue BRMC ähnelt rein äußerlich einem zerfledderten alten Taschenbuch, das jemand wochenlang in seiner hautengen Bluejeans mitgeschleppt hat.

Unten ist eine Ecke weggerissen, und man kann ein Wort erkennen: »Vanitie« steht da, wenn ich das richtig erkenne, also Nichtigkeit. Kleiner Hinweis vielleicht? Der BRMC hatte schon immer so clevere Marketing-Ideen, schließlich gehörten sie Anfang dieses Jahrtausends mit ihren todschicken Lederjacken zu den ersten Wiederaufbereitern damals längst tot geglaubten Rockglamours.

Bemerkenswerte Songs konnten sie schon damals nicht schreiben, machten das aber mit einer Attitude so groß wie der Himalaya mehr als wett. Die Frage ist: Geht diese geil abgelieferte Einfallslosigkeit ad nauseam? Reicht es, denselben alten nikotinvergilbten, pilzig schunkeligen, stets ins Leere laufenden Slow-Fuck-Groove aus dem Sumpf in leidlich erarbeitete kosmische Dimensionen zu hieven, sich auf Pink Floyd und Spiritualized zu berufen und all jenen, die vielleicht grade keinen Bock auf Déjà-vu-Rock haben, den Mittelfinger zu zeigen? Man kann es auf jeden Fall versuchen, wie man sieht. Immerhin gibt es die passenden Lederjacken mit gut 30-jähriger Verspätung endlich auch bei H&M. Und das Albumcover ist einfach super.
(intro)

Mitgliedertreffen des Black Rebel Motorcycle Clubs:

05.04.13 München, Tonhalle
07.04.13 Berlin, Columbiahalle
08.04.13 Hamburg, Große Freiheit 36
09.04.13 Köln, Live Music Hall

3 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Von mir bekommt der Black Rebel Motorcycle Club:

7,5 Punkte

Jörg hat gesagt…

Hm, nicht ganz so zwingend und überzeugend wie die Vorgänger "Baby81" und "Beat the Devils Tatoo". Kaum zündene Ideen. Vielleicht wächst die Platte noch. Trotz Fanbonus gibt's nur 7,5 Punkte!